Nvidia starker Ausblick treibt Nasdaq in New York; Nasdaq 100 +1.1%
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Marktkommentar 28. August 2026
Aktien International
Täglicher Marktkommentar aus dem BEKB-Handelsraum
Übersicht Übersee Schluss Veränderung (in %) Volumen (Mrd.) Dow Jones Industrial 53'569
- 0.2 S&P 500 7'731
- 0.7 NYSE: 1.09 Nasdaq Composite 26'541
- 1.6 Nasdaq: 7.60 Nikkei 225 66'473
- 0.5 Hang Seng 25'652
- 0.4 Shanghai Composite 3'961
- 0.1
Europa Vortag Trading Range Weitere Kurse DAX 26'367 26'180 – 26'500 USD/CHF 0.8050 EUR/CHF 0.9375 EuroStoxx 50 6'425 6'350 – 6'520 Gold 4'573 USD/Unze Stoxx 50 5'441 5'375 – 5'500 NY WTI-Rohöl-Future 83.15 USD
New York Ein starker Ausblick des Chipriesen Nvidia hat der US- Technologiebörse Nasdaq gestern Donnerstag Schwung gegeben. Mit den Softwareanbietern Salesforce und Crowdstrike lieferten weitere Tech-Unternehmen posi- tive Nachrichten. Zuletzt stieg der Auswahlindex Nas- daq 100 um 1,1 %. Damit schaffte er es wieder über seine 50-Tage-Linie, die als mittelfristiges Trendbarome- ter gilt. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,7 % hoch. Der Leitindex Dow Jones Industrial schaffte lediglich ein Plus von 0,2 %. Hier zeigte sich die Anspan- nung vor dem anstehenden internationalen Noten-
www.bekb.ch | Marktkommentar | 28. August 2026 2 banktreffen in Jackson Hole. Heute Freitag wird US- Notenbankchef Kevin Warsh seine Rede halten. Die Nvidia-Titel zählten gestern Donnerstag dank eines Kurssprungs von 8,9 % zu den grössten Gewinnern im Nasdaq 100. Das wertvollste Börsenunternehmen der Welt profitierte von der ungebrochenen Nachfrage nach Rechenkraft für KI-Anwendungen. Es konnte seinen Quartalsumsatz und den Nettogewinn mehr als verdop- peln und rechnet auch im weiteren Geschäftsverlauf mit einem starken Wachstum. Im Kielwasser von Nvidia ging es auch für andere Halbleitertitel bergauf. So gewannen Intel 2,8 und NXP 1,2 %. Die Aktien von Salesforce zogen um 22 und die von Crowdstrike um 19 % an. Für Euphorie sorgten hier gute Quartalszahlen beziehungs- weise angehobene Jahresziele. Mit ServiceNow profi- tierte davon auch ein Branchenkollege, dessen Aktien- kurs um 9 % stieg. Dass der Cloud-Anbieter Okta die Prognose nach oben schraubte, bescherte dessen An- teilscheinen ein Plus von 29 %. Einige Unternehmens- nachrichten sorgten allerdings auch für Kursverluste. So büssten die Aktien des Computer- und Druckerherstel- lers HP 4,6 % ein. Ohne Berücksichtigung der Rücker- stattung von US-Zöllen hätte der Ergebnisausblick auf das laufende Quartal die Erwartungen verfehlt, sagte ein Analyst. Bei Moderna mussten die Anleger einen Kurs- rückschlag von zuletzt 4,6 % auf 142,78 US-Dollar ver- kraften. Das Unternehmen, das ebenso wie Konkurrent Biontech während der Corona-Pandemie mit seinen mRNA-basierten Impfstoffen bekannt geworden war, kündigte eine 2 Milliarden Dollar schwere Wandelanleihe an. Vor gut einer Woche waren die Aktien bis auf 176,66 Dollar hochgeschnellt, nachdem Moderna und sein Part- ner Merck & Co über eine erfolgreiche Studie zu einem Melanom-Impfstoff berichtet hatten.
