Ernst Gehrts Montagsvortrag Landschafts- und Bodenentwicklung in den Mooren am Küstenkanal im Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege; Neue Auswertungen historischer Karten und Peilbohrungen

Hochmoore, Kanäle und Fehnkulturen | Nds. Landesamt für Denkmalpflege

Landschafts- und Bodenentwicklung in den Mooren am Küstenkanal. Montagsvortrag von Ernst Gehrts am 5. Oktober 2026, 18.30 Uhr, im Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege.

Die Bewertung und Nutzung der Moore unterlagen in den vergangenen Jahrhunderten dem jeweiligen Zeitgeist. Torfnutzung und Gewinnung von landwirtschaftlicher Nutzfläche durch Kultivierung und Urbarmachung waren in den letzten 300 Jahren die Triebfedern der menschlichen Veränderungen. Seit den 1970er-Jahren wird die Bedeutung für den Natur- bzw. Moorschutz und in den letzten 20 Jahren zunehmend auch die Wasserrückhaltung und der Klimaschutz als wertvolle und zwingende Funktion der Moore in der Landschaft gesehen. Eine generalisierte Sichtweise auf die Moore unterdrückt vielfach die kulturelle Prägung der ehemaligen Moorlandschaften. Dies gilt in besonderem Maße für Fehnkulturen in den Hochmooren der ostfriesischen Halbinsel bzw. im Bereich des Küstenkanals mit den typischen Fehnkanälen. Im Vortrag werden die Entstehung der Hochmoore mit dem typischen Aufbau der Torfprofile vorgestellt. Er beruht auf neuen Auswertungen historischer Karten und Peilbohrungen des 19. Jahrhunderts sowie bodenkundlichen Aufgrabungen und wissenschaftlichen Beschreibungen. In der Gesamtschau der Kanäle und der Fehnkulturen wird die Moorlandschaft in ihrer heutigen Gestalt erklärbar. Zunächst führte die Moorbrandkultur z.T. zu einem erheblichen Schwund bzw. Verlust des oberflächennahen Weißdorfs. Die Erschließung der Moore mit Fehnkanälen und dem Abbau des Brenntorfes (Schwarztorf) und die anschließende Fehnkultur führten zu einer weitgehend Umgestaltung und kleinsträumigen Gliederung der Landschaft und Besitzverhältnisse. Die eher homogenen Naturlandschaften der Hochmoore entwickelten sich zu sehr heterogenen, kleinsträumig gegliederten Kulturlandschaften. Aus bodenkundlicher Sicht entstanden in Bezug auf den Wasserhaushalt und das Substrat kontrastreiche Mosaike. Das Management oder Entwicklung im Sinne der heutigen Ansprüche von Naturschutz, Wasserrückhaltung bzw. Wiedervernässung und Klimaschutz in diesen historisch gewachsenen und sehr heterogenen Kulturlandschaften ist eine Herausforderung. Ohne detaillierte, parzellenscharfe Datengrundlagen zu den Torfen, des Abtorfungsstatus, den hydrologischen Gegebenheiten unter Berücksichtigung der Besitzverhältnisse ist eine zeitgemäße Entwicklung der Fehnkulturlandschaften kaum zu erreichen. Wir bitten um Anmeldung unter .