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title: "Helmholtz Energy Stellungnahme zur Weiterentwicklung des 8. Energieforschungsprogramms Deutschland; Neue Mission: Materialien und Ressourcen"
sdDatePublished: "2026-08-27T18:04:00Z"
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  - "Germany"
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Helmholtz Energy Stellungnahme zur Weiterentwicklung des 8. Energieforschungsprogramms Deutschland; Neue Mission: Materialien und Ressourcen

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Helmholtz Energy Stellungnahme
zur Weiterentwicklung des 8.
Energieforschungsprogramms

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Helmholtz Energy Stellungnahme zur
Weiterentwicklung des 8.
Energieforschungsprogramms
Kontakt
Helmholtz-Vizepräsident Energie
Jan S. Hesthaven
Helmholtz Energy Office
Núria González, nuria.gonzalez@kit.edu; Andrea Meyn, andrea.meyn@kit.edu; Heike Boos,
heike.boos@kit.edu
Weitere Mitwirkende
Jens Gutzmer, Veit Hagenmeyer, Jens Hauch, Andreas Huber, Karl Mayrhofer, Bernd Rech,
Rutger Schlatmann, Ruth Schwaiger
Stand August 2026

Kernbotschaften
Die Energiewende tritt in eine neue Phase ein. Mit dem fortschreitenden Ausbau
erneuerbarer Energien rücken Systemintegration, Resilienz und
Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit zunehmend in den
Mittelpunkt. Vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten und wachsender
wirtschaftlicher Herausforderungen sollte das Energieforschungsprogramm konsequent
auf die Beschleunigung der Transformation des Energiesystems ausgerichtet werden.
Die strategischen Prioritäten der Energieforschung müssen dabei noch stärker auf die
Leitdimensionen Resilienz und Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und
Technologieführerschaft, und Nachhaltigkeit fokussiert werden.
Das Energieforschungsprogramm verfügt mit seinem missionsorientierten Ansatz, der
Förderung entlang der gesamten Innovationskette sowie seiner systemischen Ausrichtung
über eine starke Grundlage. Diese Stärken sollten bewahrt und gezielt weiterentwickelt
werden. Dazu gehört insbesondere die Verankerung von „Materialien und Ressourcen
für die Energiewende“ als neue, eigenständige Mission sowie die stärkere Integration
von Künstlicher Intelligenz als strategischem Querschnittsthema. Darüber hinaus sollte
Transfer als Querschnittsaufgabe aller Missionen verankert werden, um Forschung
schneller in Anwendung und Wertschöpfung zu überführen. Zentrale Themen wie
Resilienz und Versorgungssicherheit, Digitalisierung, Wettbewerbsfähigkeit sowie
gesellschaftliche Einbettung sollten dabei missionsübergreifend adressiert werden
So kann das Energieforschungsprogramm seine strategische Rolle als Motor der
Energiewende weiter ausbauen und einen entscheidenden Beitrag dazu leisten,
Deutschlands Energieversorgung, Technologieführerschaft und wirtschaftliche
Wettbewerbsfähigkeit, und Klimaneutralität langfristig zu sichern.

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I.
Übergreifende Empfehlungen
1. Strategische Schwerpunktsetzungen
Transformation beschleunigen, Resilienz stärken: Energieforschung muss Klimaschutz,
Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit gemeinsam voranbringen.
Die Energieforschung steht vor der Herausforderung, gleichzeitig einen entscheidenden
Beitrag dazu zu leisten, die Klimaziele zu erreichen, die Versorgungssicherheit zu stärken und
die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu sichern. Angesichts des knappen
Zeitfensters für die Umsetzung der Energiewende sowie zunehmender geopolitischer und
wirtschaftlicher Unsicherheiten sollte das neue Energieforschungsprogramm (EFP) stärker auf
die Beschleunigung der Transformation des Energiesystems ausgerichtet werden.
Künftige, strategische Prioritäten der Energieforschung sollten sich noch stärker an diesen drei
Dimensionen orientieren: Sie sollten gezielt die Resilienz und Versorgungssicherheit des
Energiesystems stärken, die Wettbewerbsfähigkeit und Technologieführerschaft
Deutschlands
ausbauen,
sowie
Klimaschutz
und
Klimaanpassung
gemeinsam
voranbringen.
Vor
diesem
Hintergrund
empfehlen
wir
folgende
strategische
Schwerpunktsetzungen für die Energieforschung (siehe Tabelle 1).
Tabelle 1: Strategische Schwerpunktsetzungen für die Weiterentwicklung des 8. EFPs
Strategische Schwerpunkte
Forschungsbedarf / Schlüsselthemen
Resilienz und
Versorgungssicherheit
Systemintegration erneuerbarer Energien; Netzmodellierung,
stromnetzunterstützende Leistungselektronik, Sektorkopplung;
Backupsysteme; Dezentralisierung; Robustheit kritischer
Infrastrukturen; Cybersicherheit; Verringerung strategischer
Abhängigkeiten; Rohstoffsicherheit; resiliente Lieferketten und
heimische Wertschöpfung; gesellschaftliche, wirtschaftliche und
politische Resilienz.
Wettbewerbsfähigkeit
und
Technologieführerschaft
Entwicklung erneuerbarer Energietechnologien; Forschung für
Skalierbarkeit; Digitalisierung; vertrauenswürdige KI; intelligente
Steuerungs- und Optimierungstechnologien; digitale Zwillinge;
interoperable und FAIR1-konforme Dateninfrastrukturen;
beschleunigter Technologietransfer; Kostenreduktion;
Kreislaufwirtschaft; resiliente Wertschöpfungsketten;
Fachkräftesicherung.
Nachhaltigkeit,
Klimaschutz und
Klimaanpassung
Elektrifizierung von Industrie, Wärme und Mobilität;
Systemintegration erneuerbarer Energien; Integration von Wärme-
und Stromerzeugung im Industriebereich; flexible Energiesysteme;
Energie- und saisonale Wärmespeicher; nachhaltige chemische
Energieträger; Anpassung der Energieinfrastruktur an Klimafolgen;
sektorübergreifende Systemanalysen; gesellschaftliche Akzeptanz.

2. Stärken und Weiterentwicklung des Energieforschungsprogramms (EFP)
Missionen stärken, auf geopolitische und wirtschaftliche Herausforderungen
ausrichten: Das nächste EFP sollte auf den Erfolgsfaktoren des aktuellen Programms
aufbauen und zugleich Resilienz und Versorgungssicherheit, technologische Souveränität,
Künstliche Intelligenz, kritische Rohstoffe und strategische Wertschöpfungsketten als
zentrale Leitdimensionen der Energieforschung verankern.

1 FAIR-Prinzipien für Daten: Findable, Accessible, Interoperable, Reusable.

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Das 8. EFP setzt bereits heute an vielen zentralen Hebeln der Energiewende die richtigen
Schwerpunkte. Besonders hervorzuheben sind folgende Stärken:
•
die hohe Agilität und Flexibilität, die neue technologische, wirtschaftliche und
gesellschaftliche Entwicklungen zeitnah aufzugreifen und zu integrieren;
•
die regelmäßige Einbindung von Wissenschaft, Wirtschaft und weiteren Akteuren,
die eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Programms ermöglicht;
•
der missionsorientierte Ansatz, der technologische Innovationen gezielt an den
Herausforderungen des Energiesystems ausrichtet und den Austausch zwischen
Wissenschaft, Industrie und Politik stärkt;
•
die Förderung entlang der gesamten Innovationskette, von der Grundlagenforschung
über Demonstration und Skalierung bis hin zum Transfer in die Anwendung;
•
die konsequente Berücksichtigung von Systemintegration Interdisziplinarität und
sektorübergreifenden Zusammenhängen.
Kontinuität sollte insbesondere bei der missionsorientierten Struktur, der langfristigen
Unterstützung strategisch relevanter Technologiefelder sowie der Förderung von
Demonstrations- und Transferprojekten gewährleistet werden. Viele Innovationen im
Energiebereich benötigen lange Entwicklungs- und Skalierungszeiträume. Verlässliche
Förderperspektiven, die gesellschaftliche Einbettung der Energiewende sowie starke
Industrie- und Praxispartnerschaften bleiben daher zentrale Erfolgsfaktoren.
Vor dem Hintergrund veränderter geopolitischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen
sollte das Programm gezielt um Themen wie Resilienz, Verfügbarkeit von kritischen
Rohstoffen, Schließung strategischer Wertschöpfungsketten, Künstliche Intelligenz und
Digitalisierung erweitert werden. Dabei gilt es, die bewährten Grundprinzipien des EFP zu
erhalten und gezielt weiterzuentwickeln. Unsere Empfehlungen:
•
Mission „Materialien und Ressourcen für die Energiewende“ einführen. Materialien
sind eine Schlüsselvoraussetzung für alle Energietechnologien. Kritische Rohstoffe,
Ressourceneffizienz, Materialsubstitution, Kreislaufwirtschaft und Recycling sollten daher
eine deutlich höhere strategische Sichtbarkeit im Energieforschungsprogramm erhalten.
Ein möglicher Ansatz für die Ausgestaltung ist in Anhang 1 dargestellt.
•
Künstliche Intelligenz als strategisches Querschnittsthema verankern. KI bietet
erhebliche Potenziale für die Beschleunigung von Forschung und Entwicklung, die
Optimierung komplexer Energiesysteme sowie die schnellere Überführung von
Innovationen in die Anwendung. Insbesondere in der Materialforschung eröffnen
datengetriebene Methoden neue Möglichkeiten für Materialentwicklung.
•
Missionen durch eine Matrixstruktur ergänzen. Zentrale Querschnittsthemen sollten
missionsübergreifend
verankert
werden,
insbesondere
Resilienz
und
Versorgungssicherheit, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, Wirtschaftlichkeit und
Wettbewerbsfähigkeit sowie Transfer und gesellschaftliche Einbettung der Energiewende.
Eine solche Matrixstruktur kann die Vernetzung zwischen den Missionen stärken und
Synergien besser nutzbar machen. Ein möglicher Ansatz für die Ausgestaltung ist in
Anhang 2 dargestellt.
3. Beschleunigung von Transfer und Anwendung
Transfer beschleunigen, Wertschöpfung sichern: Exzellente Forschung allein reicht
nicht aus. Das EFP sollte Forschung, Demonstration, Skalierung und industrielle
Anwendung stärker verzahnen, um Innovationen schneller in wirtschaftliche und
gesellschaftliche Wirkung zu überführen.

