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title: "TransHyDE 2.0 Initiative e. V. veröffentlicht Stellungnahme zur Regulierung und Normung Defossilisierung in Deutschland; KSpTG schafft rechtliche Rahmen für CO2-Infrastruktur"
sdDatePublished: "2026-08-27T18:04:00Z"
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  - "Germany"
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TransHyDE 2.0 Initiative e. V. veröffentlicht Stellungnahme zur Regulierung und Normung Defossilisierung in Deutschland; KSpTG schafft rechtliche Rahmen für CO2-Infrastruktur

PowerPoint-Präsentation

Die zentrale Bedeutung von
Regulatorik und Normung für eine
erfolgreiche Defossilisierung
Deutschlands
Statement-Papier an die Mitglieder
des Carbon Management Forums
Erarbeitet durch:

Impressum
TransHyDE 2.0 Initiative e. V.
Geschäftsstelle
Grugaplatz 2-4
45131 Essen
E-Mail: verein@transhyde-2-0.de
Disclaimer
Dieses Statement-Papier wurde von der Autorengruppe innerhalb
der TransHyDE 2.0 Initiative e. V. erarbeitet. Während des
Ausarbeitungsprozesses wurde überaus großer Wert auf
wissenschaftliche Neutralität, Überparteilichkeit und Ganzheitlichkeit
gelegt, dennoch soll das Papier lediglich als Diskussionsgrundlage
dienen und erhebt darüber hinaus keinen Anspruch auf
Vollständigkeit.
Die darin vertretenen Positionen geben ausschließlich die
Einschätzung der jeweiligen Autorinnen und Autoren wieder und
spiegeln nicht notwendigerweise die Meinung der gesamten
Initiative oder aller beteiligten Mitglieder wider.
Zielrichtung des Statement-Papiers:
Der Aufbau einer umfassenden CO2-Infrastruktur in Deutschland
erfordert die detaillierte Betrachtung regulatorischer und
normungsbezogener Aspekte, um einen sicheren Umgang und
Umweltverträglichkeit zu gewährleisten. Zugleich leisten
regulatorische und normative Vorgaben einen wesentlichen Beitrag
zur Entbürokratisierung, Wirtschaftlichkeit und Effizienz, indem sie
klare, einheitliche und praktikable Rahmenbedingungen schaffen.
Des Weiteren bieten sie Planungssicherheit, geregelten Marktzugang
für alle Akteure und beschleunigen einen breiten Markthochlauf. Es
ist das Anliegen der Autorinnen und Autoren, dass die nachfolgenden
Punkte stärker in den politischen Zielen des Bundes berücksichtigt
werden.
Bildquelle:
© Dee Karen / Adobe Stock (Bild-ID 608081126)
Autorinnen und Autoren
© TransHyDE 2.0 Initiative e. V., 06/2026.
Wolfgang Köppel – DVGW- Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut des KIT
Dennis Stark – Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e. V.
Thomas Systermans – Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e. V.
Hannes Kracht – Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V.
Miriam Bäuerle – Gas- und Wärme-Institut Essen e. V.
Dr. Manfred Lange – Gas- und Wärme-Institut Essen e. V.
Leony Ohle – Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität e. V.
Leandra Schulz – Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität e. V.

