LBBW Halbjahresfinanzbericht 2026 Deutschland; 708 Mio EUR Vorsteuerergebnis

Halbjahresfinanzbericht 2026

1 01 Kapitel | Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Halbjahresfinanzbericht 2026

2 Inhalt Inhalt Inhalt Halbjahresfinanzbericht 2026

Kenngrößen des LBBW-Konzerns ………………………………………………………………………… 3 Vorwort des Vorstands ………………………………………………………………………………………… 5

KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT Wirtschaftsbericht für den Konzern ……………………………………………………………………….. 8 Risikobericht …………………………………………………………………………………………………….. 20 Prognose- und Chancenbericht …………………………………………………………………………… 28

VERKÜRZTER KONZERNHALBJAHRESABSCHLUSS Gewinn- und Verlustrechnung …………………………………………………………………………….. 34 Gesamtergebnisrechnung ………………………………………………………………………………….. 35 Bilanz ……………………………………………………………………………………………………………… 36 Eigenkapitalveränderungsrechnung …………………………………………………………………….. 38 Verkürzte Kapitalflussrechnung …………………………………………………………………………… 39 Ausgewählte erläuternde Anhangangaben (Notes) ………………………………………………… 40

WEITERE INFORMATIONEN Versicherung der gesetzlichen Vertreter ………………………………………………………………. 88 Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht ………………………………………………………… 89 Hinweis in Bezug auf zukunftsgerichtete Aussagen ……………………………………………….. 90

Halbjahresfinanzbericht 2026

3 Kenngrößen des LBBW-Konzerns Kenngrößen des LBBW-Konzerns Gewinn- und Verlustrechnung in Mio. EUR 01.01. – 30.06.2026 01.01. – 30.06.2025 Zinsergebnis 1.547 1.281 Provisionsergebnis 354 349 Bewertungs- und Veräußerungsergebnis 74 336 davon Risikovorsorge – 121 – 107 Sonstiges betriebliches Ergebnis – 4 50 Nettoergebnis 1.971 2.016 Verwaltungsaufwendungen – 1.197 – 1.220 Aufwendungen für Abwicklungsfonds und Einlagensicherungssysteme – 66 – 77 Restrukturierungsergebnis 0 – 14 Konzernergebnis vor Steuern 708 705 Ertragsteuern – 229 – 228 Konzernergebnis 479 477 Kennzahlen in % 01.01. – 30.06.2026 01.01. – 30.06.2025 Eigenkapitalrentabilität vor Steuern (RoE) 8,3 8,6 Kosten-/Ertragsrelation (CIR) 60,4 61,8 Bilanzzahlen in Mrd. EUR 30.06.2026 31.12.2025 Bilanzsumme 358,9 347,3 Eigenkapital 17,4 17,3 Kennzahlen gemäß CRR III 30.06.2026 31.12.2025 Risikogewichtete Aktiva (in Mrd. EUR) 91,7 86,7 Harte Kernkapitalquote (CET 1) (in %) 16,1 16,9 Gesamtkapitalquote (in %) 19,9 21,2 Mitarbeiter 30.06.2026 31.12.2025 Konzern 10.722 10.821

Rating Moody’s Rating Fitch Rating DBRS Long-term Issuer Rating Aa2, stabil Long-term Issuer Default Rating AA-, stabil Long-term Issuer Rating A (high), stabil Long-term Bank Deposits Aa2, stabil Long-term Deposit Rating AA- Long-term Deposits A (high), stabil Senior Unsecured Bank Debt Aa2, stabil Long-term Senior Preferred Debt Rating AA- Long-term Senior Debt A (high), stabil Junior Senior Unsecured Bank Debt A2 Long-term Senior Non-Preferred Debt Rating A+ Senior Non-Preferred Debt A, stabil Short-term Ratings P– 1 Short-term Issuer Default Rating F1+ Short-term Ratings R-1 (middle), stabil Baseline Credit Assessment (Finanzkraft) baa2 Viability Rating (Finanzkraft) bbb+ Intrinsic Assessment (Finanzkraft) A Öffentliche Pfandbriefe Aaa Öffentliche Pfandbriefe

Öffentliche Pfandbriefe

Hypothekenpfandbriefe Aaa Hypothekenpfandbriefe

Hypothekenpfandbriefe

(Stand 30. Juli 2026)

