Mutter berichtet, wie Tochter sich zu Hause mit einem Bügeleisen verbrannte; Tochter heute spielt Cello trotz Handverletzung
Paulinchen | Erfahrungsberichte
Eine Mutter erzählt, wie ihre Tochter sich mit einem Bügeleisen verbrannte – und warum sie diesen Moment bis heute nicht vergessen kann.
„Ich war nur eine Sekunde weg.“
Ich war mit meinen zwei kleinen Töchtern allein zu Hause. Der Sohn einer Freundin hatte Geburtstag und ich bedruckte ein T-Shirt mittels Bügeleisen als Geschenk. Nachdem ich fertig war, stellte ich das Bügeleisen auf dem Fußboden ab, ca. 5 m von meiner Tochter entfernt – um die Ecke. Ich suchte nur kurz etwas für den Kinderwagen.
Kinder unter 2 Jahren sind am häufigsten betroffen
Meine Tochter konnte zu dem Zeitpunkt noch nicht laufen, nur krabbeln. Erst durch das Weinen meiner Tochter wurde mir bewusst, was geschehen war. Sie war in diesen wenigen Sekunden zum Bügeleisen gekrabbelt und hatte es so umgestoßen, dass es auf die Oberseite ihrer Hand fiel. Niemals habe ich damit gerechnet, dass sie in der kurzen Zeit zum Bügeleisen krabbeln würde. Die Schreie und diesen Anblick werde ich nie vergessen. Ich nahm sie sofort auf den Arm und kühlte die verbrannte Haut mit lauwarmem Wasser im Badezimmer und alarmierte den Notruf.
Akutversorgung im Krankenhaus und was danach geschah
Wir wurden anschließend für 14 Tage stationär im Krankenhaus aufgenommen. Meine Tochter erhielt eine Hauttransplantation mit Hautersatz. Es folgten rund zwei Jahre mit regelmäßigen Terminen im Krankenhaus. Hinzu kam das Tragen von Kompressionskleidung. Meine Tochter erlitt am Handrücken Verbrennungen der Grade 2A und 2B. Heute hat sie eine Narbe, ist aber zum Glück in der Bewegung nicht eingeschränkt.
Es ist ein unfassbar schlimmer Unfall. Im Nachhinein haben wir großes Glück gehabt, dass es zu keinen Komplikationen kam und es meiner Tochter heute so gut geht. Trotzdem hadere ich noch immer mit dem Unfall und würde ihn gern ungeschehen machen.
Eine Mutter berichtet vom Verbrennungsunfall ihrer Tochter mit einem Bügeleisen und den weitreichenden Folgen auch Jahre später.
Eine Verbrennung an der Hand – drei Operationen später
Unsere Tochter hat im Alter von 15 Monaten starke Verbrennungen am linken Handrücken inklusive aller Finger erlitten. Ich war am Bügeln und wollte nur schnell neue Bügelwäsche holen. Da ich bereits im fünften Monat schwanger war, wollte ich schweres Tragen vermeiden und habe meine Tochter für den kurzen Moment nicht mitgenommen. Das heiße Bügeleisen habe ich vom Strom getrennt und auf den Esstisch außer Reichweite meiner Tochter gestellt. Plötzlich hörte ich sie laut weinen und rufen. Es muss wohl das Bügeleisenkabel oder die Tischdecke über die Tischkante gehangen haben. Sie hat daran gezogen und das schwere Bügeleisen ist mit der heißen Seite auf ihre Hand gefallen.
Wir sind sofort mit ihr ins Krankenhaus gefahren. Es war schnell klar, dass wir in eine Spezialklinik verlegt werden mussten. Wir waren drei Wochen stationär im Krankenhaus – die Hälfte davon auf der Intensivstation. Unserer Tochter wurde Haut vom Kopf auf die Hand transplantiert. Wir hatten große Angst, dass sie ihre Hand später nicht mehr normal würde benutzen können. In den Monaten danach folgte viel schmerzhafte Physiotherapie, ständiges Tragen von Kompressionskleidung und Schienen sowie Ergotherapie.
Inzwischen ist unsere Tochter 12 Jahre alt, hat schon zwei weitere Hauttransplantationen zur Narbenkorrektur gemeistert und eine weitere steht bevor. Trotz allem ist unsere Tochter zum Glück ein sehr fröhliches und selbstbewusstes Kind. Und wir sind stolz, dass sie ihre Hand dank der vielen Therapien und Operationen normal benutzen kann und dass sie sich vor vier Jahren sogar den Wunsch erfüllen konnte, Cello spielen zu lernen.
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