BPD setzt auf Wachstum in NRW; bis zu 500 Mio. Euro antizyklische Bauaktivität
Wohnraum schaffen: BPD setzt auf Wachstum in NRW – BFW NRW
Wohnraum schaffen: BPD setzt auf Wachstum in NRW
Düsseldorf, 27.08.2026. Melanie Sauerbier hat im August 2025 die Leitung der BPD-Region West mit Sitzen in Düsseldorf und Köln übernommen.
Die Volkswirtin und Architektin verfügt über langjährige Erfahrung an der Schnittstelle von Immobilienwirtschaft, Energiebranche und öffentlichem Sektor. Im Interview gibt sie Einblicke in ihre Perspektiven auf die Weiterentwicklung von BPD in NRW sowie die strategischen Schwerpunkte für die Region.
BPD will die Investitionen in Deutschland ausweiten. Welcher Anteil entfällt auf NRW? Mit einem zusätzlichen Rahmen von bis zu 500 Mio. Euro sichern wir bewusst antizyklisch zusätzliche Bauaktivität im deutschen Mietwohnungsbau. So können wir Projekte auch ohne klassische Vorvertriebsquoten schneller realisieren. Ziel ist, Wohnraum auch in angespannten Märkten bereitzustellen und je nach Marktlage während oder nach Fertigstellung zu vermieten oder zu veräußern. Unsere Pipeline in Deutschland umfasst rd. 110 Projekte mit bis zu 16.000 Wohneinheiten, davon 3.200 in rd. 20 Projekten in NRW.
Können Sie uns einen Überblick über aktuelle, markante Projekte in NRW geben? Unsere Projekte reichen von kurzfristig realisierbaren Vorhaben bis zu komplexen Quartiersentwicklungen. Ein Beispiel ist Böhlerleben in Meerbusch. Im Vertrieb sind u. a. die Katharinenhöfe in Willich, die Klimaschutzsiedlung LIV & ILMA und das EH40-QNG-Projekt Duett am Rhing (beide Köln). Ein Schwerpunkt ist die Weiterentwicklung und Restrukturierung bestehender Projekte für die aktuellen Marktanforderungen.
Wie reagiert BPD auf die schwierigen Rahmenbedingungen im Wohnungsbau? Wir setzen auf eine aktive Steuerung unseres Projektportfolios. Dazu gehören optimierte Wohnungsmixe, kleinere Bauabschnitte, Skalierungseffekte sowie der gezielte Einsatz von Fördermitteln und Vergabemodellen. Unser Ansatz ist klar: Projekte weiterentwickeln statt stoppen.
Welche Rolle spielen serielle Bauweisen, Standardisierung oder neue Baukonzepte? Wir prüfen frühzeitig die passende Umsetzungsform. Serielle Bauweisen und Standardisierung sind dabei wichtige Instrumente, um Kosten zu senken, Bauzeiten zu verkürzen und die Planbarkeit zu erhöhen. Wir nutzen parametrisches Design, serielle Planung sowie serielle und modulare Bauweisen. Entscheidend bleibt dabei die Balance zwischen Effizienz und Projektspezifik.
In vielen NRW-Kommunen in NRW wird bezahlbarer Wohnraum dringend benötigt. Bezahlbarkeit entsteht nicht nur über Förderprogramme, sondern vor allem über wirtschaftlich tragfähige Produkte: kompakte Grundrisse, reduzierte Komplexität, realistische Standards und schnellere Verfahren. Entscheidend ist, dass diese Hebel konsequent umgesetzt werden.
Wie gestaltet sich aktuell die Zusammenarbeit mit den Kommunen? Wir sehen ein wachsendes Verständnis für die aktuelle Marktsituation. Initiativen wie „Köln baut bezahlbar“, Anpassung der Baulandmodelle oder der Bauturbo zeigen, dass sich Prozesse in die richtige Richtung bewegen. Entscheidend ist, Genehmigungsanforderungen und wirtschaftliche Realität früher zusammenzuführen, da Zeit ein unmittelbarer Kostenfaktor ist.
Nachhaltigkeit ist ein zentrales Thema. Welche Maßnahmen setzen Sie um? Nachhaltigkeit ist von der Konzeption über Materialität und Energieversorgung bis zu Quartiersansätzen integraler Bestandteil unserer Projekte. Wichtig ist dabei: Nachhaltigkeit und Bezahlbarkeit müssen gemeinsam gedacht werden.
Wie soll sich BPD in den nächsten fünf Jahren in NRW weiterentwickeln? Unser Ziel ist eine resiliente Projektpipeline mit Fokus auf Köln, Düsseldorf, Bonn und das Ruhrgebiet. Zudem setzen wir auf enge Partnerschaften mit Städten und Kommunen, um auch in schwierigen Marktphasen mehr Wohnraum zu schaffen.