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title: "Fachstelle Wolf des LfULG rät zu verstärktem Herdenschutz in Sachsen angesichts steigender Übergriffe; Drei Viertel der Herden ungeschützt"
sdDatePublished: "2026-08-28T16:01:00Z"
source: "https://medienservice.sachsen.de/medien/news/1099616/download_pdf"
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  - name: "nature"
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  - "Bischofswerda"
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  - "Wilthen"
  - "Bautzen"
  - "Sachsen"
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Fachstelle Wolf des LfULG rät zu verstärktem Herdenschutz in Sachsen angesichts steigender Übergriffe; Drei Viertel der Herden ungeschützt

Medienservice Sachsen - Pressemitteilung

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Medieninformation
Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Ihre Ansprechpartnerin
Karin Bernhardt
Durchwahl
Telefon +49 351 2612 9002
Telefax +49 351 4511 9283 43
karin.bernhardt@
lfulg.sachsen.de*
28.08.2026
Wolfsrissen vorbeugen
Fachstelle Wolf rät zu verstärktem Herdenschutz
Aktuell steigt die Zahl der Wolfsübergriffe auf Weidetiere in Sachsen
wieder deutlich an. Die Fachstelle Wolf des Sächsischen Landesamtes für
Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) empehlt Tierhaltern, ihre
Schutzmaßnahmen zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen.
Das Rissgeschehen in Sachsen folgt einer ausgeprägten Saisonalität. Mit
dem Spätsommer beginnt die Jahreszeit, in der erfahrungsgemäß vermehrt
mit Wolfsübergriffen auf Weidetiere gerechnet werden muss. Das zeigt sich
auch an den aktuellen Rissmeldungen. Waren es im Juli noch 18 gemeldete
Schadensereignisse, stieg die Anzahl im August auf 27 (Stichtag 26.8.).
Damit wurden zehn Meldungen mehr registriert als im gesamten August des
Vorjahres.
Von diesen insgesamt 45 Schadensfällen konnte der Wolf bislang in 31
Fällen als Verursacher bestätigt werden. Auffällig ist, dass drei Viertel
der Herden nicht ausreichend geschützt waren. Die Fachstelle Wolf rät
Tierhaltern, insbesondere jetzt, vor Beginn der Hauptphase des saisonalen
Rissgeschehens, die vorhandenen Herdenschutzmaßnahmen zu überprüfen
und zu ertüchtigen.
Ein Schwerpunkt des aktuellen Rissgeschehens liegt im Bereich des
Schönfelder Hochlands bei Dresden. Dort kam es zuletzt zu sechs
Wolfsübergriffen, in fünf Fällen waren die Mindestschutzkriterien nicht
erfüllt. Der Bereich liegt im Einzugsgebiet des Rudels Dresdner Heide. Ein
zweiter Schwerpunkt liegt in der Region zwischen Bischofswerda, Wilthen
und Bautzen. Hier war nur in fünf der 18 bestätigten Wolfsübergriffe der
Mindestschutz erfüllt. In diesem Bereich bendet sich das Wolfsterritorium
Tautewalde.
Durch geeignete und an die örtlichen Gegebenheiten angepasste
Herdenschutzmaßnahmen lassen sich Schäden deutlich reduzieren.
Hausanschrift:
Landesamt für Umwelt,
Landwirtschaft und Geologie
August-Böckstiegel-Straße 1
01326 Dresden-Pillnitz
www.smul.sachsen.de/lfulg
* Kein Zugang für verschlüsselte
elektronische Dokumente. Zugang
für qualiziert elektronisch signierte
Dokumente nur unter den auf
www.lsf.sachsen.de/eSignatur.html
vermerkten Voraussetzungen.

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Weidetierhalter sollten deshalb auf einen Herdenschutz nach der guten
fachlichen Praxis achten. Regelmäßig kontrollierte Elektrozäune oder
Gatter mit einem sicheren Bodenabschluss beziehungsweise geeignetem
Untergrabschutz können einen wirksamen Schutz bieten. Wo es die
Haltungsbedingungen zulassen, kann die nächtliche Einstallung der Tiere
dazu beitragen, das Risiko von Wolfsübergriffen zu verringern.
Präventive Herdenschutzmaßnahmen gegen Wolfsangriffe werden in
Sachsen zu 100 Prozent gefördert. Den rechtlichen Rahmen gibt die
Förderrichtlinie »Natürliches Erbe« vor. Zudem können Tierhalterinnen und
Tierhalter, ob gewerblich tätig oder im »Hobbybereich«, eine individuelle
und kostenfreie Herdenschutzberatung in Anspruch nehmen.
Fachlicher Hintergrund:
Das Rissgeschehen bei Weidetieren weist im Freistaat Sachsen eine
deutliche saisonale Ausprägung auf. Die Daten der vergangenen Jahre
zeigen, dass im ersten Halbjahr deutlich weniger Nutztierrisse auftreten als
im zweiten Halbjahr. Auf das erste Halbjahr entfällt etwa ein Drittel des
gesamten Rissaufkommens. Die meisten Übergriffe auf Weidetiere werden
in den Spätsommer- und Herbstmonaten registriert.
Eine Ursache dafür liegt in der Biologie des Wolfes. Im Frühjahr und
Frühsommer sind die Wölfe mit der Aufzucht ihrer Welpen beschäftigt.
Gleichzeitig ist für Wölfe die Jagd auf ihre natürlichen Beutetiere in dieser
Zeit vergleichsweise günstig, da auch Rehe sowie Rot- und Schwarzwild
Nachwuchs aufziehen. Im Spätsommer und Herbst verändert sich die
Situation: Die heranwachsenden Wolfswelpen haben einen steigenden
Nahrungsbedarf. Gleichzeitig sind die natürlichen Beutetiere am Ende
des Sommers körperlich gut entwickelt und entsprechend schwerer zu
erbeuten. Unzureichend geschützte Weidetiere, insbesondere Schafe und
Ziegen, können daher für Wölfe eine vergleichsweise leicht zugängliche
Nahrungsquelle sein.
Zur Einordnung: Zur Hauptbeute des Wolfs gehören wildlebende,
mittelgroße bis große Huftiere, untergeordnet auch Klein- und hasenartige
Tiere. Mit etwa ein bis zwei Prozent machen Nutztiere einen sehr geringen
Anteil am Nahrungsspektrum des Wolfs aus.
Medien:
Foto: Symbolbild Wolf.
Dokument: Vergleich Schadensmeldungen Juli/August 2025 und 2026
Links:
Informationen zum Wolf in Sachsen
Informationen zum Schutz von Nutztieren