Reservisten vertiefen Taktik-Fähigkeiten auf Bataillonsebene in München; SIRA-Simulation Hammelburg 2027
Reservisten vertiefen Taktik-Fähigkeiten auf Bataillonsebene - Reservistenverband
Reservisten vertiefen Taktik-Fähigkeiten auf Bataillonsebene
Ein anspruchsvolles Ausbildungswochenende liegt hinter den Teilnehmern des Taktikaufbauseminars des Reservistenverbandes. An der Sanitätsakademie der Bundeswehr in München vertieften 25 Reservistinnen und Reservisten ihre taktischen Fähigkeiten auf Bataillonsebene. Neben deutschen Reservisten nahm auch ein Angehöriger der italienischen Streitkräfte teil.
Bestes Wetter draußen und gute Stimmung im Semiarraum: 25 Reservistinnen und Reservisten verteiften ihre taktischen Fähigkeiten.
Von Prof. Dr. Matthias Setzer
Im Mittelpunkt des Seminars stand das Panzergrenadierbataillon 514 in der fiktiven Lage „Verteidigung des Thüringer Beckens“. Ziel war es, die Teilnehmer mit den Grundsätzen der Führung im Gefecht in der Operationsart Verteidigung vertraut zu machen und sie in die Lage zu versetzen, nach Erhalt eines neuen Auftrages einen militärischen Entscheidungsprozess auf Bataillonsebene anzuwenden.
Das Taktikaufbauseminar I baut auf dem zuvor absolvierten Taktikgrundlagenseminar auf. Während dort unter anderem die Grundlagen des Führungsprozesses, das Arbeiten mit Lagekarten und taktischen Symbolen sowie die Grundsätze der Auftragstaktik vermittelt werden, stand in München die praktische Anwendung im Mittelpunkt.
Unter Anleitung der erfahrenen Taktiklehrer Oberstleutnant a.D. Jürgen Baumer und Oberstleutnant a.D. Manfred Bettendorf durchliefen die Teilnehmer wesentliche Schritte des militärischen Entscheidungsprozesses. Nach der Auswertung des Auftrages folgte die Beurteilung der Lage. Dabei wurden unter anderem Geofaktoren, die zivile Lage, feindliche Kräfte und die eigenen Kräfte betrachtet.
Besonderes Augenmerk lag auf der strukturierten Analyse von Gelände, Feindlage und eigener Lage nach dem Schema „Ansprechen, Beurteilen, Folgern“. Auf dieser Grundlage erarbeiteten die Teilnehmer mögliche Wechsel- und Stellungsräume sowie verschiedene Möglichkeiten des eigenen Handelns.
Die Inhalte wurden zunächst durch die Dozenten vermittelt und anschließend in fünf Gruppen praktisch bearbeitet. Die Ergebnisse wurden als Prinzipskizzen und in Form von Entschlüssen präsentiert. Nach einem Kräfte- und Fähigkeitsvergleich wurden die jeweiligen Vor- und Nachteile bewertet und gegeneinander abgewogen.
Lagevortrag und Entschluss im Fokus
Am Sonntag stellten die Gruppen ihre jeweiligen Entschlüsse im Plenum vor. Einen besonderen Schwerpunkt legten die Dozenten dabei auf die korrekte Form des Lagevortrags zur Unterrichtung sowie auf die strukturierte Darstellung des Entschlusses. Die Teilnehmer sollten darüber hinaus in die Lage versetzt werden, einen vorläufigen Operationsplan zu entwickeln, militärische Symbole korrekt anzuwenden und einen Operationsbefehl zu erstellen. Damit wurde die Brücke von der theoretischen Vermittlung zur praktischen Anwendung des Führungsprozesses geschlagen.
Das Seminar ist Bestandteil des Lehrkonzeptes „Haus der Taktik“ der Taktik- und Logistiklehrer im Reservistenverband. Bereits am Freitagabend waren die Teilnehmer in das Konzept und die Rahmenlage eingewiesen worden. Im Vorfeld hatten sie zudem die Möglichkeit erhalten, die Inhalte des Grundlagenkurses im Selbststudium aufzufrischen und sich auf die Lage „Verteidigung des Thüringer Beckens“ vorzubereiten.
Nächste Schritte auf dem Weg zur SIRA-Übung
Mit dem Abschluss des Taktikaufbauseminars I ist die Ausbildung noch nicht beendet. Die weiteren Aufbauseminare II „Geländeerkundung“ und III „Führung im Gefecht“ bilden die Grundlage für die Teilnahme an der siebentägigen Simulationsübung im SIRA-System (Simulationssystem für Rahmenübungen) in Hammelburg vom 16. bis 23. April 2027.
Dort sollen die Reservistinnen und Reservisten die erarbeiteten taktischen Fähigkeiten in einer computergestützten Gefechtssimulation unter realitätsnahen Bedingungen anwenden. Eine Geländebesprechung im Übungsraum ergänzt die Simulation. Ziel der gesamten Ausbildung ist es, Handlungssicherheit bei Führungsprozessen auf Ebenen vom Zug bis zum Bataillon zu gewinnen.
Organisatorisch wurde das Seminar durch die Geschäftsstelle Murnau mit Ines Kreibich sowie vor Ort vertretungsweise durch Stabsfeldwebel d.R. Leonhard Edelhäuser unterstützt. Für die fachliche Durchführung zeichneten Oberstleutnant a.D. Jürgen Baumer und Oberstleutnant a.D. Manfred Bettendorf verantwortlich.
Für die Teilnehmer war das Taktikaufbauseminar I ein intensives und herausforderndes Ausbildungswochenende – und zugleich ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zum Höhepunkt der Ausbildung im SIRA-System.
Interessierte Offiziere und Unteroffiziere mit Portepee in herausgehobenen Verwendungen, etwa auf Kompanieebene, als Zugführer oder Kompanietruppführer sowie ab Bataillonsebene als S1- bis S6-Feldwebel, finden die aktuellen Termine und weitere Informationen unter www.taktik-logistiklehrer.de .
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