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title: "VDV-Kundenbarometer 2026 zeigt Fortschritte im ÖPNV in Berlin; Monatliche Nutzer bei rund 50 Prozent Höchststand"
sdDatePublished: "2026-08-27T14:22:00Z"
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VDV-Kundenbarometer 2026 zeigt Fortschritte im ÖPNV in Berlin; Monatliche Nutzer bei rund 50 Prozent Höchststand

Berlin, den 27. August 2026
Kundenzufriedenheit steigt, Finanzierungsdruck bleibt
VDV-Kundenbarometer 2026 zeigt Fortschritte im ÖPNV – Bund
und Länder müssen Angebot, Qualität und Ausbau absichern
„Das VDV-Kundenbarometer zeigt: Der ÖPNV gewinnt wieder an Vertrauen, die
Nutzung wächst und die Kundenzufriedenheit stabilisiert sich. Diese Entwicklung
ist ein Erfolg der Verkehrsunternehmen und ihrer Beschäftigten. Bund und Länder
müssen die ÖPNV-Finanzierung jetzt zukunftsgerichtet ausrichten, damit diese
Erfolge nicht verspielt werden. Verkehrsunternehmen brauchen die finanziellen
Voraussetzungen, um ihr Angebot zu stabilisieren, qualitativ bestmöglich zu
gestalten und dort auszubauen, wo die Nachfrage wächst“, sagt Ingo Wortmann,
VDV-Präsident. Die Zufriedenheit der Fahrgäste mit dem öffentlichen
Personenverkehr in Deutschland hat sich 2026 leicht verbessert. Im aktuellen
VDV-Kundenbarometer steigt die Globalzufriedenheit auf 2,90, nach 2,95 in der
letzten Messung 2024. Zugleich erreicht der Anteil der regelmäßigen ÖPNV-
Nutzerinnen und -Nutzer mit mindestens monatlicher Nutzung mit rund
50 Prozent einen Höchststand. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen
sieht darin ein wichtiges Signal: Die Branche hat in den vergangenen Jahren trotz
hoher Belastungen Stabilisierungserfolge erzielt. Damit diese Entwicklung nicht
wieder verloren geht, müssen Bund und Länder die ÖPNV-Finanzierung jetzt
zukunftsgerichtet ausrichten.
Die Ergebnisse des Kundenbarometers zeigen, dass der öffentliche Verkehr wieder
stärker genutzt wird. Der Anteil der Menschen, die Busse und Bahnen mindestens
monatlich nutzen, liegt inzwischen bei rund 50 Prozent. Gleichzeitig ist der Anteil der
Nicht-Nutzer, die seltener als einmal pro Jahr mit dem ÖPNV fahren, von 32 auf
28 Prozent gesunken. Auch das Deutschland-Ticket hat dazu beigetragen, neue
Kundinnen und Kunden an den ÖPNV heranzuführen: Sein Anteil ist von 2024 bis 2026
um fast fünf Prozentpunkte gestiegen.
Qualität: Fortschritte werden sichtbar
Die Studie zeigt zugleich, dass sich wesentliche Leistungsmerkmale verbessert haben.
Positiv bewertet werden insbesondere digitale Angebote wie Chipkarte und
Handyticket, die Freundlichkeit des Personals sowie Verbesserungen bei Linien- und
Streckennetz, Anschlüssen und Taktfrequenz. In Metropolen hat sich die
Pressemitteilung

