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title: "Ausschuss für Gesundheit öffentliche Anhörung Versorgung bei Schwangerschaftsabbrüchen sichern Berlin Paul-Löbe-Haus E300; Hybrid-Veranstaltung Online-Teilnahme möglich"
sdDatePublished: "2026-08-27T05:10:00Z"
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  - "Netherlands"
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Ausschuss für Gesundheit öffentliche Anhörung Versorgung bei Schwangerschaftsabbrüchen sichern Berlin Paul-Löbe-Haus E300; Hybrid-Veranstaltung Online-Teilnahme möglich

039 15 04 2026

Protokoll-Nr. 21/39
21. Wahlperiode

Ausschuss für Gesundheit

21. Wahlperiode
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Wortprotokoll
der 39. Sitzung

Ausschuss für Gesundheit
Berlin, den 15. April 2026, 16:00 Uhr
als Kombination aus Präsenzsitzung
(Paul-Löbe-Haus, Saal E 300) und
Zoom-Meeting.
Vorsitz: Dr. Tanja Machalet, MdB
Tagesordnung - Öffentliche Anhörung

Einziger Tagesordnungspunkt
Seite 5
Antrag der Abgeordneten Dr. Kirsten Kappert-Gon­
ther, Ulle Schauws, Dr. Janosch Dahmen, weiterer
Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN sowie des Abgeordneten Stefan Seidler
Versorgung bei Schwangerschaftsabbrüchen
sichern
BT-Drucksache 21/3909

Federführend:
Ausschuss für Gesundheit
Mitberatend:
Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz
Ausschuss für Arbeit und Soziales
Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Ju­
gend
Berichterstatter/in:
Abg. Dr. Kirsten Kappert-Gonther [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ­
NEN]

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Mitglieder des Ausschusses
Fraktionen
Ordentliche Mitglieder
Stellvertretende Mitglieder
CDU/CSU
Beek, Sascha van
Borchardt, Simone
Hiller, Dr. Matthias
Janssen, Anne
Müller, Axel
Pauls, Dr. Thomas
Pilsinger, Dr. Stephan
Schmidt, Sebastian
Seitz, Nora
Streeck, Dr. Hendrik
Theiss, Dr. Hans
Weiss, Dr. Maria-Lena
Zeulner, Emmi
Albani, Stephan
Aumer, Peter
Demuth, Ellen
Ehm, Lars
Grasse, Adrian
Knoerig, Axel
Ludwig, Dr. Saskia
Müller, Sepp
Reddig, Pascal
Rupprecht, Albert
Staffler, Katrin
Stegemann, Albert
Timmermann-Fechter, Astrid
AfD
Baum, Dr. Christina
Bloch, Joachim
Dietz, Thomas
Ebenberger, Tobias
Hess, Nicole
Schießl, Carina
Sichert, Martin
Weiss, Claudia
Ziegler, Kay-Uwe
Bessin, Birgit
Birghan, Dr. Christoph
Bollmann, Gereon
Fetsch, Thomas
Giersch, Alexis L.
Kempf, Martina
Möller, Stefan
Przygodda, Kerstin
Schmidt, Dr. Paul
SPD
Machalet, Dr. Tanja
Mieves, Matthias David
Moll, Claudia
Pantazis, Dr. Christos
Schwartze, Stefan
Seitzl, Dr. Lina
Yüksel, Serdar
Ahmetovic, Adis
Dittmar, Sabine
Glöckner, Angelika
Kersten, Dr. Franziska
Peick, Jens
Schmidt (Wetzlar), Dagmar
Stadler, Svenja
BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN
Dahmen, Dr. Janosch
Fischer, Simone
Heitmann, Linda
Kappert-Gonther, Dr. Kirsten
Wagner, Johannes
Grau, Dr. Armin
Nick, Dr. Ophelia
Piechotta, Dr. Paula
Rietenberg, Sylvia
Die Linke
Gürpinar, Ates
Merendino, Stella
Schötz, Evelyn
Stange, Julia-Christina
Arndt, Dr. Michael
Brückner, Maik
Fey, Katrin
Gebel, Kathrin

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•
Deutscher Juristinnenbund1
•
Deutscher Caritasverband2
•
Kristijan Aufiero (1000plus-Profemina)3
•
Prof. Dr. Daphne Hahn (Hochschule Fulda)4 (online)
•
Prof. Dr. Mandy Mangler (Vivantes Klinikum)5
•
Christoph Radbruch (Deutscher Evangelischer Krankenhausverband (DEKV))2
•
Prof. Dr. Dana-Sophia Valentiner (Helmut-Schmidt-Universität)5
•
Prof. Dr. Joachim Volz (Klinikum Lippstadt)1
•
Prof. Dr. Stephanie Wallwiener (Universitätsklinikum Halle)2 (online)

1 Auf Vorschlag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zur öffentlichen Anhörung eingeladen.
2 Auf Vorschlag der Fraktion der CDU/CSU zur öffentlichen Anhörung eingeladen.
3 Auf Vorschlag der Fraktion der AfD zur öffentlichen Anhörung eingeladen.
4 Auf Vorschlag der Fraktion Die Linke zur öffentlichen Anhörung eingeladen.
5 Auf Vorschlag der Fraktion der SPD zur öffentlichen Anhörung eingeladen.
Liste der Auskunftspersonen
Öffentliche Anhörung „Versorgung bei Schwangerschaftsabbrüchen sichern“
am 15. April 2026, 16 Uhr, Paul-Löbe-Haus E 300

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Die Anwesenheitslisten liegen dem Originalprotokoll bei.

