Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide hat die Sanierung der letzten beiden denkmalgeschützten Baracken abgeschlossen; alle denkmalgeschützten Gebäude gesichert und instandgesetzt
PRESSEMITTEILUNG
Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit schließt Sanierung denkmalgeschützter Baracken ab
Berlin, 27. August 2026 - Das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide hat die Sanierung seiner letzten beiden denkmalgeschützten Baracken abgeschlossen. Das Vorhaben zur Instandsetzung von Baracke 3 und des bislang unsanierten Teils von Baracke 4 lief seit Ende 2023. Die Kosten von mehr als 3,5 Mio. € wurden zu gleichen Teilen von Bund und Land Berlin finanziert.
Mit dem Abschluss der Bauarbeiten sind erstmals alle denkmalgeschützten Gebäude des historischen „GBI-Lagers 75/76“ auf dem Gelände des Dokumentationszentrums gesichert und instandgesetzt. In den beiden Baracken entstehen neue Depoträume für die historische Sammlung, zusätzliche Seminarräume für die Bildungsarbeit, Werkstätten, weitere Arbeitsplätze sowie Räume für das Ausstellungsdepot. Zusätzlich wird ein neuer Aufenthaltsbereich für Besucher*innen geschaffen.
Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer erklärt: „Die wiederhergestellten Baracken sind steinerne Zeugen des Leids der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Der Bund stärkt mit der Investition das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit und damit das Wissen um die Verbrechen des Nationalsozialismus. Die ehemaligen Baracken bewahren die historischen Zeugnisse und dienen als Orte für die Forschung und Vermittlung. So können Besucherinnen und Besucher am authentischen Ort erfahren, wie die Nationalsozialisten durch ihr System der Zwangsarbeit in ganz Europa Millionen Menschen ausgebeutet, entmenschlicht und getötet haben.“
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner sagt: „Berlin stellt sich seiner besonderen historischen Verantwortung und der Erinnerung an die Verbrechen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Die Sanierung der ehemaligen Zwangsarbeiter-Baracken im Dokumentationszentrum in Berlin- Schöneweide ist deshalb von immenser Bedeutung. Diese authentischen Tatorte sichern wir als historische Zeugnisse für nachfolgende Generationen – und damit auch für die Bildungsarbeit. Berlin investiert in diese Erinnerung, um sicherzustellen, dass die Gräueltaten des NS-Regimes niemals vergessen werden.“
„Mit der Sanierung der Baracken können wir den wachsenden Raumbedarf für unsere Bildungsarbeit, die wissenschaftliche Forschung und unsere Sammlung decken und gleichzeitig zur Sicherung dieses einzigartigen historischen Ortes beitragen“, erklärt Dr. Christine Glauning, Leiterin des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit. „Das ist ein wichtiger Schritt, um die lange vergessene und verdrängte Geschichte der NS-Zwangsarbeit einem breiten Publikum zu vermitteln und die Voraussetzungen für zukünftige Projekte zu schaffen. Wir danken dem Bund und dem Land Berlin für die Finanzierung und dem Bezirk Treptow-Köpenick für die Unterstützung des nun abgeschlossenen Sanierungsprojekts.“
Das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit, Teil der Stiftung Topographie des Terrors, informiert seit 2006 am historischen Ort des ehemaligen „GBI-Lagers 75/76“ über das System der NS- Zwangsarbeit und macht das Schicksal der Opfer sichtbar. Es ist der einzige Ort in Berlin, an dem ein fast vollständig erhaltenes Zwangsarbeiterlager inmitten eines Wohnbezirks besichtigt werden kann. In sieben der einst 13 Unterkunftsbaracken befinden sich heute zwei Dauerausstellungen, Räume für Sonderausstellungen und Veranstaltungen, eine Bibliothek, eine wissenschaftliche Sammlung, eine
internationale Jugendbegegnungsstätte sowie Seminarräume für die Bildungsarbeit. Darüber hinaus berät das Dokumentationszentrum andere Einrichtungen und Initiativen zum Thema NS- Zwangsarbeit und ist eine wichtige Anlaufstelle für Anfragen von Angehörigen ehemaliger Zwangsarbeiter*innen aus dem In- und Ausland.
Kontakt: Daniel Felleiter, Pressereferent, Tel: +49 (0)30 6390 28814, felleiter@topographie.de