Kunstmuseum Ravensburg Jahresprogramm 2026; Münter-Ausstellung im Fokus
Kunstmuseum - Jahresprogramm 2026
JAHRES- PROGRAMM 2026
KUNSTMUSEUM RAVENSBURG: JAHRESPROGRAMM 2026
KONTAKT
KUNSTMUSEUM RAVENSBURG
Burgstraße 9, 88212 Ravensburg
T +49 (0)751 82 2685 Museum T +49 (0)751 82 2683 Büro kunstmuseum@ravensburg.de www.kunstmuseum-ravensburg.de
ÖFFNUNGSZEITEN
Di 14-18 Uhr Mi bis So 11-18 Uhr Do 11-19 Uhr montags geschlossen, außer feiertags
PRESSE
Überregional
Kristina Groß
T +49 (0)751 82 2684 kristina.gross@ravensburg.de
Regional Susanne Bentele T +49 (0)751 82 2682 susanne.bentele@ravensburg.de
KUNSTMUSEUM RAVENSBURG Das Kunstmuseum Ravensburg wurde 2013 eröffnet und ist das weltweit erste zertifizierte Museum in Passivhaus-Bauweise. Das Museum wurde unter anderem mit dem Deutschen Architekturpreis 2013 ausgezeichnet und erhielt durch die internationale Vereinigung der Kunstkritiker (AICA) die Auszeichnung »Museum des Jahres 2015«. Die Auszeichnung »Justus Bier Preis für Kuratoren 2020« wurde für die Ausstellung und den Katalog »Mondjäger. Nathalie Djurberg & Hans Berg im Dialog mit Asger Jorn« (2019/2020) vergeben. Fundament des Museums ist die Sammlung Selinka. Die Sammlung umfasst Arbeiten des deutschen Expressionismus sowie der Künstlergruppen CoBrA und SPUR und ergänzt das Wechselausstellungsprogramm zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts.
AUSSTELLUNGEN 2026
BIS 22. MÄRZ 2026 KATHRIN SONNTAG UND GABRIELE MÜNTER. DAS REISENDE AUGE (EG/1. OG) GABRIELE MÜNTER. AUFBRUCH IN FORM UND FARBE (2. OG)
- APRIL BIS 19. JULI 2026 IT’S ALL ABOUT TIME (EG/1./2. OG)
Eröffnung: Freitag | 10.4.2026 | 19 Uhr Pressekonferenz: Donnerstag | 9.4.2026 | 11 Uhr
- AUGUST BIS 15. NOVEMBER 2026 ZEITFRAGEN. SAMMLUNG TRIFFT GEGENWART (EG/1. OG) JANET CARDIFF. THE FORTY PART MOTET (2. OG)
Eröffnung: Freitag | 7.8.2026 | 19 Uhr Pressekonferenz: Donnerstag | 6.8.2026 | 11 Uhr
- DEZEMBER 2026 BIS 29. MÄRZ 2027 CHARLOTTE SALOMON. LEBEN? ODER THEATER? (EG/1./2. OG)
Eröffnung: Freitag | 4.12.2026 | 19 Uhr Pressekonferenz: Donnerstag | 3.12.2026 | 11 Uhr
BILDMATERIAL Das Bildmaterial ist ausschließlich frei zur Berichterstattung im Rahmen der jeweiligen Ausstellung. Der Fotonachweis muss erbracht werden. Für die Zusendung weiterer Abbildungen wenden Sie sich an Kristina Groß: kristina.gross@ravensburg.de.
BIS 22. MÄRZ 2026
EG /1. OG
Kathrin Sonntag, The Travelling Eye, 2024, Digitale Bildprojektion auf Basis der Fotografien von Gabriele Münter, mit freundlicher Genehmigung der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München, Courtesy Kadel Willborn, Düsseldorf
KATHRIN SONNTAG UND GABRIELE MÜNTER. DAS REISENDE AUGE
In der Ausstellung »Kathrin Sonntag und Gabriele Münter. Das reisende Auge« treten Fotografien von zwei in Berlin geborenen Künstlerinnen in einen Dialog, der die zeitliche Differenz von mehr als einem Jahrhundert überbrückt. Kathrin Sonntag (*1981) hat sich auf eine Reise durch das bisher wenig bekannte fotografische Werk von Gabriele Münter begeben, um mit Bildern aus ihrem eigenen fotografischen Archiv auf ausgewählte Fotografien von Münter zu reagieren. Durch die Gegenüberstellung mit Münters um 1900 entstandenen Fotografien erzeugt Sonntag einen Resonanzraum in der Gegenwart, verweist spielerisch auf Korrespondenzen und stimuliert die Lust am Entdecken. Die Räume voller Echos und Widerhall lenken die Aufmerksamkeit auf die Frage, wie Münter und Sonntag – und letztlich auch wir − der Welt im Medium der Fotografie damals und heute begegnen.
