150 Kindergärten in Thüringen starten mit systematischer Sprachförderung; landesweite Einführung der Sprachstandserhebungen geplant
Projektstart Thüringer Qualitätskompass: 150 Kindergärten starten mit systematischer Sprachförderung für besseren Übergang
Projektstart Thüringer Qualitätskompass: 150 Kindergärten starten mit systematischer Sprachförderung für besseren Übergang
31.08.2026 Erstellt von Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur
Thüringen bereitet die landesweite Einführung einheitlicher Sprachstandserhebungen für Kinder im 5. Lebensjahr vor. Im Transferprojekt „Thüringer Qualitätskompass – sprachliche Bildung und inklusive Kindergartenentwicklung“ erproben die teilnehmenden 150 Einrichtungen ab 1. September erstmals ein einheitliches Verfahren zur Sprachstandserhebung. Zum Einsatz kommt dabei das Beobachtungsinstrument „Meilensteine der Sprachentwicklung“, das gemeinsam mit dem Lehr- und ForschungsLab KOMPASS Sprache der Universität Erfurt und der Fachhochschule Erfurt ausgewählt wurde. Es unterstützt pädagogische Fachkräfte dabei, sprachliche Entwicklungsverläufe systematisch zu beobachten, fachlich einzuschätzen und daraus geeignete sprachförderliche Maßnahmen für den pädagogischen Alltag abzuleiten. Die Ergebnisse fließen in die wissenschaftliche Evaluation des Transferprojekts ein und liefern wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung sprachlicher Bildung sowie für die geplante landesweite Einführung in Thüringen.
Bildungsminister Christian Tischner: „Bessere sprachliche Voraussetzungen beim Eintritt in die Grundschule entlasten die Kolleginnen und Kollegen dort massiv und verbessern gleichzeitig die Bildungschancen aller Kinder. Mit verbindlichen Deutschtests und gezielter Sprachförderung gehen wir in Thüringen einen konsequenten Weg und stellen sicher, dass kein Kind mit sprachlichen Nachteilen in die Schule startet.“
Im Rahmen des Projekts „Thüringer Qualitätskompass“ wird vom 1. September bis 15. November 2026 die sprachliche Entwicklung von Kindern im Alter von 48 bis 59 Monaten in 150 Kindergärten erhoben. Insgesamt war die Resonanz groß: Mehr als 300 Einrichtungen haben sich zur Teilnahme beworben. Die Auswahl erfolgte in einem vergleichenden Auswahlverfahren nach Maßgabe der Richtlinie und unter Beachtung einer regional ausgewogenen Verteilung.
„Die alltagsintegrierte sprachliche Bildung ist Teil des Bildungsauftrags aller Thüringer Kindertageseinrichtungen und wird durch den Thüringer Bildungsplan getragen. Landesweit wirkende Maßnahmen wie der verbesserte Personalschlüssel stärken die Rahmenbedingungen für die sprachliche Entwicklung aller Kinder. Das Transferprojekt „Thüringer Qualitätskompass – sprachliche Bildung und inklusive Kindergartenentwicklung“ entwickelt darauf aufbauend ein einheitliches Verfahren, das für eine landesweite Anwendung vorbereitet wird. So profitieren letztendlich alle Einrichtungen landesweit“, so Christian Tischner weiter.
Im Regierungsvertrag wurden zentrale Maßnahmen zur Förderung von Bildungsgerechtigkeit, frühkindlicher Sprachförderung und Inklusion beschlossen. Dazu zählen die verbindliche Einführung von Sprachstandserhebungen im 5. Lebensjahr sowie gezielte Förderangebote für Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf vor der Einschulung. Wesentliche Maßnahmen umfassen die Qualifizierung pädagogischer Fachkräfte, die Stärkung von Bildungspartnerschaften und personelle Verbesserungen gemäß Thüringer Kindergartengesetz, die ab dem 1. Januar 2025 schrittweise umgesetzt werden.
Um diese Ziele umzusetzen und die Qualitätsentwicklung in den Kindertageseinrichtungen zu fördern, wurde das Transferprojekt „Thüringer Qualitätskompass – sprachliche Bildung und inklusive Kindergartenentwicklung“ konzipiert. Es unterstützt Kindertageseinrichtungen gezielt bei der Stärkung der sprachlichen Bildung und der Weiterentwicklung inklusiver Strukturen.