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5 Vorwort des Vorstands Vorwort des Vorstands Sehr geehrte Leserinnen und Leser, das erste Halbjahr 2026 war geprägt von einem weiter verschärften geopolitischen Umfeld. Insbesondere die Eskalation im Nahen Osten, die Blockade der Straße von Hormus und die daraus resultierenden Verwerfungen an den Öl-, Rohstoff- und Finanzmärkten haben die Unsicherheit deutlich erhöht. Zugleich belasten gestörte Lieferketten, Preisdruck und eine anhaltend schwache konjunkturelle Dynamik die wirtschaftlichen Perspektiven in Deutschland und Europa. Vor diesem Hintergrund hat sich die LBBW im ersten Halbjahr sehr solide behauptet. Bei stabilen Erträgen erzielten wir ein Ergebnis vor Steuern von 708 Millionen Euro und konnten damit das sehr starke Vorjahresergebnis wiederholen. Dieses Resultat unterstreicht die operative Resilienz unseres Geschäftsmodells, die konsequente Kundenorientierung unserer Bank und die hohe Leistungsfähigkeit des Teams LBBW. Die Tragfähigkeit unseres breit diversifizierten Universalbank-Modells zeigt sich auch in der Entwicklung der Kundensegmente: Alle vier Segmente erreichten jeweils ein Ergebnis in dreistelliger Millionenhöhe. Im Unternehmenskundengeschäft entwickelten sich die Erträge trotz spürbarer Investitionszurückhaltung nahezu stabil. Weiter an Bedeutung gewinnen unsere internationalen Aktivitäten, da viele unserer Kunden ihre Investitionen zunehmend außerhalb Deutschlands tätigen. Unsere erneut starke Platzierung im TXF-Ranking für Exportfinanzierung bestätigt die internationale Wettbewerbsfähigkeit der LBBW. Auch in weiteren Geschäftsfeldern konnten wir unsere Marktposition behaupten oder ausbauen. Bei Infrastrukturfinanzierungen sehen wir unverändert erhebliches Potenzial, insbesondere im Zusammenhang mit der nachhaltigen und digitalen Transformation der Wirtschaft. Die Berlin Hyp erzielte in einem weiterhin schwierigen Immobilienmarkt ein robustes Neugeschäft. Im Kapitalmarktgeschäft haben wir unsere Position als führendes Kapitalmarkthaus der Sparkassen-Finanzgruppe untermauert. Im Privatkundengeschäft konnten wir trotz intensiven Wettbewerbs weiter wachsen; Schwerpunkte bleiben das Geschäft mit gehobenen Privatkunden und das Wealth Management. Der Verwaltungsaufwand lag nach dem Wegfall von Integrationskosten der Berlin Hyp und dank konsequenter Kostensteuerung leicht unter dem Vorjahreswert. In der Risikovorsorge zeigen sich jedoch die schwache Wirtschaftsentwicklung und die anhaltend angespannte Lage an den Immobilienmärkten. Wir beobachten diese Entwicklung sehr aufmerksam. Denn so erfreulich das Halbjahresergebnis ist: Für die kommenden Monate rechnen wir mit einem spürbar anspruchsvolleren Umfeld. Die nachlassende wirtschaftliche Dynamik, die Zurückhaltung bei Investitionen und die Belastungen in einzelnen Branchen dürften die Ergebnisentwicklung zunehmend unter Druck setzen. Umso wichtiger ist es, dass wir aus einer Position der Stärke agieren. Unsere Kapital- und Risikoposition ist solide; die harte Kernkapitalquote liegt mit 16,1 Prozent weiterhin deutlich oberhalb der regulatorischen Anforderungen. Unser Portfolio ist breit ausbalanciert und unser Geschäftsmodell resilient. Diese Grundlagen geben uns die notwendige Stabilität, um auch in einem schwierigeren Marktumfeld verlässlich für unsere Kundinnen und Kunden da zu sein und zugleich Chancen gezielt zu nutzen. Gleichzeitig setzen wir unseren Transformationskurs konsequent fort. Dazu gehören die weitere Verbesserung interner Prozesse, der Umbau der IT inkl. Cyber-Resilienz, eine strikte Kosten- und Kapitaldisziplin sowie der gezielte Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Bereits heute nutzen wir KI in verschiedenen Bereichen, etwa mit unserem internen KI- Assistenten Blue.gpt und im Risikomanagement. Damit stärken wir Effizienz, Bearbeitungsgeschwindigkeit und Skalierbarkeit unseres Geschäftsmodells. Für den weiteren Jahresverlauf bleiben wir daher vorsichtig, aber zuversichtlich. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden anspruchsvoll bleiben; Deutschland steht unter erheblichem Anpassungsdruck an ein verändertes geopolitisches und geoökonomisches Umfeld. Reformimpulse der Bundesregierung sind ein allererster Schritt. Entscheidend wird nun sein, diese konsequent umzusetzen und durch weitere Wachstumsimpulse sowie Strukturreformen zu ergänzen.