Die Transformation zur Klimaneutralität ist eine gesamtge-
sellschaftliche Aufgabe, die nur gelingen kann, wenn bestehende
Synergien konsequent genutzt werden und Wirtschaftlichkeit,
Resilienz sowie Klimaschutz gemeinsam gedacht werden. In
diesem Kontext stellt CCUS (Carbon Capture, Utilization and
Storage) den zentralen Schlüsselbaustein dar, um Industrien,
in denen Kohlenstoffmoleküle auch zukünftig als Emissionen
bestehen bleiben, zu defossilisieren. Das Bundesministerium
für Wirtschaft und Energie hat mit dem Kohlenstoffdioxid-
Speicherung- und Transportgesetz (KSpTG) wichtige Weichen
gestellt, um hierfür die notwendigen Rahmenbedingungen zu
schaffen und den Weg für eine erfolgreiche Implementierung in
das sich wandelnde Energiesystem zu ebnen.
CO2 entwickelt sich zunehmend zu einer zentralen System-
größe der industriellen Transformation – als Emissionsindikator,
handelbares Gut, Rohstoff und Bestandteil neuer Infrastruktu-
ren. Dennoch ist die regulatorische und normative Ausgestal-
tung entlang der CO2-Wertschöpfungskette bislang fragmen-
tiert, teilweise unklar und nicht ausreichend international abge-
stimmt. Diese Situation birgt erhebliche Risiken für den Indus-
triestandort Deutschland.
Die Weiterentwicklung des bestehenden Rechtsrahmens
sowie die Ausweitung der Normungslandschaft ist daher not-
wendig, um den Aufbau einer leistungsfähigen Infrastruktur
für Transport und Speicherung von CO2 zu unterstützen. Ziel
ist es, gesellschaftliche Akzeptanz, wirtschaftliche Anreize für
Investitionen und eine rechtssichere, praktikable und zügige
Umsetzung konkreter Projekte sicherzustellen. Auch Fragen der
Skalierung, Finanzierung und grenzüberschreitenden Zusam-
menarbeit spielen eine zentrale Rolle.
Vor diesem Hintergrund sind eine detaillierte Betrachtung
und aktive Gestaltung der Regulatorik und Normung zwingend
erforderlich, um folgende zentrale Herausforderungen wirksam
anzugehen:
1
Technische Sicherheit gewährleisten
Die sichere Abscheidung, der Transport und die dauer-
hafte Speicherung von CO2 sind essenziell für eine ver-
lässliche CO2-Infrastruktur. Dazu gehören umfassende
Standards für Anlagen, Leitungen und Speicherstätten so-
wie Monitoring , Reporting und Verifikationssysteme, um
Umwelt- und Sicherheitsrisiken zuverlässig zu minimieren
und durch nachvollziehbare Sicherheitskonzepte nachhal-
tig Akzeptanz und Vertrauen in CCUS-Projekte zu schaffen.
Somit werden zusätzlich standardisierte Genehmigungs-
prozesse gewährleistet und Genehmigungsbehörden in
die Lage versetzt, auf Basis anerkannter technischer Re-
geln zu entscheiden.
2
Sicherstellung von Investitions- und Planungssi-
cherheit
Für Infrastrukturprojekte (z. B. industrielle Abscheidean-
lagen, CO2-Transportnetze, Speicherstätten) sind klare
regulatorische Rahmenbedingungen und harmonisierte
technische Standards essenziell. Unsicherheiten führen
unmittelbar zu verzögerten Investitionsentscheidungen,
erhöhen den Planungs- und Abstimmungsaufwand und
beeinträchtigen die Skalierung klimarelevanter Technolo-
gien.
3
Schaffung einheitlicher und interoperabler Syste-
me
Die CO2-Wirtschaft wird zunehmend europäisch und glo-
bal gedacht. Daher ist eine enge Abstimmung nationaler
Regelungen mit europäischen und internationalen Nor-
mungsprozessen erforderlich. Ohne interoperable Stan-
dards drohen Ineffizienzen, Wettbewerbsverzerrungen
und Barrieren für grenzüberschreitende CO2-Ströme.
4
Abbau von Bürokratie und Hemmnissen
Harmonisierte Vorgaben und abgestimmte Prozesse redu-
zieren bürokratische Doppelstrukturen und bauen Markt-
eintrittsbarrieren ab, was zu einer beschleunigten Umset-
zung klimafreundlicher Technologien beiträgt.
5
Sicherstellung von Transparenz und Integrität
Ein belastbares System zur Messung, Berichterstattung
und Verifizierung von CO2 ist grundlegend für Vertrauen
in Märkte und politische Instrumente (z. B. Emissionshan-
del, Carbon Contracts for Difference). Einheitliche Normen
minimieren Doppelzählungen und schaffen Transparenz
über tatsächliche Emissionsminderungen und dienen als
Basis für eine klimarelevante Weiternutzung von CO2.
6
Integration in bestehende energiewirtschaftliche
und industrielle Systeme
Die technologische Weiterentwicklung energiewirtschaft-
licher und industrieller Systeme im Bereich CCUS erfordert
eine stetige Anpassung der Regulatorik. Normung kann
hier als Brückeninstrument dienen, um sektorübergrei-
fende Schnittstellen technisch und prozessual zu harmo-
nisieren.
7
Beschleunigung von Innovation und Markthoch-
lauf
Klare Standards reduzieren Transaktionskosten und
erleichtern die Markteinführung neuer Technologien
und Geschäftsmodelle im Bereich CO2-Nutzung und -
Management. Gleichzeitig fördern sie Wettbewerb und
Skalierbarkeit.
8
CCUS als deutsche Schlüsseltechnologie
Deutschland kann durch frühzeitige Normung und tech-
nische Regelsetzung internationale Wettbewerbsvorteile
erzielen. Eine aktive Rolle bei der Entwicklung globaler
Standards stärkt die Exportfähigkeit deutscher Technolo-
gien und ermöglicht es, internationale Märkte mitzuge-
stalten.
3

