WLV und Uni Münster Dialog-Veranstaltung zur Pro/Contra Grüner Gentechnik im Ackerbau in Nottuln-Appelhülsen Schulze Frenkings Hof; GVO-Kennzeichnung bleibt relevant
Gemeinsamkeiten in Positionen zu Grüner Gentechnik mit CRISPR/Cas
Gemeinsamkeiten in Positionen zu Grüner Gentechnik mit CRISPR
Dialog-Veranstaltung von WLV und Uni Münster zum Pro und Contra „Neuer Genomischer Techniken“ im Ackerbau. 40 Besucher in „Schulze Frenkings Hof“ in Nottuln
Am 25. August fand auf gemeinsame Einladung von WLV und einem interdisziplinären Studierenden-Team der Uni Münster eine Dialog-Veranstaltung zum Pro und Contra “Grüner Gentechnik im Ackerbau” statt. WLV-Vizepräsident Michael Uckelmann und die Moderatorin des Abends konnten bei ihrer Begrüßung rund 40 Zuhörer im Bürgerzentrum “Schulze Frenkings Hof” in Nottuln-Appelhülsen willkommen heißen. Das Fishbowl-Dialogformat der Veranstaltung sieht vor, dass Teilnehmende aus dem Zuschauerraum sich für einen eigenen Beitrag auf Augenhöhe mit in die Redner-Runde begeben können, wovon auch mehrere Besucher Gebrauch machten. Der Abend war thematisch zweigeteilt. Nachdem die angeregte, teilweise auch kontroverse Diskussion sich in der ersten Hälfte um eine übergeordnete Meta-Perspektive drehte, stand nach der Pause die neu-zusammengesetzte Gesprächsrunde insbesondere die Praxisfragen der Landwirte im Fokus.
Als feste Referenten in der FishBowl waren folgende Personen Teil der beiden Gesprächsrunden:
Hans-Joachim Bannier (Bielefeld) : Bioland-Landwirt, Züchter und Experte für Pomologie (Obstbau- und Obstsortenkunde)
Simon Jankord (Münster): Studierender an der Uni Münster im Projektleitungsteam des interdisziplinären Forschungsprojekts für den iGEM-Wettbewerb
Dr. Holger Ophoff (Monheim): Bayer CropScience Deutschland GmbH, zuständig für Zulassungsverfahren im Pflanzenbau
Prof. Dr. rer. nat. Dirk Prüfer (Münster): Dozent am Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen der Uni Münster
Tim Richter (Steinfurt): WLV-Fachreferent für Pflanzenbau, Umwelt- und Klimaschutz-Agrarpolitik
Prof. Dr. Ing. Jochen Schmid (Münster): Dozent für Molekulare Mikrobiologie und Biotechnologie (IMMB) der Universität Münster und Standortleiter Münster des Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie (IME)
Jörg Schulze Buschhoff (Münster): Landwirt und Stellvertr. Vorsitzender Bioland - NRW e.V.
Kathrin Segbert (Coesfeld): Landwirtschaftskammer NRW, Teamleiterin Pflanzenbau, Pflanzen- und Wasserschutz Westliches Münsterland
Darauf konnten sich die Diskutanten inhaltlich einigen:
Am Ende eines lebhaften Abends waren – wie zu erwarten bei diesem emotional besetzten Thema – nicht alle Punkte im Konsens zu verhandeln. Aber für alle Anwesenden war unstreitig, dass es auch mit CRISPR
auch künftig eine Wahlfreiheit für die Endanwender geben müsse,
dass Weiterentwicklungen technologie-offen erfolgen und
Marktchancen auch für kleinere Zuchtunternehmen erhalten bleiben müssen.
Das Thema Kennzeichnung von GVO hat seine Berechtigung.
Allerdings ist die Akzeptanz beim Endanwender auf dem Acker auch daran geknüpft, dass dies für den ausführenden Landwirt nicht mit noch mehr komplizierte Regularien verbunden sein dürfe, wie unter anderem Kathrin Segbert von der Landwirtschaftskammer deutlich machte: “Viele der Landwirte, die ich dazu nach ihrer Einschätzung gefragt habe, können beim Thema ‘Neue Genomische Techniken’ dann mitgehen, wenn sie einen ackerbaulichen Vorteil für sich sehen und wenn sie auf ihrem Betrieb durch die Nutzung keinen noch höheren Bürokratie-Aufwand bekommen.
Für den WLV fasste Michael Uckelmann bei seinem Schlusswort und zur Übergabe von Präsentkörben an die Referenten (Sein Dank hierfür galt der Raiffeisen Agilis für die freundliche Bereitstellung) seine Eindrücke zusammen : „Das war eine tolle Diskussion auf Augenhöhe. Ich habe nochmal gelernt: Ohne wissenschaftlichen Fortschritt kommen wir Landwirte nicht gut voran, aber ohne den Austausch mit uns Praktikern funktioniert es für die Leute von der Uni auch nicht.“
Dialog-Veranstaltung in Nottuln zum Pro und Contra Grüner Gentechnik