Halbjahresfinanzbericht 2026

6 Vorwort des Vorstands Unser Anspruch bleibt unverändert: Wir wollen unseren Kundinnen und Kunden gerade in schwierigen Zeiten ein verlässlicher Partner sein – mit Expertise, Engagement und Qualität. Unser besonderer Dank gilt dem gesamten Team LBBW für die hohe Leistungsbereitschaft sowie unseren Eigentümern für ihr Vertrauen und ihre Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen

Der Vorstand

Rainer Neske Vorsitzender

Anastasios Agathagelidis

Joachim Erdle

Andreas Götz

Dirk Kipp

Sascha Klaus

Stefanie Münz

Halbjahresfinanzbericht 2026 8 02 Konzernzwischenlagebericht | Wirtschaftsbericht für den Konzern Wirtschaftsbericht für den Konzern Wirtschaftliche Entwicklung im ersten Halbjahr 2026 Die Wirtschaftslage wurde im ersten Halbjahr maßgeblich vom Krieg zwischen Israel und den USA auf der einen Seite und dem Iran auf der anderen Seite geprägt. Der militärische Schlagabtausch begann am 28. Februar mit gemeinsamen Angriffen der israelischen Luftwaffe und der US Air Force auf Ziele im Iran. Der Luftverkehr über der Golfregion der sowohl für den Personen- als auch für den Luftfrachtverkehr zwischen Europa und Ostasien von großer Bedeutung ist, wurde erheblich beeinträchtig. Auch der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wurde massiv gestört. Die Ausfuhren von Rohöl und Rohölerzeugnissen durch die Straße von Hormus kamen vorübergehend zum Erliegen. Die Rohölnotierungen legten folglich zu. Am Vorabend des Krieges kostete ein Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent im 1- Monats-Kontrakt rund 70 USD, in der Spitze nach Beginn des Krieges waren es fast 120 USD. Zur Zeit der Aufstellung des Halbjahresfinanzberichts ist die Lage weiterhin ungeklärt. Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran hatten nur vorübergehend zu einer Beruhigung der Lage geführt, beide Seiten greifen wieder zu militärischen Mitteln. Die Konjunktur in Deutschland startete ungeachtet der militärischen Eskalation am Golf besser als gedacht ins neue Jahr. Die Wirtschaftsleistung legte um 0,4 % zum Vorquartal zu. Dabei profitierte die deutsche Wirtschaft von einem Anstieg der Ausfuhren. Aus Sorge vor Lieferengpässen dürften viele Kunden im Ausland ihre Bestellungen vorgezogen haben. Im Euroraum stagnierte die Wirtschaftsleistung im Auftaktquartal dagegen. Grund hierfür war ein Rückgang des BIP in Irland um 7 % zum Vorquartal. Das EU-Land Irland ist Sitz vieler internationaler Großkonzerne. Offenbar führten Transaktionen dieser Konzerne im Berichtszeitraum zu diesem Minusrekord. Nach der ersten Schätzung für das zweite Quartal hat das BIP in Deutschland um 0,2 % zum Vorquartal zugelegt. Im Euroraum betrug der Zuwachs gemäß der ersten Schätzung 0,4 %. In den USA legte die Wirtschaftsleistung im Auftaktquartal um 2,1 % (Veränderung zum Vorquartal auf ein Jahr hochgerechnet) zu. Im zweiten Quartal lag das BIP-Wachstum in den USA gemäß der ersten Schätzung bei 1,5 %. Die Inflation ist infolge des Anstiegs der Energiepreise beiderseits des Atlantiks gestiegen. In Deutschland lag die Inflationsrate im Februar 2026, also unmittelbar vor Beginn des Irankrieges, bei 1,9 %. Im Euroraum lag dieser Wert ebenfalls bei 1,9 %, in den USA bei 2,4 %. Im Juni lag die Inflation in Deutschland bei 2,3 %, im Euroraum bei 2,8 % und in den USA bei 3,5 %. Dabei wurde die Inflation für Deutschland durch eine vorübergehende