Fischerei Zürichsee 2025 Fänge; Rückgang 22% auf 77 t Gesamtfang

Jahresbericht Fischerei 2025

Jahresbericht Fischerei 2025 Kanton Zürich Baudirektion Amt für Landschaft und Natur

Impressum Bericht Nicolai Meier Melanie Nägeli Lukas Bammatter Bilder Jonas Steiner (Seite 1, 5) Daniel Luther (Seite 7) IUB Engineering AG (Seite 14) Müller Ingenieure AG (Seite 14) Valentin Minder (Seite 15) Alex Ochsner (Seite 16) Design Nicolai Meier Erscheinungsdatum August 2026

3 Inhalt 1. Vorwort

Jahreskennzahlen

2.1. Zürichsee

2.2. Greifensee

2.3. Pfäffikersee

2.4. Kleinseen und Fliessgewässer

2.4.1. Kleinseen

2.4.2. Übrige Regalgewässer

2.4.3. Fangentwicklung in zwei ausgewählten Fliessgewässern

2.5. CPUE

2.6 Anzahl der ausgestellten Fischereiberechtigungen für die kantonalen Gewässer 3. Wasserbauprojekte und Lebensraumaufwertung

3.1. Wasserbau

3.2. Strukturaufwertungen im Rahmen des kantonalen Gewässerunterhalts 4. Untersuchungen und Monitorings

4.1. Äschenlarvenmonitoring 2021 - 2025

4.2. Messprogramm Fliessgewässer AWEL 5. Fischereiaufsicht

5.1. Abfischungen

5.2. Fischsterben

5.3. Verzeigungen

5.4. Öffentlichkeitsarbeit 4 5 5 6 7 8 8 9 10 11 12 13 13 14 15 15 16 17 17 17 17 17

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  1. Vorwort Liebe Fischerinnen und Fischer Liebe Leserinnen und Leser Die Fischerei erfreut sich im Kanton Zürich weiterhin grosser Beliebtheit. 2025 wurden für unsere grossen Seen mehr Patente gelöst als im Vorjahr, und auch bei den Jugendlichen nahm das Interesse zu. Gleichzeitig zeigt der vorliegende Jahresbericht eine weniger erfreu- liche Entwicklung: Für viele Fischbestände werden die Bedingungen zunehmend schwieriger. Die Fangzahlen gingen 2025 in zahlreichen Gewässern zurück. Besonders augenfällig ist die Situation in den Fliessgewässern. Die Forellenfänge erreichten dort den tiefsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen. Auch das Äschenmonitoring zeigt insgesamt ein eher pessimis- tisches Bild mit kleinen und empfindlichen Beständen. Fangstatistiken allein erzählen jedoch nicht die ganze Geschichte. Deshalb verbessern wir unsere Datengrundlagen laufend. Der erstmals erhobene «Catch per Unit Effort» ermöglicht uns künftig wesentlich bessere Rück- schlüsse auf die Entwicklung eines Fischbestands. Gleichzeitig müssen wir den Lebensräumen noch mehr Aufmerksamkeit schenken. Höhere Wassertemperaturen, fehlende Strukturen, beeinträchtigte Durchgängigkeit und weitere Be- lastungen setzen insbesondere kälteliebenden Arten zu. Umso wichtiger sind konkrete Struk- turaufwertungen, wo mit einfachen Massnahmen neue Unterstände, eine bessere Beschat- tung und mehr Strömungsvielfalt geschaffen werden. Der Jahresbericht zeigt damit beides: Die Herausforderungen nehmen zu – gleichzeitig ver- fügen wir über immer bessere Grundlagen und konkrete Möglichkeiten, unseren Fischbestän- den zu helfen. Diese gilt es konsequent zu nutzen. Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre und viele schöne Stunden an unseren Zürcher Gewässern. Mit Petrigrüssen Lukas Bammatter Co-Leiter Fischerei- und Jagdverwaltung

