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title: "VDMA Power Systems – Stellungnahme zum nächsten Energieforschungsprogramm Windenergieforschung in Deutschland; 30% der Stromerzeugung 2025"
sdDatePublished: "2026-08-27T18:04:00Z"
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  - "United States"
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VDMA Power Systems – Stellungnahme zum nächsten Energieforschungsprogramm Windenergieforschung in Deutschland; 30% der Stromerzeugung 2025

Stellungnahme zum nächsten
Energieforschungsprogramm
Windenergieforschung in Deutschland
P O W E R S Y S T E M S

Deutschlands Position im
globalen Wettbewerb sichern:
Wettbewerbsfähigkeit muss zur
Priorität der Energieforschung
werden

Registrierungsnummer im Register
der Interessenvertreter: R000802

August 2026

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Executive Summary
Die Windenergie bildet ein strategisches, industrielles Fundament der europäischen
Energieversorgung: Sie ist Voraussetzung für Energiesicherheit, Resilienz, Bezahlbarkeit und
industrielle Wertschöpfung. Angesichts geopolitischer Spannungen, volatiler Rohstoff- und
Energiemärkte sowie einer zunehmend offensiven Industriepolitik in den USA und in China stellt
sich nicht mehr die Frage, ob Europa einen weiteren Ausbau der Windenergie benötigt, sondern
ob Europa die industriellen Rahmenbedingungen schafft, unter denen Hersteller und Zulieferer
hier investieren, produzieren und wachsen können. Ohne belastbare Lieferketten,
wettbewerbsfähige Produktionsbedingungen und eine ausreichende Fachkräftebasis bleibt der
Ausbau der Windenergie von Importen abhängig, kostenintensiv und störanfällig.
Als Leitmarkt der Branche nimmt Deutschland eine Schlüsselstellung ein; die deutsche
Forschungslandschaft ist als Bestandteil des europäischen Innovationsökosystems maßgeblich
für die Wettbewerbsfähigkeit der Windindustrie. VDMA Power Systems – Interessenvertretung
sämtlicher europäischer Hersteller von Onshore- und Offshore-Windenergieanlagen sowie von
mehr als 150 Zulieferern entlang der Wertschöpfungskette – legt daher im Folgenden die
Forschungsprioritäten und Förderbedingungen dar, die gemeinsam mit einem verlässlichen
Windenergiemarkt, fairem Wettbewerb und einer breiten Fachkräftebasis die Grundlage einer
leistungsfähigen europäischen Windindustrie bilden.
Mit rund 30 Prozent der inländischen Stromerzeugung im Jahr 2025 ist die Windenergie die
bedeutendste einzelne Stromquelle in Deutschland und ein Grundpfeiler der zunehmenden
Elektrifizierung von Industrie, Mobilität und Wärmeversorgung. Sie ist kritische Infrastruktur; ihr
Ausbau ist damit auch eine Frage der nationalen Sicherheit. Da Verteidigung und Sicherheit im
Bundeshaushalt an Gewicht gewinnen, ist die Energieforschung als Bestandteil der deutschen
Sicherheitsarchitektur zu verstehen und nicht ausschließlich als Element der Klimapolitik.
Zugleich ist die deutsche Industrie insgesamt durch hohe Stromkosten belastet: Jeder für
Forschung eingesetzte Euro erzielt Wettbewerbsvorteile weit über die Windbranche hinaus.
Vor dem Hintergrund der Mittelkürzungen der vergangenen Jahre nehmen wir den laufenden
Konsultationsprozess zum 8. Energieforschungsprogramm zum Anlass, auf den dringenden
Forschungsbedarf im Bereich der Windenergie hinzuweisen. Erforderlich sind eine
kontinuierliche Forschung und Entwicklung in der Fertigung von Windenergietechnologien
sowie weitere Fortschritte bei der Systemintegration, bei Netz- und Speichertechnologien, bei
Digitalisierung, Cybersicherheit und Resilienz sowie bei der Kopplung von Windstrom mit
Wasserstoff und weiteren Flexibilitätsoptionen.
Der Forschungsbedarf der Windindustrie ist in den kommenden Jahrzehnten erheblich. Im
Rahmen des 8. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung sind unter der „Mission
Stromwende“ bis 2030 die folgenden Ziele vorgesehen:

3
•
Zur Deckung des Strombedarfs, zur Gewährleistung der Energiesicherheit und zur Senkung
der Kosten sollen Anlagen zur Stromerzeugung effizienter, zuverlässiger und langlebiger
werden.
•
Die Energieforschung soll Betrieb und Leistungsfähigkeit durch eine automatisierte
Komponentenfertigung, standardisierte Anlagentypen sowie den Einsatz digitaler Methoden
und fortschrittlicher Monitoringtechnologien optimieren. Hierdurch sollen die Betriebs- und
Wartungskosten gesenkt und die Versorgungssicherheit erhöht werden.

Energieforschung ist Teil der Energie-, Infrastruktur- und Industriepolitik
Die Energieforschung leistet einen Beitrag zu den energie- und industriepolitischen Zielen der
Bundesregierung: Forschungsergebnisse müssen effizient in Innovationen und marktfähige
Lösungen überführt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Veränderungen im
technologischen wie im marktlichen Umfeld sind daher auch in den Förderbedingungen zu
berücksichtigen.
Im Folgenden legen wir unsere Kernforderungen an attraktive Förderbedingungen sowie die
aus unserer Sicht dringend erforderlichen Anpassungen im Bereich der Windenergieforschung
dar.
A – Forderungen an die Rahmenbedingungen
•
Langfristige Finanzierung und verlässliche Förderpolitik: Haushaltszusagen für die
Energieforschung, die über eine einzelne Legislaturperiode hinausreichen – ohne
Kürzungen, damit mehrjährige Forschungsprogramme von Forschungseinrichtungen und
Industrie gleichermaßen verlässlich geplant werden können.
•
Berücksichtigung im Infrastruktursondervermögen des Bundes: Ein definierter Anteil der
Mittel sollte für die Forschungsinfrastruktur der Windenergie vorgesehen werden –
Prüfstände, Komponenten- und Großprüfstände, Testfelder und Labore –, da es sich hierbei
um physische Infrastruktur im Sinne des Sondervermögens handelt.
•
Bürokratieabbau und effizientere Verfahren: Vereinfachung des Antragsverfahrens sowie
Beschleunigung der Verwaltungsprozesse. Unsere detaillierten Vorschläge hierzu sind im
VDMA-Positionspapier zum Innovationsfreiheitsgesetz dargelegt.
•
Stärkere Ausrichtung auf anwendungsorientierte Forschung: Förderung einzelbetrieblicher
industrieller Vorhaben mit Marktpotenzial, insbesondere in Bereichen, in denen Europa über
einen technologischen Vorsprung verfügt – etwa bei Offshore-Installation und -Logistik, bei
Antriebsstrang- und Generatortechnologie für große Leistungsklassen, bei Rotorblattdesign
und -werkstoffen, bei der netzbildenden Regelung von Windenergieanlagen sowie bei
digitalen Betriebs- und Monitoringkonzepten.

4
B – Aktuelle Herausforderungen in Deutschland bei Wettbewerbsfähigkeit und
Innovation
Im Bereich der Windenergieforschung steht Deutschland vor mehreren wesentlichen
Herausforderungen:
•
Ungenutztes Potenzial in der Produktionsforschung: Investitionen in Automatisierung und
Messtechnik sind erforderlich, um die Fertigungskosten zu senken und die Effizienz bei der
Herstellung großer Komponenten zu steigern.
•
Fehlende schnelle und skalierbare Prüfmethoden: Die Validierung neuer Konzepte erfolgt
derzeit zu langsam. Erforderlich sind Methoden für kleinere, schnellere und
aussagekräftigere Prüfungen von Teilkomponenten in Verbindung mit modellbasierter
Validierung, um mit der Entwicklungsgeschwindigkeit asiatischer Hersteller Schritt zu halten.
•
Begrenzte Prototypenprüfkapazitäten: Die Prototypenerprobung neuer Konzepte stellt
weiterhin einen Engpass dar – zeitaufwendig, kostenintensiv und begrenzt durch die geringe
Verfügbarkeit von Prüfständen und Testfeldern. Hierin liegt ein Standortnachteil gegenüber
Ländern wie Dänemark und China.
•
Hohe Entwicklungs- und Fertigungskosten: Die kostenintensive Entwicklung neuer
Plattformen sowie hohe Produktionskosten beeinträchtigen die globale
Wettbewerbsfähigkeit – trotz ambitionierter Ausbauziele.
•
Rückläufige Förderung als Risiko: Sinkende Fördermittel bremsen die Innovationsdynamik
und gefährden die internationale Position der deutschen Windindustrie. Zugleich
beeinträchtigen sie die Attraktivität Deutschlands als Forschungsstandort, begünstigen die
Abwanderung von Fachkräften und Know-how und schwächen die
Forschungskooperationen zwischen Hochschulen und Windindustrie.
C – Neuausrichtung der Energieforschungsstrategie mit Fokus auf
Wettbewerbsfähigkeit
Ausgehend von den in Abschnitt B dargestellten Herausforderungen erachtet VDMA Power
Systems die folgenden Forschungsprioritäten für die Windenergie in der kommenden
Förderperiode als entscheidend:
•
Produktionsforschung: Automatisierung, Messtechnik und digitalisierte Prozessführung für
die Fertigung großer Komponenten.
•
Energiesicherheit und Resilienz: Cybersicherheit von Windenergieanlagen und Windpark-
Leitsystemen sowie sicherer Betrieb von Windkapazitäten als kritische Infrastruktur.
•
Nachlaufmodellierung und Windparkauslegung: Prognose der Nah- und
Fernnachlaufströmungsfelder in dicht belegten Windparks zur Optimierung von Parklayouts
und Erträgen bei zunehmend begrenzter Flächenverfügbarkeit.

