Venezuela: Venezolanische Behörden freilassen rund 80 politische Gefangene in Venezuela; aber Hunderte in Haft, UN drängt auf Transparenz.

Venezuela: Einige frei - Hunderte weiter zu Unrecht in Haft | Amnesty International

Venezuela: Einige frei - Hunderte weiter zu Unrecht in Haft

Seit August haben die venezolanischen Behörden einige Dutzend willkürlich inhaftierte Personen freigelassen. Darunter sind Emirlendris Benítez, María Auxiliadora Delgado und Danner Barajas, für die sich Amnesty International lange eingesetzt hat. Doch trotz ihrer Freilassung werden die Verfahren gegen sie weitergeführt, und ihre Rechte bleiben eingeschränkt. Gleichzeitig befinden sich weiterhin Hunderte Menschen aus politischen Gründen in Haft, andere gelten als “verschwunden”.

Freigelassen: Emirlendris Benítez María Auxiliadora Delgado Danner Barajas Javier Tarazona Carlos Julio Rojas Rocío San Miguel

In Haft: Jonathan Delgado Nudre Chourio Olbis Dirinot Damián Rojas Rafael Guedes Renny González Roberto Pérez Juan Carlos Marrufo Jorgen Guanares (“verschwunden”) Hunderte weitere

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seit dem 14. August 2026 wurden rund 80 Menschen aus der Haft entlassen, die aus politischen Gründen willkürlich festgenommen worden waren. Zu den Freigelassenen gehören auch Emirlendris Benítez und María Auxiliadora Delgado , die seit August 2018 beziehungsweise März 2019 willkürlich inhaftiert gewesen waren. Obwohl sie aus humanitären Gründen freikamen, bleibt das Urteil bestehen, das 2022 nach einem unfairen Verfahren gegen sie verhängt wurde.

Das Wiedersehen der Freigelassenen mit ihren Angehörigen war längst überfällig. Doch längst nicht alle aus politischen Gründen willkürlich Inhaftierten kamen aus dem Gefängnis. Jonathan Delgado, Nudre Chourio, Olbis Dirinot, Damián Rojas, Rafael Guedes, Renny González, Roberto Pérez und Hunderte andere befinden sich nach wie vor in Haft und sind dort weiterhin Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. Besonders besorgniserregend ist auch das Schicksal von Jorgen Guanares , dessen Verbleib seit seiner mutmaßlichen Festnahme am 2. August 2024 unbekannt ist. Juan Carlos Marrufo , der seit dem 19. März 2019 willkürlich inhaftiert ist, benötigt dringend medizinische Versorgung. Jüngste Berichte über mutmaßliche Folter, das Verschwindenlassen von Personen und Misshandlungen im Gefängnis “Rodeo I” verdeutlichen die entsetzlichen Bedingungen, unter denen die Häftlinge festgehalten werden.

Den Freilassungen gingen öffentliche Ankündigungen hochrangiger Behördenvertreter*innen voraus. Diese weckten bei Betroffenen und ihren Familien Hoffnung auf eine baldige Freilassung, die sich jedoch häufig nicht erfüllte. Dadurch wurden Angehörige zusätzlich belastet und die Öffentlichkeit über das tatsächliche Ausmaß der Freilassungen im Unklaren gelassen.

Javier Tarazona, Carlos Julio Rojas, Rocío San Miguel, Emirlendris Benítez, María Auxiliadora Delgado sowie die vielen anderen, die nach ihrer willkürlichen Inhaftierung freigelassen wurden, hätten niemals inhaftiert werden dürfen. Viele von ihnen werden weiterhin strafrechtlich verfolgt, ihre Urteile sind nicht aufgehoben und ihre Rechte bleiben eingeschränkt.

