Statistikamt Nord veröffentlicht Bericht über Finanzierungsdefizit der Kommunen in Schleswig-Holstein 2025; 1,16 Mrd. Euro Defizit 2025
Statistik informiert
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Statistik informiert … Nr. 147/2026 28. August 2026
Kommunale Finanzen in Schleswig-Holstein 2025 Finanzierungsdefizit der Kommunen erneut gestiegen
Im Jahr 2025 hat das Finanzierungsdefizit der schleswig-holsteinischen Kommunen 1,16 Mrd. Euro betragen und lag damit um 306 Mio. Euro über dem Vorjahreswert, so das Statistikamt Nord. Die Auszahlungen der Gemeinden, Kreis- und Amtsverwaltungen sowie der kreisfreien Städte überstiegen zum dritten Mal in Folge die Einzahlungen.
Der Finanzierungssaldo ergibt sich aus der Differenz von Einzahlungen und Auszahlungen der laufenden Verwaltungs- und Investitionstätigkeit. Im Rahmen der laufenden Verwaltungstätig- keit erzielten die kommunalen Kernhauhalte einen Überschuss von 358 Mio. Euro. Die Auszah- lungen der Investitionstätigkeit übertrafen jedoch die entsprechenden Einzahlungen um 1,52 Mrd. Euro. Nicht gedeckte Auszahlungen werden vor allem durch neue Schulden oder Entnahmen aus Rücklagen finanziert.
Die gesamten kommunalen Auszahlungen beliefen sich 2025 auf 15,5 Mrd. Euro. Das waren 687 Mio. Euro bzw. 4,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Personalauszahlungen stiegen um 164 Mio. Euro auf 3,18 Mrd. Euro (plus 5,4 Prozent). Die Auszahlungen für Soziales waren mit vier Mrd. Euro der größte Posten und erhöhten sich um 159 Mio. Euro (plus 4,1 Prozent). Die Sachinvestitionen betrugen 1,82 Mrd. Euro. Das ist ein Anstieg um 70,6 Mio. Euro bzw. 4,1 Prozent.
Die Einzahlungen in die kommunalen Kassen erhöhten sich um 381 Mio. Euro auf 14,3 Mrd. Euro (plus 2,7 Prozent). Besonders stark wuchsen die Einzahlungen aus Steuern und steuer- ähnlichen Abgaben. Sie stiegen gegenüber dem Vorjahr um 459 Mio. Euro bzw. 9,5 Prozent auf insgesamt 5,28 Mrd. Euro. Die Einzahlungen aus Investitionstätigkeit sanken um 298 Mio. Euro auf 518 Mio. Euro (minus 36,5 Prozent). Der Rückgang ist vor allem darauf zurückzufüh- ren, dass im Vorjahr viele Kommunen einmalig Finanzanlagen verkauft hatten und der Wert im Jahr 2024 deshalb ungewöhnlich hoch war.
Von den 1 198 Kernhaushalten der Gemeinden und Gemeindeverbände erzielten 595 (49,7 Prozent) einen Finanzierungsüberschuss (mehr Einzahlungen als Auszahlungen). Die Mehrheit der Amtsverwaltungen (57,8 Prozent) und amtsangehörigen Gemeinden (51,2 Pro- zent) wies einen Überschuss auf. Alle Kreisverwaltungen und kreisfreien Städte sowie zwei Drittel der amtsfreien Gemeinden hatten ein Defizit.
Seite 2/2 Hinweise: Die Ergebnisse ab dem Berichtsjahr 2018 stehen in der Regionaldatenbank Deutschland als kostenloser Download zur Verfügung. Die Ergebnisse für 2025 stammen aus der vierteljährli- chen Kassenstatistik und sind vorläufig. Die Ergebnisse von 2018 bis 2024 aus der Jahresrech- nungsstatistik sind endgültig.
Die laufende Verwaltungstätigkeit beinhaltet Zahlungen, die im Rahmen des Verwaltungsvoll- zugs sowie des Betriebs von Einrichtungen anfallen (z. B. Personal, laufende Unterhaltung und Bewirtschaftung von Grundstücken/baulichen Anlagen, soziale Leistungen, Steuern, Zuweisun- gen und Zuschüsse für laufende Zwecke). Die Investitionstätigkeit umfasst Zahlungen zur Finanzierung von eigenen Investitionen und denen anderer Träger (z. B. Baumaßnahmen, Finanz- und Sachanlagevermögen, Zuweisungen und Zuschüsse für Investitionen). Die Zah- lungen der Finanzierungstätigkeit (z. B. Kreditaufnahmen und -tilgungen) werden dabei in den Ein- und Auszahlungen nicht berücksichtigt, um Doppelzählungen zu vermeiden.
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