5
•
Anlagen mit großen Nabenhöhen: Lasten, Turbulenz und Strukturdynamik von Anlagen mit
Nabenhöhen deutlich oberhalb von 160 Metern sowie die hierfür erforderlichen Turm-,
Fundament-, Transport- und Installationskonzepte.
•
Orchestrierung hybrider Anlagen: Zusammenwirken von Windparks, Batteriespeichern,
Photovoltaikanlagen und Elektrolyseuren einschließlich Anlagenregelungen, die mehrere
Erzeugungs- und Speichereinheiten an einem gemeinsamen Netzanschlusspunkt führen.
•
Skalierbare Prüfung und Validierung: beschleunigte Komponenten- und
Teilkomponentenprüfungen in reduziertem Maßstab in Verbindung mit modellbasierter
Validierung und hybriden Prüfverfahren.
•
Kreislauffähigkeit: Recyclingfähigkeit von Rotorblättern sowie weiterer Komponenten aus
Verbundwerkstoffen und kritischen Materialien.
•
Netzbildende Eigenschaften von Windenergieanlagen: Regelungsarchitekturen und
Umrichterkonzepte, die einen netzbildenden Betrieb von Windenergieanlagen in
Stromsystemen mit geringer Trägheit ermöglichen, einschließlich Momentanreserve,
Schwarzstartfähigkeit und stabilen Verhaltens im Fehlerfall.
•
Netzstützende Systemdienstleistungen: Spannungs- und Blindleistungsstützung,
Frequenzregelung, Dämpfung von Systemschwingungen sowie Harmonisierung und
validierte Prüfung der Netzanschlussanforderungen für diese Dienstleistungen.
•
Transport- und Installationsrestriktionen: Komponentenauslegungen und Logistikkonzepte,
die die Transport- und Installationsfähigkeit zunehmend größerer Komponenten
sicherstellen.
•
Schwingungsminderung und geräuscharme Anlagen: Strukturdynamik, akustische
Auslegung und Minderungsmaßnahmen, die das Spektrum nutzbarer Standorte erweitern.
•
KI-gestützte Komponentenauslegung und Simulation, Condition Monitoring sowie
Wälzlagertechnik – jeweils mit unmittelbarer Relevanz für die Windenergiebranche.

Diese Prioritäten sind unter den Bedingungen eines hohen globalen Kostendrucks im Wege der
Innovation zu verfolgen. Zugleich sind mit Blick auf die Resilienz einer klimaneutralen
Energieversorgung technologisches Know-how, qualifizierte Fachkräfte und
Fertigungskapazitäten in Deutschland und Europa zu erhalten sowie die Position Deutschlands
im globalen Wettbewerb zu sichern.
Aus Sicht von VDMA Power Systems kann dies durch eine Neuausrichtung der
Energieforschung mit Fokus auf Wettbewerbsfähigkeit wirksam und effizient erreicht werden.

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D – Sprinterziele für die Windenergieforschung innerhalb der Mission
Stromwende
Das derzeit geltende Sprinterziel 1 des 8. Energieforschungsprogramms in der Mission
Stromwende – Hochleistungsgeneratoren für die 15-MW-Anlagenklasse bis 2030 – ist
angesichts der Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung in der Offshore-Windindustrie
zu aktualisieren und zu ergänzen. VDMA Power Systems schlägt daher die folgenden
aktualisierten Sprinterziele für die Windenergieforschung vor:
•
Sprinterziel 1: Bis 2030 sind in der Windindustrie eine innovative Produktentwicklung zur
Verbesserung der Fertigbarkeit und zur Senkung der Stromerzeugungskosten,
automatisierte und digitalisierte Prozesse über Entwicklung, Fertigung, Installation und
Service hinweg sowie standardisierte Komponententypen etabliert. Hierdurch werden die
Produktionskosten gesenkt und der Fertigungsdurchsatz für die aktuellen Anlagenklassen
erhöht.
•
Sprinterziel 2: Bis 2030 sind Windenergieanlagen in der Lage, netzbildende Eigen