Asien An den Börsen in Ostasien und Australien lässt sich zum Wochenausklang keine einheitliche Tendenz ausma- chen. Vor dem mit Spannung erwarteten Auftritt des US-Notenbankchairmans Kevin Warsh auf dem Noten- bankertreffen in Jackson Hole halten sich die Anleger meist zurück. Von seiner Rede erhofft man sich Informa- tionen zum künftigen geldpolitischen Kurs der Federal Reserve. In Tokio steigt der Nikkei-225-Index um 0,5 %, der brei- ter gefasste Topix gewinnt 1,1 %. Die Kernverbrau- cherpreise in der Region Tokio sind im August ungefähr im erwarteten Rahmen gestiegen (siehe Marktnachrich- ten). Dagegen verliert der Kospi in Seoul 1 %, belastet von den Chip-Schwergewichten SK Hynix und Sams- ung Electronics, die um 2,1 und 2,3 % nachgeben. An der Börse in Hongkong liegt der Hang-Seng-Index 0,4 % im Plus, der Composite-Index in Shanghai tendiert gut behauptet. In Sydney rückt der S&P/ASX-200 um 0,5 % vor. Nachdem die Börsen der Region gestern Donnerstag noch die starken Zahlen und den optimistischen Aus- blick von Nvidia gefeiert hatten, nehmen die Investoren nun in vielen Fällen die als durchwachsen interpretierten Zahlen des US-Chipdesigners Marvell zum Anlass, Ge- winne mitzunehmen. Marvell hat zwar die Wachs- tumsprognosen für das laufende und das folgende Ge- schäftsjahr erhöht, allerdings hat das Unternehmen mit dem Ergebnis des zweiten Geschäftsquartals die Kon- sensschätzung nur knapp übertroffen. Die “Flüster- schätzungen” seien hoch höher gewesen als der Kon- sens, heisst es. Überdies hat sich der Aktienkurs im lau- fenden Jahr schon nahezu verdreifacht (siehe Markt- nachrichten).
Europa Die Finanzmärkte blicken heute gespannt nach Jackson Hole in den USA. Bei dem wichtigen Treffen der interna- tionalen Notenbanker steht die erste Rede des neuen US-Notenbankchefs Kevin Warsh im Mittelpunkt. Die Anleger erhoffen sich Hinweise darauf, wie die US- Notenbank angesichts der weiterhin erhöhten Inflation ihren künftigen Zinskurs ausrichten will. Für die Börsen ist das auch relevant, weil hohe Zinsen vor allem wachs- tumsstarke Technologieunternehmen unter Druck setzen können. Eine zurückhaltende Tonlage Warshs könnte die Aktienmärkte daher weiter stützen. Sollte er dagegen auf die weiterhin über dem Ziel der US- Notenbank Fed liegende Inflation hinweisen und einen vorsichtigen Kurs signalisieren, könnte dies die jüngste Rally bremsen. Für die europäischen Aktienmärkte wird heute ein freundlicher Auftakt erwartet. Die hiesigen Leitindizes hatten den Handel gestern unter anderem dank einem guten Quartalsergebnis des “KI-Riesen” Nvidia in positi- vem Territorium beendet, teilweise weiterhin nahe ihrer Allzeithochs.
Marktnachrichten
US-Konjunktur: US-Notenbankchef Warsh spricht in Jackson Hole US-Notenbankchef Kevin Warsh steht diese Woche vor seinem bisher grössten Publikum mit einer über allem
www.bekb.ch | Marktkommentar | 28. August 2026 3 schwebenden Frage: Ist die Inflation hoch wegen ein- maliger Schocks wie Zöllen und einem Krieg oder läuft die Wirtschaft schlichtweg zu heiss? Von der Beantwor- tung dieser Frage hängt ab, ob die Zinsen steigen wer- den. Sie spaltet auch Warshs Kollegen. Drei Notenbanker stimmten im Juli für eine Zinserhöhung, andere haben signalisiert, dass sie offen dafür sind, sich ihnen anzu- schliessen. Warsh hat nicht gesagt, wie er dazu steht - das ist ein Teil seiner neuen Strategie, weniger zu kommunizieren. Wenn Warsh heute Freitag auf der jährlichen Konferenz der Kansas City Fed in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming spricht, werden die Anleger genau hinhören, wie er diese Wirtschaft einschätzt und was ihn zum Handeln bewegen würde. Das werden auch viele seiner anwesenden Kollegen tun. Warsh hat eine Wirtschaft geerbt, die aus zwei Perspektiven betrachtet werden kann, was gegensätzliche Konsequenzen für die Geldpolitik hat. Die erste Perspektive geht davon aus, dass die Inflation seit über einem Jahr durch eine Reihe einmaliger Schocks wie Zölle und die Unterbrechung der Energieversorgung durch den Iran-Krieg über dem Zielwert gehalten wird. Eine Zentralbank muss als Reak- tion auf solche Schocks die Zinsen nicht anheben, in der Zuversicht, dass die Inflation von selbst zurückgeht, wenn diese nachlassen. Bei der zweiten Perspektive verbergen diese Schocks tiefere Ungleichgewichte. Die Nachfrage übersteigt das Angebot und ermöglicht es den Unternehmen, Preiserhöhungen durchzusetzen. Diese Art von Inflation geht nicht von selbst zurück und erfordert ein Eingreifen der Zentralbank. Schwächere Preisdaten in den vergangenen zwei Mo- naten haben den Druck, die Zinsen auf der nächsten Fed-Sitzung im September anzuheben, vorerst gemil- dert. Aber sie haben nicht geklärt, ob die Zinssätze rest- riktiv genug sind, um die Inflation weiter sinken zu las- sen, zumal der Iran-Krieg, neue Zölle und der KI-Ausbau drohen, einen anhaltenden Aufwärtsdruck auf die Prei- se auszuüben. Warsh hat zugesagt, die Fed umzukrempeln. Er ist der Ansicht, dass sie bei ihrer Hauptaufgabe, für eine niedri- ge Inflation zu sorgen, versagt hat. Eine solche Agenda beruht auf einer Diagnose dessen, was die Inflation hochhält. Die Inflation fiel von rund 7 % auf unter 3 %, stieg dann leicht an und stagnierte. Sie liegt seit über fünf Jahren über dem Ziel von 2 %. Warshs Kollegen sind sich nicht einig, ob der aktuelle Leitzins der Fed von rund 3,6 % hoch genug ist, um die Wirtschaft zu bremsen und die Inflation zu senken.
