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title: "Forschungsnetzwerk Bioenergie veröffentlicht Stellungnahme zum 8. Energieforschungsprogramm in Deutschland; Resilienz des Energiesystems gestärkt durch Pilotprojekte"
sdDatePublished: "2026-08-27T18:04:00Z"
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  - "Germany"
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Forschungsnetzwerk Bioenergie veröffentlicht Stellungnahme zum 8. Energieforschungsprogramm in Deutschland; Resilienz des Energiesystems gestärkt durch Pilotprojekte

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Stellungnahme des Forschungsnetzwerks Bioenergie zum
8. Energieforschungsprogramm
August 2026
Das Forschungsnetzwerk Bioenergie besteht aus Akteur:innen von Forschungsprojekten des
Förderschwerpunkts Energetische Nutzung von biogenen Rest- und Abfallstoffen1 und anderen
Bioenergie-Expert:innen aus Wirtschaft und Wissenschaft. Für die vorliegende Stellungnahme hat
die Begleitforschung Bioenergie2 einem Aufruf folgend 26 Einreichungen zusammengeführt. Aktuell
beschäftigt sich die Forschung zu Bioenergie im Rahmen des 8. Energieforschungsprogramms
(nachfolgend: EFP) mit folgenden Themen:
•
Optimierung von Anlagen zur Bereitstellung von Energie aus lokal verfügbaren biogenen
Reststoffen
•
Weiterentwicklung von Biogasanlagen zur flexiblen Bereitstellung von Wärme und Strom
•
Steigerung der Abwärmenutzung und Effizienz von Bioenergieanlagen
•
Aufbau einer resilienten Wärmeversorgung mithilfe von Bioenergie
•
Verbesserung der Verwertung von Klärschlamm für kommunale Wärmeversorgung und
flexibilisierte Energieprofile
•
Bewertung von Wertschöpfungspfaden in Zusammenhang mit der Bereitstellung von
Bioenergie
•
Erforschung neuer Bereitstellungsverfahren von biogenen Energieträgern wie Wasserstoff,
Methan und Methanol
•
Ausbau von digitalen Schnittstellen und Infrastruktur für flexible Bioenergieanlagen

Die genannten Forschungsbereiche nehmen deutlichen Bezug auf die Stärkung der Resilienz und
Versorgungssicherheit (Programmziel 3, Mission Energiesystem): Bioenergie kann hier Spitzenlasten
abdecken und auf Lastflexibilitäten reagieren, Energiequellen und -träger diversifizieren und
Krisenbewältigungsstrategien stärken. Außerdem werden in der aktuellen Bioenergie-Forschung
neue Transformationspfade erprobt und auf wirtschaftliches Potenzial hin überprüft (Programmziel
5, Mission Energiesystem). Auch flexible Wärme- und Kälteversorgung in Gebäuden und Industrie
(Programmziele 1, 2 und 4, Mission Wärme) und dezentrale, nachhaltige Stromerzeugung
(Programmziele 1 und 4, Mission Strom) sind Ziele, in die die aktuelle Bioenergieforschung einzahlt.
Die Erzeugung und Weiterverwendung von biogenem Wasserstoff und dessen Derivate
(Programmziel 1, Mission Wasserstoff) ist ebenso ein Forschungsfeld der Bioenergie. Parallel geht
Bioenergie-Forschung oftmals mit der Evaluierung von weiteren Wertschöpfungspfaden und Blick
auf Markfähigkeit einher (Programmziel 4, Mission Transfer).

1 Förderbekanntmachung:
https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Publikationen/Energie/20240531-energieforschung-im-
rahmen-des-8-energieforschungsprogramms.html
2 Website: www.energetische-biomassenutzung.de

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Forschungsnetzwerk Bioenergie begrüßt verankerte Themen im EFP
Den dargelegten Beiträgen der Bioenergie folgend, begrüßt das Forschungsnetzwerk Bioenergie das
im EFP verankerte Ziel der energetischen Resilienz und hält dessen Aufwertung für kommende
Programme wünschenswert. Die durch das EFP explizit geförderte Zusammenarbeit verschiedener
Partner aus Forschungseinrichtungen, Kommunen, mittelständischen Unternehmen und
Anlagenbetreibern wird als positiv und zielführend wahrgenommen. Ebenso wird die im EFP
verankerte Förderung von hohen Technologiereifegraden, Reallaboren und industrienahen
Pilotprojekten für den Transfer von Bioenergieinnovation als sinnvoll erachtet. Die Beachtung von
Kläranlagen im 8. EFP wird auch als positiv bewertet, ihr Pilotcharakter als flexibilisierbare Prosumer
im Energiemarkt kann aus Perspektive des Forschungsnetzwerks Bioenergie künftig herausgestellt
werden.
Bioenergie wirkt über die Missionen hinweg
Bioenergie aus Rest- und Abfallstoffen stellt eine wetterunabhängige, speicher- und transportfähige
Option dar, die Resilienz des Energiesystems zu erhöhen und bringt positive Zusatzeffekte mit sich.
Durch
zahlreiche
mögliche
Nutzungspfade
und
Endprodukte
ergeben
sich
aus
Bioenergieinnovationen vielfältige System- und Wertschöpfungsbeiträge. Bioenergie aus
heimischen Rest- und Abfallstoffen stärkt damit nicht nur die Resilienz des Energiesystems, sondern
auch die Versorgungssouveränität Deutschlands. Diese für die Bioenergie wesentlichen Aspekte
werden in dem bestehenden Missionsdesign nicht ausreichend abgebildet. Das erschwert mitunter
die Einordnung von identifizierten Forschungs- und Entwicklungsbedarfen in das EFP.
Identifizierte Forschungsbedarfe in der Bioenergie
Das Forschungsnetzwerk Bioenergie schreibt den folgenden Forschungsthemen zukünftig eine hohe
Priorität zu:
• Regional verfügbare Reststoffe erschließen
• Flexibilisierung weiterentwickeln
• Technologien zur Erzeugung alternativer Energieträger voranbringen
• Nachfrage- und Verbraucherdynamiken digital synchronisieren
• Energie- und Klimaschutzeffizienz verbessern
• CO2 abscheiden und nutzen
• Optimale Einsatzbereiche identifizieren
• Optionen für rechtlich-regulatorische Rahmenbedingungen erarbeiten
Regional verfügbare Reststoffe erschließen
Konkret identifiziert das Forschungsnetzwerk Bioenergie Bedarf, die energetische Verwertung von
weiteren regional verfügbaren Reststoffen zu evaluieren (z.B. im Hinblick auf Potentiale,
Qualitätsschwankungen und Lagerfähigkeit) und damit neue lokale Wertschöpfungsketten zu
erschließen.

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Flexibilisierung weiterentwickeln
Flexibilisierung in der Bioenergie-Forschung umfasst Rohstoffflexibilisierung, Flexibilisierung des
Anlagenbetriebs, Flexibilisierung der Produkte und Prosumer-Konzepte. Alle vier Ansätze tragen zur
Erhöhung der Resilienz des Energiesystems bei. Um Anlagenbetriebe zu flexibilisieren, bedarf es der
Beforschung von Abwärmenutzung, Effizienzsteigerung durch Anlagenverbünde oder Nachrüstung
bestehender Anlagen. Mit Blick auf resiliente Energieversorgung ist die Entwicklung von
Anlagenkonzepten und Prozessführungsmöglichkeiten erforderlich, die auch unter veränderlichen
Betriebsbedingungen stabil und automatisiert laufen. Hybride Anlagenkonzepte können auch die
dezentrale Wärmeversorgung unterstützen und flexible Stromerzeugung aus Bioenergieanlagen
kann Strompreisschwankungen ausgleichen.
Technologien zur Erzeugung alternativer Energieträger voranbringen
Die Flexibilisierung der Produkte kann durch die Weiterentwicklung von Bioraffinerien und
thermochemischen Konversionsanlagen erfolgen. Neben Strom und Wärme können zum Beispiel
durch Vergasung oder Pyrolyse aus biogenen Rohstoffen gasförmige und flüssige Energieträger
hergestellt werden, darunter Methan, Methanol, Dimethylether und synthetische flüssige
Kohlenwasserstoffe. Durch die Einbindung von extern bereitgestelltem erneuerbarem Wasserstoff
können auch enthaltene CO₂-Anteile in zusätzliche nutzbare Produkte überführt und der biogene
Kohlenstoff weitgehend genutzt werden. Diese biogenen Energieträger ermöglichen eine zeitliche
Entkopplung von Erzeugung und Nutzung, sind speicher- und transportfähig und können zugleich
der chemischen Industrie als Ersatz für fossile Ausgangsstoffe dienen.
Nachfrage- und Verbraucherdynamiken digital synchronisieren
Flexible Energiebereitstellung und netzdienliche Betriebsweisen müssen bei der Digitalisierung von
Steuer- und Regeltechnik im Fokus stehen. Dabei sollen auch industrielle und kommunale
Verbraucher als Partner angesehen werden, deren Nachfrage auf Systemebene beeinflusst werden
kann. Selbst Bioenergieanlagen können ihre Verbraucherlast flexibel steuern, beispielsweise durch
nachgeschaltete Methanisierung bei vorhandenem Stromüberschuss. Insbesondere Kläranlagen
werden hier als Pilotmodell für flexible Prosumer hervorgehoben. Die Entwicklung von digitalen
Zwillingen kann dabei unterstützen, Bedarfe und Energieerzeugung passgenau zusammenzubringen.
Um diese Einbindung zu realisieren, müssen Anlagen und Infrastrukturen digital gekoppelt werden.
Prozessoptimierung mittels Künstlicher Intelligenz kann die Effizienz steigern und die internationale
Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Anlagen- und Verfahrenstechnik stärken.
Energie- und Klimaschutzeffizienz verbessern
Die
kontinuierliche
Verbesserung
der
Energie-
und
Klimaschutzeffizienz
wird
vom
Forschungsnetzwerk Bioenergie als notwendig erachtet, hier kann beispielsweise der Einsatz von
hybriden Biomasse-Heizsystemen oder die Reduktion von Restmethangehalten in Gärresten
beitragen. Der wissenschaftlichen Betrachtung von CO2-Emissionen bei der Konversion von
Biomasse in Energie und des gesamten Nutzungspfades fällt dabei eine besonders zukunftsweisende
Rolle zu. Der Einsatz von effizienten Energieanlagen verringert nicht nur den CO2-Ausstoß, sondern