In Kooperation mit dem Museum
BIS 22. MÄRZ 2026
2. OG
Gabriele Münter, Vase mit Äpfeln, 1909, Öl auf Leinwand, 33 × 49 cm, Franz Marc Museum, Kochel a. See, Dauerleihgabe aus Privatbesitz, © VG Bild-Kunst, Bonn 2025, Foto: Walter Bayer, München
GABRIELE MÜNTER. AUFBRUCH IN FORM UND FARBE
Die monografische Ausstellung widmet sich Gabriele Münter (1877–1962), einer der bedeutendsten Künstlerinnen des deutschen Expressionismus. Ausgehend von der Sammlung Selinka des Kunstmuseums liegt ein Schwerpunkt der Ausstellung auf der Zeit zwischen 1908 und 1914, die zu den produktivsten ihres Schaffens zählt. Neben der ›expressionistischen Periode‹ vor dem Ersten Weltkrieg, in der sie die Aktivitäten der Neuen Künstlervereinigung München und ab 1911 des Blauen Reiters maßgeblich beförderte, gibt die Ausstellung anhand von rund 50 Arbeiten Einblick in weitere Lebensstationen und Entwicklungsphasen. »Aufbruch in Form und Farbe« führt die stilistische Vielfalt und Innovationskraft Gabriele Münters vor Augen und eröffnet facettenreiche Einblicke in ein bahnbrechendes Œuvre der Klassischen Moderne.
Die Ausstellung wird zusätzlich gefördert durch die
- APRIL BIS 19. JULI 2026
EG/1./2. OG
Tehching Hsieh, One Year Performance 1980-1981 (Time Clock-Piece), 1980—1981 (Detail), Ausstellungsansicht Neue Nationalgalerie, Berlin, 2023, © der Künstler, Foto: Noshe/Near Future
IT’S ALL ABOUT TIME
Ein Jahr ist die Zeit, in der die Erde einmal die Sonne umrundet, die Einheit, in der wir über das Alter sprechen oder über das Vorübergehen der Zeit. Ein Jahr lang unterwarf sich Tehching Hsieh (*1950 Nanzhou, TW, lebt in New York) der schwindelerregenden Disziplin, pünktlich zu jeder vollen Stunde die Zeitkarte einer Stechuhr zu stempeln und parallel ein Selbstporträt aufzunehmen. One Year Performance 1980–1981 (Time Clock Piece) ist eine der legendärsten und kompromisslosesten Meditationen über Zeit. Die Ausstellung »It’s All About Time« versammelt insgesamt sechs raumgreifende Arbeiten internationaler Künstler:innen, die das Vergehen der Zeit sinnlich erfahrbar machen, die standardisierte Zeitmessung hinterfragen und verschiedene Dimensionen der Zeiterfahrung ins Bewusstsein rücken. Natürliche Kreisläufe und biologische Rhythmen treffen auf den Takt des Spätkapitalismus, Rituale setzen das lineare Zeitempfinden zugunsten einer ausgedehnten Gegenwartserfahrung außer Kraft und stehen im Kontrast zum Fortschreiten der Lebenszeit. »It’s All About Time« lenkt den Blick auf das komplexe Phänomen Zeit – »[…] nicht als Gegenstand unseres Wissens, sondern als Dimension unseres Seins« (Merleau-Ponty).
Mit Arbeiten von Jill Baroff, Hans-Peter Feldmann, Rafik Greiss, David Horvitz, Tehching Hsieh, Alicja Kwade
AUGUST BIS 15. NOVEMBER 2026
EG/1. OG
Edvard Munch, Madonna — Liebendes Weib, 1895—1902 (Detail), Farblithografie, 79,4 × 57,8 cm, Sammlung Selinka, Kunstmuseum Ravensburg | Ulrike Rosenbach, Glauben Sie nicht, dass ich eine Amazone bin, 1975/2005 (Still), 1-Kanal Video, 12:03 Min., © die Künstlerin und VG Bild-Kunst, Bonn 2025
ZEITFRAGEN. SAMMLUNG TRIFFT GEGENWART
Die Sammlung Selinka des Kunstmuseums Ravensburg umfasst Werke des 20. Jahrhunderts mit einem Schwerpunkt auf dem deutschen Expressionismus, der sich in Zeiten politischer Umbrüche, neuer künstlerischer Ausdrucksformen und gesellschaftlicher Wandlungen herausbildete. Die Ausstellungsreihe »Zeitfragen. Sammlung trifft Gegenwart« bringt ausgewählte Sammlungswerke mit Gegenwartskunst in einen Dialog und macht Kontinuitäten wie Brüche zwischen verschiedenen Generationen und Kontexten sichtbar. Die Gegenüberstellung lädt dazu ein, spielerisch Sammlungsthemen aus neuen Perspektiven zu betrachten, historische und gesellschaftliche Narrative zu hinterfragen und aktuelle Diskurse in den Blick zu nehmen.
Mit Arbeiten von Kader Attia, Fiona Banner, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Małgorzata Mirga-Tas, Otto Mueller, Edvard Munch, Daniel Richter, Ulrike Rosenbach, Karl Schmidt-Rottluff, Agnès Varda
AUGUST BIS 15. NOVEMBER 2026
2. OG
Janet Cardiff, The Forty Part Motet, 2001, 40-Kanal Audioinstallation, 14:07 Min., Ausstellungsansicht Baltic Centre for Contemporary Art, 2012, © die Künstlerin, Foto: Colin Davison
JANET CARDIFF. THE FORTY PART MOTET
Die Soundinstallation »The Forty Part Motet« (2001) der kanadischen Künstlerin Janet Cardiff (*1957) rückt die skulpturalen Qualitäten von Klang in den Mittelpunkt und bietet ein einzigartiges räumliches Klangerlebnis. Ausgangspunkt bildet das polyphone Renaissance-Musikstück »Spem in Alium«, das Thomas Tallis um 1570 für acht Chöre zu je fünf Stimmen komponiert hat. Janet Cardiff zeichnete die Stimmen der Sänger:innen auf getrennten Tonspuren auf und lässt jede Stimme über einen der vierzig im Oval angeordneten Lautsprecher erklingen. Die eigene Bewegung im Raum bestimmt das Hörerlebnis und ermöglicht, sich sowohl auf die Intimität unterschiedlicher Solostimmen zu konzentrieren als auch in die suggestive raumreifende Komposition als Ganzes eintauchen. Mit Dank an die Tate Modern, London.
- DEZEMBER 2026 BIS 29. MÄRZ 2027
EG/1./2. OG
Charlotte Salomon, Gouache aus Leben? oder Theater? (M004925), 1940—1942, Gouache auf Papier, 32,5 × 25 cm, Jewish Museum Amsterdam, © Charlotte Salomon Foundation, Amsterdam | Charlotte Salomon, Leben? oder Theater?, 1940—1942, Ausstellungsansicht Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, 2023, © Charlotte Salomon Foundation, Amsterdam, Foto: Ernst Jank
CHARLOTTE SALOMON. LEBEN? ODER THEATER?
Charlotte Salomons (1917 Berlin – 1943 Auschwitz) außergewöhnliches Lebenswerk entstand innerhalb von zwei Jahren nach ihrer Flucht aus Berlin im Jahr 1939 im Exil in Südfrankreich. »Leben? oder Theater?« (1940–1942) ist ein umfangreiches Konvolut farbmächtiger Gouachen mit drehbuchartigen Szenen aus Text und Bild. In drei Akte unterteilt verknüpft das Werk Zeichnung und Malerei mit Elementen aus Literatur, Film, Theater, Musik und Philosophie. Im Wechsel von Close-Up und Totale verbindet die deutsch-jüdische Künstlerin autobiografische und fiktive Elemente zu einer virtuosen Neuerzählung ihrer Lebens- und Familiengeschichte. Die antisemitische Verfolgung und existenzielle Bedrohung im Nationalsozialismus bilden den Rahmen ihres sogenannten ›Singespiels‹, das zwischenmenschliche Beziehungen sowie Fragen nach Schicksal und Selbstbestimmung in den Mittelpunkt rückt. Die Ausstellung stellt 235 der insgesamt 769 Blätter vor und gibt Einblick in ein künstlerisches Werk, das durch seine innovative Bildsprache und experimentelle Erzählstruktur besticht.
In Kooperation mit dem Jewish Museum Amsterdam. Kuratiert von Irene Faber, eh. Sammlungskuratorin, Jewish Museum Amsterdam; am Kunstmuseum Ravensburg betreut von Lea Daro.
Kunstmuseum Ravensburg, Foto: Wynrich Zlomke
SPONSOREN KUNSTMUSEUM RAVENSBURG
Das Kunstmuseum Ravensburg wird gefördert von den Premiumsponsoren: Ravensburger AG, Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co. KG, Baden- Württembergische Bank, CHG Meridian AG und Georg Reisch GmbH & Co. KG
Weitere Unterstützung durch: Technische Werke Schussental GmbH & Co. KG, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
Die Kunstvermittlung wird gefördert durch: Freundeskreis des Kunstmuseums Ravensburg, Stiftung Ravensburger Verlag, Demokratie leben!, Selinka Stiftung