Dominik, Feldweibel und Werkstattchef der SWISSCOY-Instandhaltungsgruppe, koordiniert Instandhaltung von SWISSCOY-Fahrzeugen im Kosovo; Vor-WEMF sichert Ersatzteile 2–4 Wochen vor Kontingentwechsel
Damit die Fahrzeuge der SWISSCOY am rollen bleiben, braucht es die Instandhaltungsgruppe
Mitteilung Veröffentlicht am 28. August 2026
Damit die Fahrzeuge der SWISSCOY am rollen bleiben, braucht es die Instandhaltungsgruppe
Damit Fahrzeuge und Maschinen der SWISSCOY jederzeit einsatzbereit bleiben, braucht es hinter den Kulissen viel Organisation, Fachwissen und Flexibilität. Feldweibel Dominik, Werkstattchef der Instandhaltungsgruppe, sorgt gemeinsam mit seinem Team dafür, dass von der G-Klasse über den Lastwagen bis hin zur Baumaschine alles funktioniert. Dabei gehört zu seinem Alltag weit mehr als das eigentliche Schrauben an den Fahrzeugen.
Text und Bilder Andrina Gehrig, Kommunikation SWISSINT
Als Werkstattchef ist Dominik für die Planung und Organisation sämtlicher Werkstattarbeiten verantwortlich. Dazu gehören die Arbeitsvorbereitung, technische Abklärungen sowie die Beschaffung und Organisation von Ersatzteilen. Diese werden entweder über SWISSINT aus der Schweiz bezogen oder, wenn möglich, bei lokalen Lieferanten beschafft. Gleichzeitig koordiniert er die Werkstatttermine und periodischen Prüfungen und stellt sicher, dass die entsprechenden Fahrzeuge zum richtigen Zeitpunkt in der Werkstatt stehen. Hinzu kommt die gesamte Personal- und Einsatzplanung des Werkstattteams.
Die Arbeiten innerhalb der Instandhaltungsgruppe sind auf zwei Werkstätten aufgeteilt. Die Werkstatt Alpha kümmert sich um die schweren Fahrzeuge und Geräte. Dazu gehören Lastwagen, Cars, geschützte Grossfahrzeuge, Baumaschinen, Anhänger und Auflieger. In der Werkstatt Bravo stehen hingegen die leichteren Fahrzeuge und Maschinen im Zentrum – darunter Generatoren, Fahrzeuge der G-Klasse, Sprinter und Duros. Entsprechend ihrer fachlichen Ausrichtung werden auch die Mitarbeitenden den beiden Werkstätten zugeteilt.
Eine besonders arbeitsintensive Phase beginnt jeweils mit dem Start eines neuen Kontingents. Im Rahmen der Wiedererstellung der Einsatzbereitschaft des Materials im Friedensförderungsdienst, kurz WEMF, werden sämtliche Fahrzeuge begutachtet und kontrolliert. Festgestellte Mängel müssen anschliessend behoben werden. Während in der Werkstatt die Reparaturen beginnen, organisiert das Büro die dafür benötigten Ersatzteile.
Auch die periodischen Prüfungen sorgen regelmässig für einen hohen Arbeitsaufwand. Dafür reisen Vertreter der Logistikbasis der Armee (LBA) in den Einsatzraum. Bevor die eigentliche Kontrolle stattfinden kann, werden die Fahrzeuge umfassend vorbereitet: Sie werden gewaschen und gereinigt, notwendige Reparaturen werden ausgeführt und die Funktionsfähigkeit wird überprüft. Erst danach erfolgt die gemeinsame Kontrolle mit den Vertretern der LBA.
Doch auch gegen Ende eines Kontingents wird bereits intensiv an die Zukunft gedacht. Bei der sogenannten Vor-WEMF begutachtet die Instandhaltungsgruppe jedes Fahrzeug, das sich im Kosovo befindet. Probleme werden dokumentiert und notwendige Reparaturen sowie Ersatzteile bereits für das nächste Kontingent eingeplant. Damit soll sichergestellt werden, dass die benötigten Teile beim Kontingentswechsel möglichst bereits vor Ort sind und die Arbeiten direkt aufgenommen werden können. Eine vorausschauende Planung ist dabei entscheidend, denn die Lieferzeiten für Ersatzteile können durchaus zwei bis vier Wochen betragen.
