---
title: "IHK St.Gallen-Appenzell und IHK Thurgau fordern mehr Flexibilität, Marktöffnung und zukunftsfähige Versorgungsstrukturen in der Ostschweiz; 30 TWh bis 2050."
sdDatePublished: "2026-08-27T14:11:00Z"
source: "https://www.ihk.ch/ecoost-arena-2026-strommarkt-2040/"
topics:
  - name: "energy industry"
    identifier: "medtop:20000261"
  - name: "electricity"
    identifier: "medtop:20000260"
  - name: "renewable energy"
    identifier: "medtop:20000257"
  - name: "solar power"
    identifier: "medtop:20001209"
  - name: "infrastructure projects"
    identifier: "medtop:20001245"
  - name: "international trade"
    identifier: "medtop:20000373"
locations:
  - "St. Gallen"
  - "Thurgau"
  - "Switzerland"
---


IHK St.Gallen-Appenzell und IHK Thurgau fordern mehr Flexibilität, Marktöffnung und zukunftsfähige Versorgungsstrukturen in der Ostschweiz; 30 TWh bis 2050.

Strommarkt im Umbruch: Ostschweiz muss heute handeln

Telefonische Erreichbarkeit Montag bis Freitag 08.00 - 12.00

Schalteröffnungszeiten Export Montag bis Freitag 08.30 - 11.45

Strommarkt im Umbruch: Ostschweiz muss heute handeln

Strommarkt 2040: Versorgung sichern, Strukturen erneuern

Der Strommarkt steht vor einem tiefgreifenden Umbau: Verbrauch und Investitionsbedarf nehmen zu, der Anteil erneuerbarer Energien mit schwankender Produktion steigt. Die IHK St.Gallen-Appenzell und die IHK Thurgau fordern mehr Flexibilität, konsequente Marktöffnung und zukunftsfähige Versorgungsstrukturen.

Der Thurgauer IHK-Direktor Jérôme Müggler machte in seiner Begrüssung deutlich: Strom ist eine Grundvoraussetzung für Produktion, Arbeit und Investitionen, wird aber in weitgehend vorgegebenen, historisch gewachsenen Versorgungsstrukturen bezogen. «Wenn sich die Anforderungen grundlegend verändern, müssen wir auch prüfen, ob unsere heutigen Strukturen dafür noch richtig aufgestellt sind», so Müggler. Rund 160 Entscheidungsträgerinnen und -träger aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gingen dieser Frage an der EcoOst Arena in der Romanshorner autobau erlebniswelt nach.

Energieversorgung auf allen Ebenen gefordert

Christoph Eisenring von Avenir Suisse zeigte auf: Bis 2050 muss die Schweiz ihre Stromproduktion um rund 30 TWh steigern – ähnlich stark, wie dies letztmals zwischen 1955 und 1980 gelang. Dafür brauche es eine engere Einbindung in den europäischen Strommarkt, marktgerechte Anreize für Solarenergie und Technologieoffenheit. Aber vor allem: «Wir brauchen in der Schweiz wieder mehr Pioniergeist», so Eisenring.

Prof. Dr. Markus Friedl von der OST – Ostschweizer Fachhochschule führte aus, dass die dafür nötigen Technologien zwar vorhanden sind. Deutlich anspruchsvoller wird aber ihr Zusammenspiel im zunehmend komplexen Energiesystem. Die Brücke zu den Versorgungsstrukturen schlug schliesslich Dr. Christian Opitz von der Universität St.Gallen: Damit Energieversorgungsunternehmen den anstehenden Wandel bewältigen können, müssen sie sich strategisch klar positionieren, die nötigen Fähigkeiten aufbauen und die passende Organisationsform wählen.

«Wir brauchen in der Schweiz wieder mehr Pioniergeist»

Mehr Anforderungen, höhere Kosten, unklare Verantwortung

Auf dem Podium diskutierten Beni Würth (Ständerat St.Gallen), Thomas Ochs (Gemeindepräsident Amlikon-Bissegg), Sarah Model (Co-CEO Model Group) und Peter Graf (Unternehmensleiter St.Galler Stadtwerke) über Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit. Sarah Model machte die Kostenwirkung für die Industrie greifbar: Ein Rappen mehr pro Kilowattstunde kann für die Produktion der Model Group Folgekosten in Millionenhöhe auslösen. Thomas Ochs verwies auf erhebliche notwendige Investitionen der Gemeinden, um Photovoltaik, Elektromobilität und steigende Lasten bewältigen zu können. Peter Graf unterstrich die Zielkonflikte zwischen Versorgungssicherheit, Netzausbau und tiefen Preisen. Beni Würth ortete ein strukturelles Problem: Bei der Vielzahl beteiligter Akteure sei oft unklar, wer letztlich Verantwortung für die Versorgungssicherheit – geschweige denn für die Wirtschaftlichkeit – trage.

«Die Weichen für 2040 müssen jetzt gestellt werden»

Zum Abschluss verdichtete Markus Bänziger, Direktor der IHK St.Gallen-Appenzell, die Diskussion zu drei Handlungsansätzen: Flexibilität müsse besser genutzt und notwendige Infrastruktur rascher ausgebaut, die Einbindung in den europäischen Strommarkt gestärkt und die Marktöffnung konsequent umgesetzt werden. Gleichzeitig brauche es leistungsfähige Versorgungsstrukturen und eine zeitgemässe und den Herausforderungen gewachsene Führung der EVU durch die Eigentümer. Wo EVU ihre Aufgaben nicht effizient eigenständig erfüllen könnten, seien Kooperationen oder strukturelle Anpassungen nötig. Besonders die öffentlichen Eigentümer stünden dabei in der Verantwortung: «Die Eigentümer müssen den EVU das notwendige Kapital für Erneuerungsinvestitionen bereitstellen – und bei der Ertragsabschöpfung Mass halten.» Angesichts der anstehenden Investitionen müsse die Handlungs- und Investitionsfähigkeit der Versorger Priorität haben. Bänzigers Fazit: «Die Weichen für 2040 müssen jetzt gestellt werden.»

Fotos der EcoOst Arena 2026

Wenn Demografie zur Standortfrage wird

EcoOst Arena 2025 – Zwischen Verantwortung, Strategie und Regulierungsflut