Jungpfadfinderstufe Stufengipfel Bundeslager der DPSG Westernohe; Empfehlung an BAK fließt in Zeltgeflüster 2027

Protokoll: Stufengipfel der Jungpfadfinderstufe | dpsg

kunterBLAU – Bundeslager der DPSG, Westernohe

  1. Worum es beim Stufengipfel geht

Der Stufengipfel ist als Beteiligungsformat ursprünglich für die Diözesanebene konzipiert: Alle Jungpfadfinder*innen eines Diözesanverbandes kommen zusammen, um über Themen zu sprechen, die über den eigenen Stamm hinausgehen. Auf kunterBLAU hat die Jungpfadfinderstufe dieses Format erstmals auf Bundesebene erprobt – als gutes Beispiel für die Diözesanverbände, um Erfahrungen im großen Rahmen zu sammeln und um die drei anstehenden Themenblöcke mit den Kindern des Lagers zu bearbeiten. Die ursprünglichen Ziele des Formats:

Mitbestimmung: Themen einbringen, die über den eigenen Stamm hinausgehen

Vernetzung: Kinder aus anderen Stämmen kennenlernen und sich als Stufe erleben

Interessenvertretung: den Erwachsenen direkt sagen, was sich die Kinder wünschen

Diese Ziele sind vor allem für die kleineren Runden einer Diözesanebene gedacht, in denen wirklich in die Diskussion mit den Kindern gegangen werden kann. Bei rund 950 Kindern auf Bundesebene ließ sich das nur eingeschränkt umsetzen; der Ablauf musste entsprechend angepasst werden (siehe Abschnitte 2 und 3).

Der folgende Ablauf zeigt den geplanten Zeitplan. In der Durchführung wich der tatsächliche Ablauf leicht davon ab – bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung musste der Zeitplan situativ angepasst werden. Der Stufengipfel endete am Ende einige Minuten früher als geplant.

  1. Methoden zur Meinungsbildung und Abstimmung

Für die Meinungsbildung und Abstimmung kamen mehrere Methoden zum Einsatz, die sich durch den gesamten Stufengipfel zogen:

Einführung & Erklärung: Zu jedem Themenblock gab es eine kurze inhaltliche Einführung, unterstützt durch Grafiken auf der LED-Wand.

Murmelphasen: kurze, 2–3-minütige Austauschpausen, in denen sich die Kinder spontan mit ihren Nachbar*innen austauschen konnten.

Kleingruppenarbeit: In Gruppen von rund sechs Kindern – ohne Leitende – wurden vorbereitete Argumentkarten besprochen, mit Blitzlichtrunden („Was überzeugt mich am meisten?“) und einem Stimmungsbild („Bin ich entscheidungsbereit?“).

Plenums-Wortmeldungen: Die Moderation ging mit Funkmikrofonen durch die Arena, damit einzelne Kinder ihre Argumente direkt vor allen teilen konnten.

Abstimmung per Hammelsprung: Die Kinder stimmten „mit den Füßen“ ab – sie verließen die Arena und betraten sie durch eines von mehreren Toren zwischen den Fahnenmasten wieder, von denen jedes für eine Option stand, beschildert und auf der LED-Wand angezeigt. An jedem Tor zählten zwei Helfende unabhängig voneinander zur Kontrolle.

  1. Ergebnis 1: Thema für die Zeltgeflüster

Den Auftakt bildete eine erste Abstimmung zum Thema der nächsten Zeltgeflüster-Ausgabe. Sie diente auch dazu, die Methode des Hammelsprungs gemeinsam mit den Kindern einzuüben – war für die Kinder aber von Anfang an echte Mitbestimmung: Ihre Empfehlung geht tatsächlich an den Bundesarbeitskreis (BAK) und fließt in die kommende Ausgabe ein.

