IFH KÖLN und BBE Handelsberatung prognostizieren Umsatzrückgang im deutschen Schuhmarkt 2026; auf 9,3 Mrd Euro 2026
Weniger Umsatz, mehr Vielseitigkeit: Strukturwandel prägt den Schuhmarkt - IFH KÖLN
IFH KÖLN und BBE Handelsberatung prognostizieren für 2026 Umsatzrückgang im Schuhmarkt auf 9,3 Milliarden Euro. Trend zu Smart Casual verschiebt Marktanteile in den Warengruppen. Damenschuhe bleiben knapp führend, Sportschuhe schließen nahezu auf. Generelle Verschlankung der Schuhgarderobe wirkt sich vor allem auf Sport- und Kinderschuhe aus.
Nach zwei Jahren mit Umsatzrückgängen bleibt die Lage auf dem deutschen Schuhmarkt angespannt. Auch für 2026 ist ein weiterer leichter Rückgang des Marktvolumens auf rund 9,3 Milliarden Euro zu erwarten. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Branchenbericht Schuhe von IFH KÖLN und BBE Handelsberatung. Die Konsumzurückhaltung bleibt dabei ein wesentlicher Belastungsfaktor. So haben 30 Prozent der befragten Verbraucher:innen in den vergangenen zwölf Monaten weniger als 100 Euro für Fashionprodukte ausgegeben, zwölf Prozent verzichteten sogar vollständig auf entsprechende Anschaffungen. Gleichzeitig gewinnen strukturelle Veränderungen im Kaufverhalten der Verbraucher:innen zunehmend an Einfluss auf die Marktentwicklung.
Der Wandel im Konsumverhalten zeigt sich zunehmend in den Marktanteilen der einzelnen Warengruppen. Während Damenschuhe mit 28,7 Prozent Marktanteil weiterhin die größte Warengruppe am deutschen Schuhmarkt bilden, haben Sportschuhe mit 26,2 Prozent nahezu aufgeschlossen. Treiber dieser Entwicklung ist die steigende Nachfrage nach vielseitig einsetzbaren Schuhen, die Komfort, Alltagstauglichkeit und Stil vereinen. Besonders von diesem Trend profitieren die Sneaker: Trotz einer Normalisierung nach den starken Wachstumsjahren rechnen die Marktexpert:innen für 2026 mit einem Umsatzplus von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
„Smart Casual wirkt sich vor allem auf saisonale Produkte aus. Das zeigt sich auch im Rückgang bei Sandalen, die sowohl bei Damen als auch bei Herren seit Jahren an Bedeutung verlieren. Stattdessen setzen viele Verbraucher:innen auf wenige vielseitige Modelle wie Sneaker, Loafer oder neue Kombinationen wie Sneakerina. Besonders bei Damenschuhen wird dieser Wandel sichtbar, da die Anlassvielfalt hier traditionell besonders groß war“, ordnet Carina Habke, Projektmanagerin am IFH KÖLN, die Ergebnisse ein.
Wardrobe Rationalization: Weniger Schuhe pro Haushalt
Auch die sogenannte „Wardrobe Rationalization“ prägt den Schuhmarkt zunehmend: Verbraucher:innen reduzieren die Zahl ihrer gekauften Schuhe und konzentrieren sich auf wenige Allrounder für unterschiedliche Anlässe. Davon betroffen sind Kinderschuhe und mittlerweile auch Sportschuhe. Letztere bleiben ein zentraler Bestandteil der Schuhgarderobe, einzelne Segmente könnten sich 2026 jedoch schwächer entwickeln. Gleichzeitig steht der Kinderschuhmarkt unter Druck: Neben schwächeren Geburtenjahrgängen reagieren Familien angesichts steigender Lebenshaltungskosten zunehmend preissensibel. Schuhe werden seltener neu gekauft, häufiger weitergegeben oder gebraucht erworben. Plattformen wie Vinted gewinnen dadurch an Bedeutung und erhöhen den Wettbewerbsdruck auf den stationären Handel. Vor diesem Hintergrund steht die Branche vor der Herausforderung, neue Impulse für den Schuhkauf zu setzen.
„Konsumentinnen und Konsumenten müssen wieder Lust auf Schuhe bekommen. Dafür braucht es mehr als Einzelmaßnahmen: Der Schuhhandel und der Modehandel müssen ihre Kräfte bündeln und gemeinsam das gesamte Produkt Mode - Bekleidung und Schuhe - stärken. Einzelnes Handeln führt nicht weiter. Jetzt sind Allianzen gefragt, um Begehrlichkeit zu schaffen, Kundinnen und Kunden zu inspirieren und die Freude am Einkauf zurückzugewinnen", erläutert Peter Frank, Executive Consultant, BBE Handelsberatung.
Daten und Grafiken aus dieser Pressemitteilung dürfen nur im Rahmen journalistischer oder redaktioneller Zwecke genutzt werden. Die werbliche und kommerzielle Nutzung sowie Aufbereitung für eine vertragsbasierte Weitervermarktung sind untersagt. Dies gilt insbesondere für Statistikportale.
Der „Branchenbericht Schuhe“, Jahrgang 2026, des IFH KÖLN in Zusammenarbeit mit der BBE Handelsberatung liefert folgende Daten:
Retrospektive der Marktentwicklung des Schuhmarktes 2019 bis 2025 und der Warengruppen
Struktur und Entwicklung der Vertriebswege 2019-2025
Aktuelles zu Konsumierenden und Marktgeschehen
Prognose der Marktvolumina und der Vertriebswege bis 2030
Die komplette Studie kann im Shop des IFH KÖLN erworben werden.
Die BBE Handelsberatung mit Hauptsitz in München und Niederlassungen in Hamburg, Berlin, Köln, Leipzig, Erfurt und Stuttgart berät seit über 70 Jahren Handelsunternehmen aller Betriebsgrößen und Betriebsformen, Einkaufskooperationen, Verbundgruppen und die Konsumgüterindustrie sowie die Immobilienwirtschaft und Kommunen. Im Verbund der BBE Handelsberatung, IPH Handelsimmobilien und elaboratum New Commerce Consulting reicht das Beratungsportfolio der 180 Branchen-, Standort-, E-Commerce- und Immobilien-Experten von Strategieentwicklung, Markt- und Standortanalysen, Image- und Kundenforschung bis hin zu Projektentwicklung und Centermanagement. Analyse- und Prognosemethoden werden kontinuierlich optimiert, Wissenschaft und Praxis verzahnt, um auf diese Weise kompetent Handlungsempfehlungen geben zu können.
Weniger Umsatz, mehr Vielseitigkeit: Strukturwandel prägt den Schuhmarkt
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