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auch den Bedarf an fossilen Rohstoffen und trägt damit zur weiteren Defossilisierung des
Energiesystems bei.
CO2 abscheiden und nutzen
Bioenergietechnologien mit gleichzeitiger CO2-Abscheidung und nachfolgender Nutzung oder
Speicherung (BECCUS) zählen zu Negativemissionstechnologien, um CO2 zu nutzen und
Kohlenstoffkreisläufe zu schließen, etwa mit Plattformchemikalien, erneuerbaren Kraftstoffen oder
Biokohle. Mit der Entnahme von CO2 wird die Wertschöpfungskette von Bioenergieanlagen
verlängert und die dauerhafte Speicherung von CO2 ermöglicht. Da sich hier zahlreiche Schnittstellen
zu anderen Forschungsbereichen ergeben, ist eine interdisziplinäre Zielstellung und strategische
Forschungsförderung wünschenswert.
Optimale Einsatzbereiche identifizieren
Zum systemdienlichen Einsatz von Bioenergie ist die Erforschung von Nutzungsoptionen und die
robuste Energiesystemmodellierung erforderlich. Für den zielgerichteten Einsatz von Bioenergie
werden Sektoren identifiziert, die schwer zu elektrifizieren sind, z.B. industrielle Prozesswärme und
Flugverkehr.
Optionen für rechtlich-regulatorische Rahmenbedingungen erarbeiten
Für eine effektive Bioenergienutzung wird die Erforschung von Gestaltungsoptionen des
regulatorischen Rahmens gefordert, da mitunter unpassende Rahmenbedingungen die eigentliche
Marktzugangsbarriere für neue Bioenergie-Pfade darstellen. Rechtlich-regulatorische Forschung zu
Auswirkungen von Einspeisevergütungen und Abfallverordnungen sowie zur Identifikation von
inkonsistenten Regelungen und Genehmigungsverfahren soll Politik und Verwaltung bei der
Schaffung von innovationsfördernden Rahmenbedingungen unterstützen.

Erweiterung von Dimensionen im Energieforschungsprogramm
Um die dargelegten Forschungsbedarfe in künftigen Förderstrukturen adäquat zu reflektieren,
macht das Forschungsnetzwerk Bioenergie im Hinblick auf die Weiterentwicklung des EFP folgende
Vorschläge: Die im EFP bereits erwähnten Ziele für Resilienz und Ressourceneffizienz können
erweitert und auf Ebene der Missionen verankert werden. Unter der Dimension Resilienz lassen sich
wie bereits dargelegt wichtige Potentiale der Bioenergie subsumieren, so etwa Forschung zu
Flexibilisierung, Wärmebereitstellung, Diversifizierung der Rohstoffe und lokale Verfügbarkeiten. Die
Dimension Ressourceneffizienz könnte Forschung zu Abfallvermeidung, Kohlenstoffmanagement,
Rohstoffrückgewinnung oder Kreisläufe im Sinne einer Circular Economy subsumieren.

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Empfehlungen zur operativen Forschungsförderung
Begleitend zur inhaltlichen Ausgestaltung des Programms empfiehlt das Forschungsnetzwerk
Bioenergie ein Langfristmonitoring der Forschungsvorhaben über den Förderzeitraum hinaus. Auch
Veröffentlichungen von Lessons Learned zu nicht erfolgreichen Konzepten sind gewünscht, denn
Forschungstransfer bedeutet nicht nur, erfolgreiche Verfahren bekannt zu machen, sondern auch zu
zeigen, unter welchen Bedingungen ein Verfahren nicht funktioniert. Zur Sichtbarmachung von
technischen und wirtschaftlichen Risiken schlägt das Forschungsnetzwerk Bioenergie vor, Förderung
für intensive Prüfungen neuer Verfahren unter Realbedingungen auch in frühen Entwicklungsstadien
zu ermöglichen. Zur Innovationsbewertung strebt das Forschungsnetzwerk Bioenergie mehr