Straßen.NRW-Regionalniederlassung Ruhr gibt L821n Bergkamen frei; Durchgangsverkehr entlastet Oberaden nachhaltig.

L821n: Verkehrsfreigabe der Ortsumgehung Bergkamen-Oberaden - Straßen.NRW

L821n: Verkehrsfreigabe der Ortsumgehung Bergkamen-Oberaden

Bergkamen (straßen.nrw). Die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Ruhr gibt heute die L821n in Bergkamen für den Verkehr frei. Die 1,8 Kilometer lange Ortsumgehung verbindet die L654 (Lünener Straße) im Süden mit der Erich-Ollenhauer-Straße (K16) im Norden. Sie entlastet künftig insbesondere die Stadtteile Oberaden und Weddinghofen nachhaltig vom Durchgangsverkehr.

Mit der neuen Trasse wird der Durchgangsverkehr östlich am Ortskern Bergkamen-Oberaden vorbeigeführt. Damit wird das Verkehrsaufkommen auf der Jahnstraße, der Schulstraße und der Landwehrstraße verringert – ein Gewinn für Verkehrssicherheit, Wohnqualität und städtebauliche Entwicklung. Die Entlastung der Ortsdurchfahrten und Umwidmung zur städtischen Straße eröffnet der Stadt Bergkamen Möglichkeiten für eine attraktivere Gestaltung des öffentlichen Raums und eine Stärkung des Fuß- und Radverkehrs. So lässt sich die Lebensqualität in den Stadtteilen nachhaltig verbessern. Parallel zur Verkehrsfreigabe der neuen Strecke wird das Abstufungsverfahren für die alte L821 (Jahnstraße, Schulstraße, Landwehrstraße) eingeleitet, um den verbleibenden lokalen Verkehr entsprechend zu regeln. Für die Anwohner*innen in den Ortskernen bedeutet das weniger Lärm, weniger Abgase, weniger Staus und stattdessen mehr Aufenthaltsqualität in ihren Stadtteilen. Für viele Pendlerinnen und Pendler bedeutet die Freigabe der L821n kürzere Fahrzeiten und einen flüssigeren Verkehrsablauf.

„Die Freigabe der L821n ist ein wichtiger Meilenstein für die Verkehrssicherheit und die städtebauliche Entwicklung in Bergkamen-Oberaden“, so Dirk Heidermann, Abteilungsleitung Bau der Straßen.NRW-Regionalniederlassung Ruhr. Und ergänzt: „Die neue Straße ist ein wichtiger Baustein für die regionale Verkehrsplanung und entlastet das bestehende Netz nachhaltig.“

Auch Bürgermeister Thomas Heinzel freut sich über die Freigabe der neuen Ortsumgehung: „Das Warten hat nun ein Ende, und die Stadt ist nun gefordert, die Verkehrsberuhigungen in den Ortsteilen Weddinghofen und Oberaden weiterzuentwickeln.“

Zwei Kreisverkehre am jeweils nördlichen und südlichen Ende der neuen Ortsumgehung sorgen für einen leichten und sicheren Verkehrsfluss. Zwei neue Brücken überspannen den Heidegraben und den Kuhbach. Bei der Brücke über den Kuhbach, die im August 2025 durch einen Brand beschädigt wurde, wird Straßen.NRW zu einem späteren Zeitpunkt die beschädigten Lager austauschen. Dafür sind voraussichtlich keine größeren Verkehrseingriffe nötig.

Ein kombinierter Geh- und Radweg entlang der Lünener Straße verbessert die Sicherheit für Fußgängerinnen und Radfahrerinnen. Zur Freigabe der L821n wird auch der Kuhbachradweg wiederhergestellt. Feuchtbiotope und Amphibienleiteinrichtungen sorgen ebenso wie Hecken und Baumpflanzungen dafür, dass Verkehrsinfrastruktur und Naturschutz miteinander in Einklang gebracht werden. Begrünte Lärmschutzwälle sorgen an der Lünener Straße für mehr Ruhe auf den anliegenden Wohngrundstücken.

„Damit ist die L821n ein perfektes Beispiel dafür, wie wir als Straßen.NRW nicht nur Infrastruktur bauen, sondern Lebensqualität verbessern. Trotz Rückschlägen im Projekt wie der Insolvenz eines Bauunternehmens haben wir die Arbeiten zielgerichtet vorangetrieben. Jetzt freuen wir uns über die Fertigstellung – ein großer Moment für uns, für die Bürger*innen in Bergkamen und für die gesamte Region,“ erklärte Abteilungsleiter Dirk Heidermann während einer Pressekonferenz zur Freigabe der L821n für den Verkehr.

Länge der Neubaustrecke: 1,8 Kilometer

Planung und Durchführung: Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW), Regionalniederlassung Ruhr

Brücke über den Heidegraben: Länge 20 Meter, Höhe bis zu vier Meter

Brücke über den Kuhbach: Länge 100 Meter, Höhe bis zu 5,5 Meter

Vier Amphibiendurchlässe im Nordabschnitt der L821n

circa 1.200 Meter dauerhafte Amphibienleiteinrichtungen

In dem für die L821n hergestellten Rückhaltemuldensystem sammeln Mulden und unterirdische Rigolen das Regen- und Oberflächenwasser. Das Oberflächenwasser versickert in den Mulden durch die belebte Bodenzone und wird dadurch gereinigt. Das Wasser wird dann aus den kaskadenförmig angelegten Entwässerungsgräben und unterirdischen Speicherblöcken zeitlich versetzt in den Heidegraben, den Kuhbach und das Kanalnetz der Stadt Bergkamen abgegeben. Das System ist auch für Starkregenereignisse geeignet, da es Wasser nur gedrosselt abgibt und als eine Art „Zwischenspeicher“ für das Oberflächenwasser dient.

Auf rund 25.000 Quadratmetern wird eine kleine Waldfläche mit Hochstämmen und Sträuchern entstehen. Gepflanzt werden u.a. Feldahorn und Hainbuche sowie Rosen und Schlehen.

Zusätzlich werden knapp 750 Hochstämme wie Vogelbeere, Esskastanie und Ulme gepflanzt. Dazu zählen auch acht Linden, die entlang der L654 (Lünener Straße) den Alleecharakter der Straße ergänzen sowie rund 500 Eichen, die eine Streuobstwiese östlich der L821n säumen. Auf circa 8.000 Quadratmetern werden heimische Wildsträucher und Gehölze wie Holunder, Schneeball und Spindelstrauch gepflanzt. Ausgewählt wurden diese vor allem danach, dass sie möglichst vielen Kleintieren wie Vögeln und Insekten ganzjährig als Nahrungsquelle dienen können. Zusätzlich entstehen dichte Hecken entlang der Straße auf einer Fläche von knapp 6.000 Quadratmetern.

Für Amphibien und andere wassernah lebende Tiere werden zwei Kleingewässer mit einer Gesamtfläche von 11.000 Quadratmetern angelegt. Darüber hinaus sorgen dauerhafte Leiteinrichtungen und Durchlässe für sichere Wanderungs- und Querungsmöglichkeiten. Als zusätzliche Habitatelemente werden Stein- und Totholzhaufen geschaffen.

Auf rund 50.000 Quadratmetern entstehen Wiesenflächen mit regionalem Saatgut, die künftig extensiv bewirtschaftet werden.

Bilder der fertiggestellten L821n zum Download

Freigabe der L821n in Bergkamen am 27. August 2026 (1,1 MiB, JPG)

Freigabe der L821n in Bergkamen am 27. August 2026 (1,0 MiB, JPG)