Unternehmen in Deutschland zahlen 2025 fast 86 Milliarden Euro für erkrankte Mitarbeitende; Kosten seit 2020 um 21 Milliarden Euro gestiegen

Lohnfortzahlung 2026: 86 Milllionen Euro für Krankheit | Personal | Haufe

HR zwischen Restrukturierung und Transformation

Fußball-WM im Büro: arbeitsrechtliche Grenzen

People Analytics – zwischen Daten und Entscheidung

Advertorial: Trends im Recruiting 2026

Kanzleien im Arbeitsrecht: Übersicht, Trends, Profile

MBA, Master, Zertifikate: Startbereit für die KI-Welt

Gender Pension Gap: Wie Betriebe für Ausgleich sorgen können

Unternehmen zahlten 2025 fast 86 Milliarden Euro für erkrankte Mitarbeitende

Seit 2020 sind die Kosten für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall um mehr als 21 Milliarden Euro gestiegen, zeigt eine aktuelle Studie. Dafür sind neben der Entwicklung des Krankenstands auch die gestiegenen Lohnkosten verantwortlich.

Die Fortzahlung der Löhne für erkrankte Beschäftigte hat die deutschen Arbeitgeber im Jahr 2025 rund 85,6 Milliarden Euro gekostet. Das geht aus einer Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. 72,5 Milliarden Euro davon entfielen auf die fortgezahlten Bruttoentgelte, weitere 13,1 Milliarden Euro auf die Sozialbeiträge, die Arbeitgeber zusätzlich für ihre erkrankten Beschäftigten aufbringen. Binnen 15 Jahren haben sich die nominalen Aufwendungen mehr als verdoppelt.

Höhere Löhne, mehr Beschäftigte, mehr Krankheitskosten

Für den Anstieg sind, so die Mitteilung des IW, mehrere Faktoren verantwortlich: So sind die Kosten der Entgeltfortzahlung mit der Lohnentwicklung gestiegen. Weil die Zahl der Beschäftigten gewachsen ist, haben zudem mehr Arbeitnehmer Anspruch darauf.

Ob der Krankenstand selbst im vergangenen Jahr gestiegen ist, lässt sich aus den Zahlen nicht herauslesen. Nach einer Analyse des BKK Dachverbands ist der Krankenstand in Deutschland im Jahr 2025 leicht gesunken – von 5,90 Prozent auf 5,83 Prozent. Auch das Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) berichtet, dass die Fehlzeiten der bei der AOK Versicherten mit im Schnitt 23,3 Tage im Jahr 2025 leicht unter dem Niveau des Vorjahres und mehr als einen Tag unter dem bisherigen historischen Höchststand von 2022 lagen. Das IW weist darauf hin, dass die statistische Erfassung der krankheitsbedingten Fehltage seit Einführung der elektronischen Erfassung im Jahr 2022 deutlich gestiegen sei. Ob dahinter auch mehr tatsächliche Fehlzeiten im Betrieb stehen, sei nicht abschließend geklärt.

Keine News verpassen mit dem Newsletter HR Tech Radar

Alles News rund um KI, Digitalisierung und Automatisierung in HR - alle 14 Tage zusammengestellt von der Personalmagazin-Redaktion.

Jetzt zum Newsletter HR Tech Radar anmelden

Attestpflicht ab Tag eins in der Kritik

Als Gegenmaßnahmen gegen die hohen Kosten für Fehlzeiten hatte der Koalitionsausschuss im Programm für Wachstum und Beschäftigung Anfang Juli 2026 eine Attestpflicht ab dem ersten Tag der Krankschreibung und die Abschaffung der elektronischen Arbeitsunfähigkeit beschlossen.

In Expertenkreisen werden diese Regelungen kritisch gesehen. IW-Ökonom Jochen Pimpertz hält es für offen, ob der Krankenstand durch die Attestpflicht ab dem ersten Tag tatsächlich gesenkt werden könne. Rechtlich ändere sich wenig, denn ein Attest ab dem ersten Tag können Arbeitgeber schon heute verlangen. Verzichten sie weiterhin darauf, könne das mit Blick auf den Verwaltungsaufwand im Einzelfall sinnvoll sein. Entscheidend sei vor allem die Botschaft: “Ein kulanter Umgang mit der Attestpflicht basiert auf gegenseitigem Vertrauen und setzt einen verantwortungsvollen Umgang voraus. Einen Anspruch haben Beschäftigte darauf nicht”, so Pimpertz.