5 2. Jahreskennzahlen 2.1 Zürichsee Die Fischereifänge im Zürichsee sind gegenüber dem Vorjahr um 22 Prozent zurückgegangen. Mit insgesamt 77 Tonnen Fang lag der Ertrag 27 Prozent unter dem 10-Jahresdurchschnitt. Der Rückgang zeigte sich bei nahezu allen Fischarten, besonders ausgeprägt jedoch bei den Egli. Mit lediglich 10 Tonnen wurde im Vergleich zum Jahr 2024 nur noch rund die Hälfte des Vorjah- resertrags erzielt. Betrachtet man allerdings die Anzahl gefangener Egli anstelle des Gesamtge- wichts, beträgt der Rückgang lediglich 22 Prozent. Dies verdeutlicht den Einfluss der veränderten erhebungsmethode (neu muss die Länge und nicht das Gewicht eingetragen werden). Die einzige Zunahme verzeichneten die Forellen. Ihr Fang stieg um 37 Prozent auf 0,7 Tonnen. Die Felchen- fänge gingen moderat um 10 Prozent zurück. Mit 47 Tonnen stellten die Felchen jedoch weiterhin die mit Abstand wichtigste Fischart dar und machten mehr als die Hälfte des gesamten Fang- ertrags im Zürichsee aus. Eine detaillierte Übersicht zum Gesamtfang im Zürichsee (inkl. Obersee) ist im Konkordatsbericht 2025 zu finden. Dabei werden die Fangstatistiken aller Konkordatskantone (GL, SZ, SG, ZH) be- rücksichtigt. Der Bericht kann unter diesem Link heruntergeladen werden. Hier abgebildet sind lediglich die Erträge der Berufs- und Sportfischenden mit Zürcher Patenten. Tab. 1: Fischereifänge der Berufs- und Angelfischerei im Zürichsee in Kilogramm in den letzten 10 Jahren. Die Fän- ge beziehen sich ausschliesslich auf den zürcherischen Teil des Zürichsees. Abb. 2: Fangertrag in Kilogramm im Zürichsee, zürcherischer Teil. Abgebildet sind die Fänge aus der Berufs- und Angelfischerei seit den 1980er-Jahren. 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Ø 10 J. Forelle 1940 1149 821 533 1601 745 1161 870 519 712 1005 Felchen (inkl. Albeli) 31 174 29 198 69 762 57 930 57 625 58 112 70 372 48 550 52    510 47058 52229 Hecht 13 747 17 445 11 703 11 914 10 247 9047 10 455 11 500 11 903 8542 11650 Egli 22 952 15 892 27 757 33 732 23 592 15 828 15 968 20 418 19 756 10173 20607 Trüsche 1272 1091 812 519 998 889 1163 614 810 349 852 Rotauge 24 706 20 476 21 401 19 728 15 462 15 123 16 689 15 375 10 387 7935 16728 Übrige 3184 3731 4655 3717 3231 3013 3864 4005 3352 2632 3538 Total 98 975 88 982 136 911 128 073 112 756 102 757 119 672 101 332 99 237 77401 106609 Abb. 1: Die Seeforellenfänge im Zürichsee stiegen im Berichtsjahr um 193 kg gegenüber dem Vorjahr. © Jonas Steiner

6 2.2. Greifensee Die Fischereierträge im Greifensee fielen im Jahr 2025 mit insgesamt 8,3 Tonnen auf den tiefs- ten Stand der letzten zehn Jahre. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 22 Prozent, gegenüber dem 10-Jahresdurchschnitt einem Minus von 42 Prozent. Massgeblich zu dieser Entwicklung trugen die Felchen bei, deren Fang um 35 Prozent auf 2,5 Tonnen zurückging. Dies liegt aber auch vor allem an der verminderten Aktivität des neuen Berufsfischers, der im Jahr 2025 nur zwei Monate gefischt hat. Auch die Eglifänge nahmen ab und lagen mit 1,4 Tonnen rund 44 Prozent unter dem Vorjahreswert. Rückläufig entwickelten sich zudem die Fänge von Hechten, wobei die Fangzahlen in den letzten Jahren immer wieder Schwankungen ausgesetzt waren. Demgegenüber konnten bei einzelnen Arten wie Wels oder Karpfen höhere Erträge erzielt werden. Nach einem eher schwachen Wels-Jahr im 2024 stiegen die Fänge wieder über den 10-Jahresdurchschnitt auf rund 0,8 Tonnen. Abb. 3: Fangertrag in Kilogramm im Greifensee. Abgebildet sind die Fänge aus der Berufs- und Angelfischerei seit den 1980er-Jahren. Tab. 2: Fischereifänge der Berufs- und Angelfischerei im Greifensee in Kilogramm in den letzten 10 Jahren. 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Ø 10 J. Felchen 3943 3949 3208 6250 9086 3680 5033 2616 3773 2460 4400 Hecht 2398 2604 2461 2584 3301 2990 3027 3446 3105 2540 2846 Egli 6980 5845 4868 6118 6247 4728 4228 4957 2546 1424 4795 Wels 642 558 1036 701 746 739 968 895 556 851 769 Rotauge 994 654 451 467 551 434 471 369 224 181 480 Karpfen 364 392 397 201 208 295 209 151 77 277 257 Übrige 1141 1118 1149 922 657 476 632 665 310 556 763 Total 16462 15 120 13 570 17 243 20 796 13 342 14 568 13 099 10 591 8289 14 308 Die Fangzahlen aufgeschlüs- selt nach Art finden sich hier.

7 2.3. Pfäffikersee Der Gesamtfang im Pfäffikersee betrug im Jahr 2025 rund 4 Tonnen und lag damit im Vergleich zu den 5,7 Tonnen von 2024 30 Prozent unter dem Vorjahreswert. Im Vergleich zum 10-Jahres- durchschnitt sind es 47 Prozent Ertragsrückgänge. Die Abnahme zeigte sich bei den meisten Fischarten, besonders ausgeprägt jedoch bei Egli und Karpfen. Die Eglifänge gingen gegenüber dem Vorjahr um 77 Prozent zurück, während die Karpfenerträge sogar um 80 Prozent abnahmen.

