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title: "Ausschuss für Arbeit und Soziales, öffentliche Anhörung zum Behindertengleichstellungsgesetz, Berlin, Paul-Löbe-Haus; breite Beteiligung von Verbänden"
sdDatePublished: "2026-08-27T16:19:00Z"
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topics:
  - name: "fundamental rights"
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  - name: "government policy"
    identifier: "medtop:20000621"
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  - "Berlin"
  - "Leipzig"
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  - "Netherlands"
  - "Slovakia"
  - "France"
  - "Czech Republic"
  - "Germany"
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Ausschuss für Arbeit und Soziales, öffentliche Anhörung zum Behindertengleichstellungsgesetz, Berlin, Paul-Löbe-Haus; breite Beteiligung von Verbänden

Wortprotokoll 32. Sitzung öA

Protokoll-Nr. 21/32
21. Wahlperiode

Ausschuss für Arbeit und Soziales

21. Wahlperiode
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Wortprotokoll
der 32. Sitzung

Ausschuss für Arbeit und Soziales
Berlin, den 22. Juni 2026, 15.00 Uhr
Paul-Löbe-Haus
Sitzungssaal: E.300
Vorsitz: Bernd Rützel, MdB
Öffentliche Anhörung

a)
Einziger Tagesordnungspunkt
Seite 4
Gesetzentwurf der Bundesregierung
Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des
Behindertengleichstellungsgesetzes
BT-Drucksache 21/5140

Federführend:
Ausschuss für Arbeit und Soziales
Mitberatend:
Innenausschuss
Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz
Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren, Frauen
und Jugend
Ausschuss für Gesundheit
Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe
Haushaltsausschuss (mb und § 96 GO)
Gutachtlich:
Parlamentarischer Beirat für nachhaltige Entwicklung
und Zukunftsfragen

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Protokoll der 32. Sitzung
vom 22. Juni 2026
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b) Antrag der Abgeordneten Jan Feser, René Springer,
Peter Bohnhof, weiterer Abgeordneter und der
Fraktion der AfD
Bürokratie abbauen, Teilhabe stärken – Für ein
unbürokratisches Anerkennungssystem von
Assistenzhunden
BT-Drucksache 21/3668
Federführend:
Ausschuss für Arbeit und Soziales
Mitberatend:
Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz
Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren, Frauen
und Jugend
Ausschuss für Gesundheit
Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung
Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen
Union

c) Antrag der Abgeordneten Corinna Rüffer, Victoria
Broßart, Simone Fischer, weiterer Abgeordneter
und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Barrierefreiheit für eine moderne und inklusive
Gesellschaft ernsthaft umsetzen
BT-Drucksache 21/5335
Federführend:
Ausschuss für Arbeit und Soziales
Mitberatend:
Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz
Ausschuss für Wirtschaft und Energie
Verkehrsausschuss
Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen
und Kommunen
Haushaltsausschuss

d) Antrag der Abgeordneten Sören Pellmann, Nicole
Gohlke, Doris Achelwilm, weiterer Abgeordneter
und der Fraktion Die Linke
UN-Behindertenrechtskonvention konsequent
umsetzen
BT-Drucksache 21/5569
Federführend:
Ausschuss für Arbeit und Soziales
Mitberatend:
Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz
Ausschuss für Wirtschaft und Energie
Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und
Kommunen
Haushaltsausschuss

Ausschuss für Arbeit und Soziales

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Protokoll der 32. Sitzung
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Teilnehmende Mitglieder des Ausschusses
Fraktion
Ordentliche Mitglieder
Stellvertretende Mitglieder
CDU/CSU
Biadacz, Marc
Düber, Dr. Hülya
Oellers, Wilfried
Seitz, Nora
Winkel, Johannes

AfD
Bohnhof, Peter
Feser, Jan
Raue, Arne
SPD
Heubach, Heike
Peick, Jens
Rützel, Bernd

BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN
Paus, Lisa
Rüffer, Corinna

Die Linke

Pellmann, Sören

Teilnehmende Sachverständige
Verbände/Institutionen
Thomas Hansen (Associata e. V.)
Dr. Anna Robra (Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände e. V.)
Dr. Peter Schröder (Handelsverband Deutschland – HDE – e. V.)
Dr. Britta Schlegel (Deutsches Institut für Menschenrechte e. V.)
Christiane Möller (Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.)
Einzelsachverständige
Prof. Dr. Felix Welti
Sascha Göttert

