MWK Niedersachsen und LHK Niedersachsen Stärkung des Studienerfolgs und der Attraktivität und Qualität der Lehre an den niedersächsischen Hochschulen
Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Stärkung des Studienerfolgs und der Attraktivität und Qualität der Lehre an den niedersächsischen Hochschulen
Gemeinsame Position und Perspektiven der Landeshochschulkonferenz Niedersachsen (LHK) und des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK)
Stand: August 2026
Inhalt Abkürzungsverzeichnis …………………………………………………………………………. I 1 Anlass, Auftrag und Zielsetzung ………………………………………………………. 1 1.1 Ausgangslage …………………………………………………………………………………… 1 1.2 Einrichtung der AG Studienerfolg ……………………………………………………….. 1 1.3 Ziel des vorliegenden Papiers und Umsetzungsperspektive …………………… 2 2 Zusammenfassung und zeitliche Einordnung der Maßnahmen ……………. 4 2.1 Kurzfristig umsetzbare Maßnahmen …………………………………………………….. 4 2.1.1 Konkrete kurzfristige Maßnahmen ……………………………………………………………….. 6 2.2 Mittelfristige Maßnahmen …………………………………………………………………… 7 2.2.1 Konkrete mittelfristige Maßnahmen ……………………………………………………………. 10 2.3 Langfristige strukturelle Entwicklungen……………………………………………… 10 3 Weiterentwicklung des Studiengangsportfolios und des Student Life Cycle …………………………………………………………………………………………………. 13 3.1 Zielsetzung und Vorgehen ………………………………………………………………… 13 3.2 Maßnahmen zur Weiterentwicklung von Studierfähigkeit, Studierbarkeit, Lernformaten …………………………………………………………………………………………… 14 3.3 Maßnahmen zur Förderung der sozialen Integration …………………………….. 18 3.4 Kontinuierlicher Austausch mit der Hochschulforschung …………………….. 20 4 Strukturelle und rechtliche Rahmenbedingungen …………………………….. 21 4.1 Bessere Gewinnung internationaler Studierender ……………………………….. 21 4.2 Flexiblere Planung und Durchführung des Studienangebots ………………… 23 4.3 Steigerung des Studienerfolgs durch Verbesserung der Rahmenbedingungen ………………………………………………………………………………… 24 4.4 Beratung und Betreuung ………………………………………………………………….. 28 5 Attraktivität und Werbung ……………………………………………………………… 31 5.1 Ausgangslage und Zielsetzung …………………………………………………………. 31 5.2 Aktivere Präsenz der Hochschulen in den Schulen ……………………………… 32 5.3 Austauschformate im Studierendenmarketing …………………………………….. 34 6 Ausblick und Follow Up …………………………………………………………………. 35 7 Anlage …………………………………………………………………………………………. 36
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Abkürzungsverzeichnis BAföG Bundesausbildungsförderungsgesetz BMBF Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBFSFJ Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend BMFTR Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raum- fahrt CNW Curricularnormwert CRM Customer Relationship Management DOSB Deutscher Olympischer Sportbund DZHW Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsfor- schung ECTS European Credit Transfer and Accumulation System HAW Hochschule für Angewandte Wissenschaften HAWK Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst Hildes- heim/ Holzminden/ Göttingen HBK Hochschule für Bildende Künste Braunschweig HMTMH Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover HZB Hochschulzugangsberechtigung KapVO Kapazitätsverordnung kfsn Koordinierungsstelle für Studieninformation und -beratung in Niedersachsen KI Künstliche Intelligenz LHK Landeshochschulkonferenz MC Microcredentials MD Microdegrees MINT Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik MK Niedersächsisches Kultusministerium MW Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen MWK Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur NESIS Netzwerk und Servicestelle Inklusiv Studieren StAkkrVO Studienakkreditierungsverordnung NHG Niedersächsisches Hochschulgesetz NHZG Niedersächsisches Hochschulzugangsgesetz WindH Weiterbildung in der Hochschullehre ZEvA Zentrale Evaluations- und Akkreditierungsagentur Hannover ZSB Zentrale Studienberatung ZSL Zukunftsvertrag Studium und Lehre ZZVO Zulassungszahlenverordnung