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Beginn der Sitzung: 16 Uhr
Einziger Tagesordnungspunkt
Antrag der Abgeordneten Dr. Kirsten Kappert-Gon­
ther, Ulle Schauws, Dr. Janosch Dahmen, weiterer
Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN sowie des Abgeordneten Stefan Seidler
Versorgung bei Schwangerschaftsabbrüchen
sichern
BT-Drucksache 21/3909

Die Vorsitzende, Abg. Dr. Tanja Machalet (SPD):
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Zuschaue­
rinnen und Zuschauer, sehr geehrte Sachverstän­
dige, sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der
Bundesregierung, liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich begrüße Sie heute zu unserer öffentlichen An­
hörung des Gesundheitsausschusses, die wie im­
mer eine Mischung aus Online- und Präsenzmee­
ting ist. Vorab möchte ich die Sachverständigen
und alle anderen Teilnehmerinnen und Teilneh­
mer, die per Zoom zugeschaltet sind, bitten, sich
mit ihrem Namen anzumelden, damit ihre Teil­
nahme für uns auch wirklich erkennbar ist. Außer­
dem bitte ich Sie, zunächst Ihre Mikrofone auszu­
schalten.
Meine Damen und Herren, in der heutigen Anhö­
rung beschäftigen wir uns mit dem Antrag der
Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und des frak­
tionslosen Abgeordneten Stefan Seidler, den ich
auch recht herzlich hier im Ausschuss begrüße,
Versorgung bei Schwangerschaftsabbrüchen si­
chern, Drucksache 21/3909. In dem Antrag stellen
die Initianten unter anderem fest, dass der überwie­
gende Teil der Schwangerschaftsabbrüche von nur
wenigen Ärztinnen und Ärzten durchgeführt wird.
Aufgrund der Demografie werde sich die Zahl noch
verringern. Für jede fünfte Frau sei es problema­
tisch gewesen, eine entsprechende Einrichtung zu
finden. Viele hätten weiter als 100 km fahren müs­
sen. Daraus schließt die Fraktion, dass die Länder
ihrer Verpflichtung gemäß des Schwangerschafts­
konfliktgesetzes (SchKG) nicht nachkämen. Sie
stellten kein ausreichendes Angebot ambulanter
und stationärer Einrichtungen für Schwanger­
schaftsabbrüche bereit. Dieser Zustand soll mit
dem Antrag geändert werden. Die Länder sollen
verpflichtet werden, ihrem Versorgungsauftrag
nachzukommen. Es soll zudem verhindert werden,
dass sich die Versorgungslage durch
Krankenhausfusionen noch weiter verschlechtert.
Schließlich sollen Schwangerschaftsabbrüche in
der ärztlichen Aus- und Weiterbildung verankert
werden. Über diese und weitere Forderungen wol­
len wir heute mit Ihnen, sehr geehrte Sachverstän­
dige, sprechen.
Bevor wir aber beginnen, will ich noch einige An­
merkungen zum Ablauf der Anhörung machen.
Uns stehen 60 Minuten zur Verfügung für Fragen
und Antworten. In dieser Zeit werden die Fraktio­
nen abwechselnd Fragen an die Sachverständigen
stellen. Es beginnt die Fraktion, die die Vorlage for­
muliert hat. Das ist heute die Fraktion BÜNDNIS
90/DIE GRÜNEN. Die weitere Reihenfolge orien­
tiert sich an der Stärke der Fraktionen und beruht
auf einer ausschussinternen Vereinbarung. Es wird
immer eine Frage an eine Sachverständige oder ei­
nen Sachverständigen gestellt. Die Frage- und Ant­
wortzeiten sind auf insgesamt drei Minuten be­
grenzt. Ich darf daher darum bitten, die einzelnen
Wortbeiträge möglichst kurz zu halten, damit viele
Fragen gestellt werden können und viele Sachver­
ständige zu Wort kommen. Die Anhörung wird live
im Parlamentsfernsehen übertragen und das Wort­
protokoll der Anhörung auf der Internetseite des
Ausschusses veröffentlicht. Die aufgerufenen Sach­
verständigen, die online teilnehmen, weise ich
noch darauf hin, dass sie, sobald sie ihren Redebei­
trag beginnen, für uns hier im Sitzungssaal auf ei­
nem Videowürfel zu sehen und zu hören sind. Ihr
Bild wird dann auch im Parlamentsfernsehen bzw.
im Videostream übertragen. Bitte beachten Sie, dass
Ihr Bild auch nach Ihrem Redebeitrag möglicher­
weise noch hier gesehen und im Internet bzw. im
Parlamentsfernsehen übertragen werden kann. Ich
bitte die Sachverständigen entsprechend der Rege­
lungen in § 70 Absatz 6 Satz 3 der Geschäftsord­
nung des Deutschen Bundestages beim ersten Auf­
ruf, aber wirklich auch nur beim ersten Aufruf, et­
waige finanzielle Interessenverknüpfungen in Be­
zug auf den Beratungsgegenstand offenzulegen. Das
soll unsere öffentlichen Anhörungen sowohl für
die Abgeordneten als auch für die Zuschauerinnen
und Zuschauer noch transparenter machen. Ich
danke auch den Sachverständigen, die eine schrift­
liche Stellungnahme abgegeben haben. Die werden
dann auf der Ausschussseite veröffentlicht. Dann
noch ein Hinweis an die Gäste auf der Galerie: Bei­
fallsbekundungen und Zwischenrufe sowie die
Aufzeichnung der Anhörung mit dem Smartphone
oder anderen Geräten sind nicht gestattet. Das

