RWTH Aachen Spatenstich neues Chemie-Gebäude Hörn Campus Aachen; 428 Tonnen CO2 eingespart
Die Formel für Spitzenforschung: Spatenstich für das neue Chemie-Gebäude der RWTH Aachen: Das Immobilienunternehmen des Landes NRW
Die Formel für Spitzenforschung: Spatenstich für das neue Chemie-Gebäude der RWTH Aachen Ressourcenschonend bauen und forschen Den symbolischen ersten Spatenstich auf dem Campus Hörn setzten Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, gemeinsam mit dem Rektor der RWTH, Prof. Ulrich Rüdiger, Aachens Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons, der BLB NRW-Geschäftsführerin Gabriele Willems sowie Michael Neuß, technische Leitung der Niederlassung Aachen des BLB NRW. Wissenschaftsministerin Ina Brandes MdL: „Spitzenforschung ‘made in NRW‘ braucht moderne Gebäude und eine leistungsfähige Ausstattung. Die Exzellenz-Universität RWTH Aachen steht dafür, Erkenntnisse aus der Forschung konsequent in marktfähige Produkte weiterzuentwickeln. Von dem Chemie-Neubau profitiert deshalb sowohl der Wissenschafts- als auch der Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen." Neue Räume für Forschung und Lehre Der fünfgeschossige Neubau verbindet künftig moderne Forschungsbedingungen mit einer funktionalen Architektur. Das prägende Element ist die Fassade aus sogenanntem Profilbauglas. Die U-förmigen, thermisch vorgespannten Glaselemente sorgen durch eine farbige Emaillierung eine unterschiedliche Lichtdurchlässigkeit. Ein praktischer Vorteil für den Institutsbetrieb: Die glatte Oberfläche lässt sich unkompliziert mit warmem Wasser reinigen. Im Inneren stehen künftig gut 2.200 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Den größten Raum nehmen dabei die speziell ausgestatteten Praktikums- und Forschungslabore für die Anorganische und Organische Chemie ein. Ergänzt wird das Raumangebot durch moderne Büroarbeitsplätze, einen Seminarraum sowie einen zentralen Hörsaal im Erdgeschoss. „Dieses Gebäude ist gleich doppelt ein Gewinn für die RWTH Aachen. Einerseits braucht exzellente Forschung hochmoderne Rahmenbedingungen, die der Ersatzbau uns verschafft. Andererseits passt der ressourceneffiziente Bau sehr gut zu unserer Nachhaltigkeitsstrategie und zeigt, was im Bausektor in Sachen Nachhaltigkeit bereits alles möglich ist“, sagt Prof. Ulrich Rüdiger, Rektor der RWTH Aachen. Aus altem Schrott wird neuer Stahl Dass die Chemie zwischen moderner Wissenschaft und nachhaltiger Ressourcenschonung stimmt, zeigt der BLB NRW bereits im frühen Baustadium. Um den ökologischen Fußabdruck des Neubaus von Anfang an so gering wie möglich zu halten, kommt eine klimaschonende Materialmischung zum Einsatz: Anstelle klassischer Baustoffe werden spezieller, CO₂-reduzierter Zement (CEM II) sowie Stahl aus wiederverwertetem Schrott (XCarb) verbaut. Dadurch werden allein beim Bau rund 428 Tonnen Kohlendioxid eingespart. Zusätzlich wurden für die vorbereitenden Erdarbeiten und Leitungsgräben rund 1.930 Kubikmeter Recycling-Baustoffe genutzt, um natürliche Ressourcen zu schonen. Grünes Dach und effiziente Energieversorgung Diese konsequente Linie setzt sich im späteren Forschungsbetrieb fort. Weil für die Sicherheit in den Chemielaboren große Abluftanlagen auf dem Dach unverzichtbar sind, wird der restliche Platz dort umso klüger genutzt: Gut die Hälfte der Dachfläche wird intensiv begrünt. Eine Photovoltaikanlage erzeugt künftig rund 34.400 Kilowattstunden Solarstrom pro Jahr. Das entspricht in etwa dem jährlichen Bedarf von zehn durchschnittlichen Privathaushalten. Die Heizung und Kühlung des gesamten Gebäudes erfolgen über die bereits vor Ort anliegende Fernwärme- und Fernkälteversorgung. Energieeffiziente Motoren senken zudem den Strombedarf der Lüftungsanlagen. Eine Wärmerückgewinnungsanlage nutzt die Wärme der Abluft aus Laboren, Hörsälen und Sanitärbereichen, um die Zuluft vorzuwärmen. Ergänzt wird das Energiekonzept durch eine stromsparende LED-Beleuchtung. „Die Auswirkungen des Klimawandels werden immer spürbarer, wie wir in den vergangenen Monaten erlebt haben. Dieses Projekt ist ein starkes Signal für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit durch ressourcenschonende Bauweise und umweltfreundliche Planung“, sagt Gabriele Willems, Geschäftsführerin des BLB NRW. Wie durchdacht das ökologische Konzept ist, zeigt auch ein Blick hinter die Kulissen: Auch beim Edelgas Helium setzt das Gebäude auf einen Kreislauf. Nach der Nutzung wird es im Neubau aufgefangen und durch ein mehrere hundert Meter langes Edelstahlrohr im Boden zur Aufbereitung in das Bestandsgebäude der Anorganischen Chemie zurückgeleitet. Bei den Außenanlagen setzt der BLB NRW gezielt auf Pflanzen, die mit Trockenheit und Starkregen gut zurechtkommen. Rund um das neue Institut pflanzt der BLB NRW neben verschiedenen Sträuchern, Stauden und Gräsern gezielt Baumarten wie Sumpfeichen, Feuerahorn und Zelkoven. Diese gelten als besonders robust und sollen langfristig zu einem angenehmen Mikroklima auf dem Campus beitragen. Bilder Bilder in druckfähiger Qualität stehen Ihnen zum Download hier zur Verfügung: https: