Sandra Beller entwickelt Biodiversität am Roche-Standort Mannheim; über 200 Mauereidechsen neu Lebensraum geschaffen
Zwischen Hightech und Heimatwiese: Biodiversität bei Roche | Roche Deutschland
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Zwischen Hightech und Heimatwiese: Biodiversität bei Roche
Gemeinsam mit ihrem Team erweckt Sandra Beller das Werksgelände am Roche-Standort in Mannheim zum Blühen und schafft Räume, in denen die verschiedensten Tierarten ein neues Zuhause finden. Und sie erlebt dabei regelmäßig Überraschungen. Wie im Mai vergangenen Jahres:
“Ein wildes Reh hat sich zufällig in unseren Park auf dem Werksgelände verirrt und das Gebüsch als Rückzugsort genutzt”, erzählt Sandra, die den grünen Wandel des Standorts koordiniert. “Ein Werkschutzmitarbeiter hat aufgepasst, dass das Tier nicht gestört wird.”
Nach einem entspannten Tagesausflug verließ das Reh den Standort abends wieder völlig eigenständig – ein schöneres Kompliment für die Naturnähe des Werksgeländes gibt es wohl kaum. Das Reh ist aber längst nicht der einzige tierische Gast – die Liste unserer tierischen Campus-Bewohner ist lang. Neben dem Besuch eines Waschbären im letzten Jahr und eines Fuchses vor einiger Zeit, ist das Werksgelände für viele Arten ein fester Rückzugsort geworden. Hasen ziehen hier ebenso ihre Runden wie Nil- und Kanadagänse, Stockenten und Reiher. Auch die Amphibienwelt fühlt sich wohl: In den Gewässern und feuchten Arealen summt, brummt und quakt es dank zahlreicher Frösche und Molche.
Bei Roche in Mannheim zeigt sich, dass Industrie und Natur Hand in Hand gehen können. Als Gesundheitsunternehmen, das durch die einzigartige Kombination von Diagnostika und Pharma daran arbeitet, dass Menschen gesünder und länger leben, setzt Roche dabei auf ein starkes Fundament: Um eine gesündere Zukunft für Patientinnen und Patienten zu schaffen, muss auch die Umwelt geschützt werden. Als drittgrößter Standort des Konzerns weltweit und größter Arbeitgeber der Stadt deckt Roche in Mannheim mit rund 8.900 Mitarbeitenden die gesamte Wertschöpfungskette von der Erforschung über die Produktion bis hin zur weltweiten Logistik ab – und verbindet medizinischen Fortschritt konsequent mit nachhaltigem Handeln. So leistet der Standort einen entscheidenden Beitrag zum globalen Konzernziel, bis 2045 Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erreichen.
Für Sandra ist das Ziel klar formuliert: Jede Baustelle und die umgebenden Flächen auf dem Gelände sollen nach Abschluss der Arbeiten wieder möglichst grün werden. Aktuell sind insgesamt 16 Prozent der gesamten Campusfläche reine Grünflächen. Wie viel Herzblut und logistischer Aufwand hinter dieser Vision stecken, zeigt sich besonders eindrucksvoll am Beispiel der Mauereidechse.
Das Eidechsen-Wunder: Aus 40 werden über 200
Ein aktuelles Zukunftsprojekt ist die Neuordnung des Areals rund um den Einfahrtsbereich am Logistikzentrum. Hier optimiert Roche grundlegend den Verkehrsfluss, die Sicherheit und die gesamte Logistik-Infrastruktur. Notwendige Eingriffe wie der Rückbau eines bepflanzten Bereichs werden über die gesetzlichen Anforderungen hinaus kompensiert und ein neuer grüner Abschnitt wird gepflanzt. Für die Mauereidechsen, die diesen Bereich bewohnten, wurde ein neuer Lebensraum geschaffen.
Am Ende waren es weit über 200 der geschützten Reptilien. Um für die Tiere Platz zu schaffen, wurden bestehende Flächen umgestaltet und für Jahre komplett von Bebauung freigehalten.