Unsere zentralen Handlungsempfehlungen:
Die systematische Berücksichtigung und aktive Gestaltung von
Regulatorik und Normung im CO2-Bereich ist als strategische
Priorität zu verankern und stärker in politische Entscheidungs-
prozesse zu integrieren. Dazu müssen regulatorische und nor-
mungsbezogene Fragestellungen eine konstante Berücksichti-
gung in den politischen Förderrichtlinien finden.
Wir empfehlen die Erstellung einer CO2-Regulatorik- und
Normungsroadmap, in der folgende Punkte berücksichtigt wer-
den müssen:
LINK
die enge Verzahnung von Regulatorik und
Normung bereits in frühen politischen Gestal-
tungsphasen,
GLOBE
die aktive Mitwirkung Deutschlands in euro-
päischen und internationalen Gremien und
Nutzung von Normung als strategisches In-
strument zur internationalen Mitgestaltung
und Absicherung des CCUS-Marktes,
SITEMAP
Mapping und Koordination bestehender Re-
gelsetzungsinitiativen und -projekte (national,
EU-weit, global),
CLIPBOARD-LIST
eine strukturierte Bestandsaufnahme und
Analyse aller relevanten Normen und techni-
schen Regelwerke einschließlich deren Schnitt-
stellen im Rechtsrahmen, um einen strategi-
schen Überblick zu schaffen,
SEARCH-PLUS
eine abgestimmte und umfassende Bedarfs-
analyse im Sinne der deutschen Wirtschaft,
um Lücken zu identifizieren und gezielt zu
schließen und
Users
die systematische Nutzung von Expertise aus
Industrie, Wissenschaft und Normung.
Dafür braucht es institutionalisierte Austauschformate mit
klarer politischer Rückkopplung, wie es durch die TransHyDE
2.0 Initiative e. V. im Rahmen einer CO2-Regulatorik- und Nor-
mungsroadmap stattfinden könnte.
Fazit
Ein klarer und verlässlicher Rechtsrahmen sowie eine kohärente
Normung sind zentrale Erfolgsfaktoren für die Defossilisierung
Deutschlands. Sie schaffen die Grundlage für technische Sicher-
heit, Investitions- und Planungssicherheit sowie für den Aufbau
interoperabler und skalierbarer CCUS-Infrastrukturen. Damit
beschleunigen sie den Markthochlauf und stärken gleichzeitig
die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Technolo-
gielösungen.
Mit der Bereitstellung der notwendigen Qualitätsinfrastruk-
tur leistet Deutschland einen entscheidenden Beitrag zum
Markthochlauf von CCUS-Technologien. Durch verlässliche
Standards und transparente Rahmenbedingungen stärken
wir Vertrauen, beschleunigen die Umsetzung und positionie-
ren Deutschland als führenden Standort für klimaneutrale
Industrielösungen.
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