Der völlige Mangel an Transparenz in allen Angelegenheiten im Zusammenhang mit politisch motivierten willkürlichen Inhaftierungen in Venezuela ist erschreckend. Der unabhängigen Mission vom UN-Menschenrechtsrat und dem Büro des Hochkommissars für Menschenrechte (OHCHR) muss uneingeschränkter Zugang zu den Inhaftierten im Land gewährt werden. Sie müssen Menschenrechtsverletzungen ungehindert überwachen und dokumentieren können.

Ich fordere Sie auf, für die sofortige Freilassung aller willkürlich Inhaftierten zu sorgen. Insbesondere angesichts der humanitären Krise, die durch die jüngsten Erdbeben noch verschärft wurde, muss das Leben aller inhaftierten Personen geschützt werden. Ihr Verbleib und Schicksal müssen bekannt gegeben werden, ihre medizinische Versorgung muss gewährleistet sein, und sie müssen Familienbesuch erhalten dürfen.

The reunion of individuals who were recently released from arbitrary detention with their loved ones was long overdue. I regret that the decision to release arbitrary detainees was not extended to all those subjected to this grave human rights violation, and that releases are subject to conditions and restrictions of victims’ rights. Also, these measures came with public statements from high-ranking authorities that have raised and crushed victims’ and their loved ones’ hopes of reuniting and mislead public opinion.

Arbitrary detentions and the many other connected human rights violations must cease now, including those of Jonathan Delgado, Nudre Chourio, Olbis Dirinot, Rafael Guedes, Renny González, and Roberto Pérez and hundreds more.

It is hugely concerning that the fate and whereabouts of Jorgen Guanares continue being unknown since August 2024, and that Juan Carlos Marrufo, continues being denied adequate medical care despite suffering an urgent need for it. Recent reports of alleged torture, enforced disappearance, and ill treatment in the ‘Rodeo I’ prison illustrate the horrific conditions in which detainees are kept.

No victim of arbitrary detention who has been released should be subjected to arbitrary criminal proceedings and abusive restrictions of their rights, like Javier Tarazona, Carlos Julio Rojas, and Rocío San Miguel, and the many others who have been released after suffering politically motivated arbitrary detention, like Emirlendris Benítez and María Auxiliadora Delgado.

The absolute lack of transparency in all matters related to politically motivated arbitrary detainees in Venezuela is appalling. The UN Fact-Finding Mission and the Office of the High Commissioner for Human Rights must be granted full access to detainees in the country, including authorisation to monitor and document human rights violations.

I call on you to ensure the immediate release of all of those arbitrarily detained in Venezuela. Amid the humanitarian crisis deepened by the recent earthquakes, every detainee in state custody must have their life protected, their fate and whereabouts known, and adequate medical care and family visits guaranteed.

Hier kannst du deinen Brief ausdrucken, um ihn per Post oder Fax an die Behörden zu senden, oder ihn direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.

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Achtung: Bitte prüfe bei der Deutschen Post ob die Briefzustellung in das Zielland ungehindert möglich ist.

Larry Devoe Attorney General Edificio Ministerio Público, PB Av. Urdaneta, esquinas de Ánimas a Platanal Caracas VENEZUELA

Botschaft der Bolivarischen Republik Venezuela Herrn Vartkes Martin Saatdjian Castellanos Gesandter-Botschaftsrat Lietzenburger Str. 107 10707 Berlin Fax: 030 – 83 22 40 20 E-Mail: embavenez.berlin@botschaft-venezuela.de oder embavenez.movil@gmail.com

Ich fordere Sie auf, für die sofortige Freilassung aller willkürlich Inhaftierten zu sorgen.

Insbesondere angesichts der humanitären Krise, die durch die jüngsten Erdbeben noch verschärft wurde, muss das Leben aller inhaftierten Personen geschützt werden. Ihr Verbleib und Schicksal müssen bekannt gegeben werden, ihre medizinische Versorgung muss gewährleistet sein, und sie müssen Familienbesuch erhalten dürfen.

