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title: "Caritas Dresden-Meißen schließt Familienferienstätte St. Ursula Naundorf; Betrieb endet am 30. November 2026"
sdDatePublished: "2026-08-27T14:08:00Z"
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Caritas Dresden-Meißen schließt Familienferienstätte St. Ursula Naundorf; Betrieb endet am 30. November 2026

Caritas Dresden-Meißen schließt Familienferienstätte St. Ursula Naundorf

Vor Ort Caritas Dresden-Meißen schließt Familienferienstätte St. Ursula Naundorf Die Caritas im Bistum Dresden-Meißen schließt den Betrieb der Familienferienstätte St. Ursula Naundorf zum 30. November 2026. Dies hat der Diözesancaritasrat am 26. August 2026 nach Beratung der außerordentlichen Mitgliederversammlung beschlossen. Erschienen am: 27.08.2026

Caritas Dresden-Meißen schließt Familienferienstätte St. Ursula Naundorf

Die Caritas im Bistum Dresden-Meißen schließt den Betrieb der Familienferienstätte St. Ursula Naundorf zum 30. November 2026. Dies hat der Diözesancaritasrat am 26. August 2026 nach Beratung der außerordentlichen Mitgliederversammlung beschlossen.

Die Familienferienstätte St. Ursula in Naundorf. DiCV Archiv

Eine über Monate intensiv geführte Suche nach einem Träger, der die Einrichtung als gemeinnützige Familienferienstätte fortführt, ist ohne Ergebnis geblieben. Unter den heutigen wirtschaftlichen Bedingungen kann die Caritas den Betrieb nicht länger in eigener Verantwortung tragen. Ob und in welcher Form der Ort danach weitergenutzt wird, ist derzeit offen.

Hintergrund ist die anhaltend defizitäre Lage der Einrichtung, die sich trotz des hohen auch persönlichen Engagements sowohl der Hausleitung als auch der Mitarbeitenden mit veränderten Angeboten, Zielgruppen und Preisen nicht tragfähig gestalten ließ. So klafft eine seit Jahren und zuletzt auch sprunghaft wachsende finanzielle Lücke. Hinzu kommt: Die Mittel, die den Fehlbetrag ausgleichen, fehlen dann an anderer Stelle, wo Menschen unmittelbar auf Hilfe angewiesen sind.

Peter Rauscher, Vorsitzender des Diözesancaritasrates, erklärt: "Natürlich bedeutet Naundorf uns viel. Der Caritasrat hat diese Entscheidung daher erst nach gründlicher Abwägung und in Kenntnis aller geprüften Möglichkeiten getroffen. Unser Beschluss ist damit Ausdruck verantwortlichen Handelns, um unseren Kernauftrag zu sichern."

Ein Ort mit Geschichte im Wandel der Zeit

Die Familienferienstätte St. Ursula Naundorf hat eine lange Geschichte. 1951 übernahm die Caritas das Haus über der Elbe. Über Jahrzehnte war St. Ursula weit mehr als eine Unterkunft: In den ersten Jahren diente das Haus der Müttererholung und entwickelte sich nach und nach zur Familienerholung. Bis 1992 begannen hier junge Frauen ihre Ausbildung zur Kindergärtnerin, und die Kirchengeschichtskurse waren für viele Christen in der DDR ein seltener Ort freier Bildung. Des Weiteren gab es verschiedene Angebote für junge Frauen, Seminare für Ehepaare, Familien, Mütter und Freizeiten, Großelterntage mit Enkeln und Freizeiten für Senioren. Nach einer Neukonzeption und dreijährigen Bauzeit besteht seit 2007 die Familienferienstätte in ihrer heutigen Form.

Über 70 Jahre prägten die Schönstätter Marienschwestern die Einrichtung, bis Anfang 2026 auch die letzte Schwester von der Gemeinschaft zurückgerufen und verabschiedet wurde. Eine Fortsetzung des Engagements war mit Blick auf deren enge personelle Verhältnisse leider nicht mehr möglich.

Im Vordergrund steht in Naundorf seit der Jahrtausendwende die Arbeit als Familienferienstätte, die vor allem Familien in engen finanziellen Verhältnissen einen Urlaub ermöglicht.

Das Defizit des Hauses begründet sich auch im Ziel, Ferien für Familien bezahlbar anzubieten: Um wirtschaftlich arbeiten zu können, müsste die Ferienstätte von Familien mit angespannten Finanzen, die mit dem Angebot gerade unterstützt werden sollen, Preise verlangen, die diese nicht leisten können. Auch zusätzliche Investitionen hätten die wirtschaftliche Perspektive daher nicht entscheidend verbessert.

Gestiegener wirtschaftlicher Druck für soziale und kirchliche Arbeit

Insgesamt hat sich die wirtschaftliche Grundlage kirchlicher und sozialer Arbeit verändert. Das Spendenaufkommen und die öffentlichen Budgets für soziale Aufgaben gehen zurück, während die Kosten - insbesondere tarifbedingt bei den Personalausgaben - seit Jahren steigen. Zuletzt entfiel auch der über Jahrzehnte gewährte Strukturbeitrag der finanzstärkeren westdeutschen Bistümer. Auch das Bistum Dresden-Meißen steht unter diesem Druck und befindet sich selbst inmitten eines Strukturwandels.

Claudia Kokott, Finanz- und Personalvorständin des Caritasverbandes für das Bistum Dresden-Meißen, ordnet ein: "Der Verband hat über Jahre gegengesteuert, wo es möglich war - mit veränderten Angeboten, mit angepassten Preisen und zuletzt mit der Suche nach einem Träger. Das Defizit ist dennoch weiter gewachsen, zuletzt deutlich schneller. Eine tragfähige Perspektive ergibt sich daraus nicht."

Begleitung von Mitarbeitenden und Gästen

Für die elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtung bietet die Caritas Beratung und Begleitung an; mit jeder und jedem wird persönlich gesprochen.

Alle gebuchten Aufenthalte sollen bis zum 30. November wie geplant stattfinden. Für nach diesem Datum liegende Buchungen werden Gästen und Familien Alternativen empfohlen.

Claudia Kokott betont abschließend: "Naundorf hat über Jahrzehnte Familien getragen, und viele Menschen haben diesem Haus ihre Kraft gegeben. Dass wir es schließen, tut weh - das will ich nicht beschönigen. Not zu sehen und zu handeln, bleibt unser Auftrag. Allen, die Naundorf getragen haben, gilt heute unser Dank."

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