Ergebnis: Die Empfehlung der Jungpfadfinder*innen lautet „Fotolovestory mit dem Kobold“ – vorgesehen für die Zeltgeflüster-Ausgabe 01

  1. Die Redaktion arbeitet bereits daran.

  2. Ergebnis 2: Geschlechtergerechte Bezeichnung der Jungpfadfinderstufe

Die DPSG heißt seit letztem Jahr „Deutsche Pfadfinderinnenschaft Sankt Georg“. Die Bundesversammlung hat den Auftrag gegeben, auch für die Stufe der Jungpfadfinderinnen eine geschlechtergerechte Bezeichnung zu finden, die niemanden ausschließt – Jungen, Mädchen und alle, die sich nicht als das eine oder andere einordnen, sollen sich gleichermaßen angesprochen fühlen.

Die sechs zur Abstimmung stehenden Vorschläge stammen aus einem Vorlauf vor dem Lager: Der Bundesarbeitskreis hatte im Vorfeld über verschiedene Kanäle – unter anderem über einen Blogbeitrag auf der DPSG-Homepage – dazu aufgerufen, Vorschläge für eine geschlechtergerechte Bezeichnung der Jungpfadfinderstufe einzureichen. Der Bundesarbeitskreis hat sechs Varianten ausgewählt, über die beim Stufengipfel abgestimmt wurde. Bewusst war von Anfang an nicht vorgesehen, während der Veranstaltung selbst neue Vorschläge einzubringen: Bei rund 950 anwesenden Kindern wäre eine offene Sammlung weiterer Vorschläge kaum überschaubar gewesen und hätte einen fairen Austausch und eine geordnete Diskussion in der verfügbaren Zeit nicht mehr zugelassen.

Konzeptionell war vorgesehen, dass der Bundesarbeitskreis (BAK) – der am Ende mit dem Ergebnis weiterarbeitet – die Vorschläge festlegt, die aus seiner Sicht geschlechtergerecht sind und zur Abstimmung stehen sollen. Die Kinder konnten sich über diese Vorschläge beraten und eine Empfehlung abgeben, welcher ihnen am meisten zusagt. Wichtig für die Einordnung: Das Ergebnis des Stufengipfels ist stets eine Empfehlung. Über die endgültige Bezeichnung der Altersstufe entscheidet die Bundeskonferenz, letztverantwortlich die Bundesversammlung.

Diese Vorgehensweise wird hier bewusst ausführlich dargestellt, weil sie für die Transparenz wichtig ist: Ein Teil der Kinder äußerte im Nachgang Unmut darüber, nur über die vom Bundesarbeitskreis vorgeschlagenen Namen abstimmen, aber keine eigenen Ideen einbringen zu können, und empfand das Verfahren dadurch als nicht vollständig demokratisch. Aus Sicht der AG Inhalt

KG Mitbestimmung wäre eine offene Ideensammlung mit rund 950 Kindern vor Ort weder praktikabel gewesen noch hätte sie den Kindern gerecht werden können. Für die Auswahl der zur Abstimmung stehenden Vorschläge war der Bundesarbeitskreis verantwortlich, nicht die AG Inhalt.

Abgestimmt wurde in zwei Runden per Hammelsprung (siehe Abschnitt 3: Methoden zur Meinungsbildung und Abstimmung).

Runde 1 – alle sechs Vorschläge

Die drei stimmenstärksten Vorschläge – Jupfi-Stufe, Jungpfadfinder*innen-Stufe und Jungpfadi-Stufe – zogen in die zweite Runde ein.

Ergebnis: Die Jungpfadfinder*innen empfehlen „Jupfi-Stufe“ als neue, geschlechtergerechte Bezeichnung ihrer Stufe. Das Ergebnis wurde auf der Bühne symbolisch an die Bundesstufenleitung übergeben.

  1. Ergebnis 3: Blick in die Zukunft – Rückmeldungen der Trupps

Zum Abschluss füllte jeder Trupp gemeinsam zwei Karten mit den Satzanfängen „An der DPSG gefällt uns …“ und „Im Verband sollte sich ändern, dass …“ aus.