Der starke Rückgang der Eglifänge ist nicht auf den Pfäffikersee beschränkt, sondern wurde 2025 auch in den beiden anderen grossen Zürcher Seen festgestellt. Die Ursachen hierfür lassen sich anhand der vorliegenden Daten nicht eindeutig bestimmen und sind derzeit nur schwer einzu- schätzen. Die neue Erhebungsmethode, der Eintrag der Länge und nicht mehr des Gewichtes, dürfte einen Einfluss auf die Fangstatistik haben. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sie ledig- lich einen Teil der Beobachtungen erklärt. Ob die weiteren Rückgänge auf Bestandesschwankun- gen zurückzuführen sind, Teil einer längerfristigen Entwicklung darstellen oder andere Gründe haben, wird sich erst anhand der Fangdaten der kommenden Jahre zeigen. Tab. 3: Fischereifänge der Berufs- und Angelfischerei im Pfäffikersee in Kilogramm in den letzten 10 Jahren. Abb. 5: Fangertrag in Kilogramm im Pfäffikersee. Abgebildet sind die Fänge aus der Berufs- und Angelfischerei seit den 1980er-Jahren. 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Ø 10 J. Felchen 7413 5121 4683 3266 6185 7597 6194 6375 3551 2936 5332 Hecht 780 632 748 427 566 499 480 524 578 457 571 Egli 1116 695 1042 532 826 380 749 617 434 99 649 Rotauge 40 40 47 77 59 61 60 44 55 19 50 Karpfen 263 306 305 593 625 478 389 745 522 107 433 Übrige 524 571 584 606 719 696 576 724 621 399 603 Total 10 136 7365 7409 5501 8980 9711 8448 9047 5761 4017 7638 Abb. 4: Die Felchenfänge im Pfäffikersee lagen deutlich unter dem langjährigen Mittel und erreichten mit 2,9 Tonnen nur gut die Hälfte des Zehnjahresmittels. © Daniel Luther

8 2.4. Kleinseen und Fliessgewässer 2.4.1 Kleinseen Die Kleinseen im Kanton Zürich umfassen die vier Gewässer Türlersee, Katzensee, Hüttnersee und Egelsee. Der Gesamtfang im Vergleich zum Vorjahr nahm um 28 Prozent zu und bewegt sich wieder in der Grössenordnung des 10-Jahresdurchschnitts. Die Zunahme erfolgt vor allem durch die Wiederaufnahme der Sumpfkrebsbekämpfung am Katzensee. Die restlichen Arten bewegen sich im 10-Jahresdurchschnitt. Im Katzensee bekämpfen die Pachtenden in Zusammenarbeit mit der Fischerei- und Jagdver- waltung mittels Reusen die invasiven Flusskrebse. Im Jahr 2025 konnte der Fangbetrieb nach einem organisatorisch schwierigem Jahr 2024 wieder regulär aufgenommen werden. Weiterhin eingeschränkt bleibt der Fang von Kamberkrebsen im Türlersee, da kein Abnehmer mehr gefun- den werden konnte. Es ist aber weiterhin zu hoffen, dass das Populationswachstum des Kam- berkrebses und des roten Amerikanischen Sumpfkrebses langfristig gebrochen und mittels eines konstanten Befischungsdrucks die weitere Ausbreitung verhindert werden kann. Tab. 4: Fischereifänge der Angelfischerei in den Kleinseen (Türlersee, Katzensee, Hüttnersee und Egelsee) in Kilogramm in den letzten 10 Jahren. Abb. 6: Fangertrag in Kilogramm in den Kleinseen des Kanton Zürichs (Türlersee, Katzensee, Hüttnersee und Egel- see). Abgebildet sind die Fänge aus der Angelfischerei seit den 1980er-Jahren. Die Kategorie «Übrige» bezeichnet vor allem den Fang der Kamber- und Sumpfkrebse. 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Ø 10 J. Felchen 115 96 249 76 470 271 237 182 272 240 221 Hecht 562 475 512 403 405 331 344 486 426 457 440 Egli 54 84 108 195 134 140 126 125 116 126 121 Rotauge 11 5 2 2 3 6 6 25 1 5 7 Edelkrebs 21 20 20 20 20 0 0 25 10 0 14 Invasive Krebsarten 323 475 773 1400 907 1226 659 575 247 536 712 Übrige 87 68 69 80 135 65 34 79 45 65 73 Total 1173 1223 1733 2176 2074 2039 1415 1497 1116 1429 1587

9 2.4.2. Übrige Regalgewässer Die übrigen Regalgewässer umfassen die grossen Flusssysteme Rhein, Limmat, Thur, Töss, Glatt und Sihl sowie deren Zuflüsse, einschliesslich der Zürichsee- und Reusszuflüsse. Das schwierige Fischereijahr 2025 spiegelte sich auch in den Regalgewässern wider. Gegenüber dem Vorjahr gingen die Fangerträge um 43 Prozent zurück. Die rückläufige Entwicklung zeigte sich bei den meisten Fischarten. Besonders de