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title: "Amadeu Antonio Stiftung öffentlicher Vortrag Antisemitismus und Neoliberalismus in Dresden; Teil der Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus"
sdDatePublished: "2026-08-27T15:06:00Z"
source: "https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/termine/antisemitismus-und-neoliberalismus/"
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  - name: "political movement and association"
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  - name: "political parties and movements"
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locations:
  - "Dresden"
  - "United States"
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Amadeu Antonio Stiftung öffentlicher Vortrag Antisemitismus und Neoliberalismus in Dresden; Teil der Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus

Antisemitismus und Neoliberalismus - Amadeu Antonio Stiftung

Der Vortrag folgt einem Hinweis Max Horkheimers, zu finden im Entwurf eines Briefes an Harold Laski aus dem Jahr 1941: „As true as it is that one can understand Antisemitism only from our society, as true it appears to me to become that by now society itself can be properly understood only through Antisemitism.“

Der Antisemitismus ist nicht aus dem Judentum zu erklären, sondern aus der antisemitischen Gesellschaft. Sonst erschienen die Juden als Ursache, als Schuldige des Antisemitismus. Die Erkenntnis des Antisemitismus bedarf mithin, nach Horkheimer, einer Theorie der antisemitischen Gesellschaft. Eine solche Theorie, hat Adorno zuerst 1950 notiert (a.a.O. 109), „über•schreitet“ nicht nur die Studien zum autoritären Charakter. Zu einer solchen Theorie, insistiert Adorno noch 1968, kam es „längst“ nicht mehr – nicht aufgrund subjektiver Unzulänglichkeiten von Gesellschaftstheoretikern, sondern aus gesellschaftsgeschichtlichen Gründen: „Die Irrationalität der gegenwärtigen Gesellschaftsstruktur verhindert ihre rationale Entfaltung in der Theorie.“ (GS 8: 359f.) Die Verhältnisse leisten ihrer Erkenntnis, durch ihre „Irrationa•lität“, Widerstand. Die irrationale Gesellschaft der Gegenwart ist der Neoliberalismus, in dem der Nationalsozialismus „nachlebt“ (Adorno). Die Theorie dieser antisemitischen Gesellschaft nach Auschwitz hat, allgemein, die vergangene Geschichte zu erinnern durch die Aufklärung der kontemporären Geschichte. Die Theorie hat die Erinnerung der Barbarei zu vollbringen durch die Aufklärung der Verdrängung von Auschwitz. Im Vortrag wird der Zusammenhang von Neoliberalismus und Antisemitismus in drei Stufen diskutiert: Erstens wird die gegenwärtige Form der neoliberalen Verdrängung der Barbarei am Parteiprogramm der AfD vorgestellt. Zweitens folgt, im Anschluß an die Studies in Prejudice, die Klärung des antisemitischen Vorurteils. Drittens kann der Zusammenhang von Neoliberalismus und Antisemitismus exemplarisch skizziert werden an der Revolution von rechts (Freyer 1931) in den USA. Aufzunehmen ist die Frage der Studien zum autoritären Charakter (Adorno et al. 1950: 14) nach den „Aussichten eines faschistischen Sieges in den USA“.

Datum: 15.10.2026 (19 Uhr, Einlass 18:30 Uhr)

Ort: disputhek, Leipziger Straße 84, 01127 Dresden

Veranstalter*innen: disput – Forum für kritische Gesellschaftstheorie und Bildung

Eine Veranstaltung im Rahmen der Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus.