Magdeburgs Oberbürgermeisterin prüft Pilotprojekt zur frühkindlichen Sprachbildung in Magdeburg; Blaupause für Sachsen-Anhalt
1 Landeshauptstadt Magdeburg Änderungsantrag
Zum Verhandlungsgegenstand
Datum A0049/26/1 öffentlich A0049/26 27.08.2026
Absender
CDU/FDP Stadtratsfraktion
Gremium
Sitzungstermin Stadtrat 27.08.2026
Kurztitel
Früh starten - Sprachbildung von Anfang an
Der Stadtrat der Landeshauptstadt Magdeburg möge beschließen:
Der o.g. Antrag wird wie folgt geändert (Streichungen/ Ergänzungen):
Der Stadtrat Magdeburg möge beschließen:
Die Oberbürgermeisterin wird beauftragt, gemeinsam mit den zuständigen Landesbehörden zu prüfen, ob und wie in Magdeburg ein Pilotprojekt zur systematischen Stärkung frühkindlicher Sprachbildung und Sprachstandserfassung umgesetzt werden kann. Ziel ist es, eine durchgängige Förderkette von der frühkindlichen Bildung bis zur Einschulung zu etablieren, um allen Kindern – unabhängig von ihrer Herkunft – bestmögliche Startchancen zu ermöglichen.
Die Stadt Magdeburg erklärt sich bereit, im Rahmen ihrer kommunalen Zuständigkeit für Kindertageseinrichtungen ein Modellprojekt zu unterstützen. das insbesondere folgende Bausteine umfasst: a. frühzeitige Information und Ansprache von Eltern über die Bedeutung kontinuierlicher Kita- Teilnahme b. niedrigschwellige Beratungsangebote in Kooperation mit Kinderärzten, Familienzentren, sozialen Diensten und Bildungseinrichtungen c. Prüfung einer strukturierten Sprachstandserhebung vor Schuleintritt in enger Abstimmung mit dem Land d. Entwicklung verbindlicher Übergangsformate zwischen Kita und Grundschule e. Evaluation der Wirksamkeit des Modells mit Blick auf Übertragbarkeit auf das gesamte Land Sachsen-Anhalt
Die Oberbürgermeisterin wird beauftragt, hierzu Gespräche mit dem Ministerium für Bildung sowie dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung aufzunehmen und dem Stadtrat über den Stand der Abstimmungen zu berichten.
Begründung:
Frühkindliche Sprachkompetenz ist ein zentraler Schlüssel für Bildungserfolg, gesellschaftliche Teilhabe und Chancengerechtigkeit. Die Erfahrungen an Magdeburger Grundschulen zeigen, dass Kinder mit unzureichenden Sprachkenntnissen deutlich
2 erschwerte Startbedingungen haben. Defizite zu Schulbeginn wirken langfristig fort und sind später nur mit hohem Ressourceneinsatz auszugleichen.
Mit der Fortschreibung des Bildungsprogramms „Bildung elementar“ liegt Sprachbildung als Querschnittsaufgabe in der Verantwortung der Kindertageseinrichtungen. Eine verpflichtende landesweite Sprachstandsfeststellung vor Schuleintritt besteht jedoch nicht. Damit fehlt ein systematischer, verbindlicher Ankerpunkt, um Förderbedarfe frühzeitig zu erkennen und gezielt zu begleiten.
Magdeburg ist Landeshauptstadt besonders geeignet, hier modellhaft voranzugehen. Ziel ist nicht eine isolierte Kommunikationskampagne, sondern ein abgestimmtes Gesamtkonzept zwischen Kommune und Land, das Eltern frühzeitig informiert, Bildungsinstitutionen vernetzt, Übergänge strukturiert gestaltet und Förderbedarfe früh erkennt.
Ein solches Pilotprojekt könnte dem Land Sachsen-Anhalt als Blaupause dienen und zur Weiterentwicklung landesweiter Strategien im Bereich Sprachbildung und Frühförderung beitragen.
Die Stadt Magdeburg übernimmt hierbei ihre kommunale Verantwortung für die Rahmenbedingungen der Kindertagesbetreuung. Zugleich bedarf es der engen Kooperation mit em Land, insbesondere im Hinblick auf rechtliche Grundlagen, Qualitätsstandards und mögliche landesweite Implementierung.
Langfristig profitieren Kinder, Familien, Schulen und die Stadtgesellschaft gleichermaßen von einem frühzeitigen und systematischen Ansatz.
Das Modellprojekt kann umfassen:
a. frühzeitige Information und Ansprache von Eltern über die Bedeutung kontinuierlicher Kita-Teilnahme b. niedrigschwellige Beratungsangebote in Kooperation mit Kinderärzten, Familienzentren, sozialen Diensten und Bildungseinrichtungen c. Prüfung einer strukturierten Sprachstandserhebung vor Schuleintritt in enger Abstimmung mit dem Land d. Entwicklung verbindlicher Übergangsformate zwischen Kita und Grundschule e. Evaluation der Wirksamkeit des Modells mit Blick auf Übertragbarkeit auf das gesamte Land Sachsen-Anhalt
Stefanie Middendorf
Tim Rohne Stadträtin
Fraktionsvorsitzender CDU/FDP Stadtratsfraktion CDU/FDP Stadtratsfraktion