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vom 22. Juni 2026
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Einziger Tagesordnungspunkt
a) Gesetzentwurf der Bundesregierung
Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Behin­
dertengleichstellungsgesetzes
BT-Drucksache 21/5140
b) Antrag der Abgeordneten Jan Feser, René Sprin­
ger, Peter Bohnhof, weiterer Abgeordneter und der
Fraktion der AfD
Bürokratie abbauen, Teilhabe stärken – Für ein
unbürokratisches Anerkennungssystem von
Assistenzhunden
BT-Drucksache 21/3668
c) Antrag der Abgeordneten Corinna Rüffer, Victo­
ria Broßart, Simone Fischer, weiterer Abgeordne­
ter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Barrierefreiheit für eine moderne und inklusive
Gesellschaft ernsthaft umsetzen
BT-Drucksache 21/5335
d) Antrag der Abgeordneten Sören Pellmann,
Nicole Gohlke, Doris Achelwilm, weiterer Abge­
ordneter und der Fraktion Die Linke
UN-Behindertenrechtskonvention konsequent um­
setzen
BT-Drucksache 21/5569
Amtierender Vorsitzender Bernd Rützel: Meine
sehr verehrten Damen und Herren, liebe Kollegin­
nen, liebe Kollegen, sehr verehrte Gäste, Besuche­
rinnen und Besucher, ich begrüße Sie alle ganz
herzlich zur öffentlichen Anhörung des Ausschus­
ses für Arbeit und Soziales zum Behinderten­
gleichstellungsgesetz (BGG). Ich begrüße ganz
herzlich unsere Parlamentarische Staatssekretärin,
Frau Kerstin Griese, und ich begrüße den Beauf­
tragten der Bundesregierung für die Belange von
Menschen mit Behinderungen, Herrn Jürgen Du­
sel, ganz herzlich. Schön, dass Sie beide da sind.
Gegenstand der Anhörung sind folgende Unterla­
gen: Der Gesetzentwurf der Bundesregierung "Ent­
wurf eines Gesetzes zur Änderung des Behinder­
tengleichstellungsgesetzes" auf Bundestagsdruck­
sache 21/5140, dazu ein Antrag der Fraktion der
AfD unter b) "Bürokratie abbauen, Teilhabe
stärken – für ein unbürokratisches Anerkennungs­
system von Assistenzhunden" auf Drucksache
21/3668, unter c) ein Antrag der Fraktion BÜND­
NIS 90/DIE GRÜNEN "Barrierefreiheit für eine mo­
derne und inklusive Gesellschaft ernsthaft umset­
zen" auf Drucksache 21/5335 und den Antrag der
Fraktion Die Linke unter d) "UN-Behinderten­
rechtskonvention konsequent umsetzen" auf
Drucksache 21/5569.
Die Öffentlichkeit beteiligen wir über die Bild­
schirmübertragung. Sie sind uns auch alle ganz
herzlich willkommen. Ich begrüße ganz ausdrück­
lich auch alle, die uns vor diesen Wänden im Saal
im Paul-Löbe-Haus in der Halle zuschauen. Sie
sind uns ganz herzlich willkommen. Die von
Ihnen, von den Verbänden, von den Institutionen,
von den Einzelsachverständigen abgegebenen Stel­
lungnahmen liegen uns allen auf der Ausschuss­
drucksache 21(11)121 vor. Wir möchten nun von
Ihnen hören, wie Sie diese Vorlage fachlich beur­
teilen. Ich begrüße nun die Sachverständigen und
rufe sie einzeln auf. Von Associata e. V. begrüße
ich ganz herzlich – uns per Videokonferenz zuge­
schaltet – den Herrn Thomas Hansen. Schön, dass
Sie da sind. Von der Bundesvereinigung der Deut­
schen Arbeitgeberverbände e. V. Frau Dr. Anna
Robra. Willkommen. Vom Handelsverband
Deutschland – HDE – e. V. Dr. Peter Schröder.
Ebenso herzlich willkommen, schön, dass Sie da
sind. Vom Deutschen Institut für Menschenrechte
e. V. Dr. Britta Schlegel. Ich grüße Sie herzlich. Ge­
nauso herzlich grüße ich Frau Christiane Möller.
Sie ist vom Deutschen Blinden- und Sehbehinder­
tenverband e. V. Schön, dass Sie da sind. Als Ein­
zelsachverständige heiße ich herzlich willkommen
Professor Dr. Felix Welti und Herrn Sascha Göt­
tert. Schön, dass Sie beide da sind.
Zum Ablauf der heutigen Anhörung folgende Er­
läuterungen: Wir haben Beratungsblöcke, die tei­
len sich in neun mal acht Minuten auf, und dann
haben wir zum Schluss noch zehn Minuten eine
freie Runde, sodass die 90 Minuten ausgelastet
sind. Jede Fraktion kann in dieser freien Runde
dann noch mal Fragen stellen. Damit die Zeit ef­
fektiv genutzt wird, ist es immer gut, wenn man
präzise Fragen stellt. Darauf kann es dann viel­
leicht auch präzise Antworten geben. Achten Sie
bitte auf die Uhrzeit, es geht ziemlich genau bei
uns zu. Eingangsstatements der Sachverständigen
sind nicht vorgesehen, dafür haben wir die