Konjunktur Japan: Inflation in Tokio zieht an Die Inflation in der japanischen Hauptstadt Tokio hat sich im August Daten zufolge unerwartet beschleunigt und nähert sich dem Ziel der Zentralbank Bank of Japan (BOJ) von zwei Prozent. Die Verbraucherpreise ohne frische Lebensmittel stiegen im Jahresvergleich um 1,8 %, wie aus den Zahlen her- vorging. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Plus von 1,7 % gerechnet, nach ebenfalls 1,7 % im Juli. Ein weite- rer Index, der neben frischen Lebensmitteln zudem die Energiekosten ausklammert und von der BOJ als wich- tiger Indikator für den Inflationstrend beachtet wird, kletterte im August auf 2,0 % nach 1,8 % im Vormonat. Die Daten für Tokio gelten als Frühindikator für die landesweite Preisentwicklung. Analysten zufolge spie- geln sie den zunehmenden Preisdruck infolge des Nah- ost-Konflikts wider.
Marvell Technology: Höchster Quartalserlös der Firmengeschichte
Marvell Technology meldet mit 2,74 Milliarden US-Dollar den höchsten Quartalsumsatz der Firmengeschichte und hebt die Prognose für das laufende und das kommende Geschäftsjahr erneut an. Der Umsatz steigt im zweiten Geschäftsquartal 2027 um 37 % und übertrifft damit den Analystenkonsens von 2,72 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Marvell-Anteilschein klettert im abgelaufenen Vierteljahr von auf 94 Cent je Aktie und kam im Rahmen der Er- wartungen der Analysten zu liegen. CEO Matt Murphy beschreibt die Nachfrage nach KI- Aufträgen als “aussergewöhnlich robust” und kündigt an, dass sich das Umsatzwachstum im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres noch beschleunigen soll. Für die Bruttomarge kalkuliert das Unternehmen mit 57,5 % bis 58,5 %, was gegenüber den erreichten 58,9 % im Berichtsquartal tendenziell etwas niedriger angesetzt ist. Das nimmt der insgesamt starken Guidance etwas von ihrer Schärfe, ändert aber nichts am Kernbefund. Marvell rechnet nicht mit einer Stabilisierung des Wachs- tumstempos, sondern mit einer weiteren Beschleuni- gung, getrieben von der angekündigten Erholung im Kerngschäft mit Datenzentern in der zweiten Jahres- hälfte.
www.bekb.ch | Marktkommentar | 28. August 2026 4 Futures S&P 500 7'733
- 0.1 % FTSE 100 10'837
- 0.2 % DAX 26'480
- 0.3 %
Wichtigste US-Unternehmenszahlen (Erwarteter Gewinn pro Aktie) Vor Börsenöffnung
Nach Börsenschluss -
Wirtschaftsdaten (Erwartungen*) China
Japan Konsumentenpreise Tokio August y/y + 1,9 % (+ 1,9 %), Konsumentenpreise Tokio ohne frische Lebensmittel August y/y + 1,8 % (+ 1,8 %), Konsumenten- preise Tokio ohne frische Lebensmittel und Energie August y/y + 2,0 % (+ 2,0 %), Arbeitslosenquote Juli 2.4 % (2.5 %), Stelle-zu-Bewerber Ratio Juli 1.18 (1.19). Deutschland Importpreise Juli + 0,2 % (+ 0,3 %), Im- portpreise Juli y/y + 6,8 % (+ 6,9 %), Arbeitslosenquote August (6.4 %). GB
Frankreich Verbraucherpreise August vorläufig (+ 0,7 %), Verbraucherpreise August y/y vorläufig (+ 2,4 %), Bruttoinlandprodukt Q2 q/q (+ 0,2 %), Bruttoinlandprodukt Q2 y/y (+ 0,7 %). Europa Verbrauchervertrauen August (- 15,5 Punkte). USA 15:45 Uhr: Einkaufsmanagerindex Gross- raum Chicago August (57,9 Punkte) 16:00 Uhr: Stimmungsbarometer der Universität Michigan August (51,0 Punk- te).
*Wenn nichts Anderes vermerkt, bezieht sich die Veränderung gegenüb