SPD Bremen-Stadt beschließt Grundsatzpapier Klimaanpassung in Bremen; 2035: Bremen spürbar widerstandsfähiger gegen Klimawandel

Klimaangepasstes Bremen 2035 – SPD Bremen

Klimaanpassung ist für uns öffentliche Daseinsvorsorge. Sie schützt Leben und Gesundheit, sichert Arbeitsplätze, Eigentum und Infrastruktur und sorgt dafür, dass alle Menschen auch unter veränderten klimatischen Bedingungen gut in Bremen leben können.

Der Arbeitskreis Umwelt, Klima und Transformation der SPD Bremen-Stadt hat das vorliegende Grundsatzpapier als Grundlage für die weitere programmatische Arbeit der SPD Bremen am 17.08.2026 beschlossen. Seine Ziele und Maßnahmen sollen in die Erarbeitung des Bürgerschaftswahlprogramms 2027 einfließen. Die SPD Bremen setzt sich dafür ein, die Klimaanpassungsstrategie 2025 für das Land Bremen und die Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven konsequent, sozial gerecht und finanziell abgesichert umzusetzen und weiterzuentwickeln. Klimaanpassung soll als verbindliche Querschnittsaufgabe in Politik, Verwaltung, öffentlichen Unternehmen und Stadtentwicklung verankert werden. Dies verlangt auch ein gegenseitig abgestimmtes Vorgehen zwischen den senatorischen Behörden.

Der Klimawandel ist in Bremen angekommen. Hitzeperioden, Trockenheit, Starkregen, Binnenhochwasser und Sturmfluten gefährden Gesundheit, Wohnungen, Arbeitsplätze, Natur, Landwirtschaft und öffentliche Infrastruktur. Besonders betroffen sind Menschen, die sich nicht aus eigener Kraft schützen können: Kinder, ältere und pflegebedürftige Menschen, chronisch Kranke, Menschen mit Behinderungen, Wohnungslose, Beschäftigte im Freien sowie Bewohnerinnen und Bewohner dicht bebauter und stark versiegelter Quartiere.

Derzeit steigen noch immer die globalen Emissionen. Daher wird es zu weiteren Veränderungen des Klimas kommen, unabhängig von der Klimapolitik Deutschlands oder Bremens. Ausgehend von den aktuellen Trends, ist damit zu rechnen, dass die Temperaturen signifikant steigen werden. Des Weiteren wird es mehr Extremwetterereignisse geben. Es hat sich gezeigt, dass auch unsere bisherigen Klimaschutzmaßnahmen nicht die notwendigen Erfolge gebracht haben. Aus Sicht der Bremer SPD benötigt die Solidargemeinschaft einen Konsens für eine nachhaltige Politik. Wir werden als SPD unseren Beitrag dazu leisten die Bremerinnen und Bremer zu schützen, und die Menschen dabei zu unterstützen selbstständig Klimaanpassungsmaßnahmen umzusetzen. Klimaanpassung ist deshalb eine Querschnittsaufgabe. Sie ist Umwelt-, Gesundheits-, Sozial-, Wohnungs-, Wirtschafts-, Arbeitsmarkt-, Infrastruktur- und Sicherheitspolitik. Sie ist eine Kernaufgabe eines handlungsfähigen Staates. Unser Maßstab ist die dreifache Wirkung: Jede Maßnahme soll ökologisch wirksam, sozial gerecht und wirtschaftlich vernünftig sein. Wo Zielkonflikte entstehen, müssen sie transparent gemacht und demokratisch entschieden werden.

Nicht der Geldbeutel darf darüber entscheiden, wer vor Hitze, Hochwasser, Sturm oder Starkregen geschützt ist. Öffentliche Mittel werden dort zuerst eingesetzt, wo Gefährdung und soziale Verwundbarkeit am größten sind.

Vorsorge statt später Schadensbeseitigung: Rechtzeitiges Handeln schützt Menschen und ist häufig wirtschaftlicher als die Beseitigung vermeidbarer Schäden.

Soziale Gerechtigkeit: Besonders belastete Menschen und Quartiere erhalten Vorrang. Klimaanpassung darf nicht zu Verdrängung oder übermäßigen Mietsteigerungen führen.

Starke öffentliche Daseinsvorsorge: Land, Stadtgemeinden und öffentliche Unternehmen übernehmen Verantwortung und gehen mit gutem Beispiel voran.