Nach Angaben der venezolanischen Nichtregierungsorganisationen Foro Penal und Justicia, Encuentro y Perdón wurden seit dem 14. August 2026 rund 80 Menschen aus der Haft entlassen, die aus politischen Gründen willkürlich festgenommen worden waren. Die genauen Bedingungen ihrer Freilassung werden derzeit noch von Angehörigen und zivilgesellschaftlichen Organisationen geprüft. In vielen Fällen bleiben die rechtlichen Folgen der Inhaftierung bestehen: Strafverfahren laufen weiter, Urteile sind nicht aufgehoben und grundlegende Rechte werden weiterhin eingeschränkt.

Zu den Freigelassenen gehören auch Emirlendris Benítez und María Auxiliadora Delgado , die seit August 2018 beziehungsweise März 2019 willkürlich inhaftiert gewesen waren. Obwohl sie aus humanitären Gründen freikamen, bleibt das Urteil bestehen, das 2022 nach einem unfairen Verfahren gegen sie verhängt wurde.

Am Nachmittag des 24. Juni 2026 erschütterten zwei Erdbeben den Norden Venezuelas mit einer Stärke von jeweils 7,2 und 7,5 auf der Richterskala. Am 25. Juni veröffentlichte Amnesty International eine Pressemitteilung, in der die Organisation vor den verheerenden Auswirkungen warnte, die diese Erdbeben auf die Menschen in Venezuela haben dürften – vor dem Hintergrund einer seit einem Jahrzehnt andauernden komplexen humanitären Notlage, einer systematischen Politik der Unterdrückung und, was besonders schwerwiegend ist, eines zusammengebrochenen Gesundheitssystems. Am 30. Juni veröffentlichte Amnesty International eine Urgent Action , in der eine menschenrechtskonforme und diskriminierungsfreie Katastrophenhilfe sowie die Freilassung aller willkürlich Inhaftierten gefordert wird.

Mindestens seit 2014 greift die venezolanische Regierung im Rahmen einer systematischen Unterdrückungspolitik auf politisch motivierte willkürliche Inhaftierungen zurück, um jegliche Form von tatsächlicher oder vermeintlicher Opposition in Venezuela zu unterdrücken. Zwischen Dezember 2025 und Mai 2026 haben die venezolanischen Behörden langsam und sporadisch einige willkürlich Inhaftierte freigelassen, die meisten mit Auflagen und unter Aufrechterhaltung der strafrechtlichen Ermittlungen oder Anklagen gegen sie. So auch die gewaltlosen politischen Gefangenen und Menschenrechtsverteidiger*innen Javier Tarazona, Carlos Julio Rojas und Rocío San Miguel .

Aktuell befinden sich nach wie vor Hunderte von Personen aus politischen Gründen willkürlich in Haft, obwohl der amtierende Präsident, der Präsident der Nationalversammlung und andere Behördenvertreter*innen seit Januar 2026 wiederholt erklärt haben, dass die Freilassung der Inhaftierten unmittelbar bevorstehe. Diese Aussage ist offensichtlich falsch. Ebenso falsch sind die Zahlen der bereits Freigelassenen, die die Behörden angegeben haben. Am 24. August 2026 waren nach Angaben der venezolanischen NGO Foro Penal noch immer mehr als 300 Menschen aus politischen Gründen willkürlich inhaftiert, wobei andere lokale NGOs wie Justicia , Encuentro y Perdón eine Zahl von 448 angeben.

Roberto Pérez, Olbis Dirinot und Rafael Guedez wurden im September 2024 im Bundesstaat Falcón festgenommen und im August 2026 wegen illegalen Handels mit strategischen Gütern verurteilt, obwohl keine glaubwürdigen Beweise gegen sie vorlagen. Renny González und Nudre Chourio wurden im August 2024 im Bundesstaat Zulia festgenommen und wegen Terrorismus angeklagt – weil sie sich in einer WhatsApp-Gruppe kritisch geäußert haben sollen. Jonathan Delgado wurde ebenfalls im August 2024 im Bundesstaat Trujillo festgenommen. Bericht