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Deutschland verfügt über exzellente Energieforschung und international führende
Forschungsinfrastrukturen. Dennoch wird das Potenzial vieler Innovationen aufgrund
finanzieller, regulatorischer und organisatorischer Hürden zu langsam in die Anwendung
überführt. Für den Technologietransfer ergeben sich zusätzliche Herausforderungen durch
unsichere Rahmenbedingungen, fehlende Investitionssicherheit sowie die Verfügbarkeit und
die Kosten zentraler Energieträger. Wir empfehlen daher:
•
Verlässliche Rahmenbedingungen für Demonstration und Skalierung schaffen. Für
Demonstrationsvorhaben und First-of-a-Kind-Anlagen sollten stabile regulatorische
Rahmenbedingungen, vereinfachte Genehmigungsverfahren sowie geeignete Instrumente
zur Absicherung von Investitions- und Betriebskosten etabliert werden.
•
Die gesamte Innovationskette stärken. Von der Grundlagenforschung bis zur
industriellen Anwendung sollten geeignete Förderinstrumente bereitgestellt werden,
beispielweise Investitionen in interoperable Dateninfrastrukturen, digitale Zwillinge sowie
Software-, Controller- und Hardware-in-the-Loop-Plattformen.
•
Demonstrations-
und
Transferinfrastrukturen
gezielt
ausbauen.
Reallabore,
Demonstrationsumgebungen sowie offene Forschungs-, Test- und skalierungsnahe
Validierungsinfrastrukturen sind entscheidende Bausteine, um Technologien unter realen
Bedingungen zu validieren und ihre Markteinführung zu beschleunigen. Förder- und
Investitionsinstrumente
sollten
dabei
besser
aufeinander
abgestimmt
und
Planungshorizonte realistischer ausgestaltet werden.
•
Dauerhafte Transferstrukturen etablieren. Forschung, Industrie und Anwender sollten
entlang
gemeinsamer
Entwicklungs-
und
Skalierungspfade
vernetzt
sowie
technologieorientierte Ausgründungen gezielt unterstützt werden.
•
Transfer als Querschnittsaufgabe verankern. Technology Acceleration Platforms in
allen Missionen sollten Fragestellungen der Skalierung adressieren sowie die frühe
Einbindung der Industrie, technologiespezifische Transferstrategien sowie die Verbindung
von Forschung, Demonstration und Markteinführung unterstützen.
II.
Empfehlungen zu den Missionen
Ergänzend zu den übergreifenden Empfehlungen werden nachfolgend die bestehenden
Forschungsmissionen betrachtet. Die Prioritätenmatrix gibt einen kompakten Überblick über
die aus unserer Sicht relevanten Handlungsfelder und zeigt auf, in welchen Bereichen sich
Kontinuität
bewährt
hat,
zusätzlicher
Handlungsbedarf
besteht
oder
neue
Schwerpunktsetzungen erforderlich