Verantwortung übernehmen und Prozesse optimieren
Feldweibel Dominik kennt diese Abläufe inzwischen bestens. Er steht nicht zum ersten Mal für die SWISSCOY im Einsatz. In zwei früheren Kontingenten war er bereits als stellvertretender Werkstattchef tätig, im aktuellen Kontingent hat er nun die Leitung der Werkstatt übernommen. Die grundlegenden Aufgaben haben sich über die Jahre kaum verändert. Anders sind jeweils die Menschen, die Zusammensetzung der Teams und teilweise auch die vorhandene Ausrüstung.
Für ihn selbst hat sich mit dem Wechsel in die Führungsfunktion jedoch einiges verändert. Während es zuvor in erster Linie darum ging, mit den vorhandenen Mitteln zu arbeiten und die anfallenden Aufträge zu erledigen, kann er heute stärker Einfluss auf bestehende Prozesse nehmen. Dabei hinterfragt er auch eingespielte Abläufe. Wo früher für eine Aufgabe vielleicht drei Arbeitsschritte notwendig waren, obwohl es auch einfacher gehen könnte, versucht er heute anzusetzen und die Prozesse effizienter zu gestalten.
Der Wunsch nach einer neuen Herausforderung war es auch, der Feldweibel Dominik ursprünglich zur SWISSCOY führte. In der Schweiz arbeitete er ebenfalls als Mechaniker. Er suchte jedoch nach einem Tapetenwechsel und erfuhr durch Zufall von der Möglichkeit eines SWISSCOY-Einsatzes. Die Chance, etwas Neues zu erleben und gleichzeitig einen Einsatz zugunsten der Schweiz zu leisten, überzeugte ihn.
Das eigentliche Handwerk unterscheidet sich dabei nicht grundlegend von seiner Arbeit zu Hause. Die Rahmenbedingungen hingegen sind andere. Nicht für jedes Problem steht sofort das passende Material zur Verfügung. Gefragt sind deshalb Flexibilität und die Fähigkeit, mit dem zu arbeiten, was vor Ort vorhanden ist. «Man muss manchmal etwas mehr um die Ecke denken», beschreibt er diese Herausforderung. Auch seine Führungsaufgabe reicht deutlich über die eigentliche Werkstatt hinaus. So stellt er unter anderem sicher, dass seine Mitarbeitenden die vorgeschriebenen Ausbildungsrefresher absolvieren. Gleichzeitig funktioniert die Instandhaltungsgruppe nicht als abgeschlossene Einheit. Immer wieder unterstützen Angehörige des Teams andere Bereiche der SWISSCOY, beispielsweise die Transportkompanie (TPT COY) bei verschiedenen Aufträgen.
Gerade diese Vielseitigkeit macht für Dominik einen grossen Reiz des Einsatzes aus. Neben den Fahrzeugen der SWISSCOY kommen auch Angehörige anderer Nationen mit technischen Problemen zur Werkstatt. Dadurch erhält das Team Einblicke in Fahrzeuge und Systeme, mit denen Mechaniker im zivilen Alltag nur selten in Kontakt kommen. Auch Baumaschinen und geschützte Fahrzeuge gehören zum Arbeitsumfeld.
Die Instandhaltungsgruppe selbst beschreibt er als eine Art Familie. Das enge Zusammenleben während eines Einsatzes trägt dazu bei, doch vor allem die tägliche Zusammenarbeit schweisst das Team zusammen. Starre Grenzen zwischen einzelnen Berufsprofilen gibt es im Alltag kaum. Ebenso kann das Team als Pannendienst ausrücken und direkt auf der Strasse eine Diagnose stellen oder eine Reparatur durchführen.
Genau darin liegt für Feldweibel Dominik die Besonderheit der Instandhaltungsgruppe: Jeder bringt sein Wissen dort ein, wo es gerade benötigt wird. Man arbeitet mit den vorhandenen Möglichkeiten, unterstützt sich gegenseitig und findet gemeinsam Lösungen. Dadurch gleicht kaum ein Arbeitstag dem anderen – und am Ende sorgt das Team dafür, dass bei der SWISSCOY alles rollt.