Naturbasierte und technische Lösungen verbinden: Stadtgrün, Böden und Gewässer werden mit leistungsfähiger Infrastruktur, Digitalisierung und Katastrophenvorsorge zusammengedacht.

Gute Arbeit und regionale Wertschöpfung: Öffentliche Investitionen stärken Handwerk, Bauwirtschaft, Garten- und Landschaftsbau, Planung, Forschung und Ausbildung in der Region.

Standortpolitik: Klimaanpassung ist ein Standortvorteil im Wettbewerb mit anderen Kommunen.

Beteiligung und lokale Kompetenz: Beiräte, Stadtteilpolitik, Verbände, Wissenschaft, Wirtschaft, Beschäftigte sowie Bürgerinnen und Bürger werden frühzeitig einbezogen.

Messbare Wirkung: Ziele, Zuständigkeiten, Zeitpläne und Finanzierung werden nachvollziehbar festgelegt und regelmäßig überprüft.

Bis 2035 wollen wir Bremen spürbar widerstandsfähiger gegen die Auswirkungen des Klimawandels machen. Dafür werden nach Beschluss dieses Papiers messbare Ausgangs- und Zwischenwerte entwickelt. Politisch leiten uns folgende Ziele:

Das Schwammstadtprinzip ist verbindlicher Standard bei relevanten öffentlichen Vorhaben.

Besonders hitze- und starkregenbelastete Quartiere werden auf Grundlage sozialräumlicher Kriterien vorrangig angepasst.

Schulen, Kitas, Pflege- und Gesundheitseinrichtungen verfügen über wirksame Hitze- und Extremwettervorsorge.

Ein gut erreichbares Netz aus kühlen Orten, Schattenplätzen und Trinkwasserangeboten steht zur Verfügung.

Stadtbäume und Grünflächen werden nicht nur vermehrt, sondern dauerhaft gepflegt und klimaresilient entwickelt.

Kritische Infrastrukturen über aktuelle Klimarisikoanalysen und priorisierte Anpassungspläne überwachen und stetig evaluieren.

Starkregen-, Hochwasser- und Küstenschutz berücksichtigen auch kombinierte Extremereignisse und langfristige Klimaszenarien.

Öffentliche Unternehmen berichten nachvollziehbar über ihre Klimaanpassung.

Kleine und mittlere Unternehmen, Landwirtschaft und soziale Träger erhalten passgenaue Unterstützung.

Klimaanpassung schafft gute Arbeit, Ausbildung und regionale Wertschöpfung.

Die Umsetzung wird anhand messbarer Ziele regelmäßig öffentlich überprüft.

Schluss: Sicherheit und Lebensqualität für alle

Die SPD Bremen verbindet ökologische Verantwortung mit sozialer Sicherheit und wirtschaftlicher Vernunft. Wir schützen zuerst diejenigen, die besonders gefährdet sind. Wir stärken öffentliche Infrastruktur und handlungsfähige Verwaltungen. Wir sichern Arbeitsplätze und schaffen neue Chancen für Handwerk, Wirtschaft, Wissenschaft und Ausbildung. Und wir bewahren Natur, Wasser und Böden als gemeinsame Lebensgrundlagen. Klimaanpassung ist für uns kein Luxus und kein Projekt für einzelne wohlhabende Quartiere. Sie ist solidarisch finanzierte Daseinsvorsorge für alle Menschen. Ein klimaangepasstes Bremen ist sozial gerechter, wirtschaftlich stärker, ökologisch widerstandsfähiger – und auch in Zukunft ein guter Ort zum Leben und Arbeiten.

Klimaanpassungsstrategie 2025 für das Land Bremen und die Stadtgemeinde Bremen;

Hitzeaktionsplan des Landes Bremen und seiner Stadtgemeinden;

Bundes-Klimaanpassungsgesetz und Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel;

bestehende Bremer Konzepte und Programme zu Schwammstadt, Hochwasserschutz, Stadtgrün, Baumschutz, Moorentwicklung, Biodiversität und nachhaltiger Stadtentwicklung.

Beschluss des Arbeitskreises Umwelt, Klima, Transformation zum Download:

Mitglied der Bremischen Bürgerschaft, Sprecher für Klima, Umwelt, Landwirtschaft und Ernährung der SPD-Bürgerschaftsfraktion

Derik Eicke 27. August 2026 27. August 2026 Antwort schreiben 4 min Lesezeit

  1. August 2026 27. August 2026

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