Die Umsiedlung war ein echtes Abenteuer: Im März 2026 rückten externe Expertinnen und Experten an. Tagelang fingen sie die flinken Echsen mit speziellen Angeln behutsam ein. Das gesamte Areal wurde in mehreren Durchgängen sorgfältig abgesucht. Erst nach drei aufeinanderfolgenden ‚Nullbegehungen‘ – also Kontrollen ohne jeglichen Fund – war sichergestellt, dass sich keine Tiere mehr auf der Fläche befinden.
geschützte Reptilien auf dem Mannheimer Campus.
In enger Abstimmung mit der Naturschutzbehörde der Stadt Mannheim wurden passgenaue Habitate auf dem Werksgelände für die Eidechsen geschaffen. Die Vorgaben waren klar definiert: Es ging nicht nur um die Menge der Flächen, sondern vor allem um die richtige Qualität. Die Zahlen hinter den neuen Lebensräumen sind beeindruckend: Allein 22 Tonnen Schotter und rund 35.000 Kubikmeter Holz wurden für die Mauereidechsen bewegt.
Gedacht für Generationen: Großprojekte mit Weitblick
Bei großen Infrastrukturprojekten wie den Umbauten an den beiden Werkstoren wird die Natur von Anfang an mitbedacht. So werden im Einfahrtsbereich des Logistikzentrums vor und an der neuen Lärmschutzwand Strauchflächen, Wiesen und Bäume gepflanzt. Auf der anderen Seite des Werksgeländes entsteht bis Ende des Jahres 2026 ein 16.800 Quadratmeter großer Landschaftspark rund um das neue Pfortengebäude , welcher auch öffentlich zugänglich sein wird.
Bei der Gestaltung orientiert sich das Projektteam an den Prinzipien der Klimaresilienz – ein wichtiger Baustein der ökologischen Verantwortung von Roche. Die Wahl fiel daher bewusst auf heimische und klimaresiliente Pflanzenarten, darunter rund 170 Bäume, die optimal an die lokalen Gegebenheiten angepasst sind und auch mit den Herausforderungen des Klimawandels zurechtkommen. Die neuen Bäume wurden persönlich von Sandra und ihrem Team ausgesucht. Einige dieser ausgewachsenen Bäume brachten es bereits auf einen Stammumfang von rund 80 Zentimetern und eine Höhe von bis zu 10 Metern bei der Pflanzung im April. Diese gesellen sich zu den weiteren 570 Bäumen auf dem Werksgelände hinzu.
Doppelnutzung für den Klimaschutz: Dächer im Fokus
Ein zentraler Ansatz der Roche-Nachhaltigkeitsstrategie ist die intelligente, mehrdimensionale Nutzung von Flächen. Das zeigt sich beim Blick nach oben: Rund 18.700 Quadratmeter Dachfläche auf dem Campus sind bereits aufwendig begrünt. Sie dienen nicht nur als natürlicher Schutzschild für das Mikroklima und als Rückzugsort für Insekten, sondern speichern auch Regenwasser. Dass Ökologie und moderne Infrastruktur sich optimal ergänzen, beweist die direkte Nachbarschaft auf den Dächern: Fast die gleiche Dimension – rund 18.190 Quadratmeter – ist am Standort mit modernen Photovoltaikanlagen ausgestattet, um den Weg in eine CO₂-neutrale Zukunft zu ebnen.
Um den Lebensraum für Vögel und Insekten zu schützen, wird beim Mähen der Wiesen die sogenannte „zweischürige“ Methode angewandt. Es wird immer nur die Hälfte einer Wiese gemäht, damit sich die Insekten in den verbleibenden Teil zurückziehen können.
“Wer zum ersten Mal zu uns kommt, ist immer wieder überrascht, wie grün dieser Industriestandort ist. Zu sehen, dass meine Arbeit genau dazu beiträgt – das macht mich einfach stolz“, sagt Sandra.
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