Globalzufriedenheit auf 2,65 verbessert. Das unterstreicht, dass betriebliche
Stabilisierung und Verbesserungen im Angebot bei den Fahrgästen ankommen.
„Die Verbesserungen bei Angebot, digitalen Zugängen und Service zeigen, dass sich
gezielte Anstrengungen auszahlen. Qualität entsteht nicht von selbst. Sie braucht
verlässliche Finanzierung, Planungssicherheit und Investitionen über mehrere Jahre.
Nur dann können Verkehrsunternehmen Personal gewinnen, Fahrzeuge
modernisieren, digitale Angebote weiterentwickeln und das Leistungsangebot für die
Fahrgäste zuverlässig sichern“, so Wortmann.
Finanzierung: Preisfragen bleiben sensibel
Gleichzeitig macht das VDV-Kundenbarometer deutlich, wo die Risiken liegen. Das
Preis-Leistungs-Verhältnis ist das einzige Merkmal, das sich signifikant verschlechtert
hat. Besonders kritisch bewerten dies Nutzerinnen und Nutzer des D-Tickets. Dort
sank die Zufriedenheit beim Preis-Leistungs-Verhältnis von 2,85 auf 3,11. Auffällig ist
zudem, dass wöchentliche Nutzerinnen und Nutzer deutlich unzufriedener sind als in
der letzten vom VDV beauftragten Messung 2024. Gerade diese Gruppe reagiert
sensibel auf Preisänderungen und auf die Frage, ob sich der regelmäßige Kauf eines
Tickets noch lohnt. „Daraus ergibt sich eine klare verkehrspolitische
Schlussfolgerung: Wenn Bund und Länder einen stabilen, attraktiven und wachsenden
ÖPNV wollen, müssen sie auch die finanziellen Voraussetzungen dafür schaffen. Die
Entwicklung der Ticketpreise darf nicht dazu führen, dass entweder
Verkehrsunternehmen Leistungen ausdünnen, Modernisierung verschieben oder
notwendige Angebotsausweitungen unterlassen oder Fahrgäste in größerer Anzahl auf
andere Verkehrsmittel umsteigen.
Angebot: Stabilität braucht Verlässlichkeit
Für den Branchenverband ist daher klar: Die Finanzierung des ÖPNV muss sich an den
realen Anforderungen eines wachsenden Systems orientieren. Mehr Nachfrage,
höhere Qualitätsansprüche, zusätzliche Investitionen in Digitalisierung und Fahrzeuge
sowie ein verlässlicher Betrieb erfordern eine langfristig tragfähige Finanzierung. Ziel
muss es sein, das bestehende Angebot zu stabilisieren, die Qualität für die Fahrgäste
weiter zu verbessern und den Ausbau dort zu ermöglichen, wo zusätzliche Kapazitäten
gebraucht werden. „Wer einen Beitrag für den Wirtschaftsstandort Deutschland, mehr
Teilhabe und verlässliche Mobilität will, muss den ÖPNV finanziell so ausstatten, dass
er dauerhaft leistungsfähig bleibt. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass
Fortschritte möglich sind. Jetzt kommt es darauf an, diese Erfolge nicht zu verspielen,
sondern mit einer zukunftsgerichteten Finanzierung in dauerhafte Qualität und
weiteres Wachstum zu übersetzen“, sagt Wortmann.
Studie: Breite Datengrundlage
Das VDV-Kundenbarometer 2026 wurde von Kantar erstellt und basiert auf
2 213 Interviews, darunter 1 671 ÖPNV-Nutzer und 664 Nicht-Nutzer. Die Befragung
wurde vom 16. bis 30. April 2026 durchgeführt. Die Ergebnisse geben damit einen
belastbaren bundesweiten Einblick in Nutzung, Zufriedenheit und Erwartungen der
Fahrgäste im öffentlichen Verkehr.
Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e. V. (VDV)

Lars Wagner · Pressesprecher · T 030 399932-14 · wagner@vdv.de
Eike Arnold · stv. Pressesprecher · T 030 399932-19 · arnold@vdv.de
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) ist der Branchenverband des öffentlichen Personen-
und Schienengüterverkehrs mit rund 700 Mitgliedsunternehmen. Branche und Branchenverband sorgen für
mehr klimaschonende Beförderung und Transport von Menschen und Gütern bei weniger Verkehr.
Die Mitgliedsunternehmen des VDV spielen eine entscheidende Rolle für den Wirtschaftsstandort
Deutschland und bei der Lösung verkehrlicher Herausforderungen. Nachdem die Fahrgastzahlen im
öffentlichen Personennahverkehr pandemiebedingt zurückgegangen waren, steigt die Nachfrage seit dem
Jahr 2022 wieder an. Die VDV-Mitgliedsunternehmen befördern jeden Tag 24 Millionen Fahrgäste in
Deutschland mit Bus und Bahn und ersparen damit 17 Millionen Autofahrten. Zuletzt transportierten die VDV-
Unternehmen im öffentlichen Schienengüterverkehr 360 Millionen Tonnen Güter. Das ersetzt am Tag rund
60.000 voll beladene Lkw auf deutschen Straßen. Durch ihre Verkehrsleistung sparen Busse und Bahnen
zehn Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen jährlich ein.

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