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1 Anlass, Auftrag und Zielsetzung 1.1 Ausgangslage Vor dem Hintergrund sinkender Studierendenzahlen bei zugleich steigendem Fachkräf- tebedarf wurde die Entwicklung des Hochschulstandorts Niedersachsen seit Frühjahr 2025 vertieft in den Blick genommen. Dabei stellte sich insbesondere die Frage, welche Gründe dazu führen, dass Niedersachsen im Sinne des Studienerfolgs und der Studierendenent- wicklung auch im Vergleich zu anderen Bundesländern größere Herausforderungen auf- weist. Ziel war es, erste Erkenntnisse zu gewinnen und auf dieser Grundlage Ansatzpunkte zur Weiterentwicklung von Studium und Lehre sowie zur nachhaltigen Stärkung der Attraktivi- tät des Hochschulstandorts Niedersachsen zu identifizieren. Zur Bearbeitung dieser Fragestellungen initiierte das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) Anfang Mai 2025 die AG Studienerfolg. Die Analyse sollte auch Empfehlungen für weitere Schritte enthalten und Maßnahmen im Sinne eines Best- Practice-Katalogs zusammenfassen. 1.2 Einrichtung der AG Studienerfolg Die AG Studienerfolg wurde als gemeinsame Arbeitsgruppe des Niedersächsischen Minis- teriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) und der Landeshochschulkonferenz Nieder- sachsen (LHK) eingerichtet. In der AG wirkten Vertreter:innen des MWK sowie verschie- dener in der LHK vertretenen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissen- schaften mit. Es wurden zudem Vertreter:innen der Koordinierungsstelle für Studieninfor- mation und -beratung in Niedersachsen (kfsn) eingebunden. Die Zusammenarbeit in der Arbeitsgruppe wird von allen Beteiligten als konstruktiv und gewinnbringend bezeichnet. Insbesondere der offene Austausch über in den Hochschulen individuell verschiedenen Herausforderungen und Lösungen wurde explizit gelobt. Zur vertieften Bearbeitung einzelner Themenfelder verständigte sich die AG auf die Ein- richtung von vier Fokusgruppen. Bis Mitte Juni 2025 erfolgte über die LHK-Geschäftsstelle eine Abfrage zur Mitwirkung in diesen Gruppen. Seitdem engagierten sich weitere interes- sierte Personen – in der Regel Vizepräsident:innen für Lehre und Studium – in den Fokus- gruppen.
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Die Fokusgruppen befassten sich jeweils mit unterschiedlichen Teilaspekten der Qualität und Attraktivität von Studium und Lehre. Sie identifizierten Handlungsfelder, sammelten Best-Practice-Beispiele und entwickelten Vorschläge für mögliche zukünftige Maßnahmen. 1.3 Ziel des vorliegenden Papiers und Umsetzungsperspektive Auf einem Workshop der AG Studienerfolg am 25.11.2025 wurden die Zwischenergebnisse der vier Fokusgruppen vorgestellt und gemeinsam erörtert. Die AG verständigte sich da- rauf, diese Ergebnisse weiter aufzubereiten und in strukturierter Form zusammenzuführen. Ziel des vorliegenden Papiers ist es, die bisherigen Arbeiten der Fokusgruppen gebündelt darzustellen, zentrale Handlungsfelder sichtbar zu machen und darauf aufbauend mögli- che Maßnahmen sowie Empfehlungen für weitere Schritte zu skizzieren. Dabei werden Qualität und Attraktivität von Studium und Lehre bewusst breit betrachtet. Zugleich sollen die unterschiedlichen Profile, Rahmenbedingungen und Spezifika der nie- dersächsischen Hochschulen angemessen berücksichtigt werden. Der begonnene kon- struktive Austausch zwischen Land und Hochschulen bildet hierfür eine wesentliche Grundlage und soll im weiteren Prozess unter systematischer Einbeziehung kontemporärer Forschung auf diesem Gebiet fortgeführt werden. Dies ist auch aufgrund der geplanten Änderungen in der Steuerung der Hochschulen durch das MWK im Rahmen der NHG-Novelle, die die Eigenverantwortung der Hochschulen stär- ken soll, sinnvoll. Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) sollen selbst über die Einrichtung oder Änderung der meisten Studiengänge entscheiden können. Nur bei Studiengängen mit besonderem Landesinteresse (wie beispielsweise dem Lehramt) soll auch künftig eine Zustimmung im Rahmen der Landeshochschulplanung not- wendig sein. Um dennoch eine Abstimmung der lokalen Studienangebote sicherzustellen, werden voraussichtlich andere Koordinationsinstrumente zwischen den Hochschulen not- wendig und sinnvoll sein. Der begonnene transparente Austausch zwischen den Hoch- schulen über ihre Studienangebote und deren Eigenschaften stellt hier einen ersten wich- tigen Schritt dar. Dieser Austausch fügt sich ein in einen bereits laufenden Prozess enger Kooperationen der nds. Hochschulen in diversen Feldern, der den erklärten Willen und die Realisierung dieses Vorhabens der Hochschulen belegt. Dazu gehören neben dem genannten Aus- tausch über die Studienangebote das monatliche Treffen der nds. Vizepräsident:innen in der Ständigen LHK-Kommission Lehre und Studium (konkret z.B. Entwicklung einer ge- meinsamen Stellungnahme zur Novelle der MusterrechtsVO in 2023/24) und die seit Jah- ren laufende starke Vernetzung der nds. Hochschulen auf vielen Ebenen und in diversen
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Themenfeldern zu Infrastruktur, aber auch zu Studium und Lehre im Bereich Digitalisierung (Hochschule.digital Niedersachsen) auf Bundesebene in der HRK (z.B. Entschließung des Senats der HRK vom März 2021) sowie die bundeslandüberschreitenden Kooperationen Oldenburg/Bremen (bilateral als Nordwestallianz), Lüneburg/Hamburg (bilateral) und beide als Teil der Hanse University Alliance sowie Osnabrück/Münster (bilateral).
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2 Zusammenfassung und zeitliche Einordnung der Maßnahmen Dieses Kapitel dient einer Übersicht der vorgeschlagenen Maßnahmen. Die Genese und differenzierte Einordnung können den folgenden Kapiteln dezidiert entnommen werden. Die hier vorgeschlagenen Maßnahmen unterscheiden sich hinsichtlich ihres zeitlichen Um- setzungshorizonts, ihrer rechtlichen Voraussetzungen sowie ihres organisatorischen und finanziellen Aufwands. Zur strukturierten Priorisierung und schrittweisen Umsetzung wer- den sie im Folgenden in kurzfristige und mittelfristige Maßnahmen sowie langfristige struk- turelle Entwicklungsschritte gegliedert. Damit wird ein Orientierungsrahmen geschaffen, der eine abgestimmte Weiterentwicklung des Hochschulstandorts Niedersachsen ermög- licht und als ein Anknüpfungspunkt z.B. für strategische Zielvereinbarungen zwischen dem Land und den Hochschulen im Bereich Studium und Lehre dienen kann. 2.1 Kurzfristig umsetzbare Maßnahmen Kurzfristig umsetzbar sind insbesondere solche Maßnahmen, die innerhalb der bestehen- den rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen initiiert oder weiterentwickelt werden können und keiner grundlegenden gesetzlichen oder strukturellen Anpassung be- dürfen. Sie können damit zeitnah zur Verbesserung der Studienbedingungen und zur Stei- gerung der Attraktivität beitragen. Stärkung datenbasierter Steuerung Der bereits begonnene hochschulübergreifende Datenaustausch zu Studienanfängerkapa-