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Stellungnahmen. Ich bitte Sie noch mal – weil es
heute besonders ist –, dass wir laut ins Mikrofon
hineinsprechen, dass wir die Kamera einschalten –
auch der zugeschaltete Kollege – und hier deutlich
sprechen. Wir beteiligen die Öffentlichkeit mit ei­
ner Live-TV-Übertragung auf www.bundestag.de
und im Parlamentsfernsehen. Die Anhörung wird
live in die Deutsche Gebärdensprache verdol­
metscht und sie wird im Paul-Löbe-Haus an zwei
Bildschirmen in der Halle übertragen. Das machen
wir ausnahmsweise, weil begrenzter Platz hier in
diesem Raum gegeben ist und die Barrierefreiheit
in diesem Gebäude etwas zu wünschen übriglässt.
Aber ich glaube, wir haben einen ganz guten Kom­
promiss gefunden und haben uns auch lange über­
legt, wie wir das machen. In diesem Zusammen­
hang gilt mein herzlichster Dank dem Ausschuss­
sekretariat, das sich seit Wochen mit dieser Anhö­
rung beschäftigt hat. Nach der Anhörung wird die
Videoaufzeichnung mit Untertiteln und der Gebär­
denverdolmetschung in der Mediathek des Deut­
schen Bundestages zur Verfügung gestellt und
bleibt dort abrufbar. Ich weise noch einmal darauf
hin, dass Bild- und Tonaufnahmen verboten sind,
und schließlich möchte ich noch darauf hinwei­
sen, dass, wenn die Anhörung zu Ende ist, wir die
Möglichkeit haben, miteinander ins Gespräch zu
kommen und uns auszutauschen und uns viel­
leicht noch mal in der Halle an einem Tisch oder
auch woanders zu treffen. Die Gebärdenverdolmet­
schung wird dann auch angeboten. So, es geht los.
Wir beginnen. Es beginnt die CDU/CSU-Fraktion,
Herr Oellers.
Abg. Wilfried Oellers (CDU/CSU): Vielen Dank,
Herr Vorsitzender. Einen herzlichen Gruß an alle
Sachverständigen und Zuhörerinnen und Zuhörer,
auch von unserer Seite. Unsere erste Frage richtet
sich an die Associata e. V., Herr Thomas Hansen,
zu dem Thema Assistenzhunde. Herr Hansen, wie
bewerten Sie die im Gesetzentwurf vorgesehene
Klarstellung, dass Menschen mit Behinderungen
ihren Assistenzhund überall dort mitnehmen dür­
fen, wohin sie auch selbst Zutritt verlangen kön­
nen, und eine Verweigerung des Zutritts nur noch
bei unverhältnismäßiger Belastung möglich ist?
Amtierender Vorsitzender Bernd Rützel: Vielen
Dank, Herr Oellers. Herr Hansen – ich sage auch
immer den Namen. Das dient dazu, dass es das
Sekretariat leichter hat, das Protokoll zu erstellen,
wer was gesagt hat. Hört sich etwas komisch an,
aber ich sage immer wieder den Namen. Herr Oel­
lers, vielen Dank. Herr Hansen, Sie haben das
Wort.
Thomas Hansen (Associata e. V.): Sehr geehrter
Herr Vorsitzender, sehr geehrte Damen und Herren
Abgeordnete, vielen Dank für die Möglichkeit zur
Stellungnahme. Ich hoffe, ich komme klar und
deutlich rüber. Zur Frage von Herrn Oellers habe
ich drei Aspekte. Zum einen: Die Streichungen in
§ 12e Absatz 1 BGG sind durchaus sinnvoll. Wir
folgen der Gesetzesbegründung, dass die bisherige
Formulierung "typischerweise für den allgemeinen
Publikums- und Benutzungsverkehr zugänglich"
entbehrlich ist. Zweitens: Für die Zutrittsrechte ist
auch die vorgesehene Regelung in § 7 Absatz 3
Satz 3 maßgeblich. Ich schließe mich dort aus­
drücklich dem Aufruf der LIGA Selbstvertretung
und der Mail von Ottmar Miles-Paul an. Bitte strei­
chen Sie in § 7 Absatz 3 Satz 3 den Halbsatz "für
Unternehmer im Sinne des Absatzes 2 gelten alle
baulichen Veränderungen sowie Änderungen an
Gütern und Dienstleistungen als unverhältnismä­
ßige und unbillige Belastung". Eine solche Rege­
lung betrifft alle Assistenzhundehalterinnen und -
halter in der Praxis tagtäglich. Und als drittes eine
Anmerkung: Obwohl im Rahmen der bisherigen
Übergangsregelung bereits anerkannte MAGs –
also Mensch-Assistenzhund-Gemeinschaften –
über gesetzlich festgelegte Zutrittsrechte verfügen,
schildern viele von ihnen immer noch Probleme
hinsichtlich ihrer Zutrittsrechte. Ob diese Pro-
bleme mit der beabsichtigten Neufassung beseitigt
werden, bleibt abzuwarten. Praxiserfahrungen
deuten darauf hin, dass Zutrittsrechte von Assis­
tenzhunden in der Öffentlichkeit noch sehr wenig
bekannt sind. Hier sind nach E