Auch Arbeitsministerien Bärbel Bas hat die Pläne der Koalition zur Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag infrage gestellt. “Ich bin koalitionstreu, aber wir sollten uns schon noch mal fragen, ob das sinnvoll ist”, sagte die SPD-Vorsitzende der Funke Mediengruppe Ende August. “Meine Sorge ist, dass dann Menschen mit einem leichten Infekt am ersten Tag zum Arzt gehen und aus einem kurzen Ausfall am Ende eine ganze Woche Krankschreibung wird.”

Das könnte Sie auch interessieren:

Faktencheck: Fünf Thesen zu Fehlzeiten – und was dran ist

Straubs Seitenblick: Ein Experiment zeigt, wie sich Krankheitstage senken lassen

Fehlzeiten reduzieren in drei Schritten

Acht rettende Sätze für schwierige Gesprächssituationen 555

Workation und Homeoffice im Ausland: Was Arbeitgeber wissen müssen 222

Essenszuschuss als steuerfreier Benefit 186

BEM ist Pflicht des Arbeitgebers 181

Probezeitgespräche als Feedbackquelle für den Onboarding-Prozess 114

Das sind die 25 größten Anbieter für HR-Software 102

Warum Offboarding an Bedeutung gewinnt 95

Der große NLP-Bluff Teil I: Wie alles begann 88 8

Studie offenbart zu wenige Strukturen beim Onboarding 68

Unternehmen zahlten 2025 fast 86 Milliarden Euro für erkrankte Mitarbeitende 31.08.2026

Wenn Recruiting am Jobtitel scheitert 27.08.2026

Wie Führungskräfte Mitarbeitergespräche vereinfachen 26.08.2026

Work Culture Festival: Kultur, KI und die Zukunft des Büros 26.08.2026

Die großen Denkfehler bei der Raumgestaltung 25.08.2026

Wertschätzen statt abwimmeln – zehn Tipps für Absagen 25.08.2026 1

bKV: Gesundheit als Basis für Erfolg und Produktivität 24.08.2026

Die Stop-Doing-Liste: Warum die mutigste Führungsentscheidung das Weglassen ist 24.08.2026 1

Refurbishing im Unternehmen: Wie es funktioniert – und was HR davon hat 21.08.2026

Wählen Sie einen anonymen Namen

Wählen Sie einen anonymen Namen, der für Ihre Beiträge in der Kommentarfunktion angezeigt wird. Sie können diesen Namen jederzeit in Ihren Kontoeinstellungen ändern.

Hinweis: Es sind nur Buchstaben und Zahlen erlaubt.

Wir möchten verstehen, wie HR-Profis den Wert moderner HR-Software einschätzen. Denn gute HR-Software soll ihren Preis wert sein – und diesen können Sie mitbestimmen, indem Sie an der folgenden Umfrage teilnehmen. Es kostet Sie nur wenige Minuten.

Das Buch erklärt die rechtlichen Grundlagen und zeigt konkrete Schritte zur Umsetzung der Richtlinie. Dazu bietet es Beispiele aus der Praxis sowie Bewertungen gängiger Gradingsysteme und berücksichtigt auch die betriebliche Mitbestimmung.

Jede Woche Inspiration für das Corporate Learning. Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter! Unsere Themen:

Unser Ziel ist es, Ihnen eine auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Website anzubieten. Um Ihnen relevante und nützliche Inhalte, Angebote und Services präsentieren zu können, benötigen wir Ihre Einwilligung zur Nutzung Ihrer Daten. Wir nutzen den Service eines Drittanbieters, um Ihre Aktivitäten auf unserer Website zu analysieren.

Mit Ihrer Einwilligung profitieren Sie von einem personalisierten Website-Erlebnis und Zugang zu spannenden Inhalten, die Sie informieren, inspirieren und bei Ihrer täglichen Arbeit unterstützen.

Wir respektieren Ihre Privatsphäre und schützen Ihre Daten. Sie können sich jederzeit darüber informieren, welche Daten wir erheben und wie wir sie verwenden. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit widerrufen. Passen Sie Ihre Präferenzen dafür in den Cookie-Einstellungen an.

Krankheitsausfälle stellen Betriebe vor Herausforderung. Eine zusätzliche Belastung für die Unternehmen: die hohen Kosten für die fortgezahlten Bruttoentgetlte und die Sozialbeiträge, die Arbeitgeber zusätzlich für ihre erkrankten Beschäftigten aufbringen.

Ihre Meinung ist uns wichtig

Newsletter Personalmagazin – neues lernen

rudolf.ai - Haufe meets AI

Profitieren Sie von personalisierten Inhalten, Angeboten und Services!