Landesamt für Archäologie Sachsen führt archäologische Untersuchungen entlang der B 169 zwischen Riesa und Salbitz durch; 1800 Befunde auf neun Fundstellen

Medienservice Sachsen - Pressemitteilung

LANDESAMT FÜR ARCHÄOLOGIE Seite 1 von 2 Medieninformation Landesamt für Archäologie Sachsen Ihre Ansprechpartnerin Dr. Cornelia Rupp Durchwahl Telefon +49 351 8926 603 info@lfa.sachsen.de* 26.08.2026 Archäologische Untersuchungen entlang der zukünftigen B 169 zwischen Riesa und Salbitz: Abschluss der Arbeiten im ‚Abschnitt Nord‘ und Beginn der Arbeiten ‚Abschnitt Süd‘ Die Bundesstraße 169 wird auf rund acht Kilometer zwischen Riesa und Salbitz verlegt und führt damit durch eine ausgesprochen dichte archäologische Fundlandschaft. Aus diesem Grund untersucht das Landesamt für Archäologie Sachsen abschnittsweise und in enger Absprache mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr die archäologisch relevanten Flächen, auf denen zuvor durch vorbereitende Maßnahmen von August bis November 2024 sowie von April bis August 2025 Fundstellen lokalisiert worden sind. Mitte September letzten Jahres starteten die Ausgrabungen der Fundstellen im Abschnitt Nord, die planmäßig am 28. August dieses Jahres abgeschlossen werden. Die insgesamt ca. 6 ha umfassenden Untersuchungsächen entlang des vier Kilometer langen nördlichen Trassenabschnitts von Seerhausen bis Raitzen wurden von zwei Teams mit bis zu 16 Mitarbeitenden vollständig ächig untersucht. An insgesamt neun Fundstellen wurden mehr als 1800 Befunde – also Spuren menschlicher Aktivitäten – ausgegraben. Besonders beidseits des Raitzener Baches stieß man auf dichte Besiedlungsspuren, wie Hausgrundrisse, Ofenreste und Einfriedungen durch Zäune oder Staken aus der Bronzezeit (ca. 1400 – 800 v. Chr.). Die westliche Seite des Baches wurde vermehrt in der Eisenzeit und Römischen Kaiserzeit (ca. 800 v. Chr. bis 375 n. Chr.) besiedelt. Auch hier entdeckte man Hausgrundrisse anhand von Pfostensetzungen, Reste von Öfen und einen Handwerkerbereich mit charakteristischen Gruben und Verfüllungen. Das geborgene Fundmaterial besteht überwiegend aus Scherben von Tongefäßen, die uns eine präzise zeitliche Ansprache ermöglichen. Hausanschrift: Landesamt für Archäologie Sachsen Zur Wetterwarte 7 01109 Dresden www.lfa.sachsen.de

  • Kein Zugang für verschlüsselte elektronische Dokumente. Zugang für qualiziert elektronisch signierte Dokumente nur unter den auf www.lsf.sachsen.de/eSignatur.html vermerkten Voraussetzungen.

Seite 2 von 2 Webgewichte und Spinnwirtel liefern Hinweise auf eine Textilproduktion vor Ort. Für Überraschung sorgten zwei Brandgräber aus der stichbandkeramischen Jungsteinzeit (5000 - 4400 v. Chr.) nördlich von Bloßwitz, die mit einem Gefäß und einer Axt ausgestattet waren. Nach der archäologischen Ausgrabung und Dokumentation der Fundstellen ist der nördliche Abschnitt für den weiteren Baubetrieb freigegeben worden. Nun folgen seit dieser Woche die archäologischen Untersuchungen der im Vorfeld lokalisierten Bodendenkmäler im südlichen Abschnitt der Trasse von Raitzen bis Salbitz. Bereits jetzt wissen wir von 7 Fundstellen, verteilt auf 19 Flächen, von insgesamt ca. 5 ha Größe, die ebenso systematisch ausgegraben werden müssen, damit die archäologischen Spuren im Boden durch die bevorstehende Baumaßnahme nicht unwiederbringlich zerstört werden. Für diese Arbeiten werden bis zu drei Teams vor Ort sein. Bereits bei den Voruntersuchungen wurden stellenweise Spuren der ältesten Besiedlungen Sachsens (ca. 5500 v. Chr.) freigelegt. Die weiteren Fundstellen datieren vom Mittel- bis Endneolithikum (4400 – 2800 v. Chr.) bis zum Mittelalter (um 1000 n. Chr.). Die wissenschaftlichen Ausgrabungen der Fundstellen tragen in besonderem Maße zum Verständnis der Siedlungsgeschichte der Region bei. Zum Tag des offenen Denkmals am 13. September 2026 kann die aktuelle Ausgrabung von 10 bis 15 Uhr besucht werden. Für Auskünfte stehen die beiden wissenschaftlichen Grabungsleiter Dr. des. Matthias Conrad und Marko Häckel M.A. zur Verfügung. Treffpunkt: An der K8948 zwischen Salbitz und Gastewitz. Von Salbitz kommend kurz hinter dem Ortsausgang auf der linken Seite im Bereich der Baustelleneinrichtung bendet sich der Sammel- und Infopunkt. Von dort geht es in Begleitung zu Fuß ca. 400m zu den archäologischen Ausgrabungsächen (festes Schuhwerk ist zu empfehlen). Medien: Foto: Drohnenübersicht der Ausgrabungsäche bei Hahnefeld, Gemeinde Stauchitz Foto: Drohnenübersicht der Ausgrabungsäche bei Raitzen, Gemeinde Naundorf Foto: Reste eines Ofens, der bei Bloßwitz, Gemeinde Stauchitz entdeckt wurde