Japanische Schülerinnen und Schüler aus Tagawa besuchen Bremen; Höchste Inklusionsquote Deutschlands (99,4%)

Japan zu Gast in Bremen: Inklusion gemeinsam erleben - Pressestelle des Senats

Japan zu Gast in Bremen: Inklusion gemeinsam erleben

Der Senator für Kinder und Bildung

15 Schülerinnen und Schüler aus der japanischen Stadt Tagawa in der Präfektur Fukuoka sind aktuell zu Gast in Bremen. Im Mittelpunkt ihres Besuchs steht ein für Bremens Schulen zentrales Thema: Inklusion und die Teilhabe von Menschen mit Behinderung.

Die japanische Delegation, begleitet von Mitarbeitenden der tagawanesischen Stadtverwaltung, möchte von Bremen lernen: Wie wird Inklusion an Bremer Schulen umgesetzt? Wie können Menschen mit Behinderungen selbstverständlich am gesellschaftlichen Leben teilhaben? Welche Rolle spielen Sport und Schule dabei? Und was können wir voneinander lernen? Zum Programm gehört neben einer Stadtführung und der Hospitation an der Sport-Eliteschule Ronzelenstraße auch ein Besuch beim Landesbehindertenbeauftragten sowie im Kinder- und Bildungsressort.

Der Senator für Kinder- und Bildung, Mark Rackles, betont: “Bremen steht für eine Schule, in der alle Kinder und Jugendlichen unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen dazugehören und teilhaben können. Ich freue mich, dass unsere Gäste sich vor Ort ein Bild davon machen und mit uns darüber ins Gespräch kommen. Internationale Begegnungen wie diese bereichern unseren Schulalltag und stärken zugleich die Freundschaft und den gegenseitigen Austausch zwischen Bremen und Japan.”

Um während des kurzen Aufenthalts einen tieferen Einblick zu erhalten, erleben die Achtklässlerinnen und Achtklässler unter anderem den gemeinsame Schulalltag an der Oberschule an der Ronzelenstraße - in der Klasse, aber auch beim gemeinsamen Sport im Sportzentrum und beim Kochen.

In Bremen wurde – als einzigem Bundesland – das Förderschulsystem auf Grundlage der Schulstrukturreform aus dem Jahr 2009 umfassend reformiert. So verzeichnet Bremen die höchste Inklusionsquote (2025: 99,4 Prozent) im Ländervergleich. Bremen entwickelt seine inklusive Bildungslandschaft kontinuierlich weiter. Zum Schuljahr 2026

27 wurden 176 Erstklässlerinnen und Erstklässler mit Förderbedarf im Bereich Geistige Entwicklung eingeschult (2025

26: 166). Rund 60 Prozent von ihnen haben einen Förderbedarf im Autismus-Spektrum. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Schulstandorte für den Förderbereich Geistige Entwicklung seit 2017

18 von 39 auf 81 mehr als verdoppelt.

Auch bei der Qualifizierung von Fachkräften wird weiter investiert: Bis Ende des Schuljahres 2026

27 werden 30 Lehrkräfte für Sonderpädagogik weiterqualifiziert. 2027 sollen 170 Lehrkräfte eine Zertifikatsausbildung zum Umgang mit Autismus erhalten.

Für die japanischen Schülerinnen und Schüler ist der Besuch deshalb eine besondere Gelegenheit, Inklusion unmittelbar kennenzulernen. Und für Bremen bietet der Austausch die Chance, den eigenen Blick zu erweitern und Erfahrungen in einer internationalen Partnerstadt zu teilen.

Die japanische Delegation besucht Deutschland bereits zum vierten Mal. Ins Leben gerufen wurde das Projekt im Nachgang der Olympischen und Paralympischen Spiele Tokyo 2020. Ziel ist es, jungen Menschen zu zeigen, wie Inklusion und Behindertensport in anderen Ländern gelebt werden. Der derzeitige Besuch in Bremen ist bereits der zweite. Er soll aber nicht der letzte sein: Die Oberschule an der Ronzelenstraße möchte künftig eine Kooperation aufbauen, um auch ihren Schülerinnen und Schülern einen Besuch in Japan zu ermöglichen und im Bereich Inklusion im Sport weitere Impulse zu erhalten.

Untergebracht sind die Mädchen und Jungen aus Japan bei Gastfamilien von der Oberschule an der Ronzelenstraße und von der Oberschule Sebaldsbrück. Damit wird der Austausch über die Begegnung zwischen Japan und Deutschland hinaus auch zu einer Gelegenheit für Bremer Familien und Kinder, miteinander in Kontakt zu kommen. Inklusion lebt von Begegnung, Teilhabe und dem gemeinsamen Lernen und Leben. Der Blick über die Grenzen hinaus ermöglicht es, neue Ideen für Teilhabe zu entwickeln.

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SKB -Medienarchiv Besuch aus Tagawa (jpg, 1.8 MB)

Ansprechpartnerin für die Medien: Patricia Brandt, Pressesprecherin beim Senator für Kinder und Bildung, Tel.: (0421) 361-2853, E-Mail: patricia.brandt@bildung.bremen.de