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title: "Landesamt für Archäologie Sachsen führt archäologische Untersuchungen entlang der B 169 zwischen Riesa und Salbitz durch; 1800 Befunde auf neun Fundstellen"
sdDatePublished: "2026-08-26T15:55:00Z"
source: "https://medienservice.sachsen.de/medien/news/1099577/download_pdf"
topics:
  - name: "archaeology"
    identifier: "medtop:20000744"
  - name: "construction and property"
    identifier: "medtop:20000235"
  - name: "infrastructure projects"
    identifier: "medtop:20001245"
  - name: "history"
    identifier: "medtop:20000747"
  - name: "monument and heritage site"
    identifier: "medtop:20000044"
locations:
  - "Naundorf"
  - "Stauchitz"
  - "Sachsen"
  - "Meissen"
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Landesamt für Archäologie Sachsen führt archäologische Untersuchungen entlang der B 169 zwischen Riesa und Salbitz durch; 1800 Befunde auf neun Fundstellen

Medienservice Sachsen - Pressemitteilung

LANDESAMT
FÜR ARCHÄOLOGIE
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Medieninformation
Landesamt für Archäologie Sachsen
Ihre Ansprechpartnerin
Dr. Cornelia Rupp
Durchwahl
Telefon +49 351 8926 603
info@lfa.sachsen.de*
26.08.2026
Archäologische Untersuchungen entlang der zukünftigen B
169 zwischen Riesa und Salbitz:
Abschluss der Arbeiten im ‚Abschnitt Nord‘ und Beginn der Arbeiten
‚Abschnitt Süd‘
Die Bundesstraße 169 wird auf rund acht Kilometer zwischen Riesa
und Salbitz verlegt und führt damit durch eine ausgesprochen dichte
archäologische Fundlandschaft.
Aus diesem Grund untersucht das Landesamt für Archäologie Sachsen
abschnittsweise und in enger Absprache mit dem Landesamt für Straßenbau
und Verkehr die archäologisch relevanten Flächen, auf denen zuvor durch
vorbereitende Maßnahmen von August bis November 2024 sowie von April
bis August 2025 Fundstellen lokalisiert worden sind.
Mitte September letzten Jahres starteten die Ausgrabungen der
Fundstellen im Abschnitt Nord, die planmäßig am 28. August dieses
Jahres abgeschlossen werden. Die insgesamt ca. 6 ha umfassenden
Untersuchungsächen entlang des vier Kilometer langen nördlichen
Trassenabschnitts von Seerhausen bis Raitzen wurden von zwei Teams mit
bis zu 16 Mitarbeitenden vollständig ächig untersucht. An insgesamt neun
Fundstellen wurden mehr als 1800 Befunde – also Spuren menschlicher
Aktivitäten – ausgegraben. Besonders beidseits des Raitzener Baches stieß
man auf dichte Besiedlungsspuren, wie Hausgrundrisse, Ofenreste und
Einfriedungen durch Zäune oder Staken aus der Bronzezeit (ca. 1400 – 800
v. Chr.). Die westliche Seite des Baches wurde vermehrt in der Eisenzeit
und Römischen Kaiserzeit (ca. 800 v. Chr. bis 375 n. Chr.) besiedelt. Auch
hier entdeckte man Hausgrundrisse anhand von Pfostensetzungen, Reste
von Öfen und einen Handwerkerbereich mit charakteristischen Gruben und
Verfüllungen.
Das geborgene Fundmaterial besteht überwiegend aus Scherben von
Tongefäßen, die uns eine präzise zeitliche Ansprache ermöglichen.
Hausanschrift:
Landesamt für Archäologie
Sachsen
Zur Wetterwarte 7
01109 Dresden
www.lfa.sachsen.de
* Kein Zugang für verschlüsselte
elektronische Dokumente. Zugang
für qualiziert elektronisch signierte
Dokumente nur unter den auf
www.lsf.sachsen.de/eSignatur.html
vermerkten Voraussetzungen.

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Webgewichte und Spinnwirtel liefern Hinweise auf eine Textilproduktion vor
Ort.
Für Überraschung sorgten zwei Brandgräber aus der stichbandkeramischen
Jungsteinzeit (5000 - 4400 v. Chr.) nördlich von Bloßwitz, die mit einem Gefäß
und einer Axt ausgestattet waren.
Nach der archäologischen Ausgrabung und Dokumentation der Fundstellen
ist der nördliche Abschnitt für den weiteren Baubetrieb freigegeben worden.
Nun folgen seit dieser Woche die archäologischen Untersuchungen der im
Vorfeld lokalisierten Bodendenkmäler im südlichen Abschnitt der Trasse
von Raitzen bis Salbitz. Bereits jetzt wissen wir von 7 Fundstellen, verteilt
auf 19 Flächen, von insgesamt ca. 5 ha Größe, die ebenso systematisch
ausgegraben werden müssen, damit die archäologischen Spuren im Boden
durch die bevorstehende Baumaßnahme nicht unwiederbringlich zerstört
werden. Für diese Arbeiten werden bis zu drei Teams vor Ort sein. Bereits
bei den Voruntersuchungen wurden stellenweise Spuren der ältesten
Besiedlungen Sachsens (ca. 5500 v. Chr.) freigelegt. Die weiteren Fundstellen
datieren vom Mittel- bis Endneolithikum (4400 – 2800 v. Chr.) bis zum
Mittelalter (um 1000 n. Chr.).
Die
wissenschaftlichen
Ausgrabungen
der
Fundstellen
tragen
in
besonderem Maße zum Verständnis der Siedlungsgeschichte der Region bei.
Zum Tag des offenen Denkmals am 13. September 2026 kann die aktuelle
Ausgrabung von 10 bis 15 Uhr besucht werden. Für Auskünfte stehen die
beiden wissenschaftlichen Grabungsleiter Dr. des. Matthias Conrad und
Marko Häckel M.A. zur Verfügung.
Treffpunkt: An der K8948 zwischen Salbitz und Gastewitz. Von Salbitz
kommend kurz hinter dem Ortsausgang auf der linken Seite im Bereich
der Baustelleneinrichtung bendet sich der Sammel- und Infopunkt. Von
dort geht es in Begleitung zu Fuß ca. 400m zu den archäologischen
Ausgrabungsächen (festes Schuhwerk ist zu empfehlen).
Medien:
Foto: Drohnenübersicht der Ausgrabungsäche bei Hahnefeld,
Gemeinde Stauchitz
Foto: Drohnenübersicht der Ausgrabungsäche bei Raitzen,
Gemeinde Naundorf
Foto: Reste eines Ofens, der bei Bloßwitz, Gemeinde Stauchitz
entdeckt wurde