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waren jetzt die umfangreichen Hinweise. Wir be­
ginnen jetzt mit der ersten Frage. Kollegin Dr. Kirs­
ten Kappert-Gonther, Bitteschön.
Abg. Dr. Kirsten Kappert-Gonther (BÜNDNIS
90/DIE GRÜNEN): Meine erste Frage richtet sich an
Herrn Prof. Dr. Volz. Können Sie uns einmal aus Ih­
rer Perspektive als Arzt bitte darstellen, welche
Konsequenzen für die Versorgungssicherheit für
Patientinnen und Patienten die aktuelle Rechtslage
hat?
Prof. Dr. Joachim Volz (Klinikum Lippstadt): Ich
hatte jetzt ein Jahr lang die Chance, die Gerichte
prüfen zu lassen, was das Recht zurzeit sagt. Man
kann zusammenfassend feststellen, dass es klar ist,
dass es einen Versorgungsauftrag der Krankenhäu­
ser gibt. Aber diese Versorgung ist mehr oder weni­
ger zufällig. Es ist so, dass es verständlich ist, dass
im ambulanten Bereich bei den niedergelassenen
Ärzten keine Verpflichtung, einen Schwanger­
schaftsabbruch durchzuführen, erreicht werden
kann. Das Gleiche gilt aber auch für die Kranken­
häuser. Allein der Bezug auf die Gewerbeordnung
reicht, um einem Träger zu erlauben, keinen
Schwangerschaftsabbruch durchzuführen. In Kon­
sequenz ist es so, dass Patienten mehr oder weniger
gut versorgt werden. Im Augenblick geht das Pen­
del in Richtung weniger. Ich kann das aus meiner
eigenen Erfahrung sagen. Wir hatten eine Fusion
im Bereich Lippstadt in meinem Krankenhaus. Ein
evangelisches Krankenhaus wurde übernommen
von einem katholischen. Es war so, dass meine Kli­
nik, wo ich Chefarzt bin, die ganze Versorgung der
Region geleitet hat. Wir führten in Paderborn, im
katholischen Haus, keine Schwangerschaftsabbrü­
che durch, jedoch in Bielefeld, im evangelischen
Haus. So war das. Nun haben die Patientinnen
keine Versorgung mehr. Sie müssen weit wegge­
schickt werden. Ich rede hier von der medizini­
schen Indikation, die pars pro toto zu sehen ist. Das
heißt, eine Frau, der ich die Diagnose stelle, dass
das Kind eine schwere Schädigung hat, einen
Anenzephalus, also das ungeborene Kind keine
Schädeldecke hat, müssen wir wegschicken. Unbe­
kannterweise wohin - es gibt keine sichere Struk­
tur. Es ist niemand da, wo ich sagen kann, der
macht das jetzt. Ich habe vielleicht eine Kollegin in
Bielefeld, die aber gerade im Urlaub ist, die macht
das nicht, sodass man einfach sagen kann, es ist
nicht sicher. Wir müssen dazu übergehen, einfach
sichere, feste Strukturen zu schaffen, um diese Pati­
enten gut versorgen zu können. Das ist in meinen
Augen kein Problem, denn wir haben die rechtli­
chen Möglichkeiten bei uns. Wir haben den
Wunsch, das zu tun in unserem Land. Wir haben
eine große Mehrheit der Bevölkerung hinter uns.
Dieser Versorgungsmangel hat nicht nur Auswir­
kungen auf die Patienten, sondern es hat auch Aus­
wirkungen auf unsere Bevölkerung. Als diese Über­
nahme der Katholiken bei uns in Lippstadt kam, ist
wirklich halb Lippstadt auf die Barrikaden gegan­
gen. Es gab Demonstration. Über 350 000 Menschen
haben Petitionen unterschrieben, dass diese dog­
matische Übernahme einfach nicht sein kan