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title: "Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Rheinland, nutzt Mobile Mapping System (MMS) zur 3D-Umgebungserfassung auf Autobahnen; bis zu einer Milliarde Punkte pro Kilometer"
sdDatePublished: "2026-08-28T11:29:00Z"
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Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Rheinland, nutzt Mobile Mapping System (MMS) zur 3D-Umgebungserfassung auf Autobahnen; bis zu einer Milliarde Punkte pro Kilometer

Auf in ein neues Zeitalter | Die Autobahn GmbH des Bundes

Auf in ein neues Zeitalter

Die Augen von Vermessungsingenieur Christian Graser leuchten. Fast so, als fallen Ostern und Weihnachten auf einen Tag. Als er zusammen mit seiner Kollegin Maike Kohl, Vermessungstechnikerin aus der Abteilung Vermessung und Geodaten der Niederlassung Rheinland, das Mobile-Mapping-System (MMS) Leica Pegasus TRK 700 auf das Dach des kleinen Transporters hebt, ist das für die beiden und ihre Kolleginnen und Kollegen der Schritt in ein neues Zeitalter.

Beschafft wurde das MMS vom Team Vermessung der Zentrale der Autobahn GmbH und steht allen Niederlassungen bundesweit für ihre Vermessungsaufgaben zur Verfügung. Ab sofort nutzt die Niederlassung Rheinland das Mobile Mapping System (MMS) zur 3D-Umgebungserfassung. Wurden diese hochkomplexen Vermessungen in der Vergangenheit noch über externe Dienstleister beauftragt, erbringt die Abteilung Vermessung und Geodaten diese Leistung nun komplett selbst, um Autobahnen im fließenden Verkehr punktgenau zu erfassen.

Und punktgenau meint punktgenau: Pro Kilometer können je nach Einstellung bis zu eine Milliarde Punkte aufgenommen werden. Selbst kleinste Details, die das menschliche Auge kaum erfassen würde, registrieren die Laser und Kameras. Damit das System richtig arbeitet, sind mehrere Arbeitsschritte notwendig. Allein die Installation des Messsystems auf dem Dach und des Odometers am Reifen dauert zwischen 30 und 45 Minuten. Im Transporter sorgen drei Akkus, jeweils so groß wie ein Bierkasten, für den nötigen Strom. Im System halten zwei je 1,5 Terrabyte große Festplatte genügend Datenspeicher vor, gesteuert wird das System über ein Tablet.

„Durch diese Möglichkeit der Erfassung müssen wir uns für die eigentliche Hauptvermessung nicht mehr auf die Autobahn stellen. Wir entgehen damit weitgehend dem Gefahrenraum Autobahn“, sagt Christian Graser. Gleichzeitig müssen keine Spuren mehr gesperrt werden, die Beeinträchtigung des Verkehrsflusses für Vermessungsarbeiten tendiert gegen Null. Die Aufnahmen können eigentlich immer stattfinden, hell oder dunkel spielt keine Rolle. Nur Nässe mag der Laserscanner nicht.

Passpunkte sorgen für fachliche Gewährleistung

Ganz ohne Handarbeit geht es am Ende aber doch nicht: Um die absolute Höchstgenauigkeit der digitalen Daten zu garantieren, müssen vorab weiterhin klassische Passpunkte auf der Autobahn markiert und präzise eingemessen werden. Für das Setzen dieser Kontrollpunkte müssen die Teams zwar nach wie vor kurzzeitig auf die Strecke – die Gesamtaufenthaltszeit im Gefahrenraum reduziert sich durch das Mobile Mapping jedoch auf ein absolutes Minimum. „Das System wird zwar von vielen hochmodernen Sensoren gestützt, aber wir Vermesser benötigen zwingend diese Referenz- und Kontrollpunkte, um am Ende die fachliche Gewährleistung für die Messdaten übernehmen zu können“, erklärt Christian Graser.

Große Detailtiefe ist Gold wert

Damit sein Rechner die unglaubliche Menge an Daten aufnehmen und bearbeiten kann, ist natürlich eine hohe Performance notwendig. Christian Graser, Maike Kohl und weitere Kolleginnen und Kollegen in der Abteilung Vermessung und Geodaten bearbeiten diese schlussendlich anlassbezogen. „Personen bzw. Fahrzeuge werden anonymisiert und rausgerechnet. Wir können nahezu alles im sichtbaren Straßenkörperbereich darstellen und erfassen: Fahrspuren, Markierungen, Bordsteine, Kanaldeckel, Schutzeinrichtungen, Schilder, Unebenheiten, und alles in einer großen Detailtiefe. Für Techniker und Planer ist das Gold wert, da die Werte viel genauer sind, als eine bloße Sichtung.“

Um möglichst alles zu erfassen, befahren die Vermesser die Autobahn-Abschnitte üblicherweise mindestens zweimal. Sichthindernisse wie zum Beispiel große LKW werden dadurch rausgerechnet. Mit diesem System ist die Autobahn GmbH bestens für die digitalen Anforderungen der Zukunft gerüstet – und sorgt gleichzeitig für mehr Sicherheit der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der Strecke.

Die Autobahn GmbH des Bundes

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