Ursprünglich war vorgesehen, dass die Trupps diese Karten direkt in der Arena ausfüllen. Aufgrund der großen Hitze und der fortgeschrittenen Zeit ließ die Konzentration der Kinder gegen Ende der Veranstaltung merklich nach. Die Moderation entschied daher kurzfristig, die Sammlung aus der Präsenzveranstaltung auszulagern: Die rund 120 Delegierten des Lagerrates (eine Person pro Trupp) wurden auf die Bühne gebeten und erhielten dort die beiden Karten sowie einen Stift mit dem Auftrag, die Sammlung im Anschluss mit ihrem Trupp am Lagerplatz durchzuführen und die ausgefüllten Karten zur nächsten Sitzung des Lagerrates am Folgetag mitzubringen. Dieses Vorgehen war als Alternative bereits im Vorfeld vorbereitet worden und funktionierte trotz der Hitze und der etwas zeitaufwändigen Ausgabe an rund 120 Kinder gut.

Die Karten wurden anschließend eingesammelt und ausgewertet. Da jede Karte für eine Trupp-Gruppe steht und nicht für ein einzelnes Kind, ist die aussagekräftigste Kennzahl jeweils „X von Y Gruppen nennen dieses Thema“. Da eine Gruppe mehrere Themen nennen konnte, addieren sich die Anteile nicht auf 100 Prozent.

„An der DPSG gefällt uns …“ (63 Gruppen, 192 Einzelnennungen)

„Im Verband sollte sich ändern, dass …“ (60 Gruppen, 129 Einzelnennungen)

Eine detaillierte Auswertung mit Originalzitaten und Handlungsempfehlungen liegt diesem Protokoll als Anlage bei (siehe Anlage 1 und 2). Die Rückmeldungen wurden an den Bundesarbeitskreis übergeben.

Die Empfehlung zur neuen, geschlechtergerechten Bezeichnung der Jungpfadfinderstufe liegt beim Bundesarbeitskreis (BAK), der sie aufbereitet und in die diesjährige Bundeskonferenz einbringt. Dort berät die Bundeskonferenz, wie mit dem Ergebnis weiter umgegangen wird und was im kommenden Jahr auf der Bundesversammlung besprochen und beschlossen werden soll.

Das empfohlene Zeltgeflüster-Thema „Fotolovestory mit dem Kobold“ wird umgesetzt – die Redaktion arbeitet bereits daran.

Die Rückmeldungen aus „Blick in die Zukunft“ wurden ebenfalls an den Bundesarbeitskreis übergeben. Er bezieht sie in die weitere Schwerpunktsetzung und Ausarbeitung der Stufenarbeit ein und gibt einzelne Punkte, die den Gesamtverband betreffen, an die Bundesleitung weiter.

Die AG Inhalt und die Kleingruppe (KG) Mitbestimmung werten den Stufengipfel intern aus, um Erkenntnisse für künftige Veranstaltungen dieser Art festzuhalten – inhaltlich seitens des Bundesarbeitskreises, methodisch seitens der Kleingruppe Mitbestimmung. Dabei sollen auch im Nachgang geäußerte Unzufriedenheiten aufgearbeitet werden.

Unser Dank gilt zuallererst den Kindern, die sich auf den Stufengipfel eingelassen haben, sowie den Leitenden, die während der Veranstaltung geduldig im separaten Bereich ausgeharrt und das Geschehen von dort verfolgt haben. Wir danken dem Bundesarbeitskreis für die inhaltliche Verantwortung sowie der Kleingruppe (KG) Mitbestimmung für Ausarbeitung und Durchführung. Ein besonderer Dank geht an alle Helfenden vor Ort, die beim Zählen und beim Verteilen von Zetteln und Stiften unterstützt und mit den Kindern tapfer in der prallen Sonne ausgeharrt haben.

Anlage 1: Auswertung „An der DPSG gefällt uns …“ (Frage 1)

Anlage 2: Auswertung „Im Verband sollte sich ändern, dass …“ (Frage 2, bereinigte Fassung)

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