---
title: "Finanzministerin Silke Schneider redet im Schleswig-Holstein Landtag; Task Force Geldwäschebekämpfung bringt Behörden zusammen"
sdDatePublished: "2026-08-28T07:09:00Z"
source: "https://www.schleswig-holstein.de/DE/landesregierung/ministerien-behoerden/VI/Presse/PI/2026/260828_lt_rede_steuerkriminalitaet"
topics:
  - name: "fraud"
    identifier: "medtop:20000097"
  - name: "law enforcement"
    identifier: "medtop:20000129"
  - name: "government policy"
    identifier: "medtop:20000621"
  - name: "currency"
    identifier: "medtop:20000355"
  - name: "computer security"
    identifier: "medtop:20000229"
locations:
  - "Schleswig-Holstein"
  - "Germany"
---


Finanzministerin Silke Schneider redet im Schleswig-Holstein Landtag; Task Force Geldwäschebekämpfung bringt Behörden zusammen

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Finanzministerium : Thema: Ministerien & Behörden

Ministerium Übersicht Staatssekretäre Organisation und Ansprechpartner Behörden und zugeordnete Institutionen

Service Übersicht So erreichen Sie uns Gesetzesvorhaben

Landtag Broschüren des Finanzministeriums Hinweisgeberschutz Datenschutz Videoüberwachung

Presse Übersicht Pressemitteilungen Wochenkalender Livestream Videothek

Landtagsrede von Finanzministerin Silke Schneider zu TOP 26: Steuerkriminalität den Kampf ansagen und Steuerkriminalität auf Landes- und Bundesebene wirksam bekämpfen

– Es gilt das gesprochene Wort –

Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine Damen und Herren,

Steuern sind die Grundlage dafür, dass unser Staat seine Aufgaben erfüllen kann. Sie finanzieren unsere Schulen, unsere Infrastruktur, unsere soziale Sicherheit und viele weitere Leistungen, die unser Zusammenleben in Schleswig-Holstein tragen.

Wenn Steuern hinterzogen werden, geht es deshalb um mehr als um fehlende Einnahmen. Es geht um Steuergerechtigkeit. Um fairen Wettbewerb. Und um das Vertrauen in einen Staat, der seine Regeln durchsetzt.

Steuerkriminalität hat viele Gesichter. Sie reicht von vorsätzlich falschen Angaben zur Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte bis hin zu hochprofessionellen Strukturen, die gezielt Schlupflöcher nutzen, Vermögen verschleiern oder internationale Verbindungen ausnutzen. So unterschiedlich diese Fälle auch sind, es gilt: Steuerkriminalität darf sich nicht lohnen. Dafür muss die Bekämpfung von Steuerhinterziehung und Finanzkriminalität weiterhin optimiert sowie an die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen anpasst werden. Dabei reicht es nicht, nur neue Forderungen aufzustellen. Entscheidend ist, dass wir die notwendigen Strukturen ausbauen und konsequent handeln. Schleswig-Holstein tut das kontinuierlich. Wir haben in dieser Wahlperiode unsere Steuerverwaltung gezielt gestärkt:

mit einem weiterhin hohen Niveau bei der Einstellung von Anwärterinnen und Anwärtern,

mit Stellenhebungen und attraktiveren Karrierewegen, insbesondere bei der Steuerfahndung.

Die Ausbildung direkt beim Finanzamt für Zentrale Prüfungsdienste ist dabei ein echtes Zugpferd unserer Nachwuchskräftekampagne - und in dieser Form bundesweit einmalig.

a uch die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Finanzkriminalität haben wir weiter verbessert. Mit der Task Force Geldwäschebekämpfung bringen wir Polizei, Steuerfahndung, Staatsanwaltschaften, Ministerien und Aufsichtsstellen zusammen. Denn: Erfolgreiche Bekämpfung gelingt dort, wo Informationen und Fachwissen zusammenkommen. Ein weiterer wichtiger Baustein ist unser anonymes digitales Hinweisgeberportal zur Bekämpfung von Steuerkriminalität. Es ermöglicht, Hinweise geschützt weiterzugeben und über einen digitalen Postkasten anonym mit der Steuerfahndung in Kontakt zu bleiben. Und wir setzen auf moderne Analysetechnik: Unsere Steuerfahndung nutzt bereits Software zur Identifikation steuerlich relevanter Krypto-Transaktionen und ist mit Wallets zur Sicherung von Krypto-Werten, z.B. im Rahmen von Durchsuchungen, ausgestattet. Das ist wichtig. Denn schätzungsweise zehn Prozent der Bürgerinnen und Bürger handeln bereits mit Bitcoin und Co. – Tendenz steigend. Wir müssen deshalb nicht nur genau hinschauen, wie Gewinne aus Kryptogeschäften besteuert werden. Wir müssen auch Steuerhinterziehung in diesem Bereich wirksam bekämpfen können und in der Lage sein, entsprechende Werte zu sichern und erforderlichenfalls abzuschöpfen. Dafür braucht es auch die Unterstützung des Bundes – insbesondere bei länderübergreifenden Themen und Strukturen.

Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine Damen und Herren, umso mehr freut es mich, dass sich auf Bundesebene aktuell richtig etwas tut! Der Mitte Juli dieses Jahres vorgestellte Aktionsplan gegen Steuer- und Finanzkriminalität enthält zahlreiche Maßnahmen, die wir ausdrücklich begrüßen.

Mehr Zusammenarbeit zwischen den Behörden. Mehr Digitalisierung und moderne Datenanalyse. Ein konsequenteres Vorgehen gegen organisierte Steuerkriminalität. Schärfere Instrumente bei der Vermögensabschöpfung. Und eine kritische Überprüfung der heutigen Regelungen zur strafbefreienden Selbstanzeige. Das erhöht das Entdeckungsrisiko. Es stärkt den Rechtsstaat. Und es stärkt die Steuergerechtigkeit.

Besonders begrüße ich, dass die Bundesregierung die Einziehung von Vermögenswerten unklarer Herkunft stärken und eine vollständige Beweislastumkehr auf den Weg bringen will. Verbrechen darf sich nicht lohnen. Kriminell erlangte Vermögenswerte müssen konsequent abgeschöpft werden. Deshalb erwarte ich, dass die Bundeskoalition an einem Strang zieht und das Paket zügig mit konkreten Maßnahmen unterfüttert und diese auf den Weg bringt.

Steuergerechtigkeit entsteht nicht von allein. Sie braucht engagierte Beschäftigte, moderne Instrumente und eine enge Zusammenarbeit von Bund und Ländern. Schleswig-Holstein geht diesen Weg auf Landesebene bereits konsequent. Am Ende geht es um eine einfache Botschaft: Steuergerechtigkeit bedeutet, dass für alle die gleichen Regeln gelten – und dass diese Regeln konsequent durchgesetzt werden.

Lassen Sie uns deshalb gemeinsam dafür sorgen, dass unser Rechtsstaat in diesem Bereich noch stärker, handlungsfähiger und gerechter wird.

Verantwortlich für diesen Pressetext: Kathrin Mansfeld und Sünje Muxfeldt| Finanzministerium | Düsternbrooker Weg 64, 24105 Kiel | Telefon 0431 988-3906 | Telefax 0431 988 616-3906 | E-Mail: pressestelle@fimi.landsh.de

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie über den folgenden Link: