Dominic Geisseler Para-Kletterer Europameister Laval; Schiedsrichterentscheid sichert den Titel
Erfolgreiche Weltcup-Woche: Nora Meister glänzt in Paris, Flurina Rigling in Belgien
Para-Kletterer Dominic Geisseler ist Europameister
31.08.2026: 13. Medaille und erster Europameistertitel
Vom 28. bis 30. August fanden in Laval die Europameisterschaften im Sportklettern statt. Nebst den Disziplinen Lead und Speed wurden auch die Titel im Para-Klettern vergeben. Der Para-Kletterer Dominic Geisseler aus Pratteln wurde Europa-Meister, seine Teamkollegin Sarah Longhi holte die Bronzemedaille.
Dominic Geisseler ist seit 2023 an 14 Wettkämpfen angetreten – und erreichte in Laval zum 13. Mal das Podest. Dem Athleten fehlen mehrere Fingerglieder, und er startet in der Kategorie AU3 für Kletterer mit Einschränkungen im Bereich der Hand. In Laval verlief die Qualifikationsrunde für ihn nicht optimal, sodass er um seinen Finaleinzug bangen musste. Geisseler spricht von einer «Achterbahnfahrt der Gefühle», denn im Final entschied ein Schiedsrichterentscheid über seinen Titel. Dort wartete eine besonders steile Passage mit wenigen Tritten und ohne Erholungsmöglichkeit für die Arme auf ihn. Als erfahrener Athlet teilte der 45-Jährige seine Kräfte gut ein. Zunächst sah es so aus, als hätte er dieselbe Höhe erreicht wie der später Zweitplatzierte. Die Trainerin erhob jedoch Einspruch gegen die Wertung – und es zeigte sich, dass Dominic Geisseler einen Griff mehr gehalten hatte als sein Kontrahent. «Ich bin unglaublich dankbar und glücklich über diesen Erfolg», sagt der Para-Kletterer.
Und mit Sarah Longhi feierte das Para Climbing Team des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) gleich einen zweiten Podestplatz. Die 40-Jährige aus Knonau trat in der Kategorie RP2 an. Die Athletinnen dieser Kategorie haben neurologische oder physiologische Einschränkungen mittlerer Schwere, die sehr unterschiedlich sein können und sich auf Beweglichkeit, Koordination und Kraft auswirken. Longhi sitzt im Alltag im Rollstuhl und hat vor allem Mühe, die Bewegung ihres rechten Beins zu kontrollieren. Mit kreativen Lösungen kämpfte sie sich die Wand hoch und erreichte den dritten Rang.
Longhi schwärmt von der «bombastischen Stimmung und den abwechslungsreichen Routen». Da in Laval gleichzeitig auch die World Climbing Series stattfanden, kamen Athletinnen und Athleten aus 28 Nationen zusammen und verliehen dem Anlass eine besondere internationale Atmosphäre.
Schnelle Zeiten und zwei Finalisten im Lead
Auch die anderen Athletinnen und Athleten des Swiss Climbing Teams zeigten in Laval starke Leistungen. In der Kategorie Speed sprintete Gilles Meili die 15-Meter-Wand in 4.89 Sekunden hoch – und erreichte damit die drittschnellste Zeit des gesamten Wettkampfs (der neue Europarekord: 4.79 Sekunden). Allerdings treten im Speed die Athletinnen und Athleten im K.-o.-System gegeneinander an. Dabei gelangen dem 18-jährigen Zürcher nicht in allen Läufen gleich konstante Leistungen. Deshalb beendete er den Wettkampf auf dem 5. Platz.
Im Lead kletterten gleich drei Athleten des Swiss Climbing Teams in die Top Ten. Jonas Utelli und Sascha Lehmann kletterten am Sonntagnachmittag im Final der besten Acht. Beide zeigten eine starke Leistung, verloren aber an einer steilen Passage mit Untergriffen viel Kraft und beendeten den Wettkampf auf dem 5. beziehungsweise 8. Platz. Damit belegt Jonas Utelli in der Gesamtwertung der europäischen Lead-Wettkämpfe 2026 den dritten Platz.
Bei den Damen kletterte die 20-jährige Noé Looser als beste Schweizerin auf den 11. Platz. Foto: Dominic_Geisseler (c) Slobodan Miskovic
WM Aachen 2026: Starker Schweizer Auftritt in der Para-Dressur
27.08.2026: Schweizer Para-Dressur überzeugt mit Konstanz und Premiere in Aachen
Vom 19. bis 23. August standen in Aachen die Entscheidungen in der Para-Dressur auf dem Programm. Für die Schweiz gingen Nicole Geiger mit Donar Weltino im Grade V und Mirjam Pollara mit Auheim’s Secret Love im Grade IV an den Start. Dass gleich zwei Schweizer Paare an einer internationalen Meisterschaft teilnehmen konnten, war eine erfreuliche Premiere nach neun Jahren.
Für Mirjam Pollara bedeutete Aachen gleichzeitig die erste Teilnahme an einem Championat. Erst seit dem Frühjahr bildet sie mit dem elfjährigen Oldenburgerwallach Auheim’s Secret Love ein Paar. Entsprechend stand für die beiden vor allem im Vordergrund, Erfahrungen auf höchstem internationalem Niveau zu sammeln.
Gelungene Championatspremiere für Mirjam Pollara
Im Para Grand Prix A des Grade IV zeigte Mirjam Pollara einen soliden Auftakt. Mit Auheim’s Secret Love erreichte sie 65,111 Prozent und klassierte sich damit auf Rang 16. Für die Schweizerin war es der erste Auftritt überhaupt an einer internationalen Meisterschaft.
Auch in der zweiten Prüfung konnte das noch junge Paar seine Leistung bestätigen und sogar steigern. Im Para Grand Prix B erzielten Pollara und Auheim’s Secret Love 66,108 Prozent und belegten den 15. Rang. Damit ging für die beiden eine erste Weltmeisterschaft mit zwei konstanten Auftritten und wertvollen Erfahrungen für die weitere sportliche Entwicklung zu Ende.
Nicole Geiger zweimal auf Rang acht
Für Nicole Geiger und Donar Weltino begann die Weltmeisterschaft ebenfalls vielversprechend. Die erfahrene Schweizer Para-Dressurreiterin zeigte im Para Grand Prix A des Grade V eine starke Prüfung. Mit 70,513 Prozent erreichte das Paar den achten Rang und damit eine Topklassierung im hochkarätigen Teilnehmerfeld.
Auch im Para Grand Prix B bestätigten Geiger und der zehnjährige Donar Weltino ihre Konstanz: Erneut klassierten sie sich auf Rang acht. Über die beiden Qualifikationsprüfungen sicherte sich die Schweizerin damit einen Platz in der Grand Prix Kür der besten acht Paare. Das vor der WM formulierte Ziel, den Kürfinal zu erreichen, war damit geschafft.
Zum Abschluss der Para-Dressur-Wettbewerbe stand am Sonntag die Grand Prix Kür auf dem Programm. Nicole Geiger und Donar Weltino durften die Schweizer Farben noch einmal auf der grossen WM-Bühne vertreten.
Mit 69,355 Prozent beendete das Paar die Kür auf dem achten Rang. Der Weltmeistertitel im Grade V ging an die Schwedin Lena Malmström mit Fabulous Fidelie und 79,675 Prozent vor Regine Mispelkamp aus Deutschland und Britney de Jong aus den Niederlanden.
Mit drei achten Plätzen in drei Prüfungen zeigte Nicole Geiger in Aachen eine bemerkenswerte Konstanz und bestätigte ihre Position unter den besten Para-Dressurreiterinnen ihres Grades. Gemeinsam mit der gelungenen Championatspremiere von Mirjam Pollara kann die Schweiz auf einen erfreulichen Auftritt bei den Weltmeisterschaften 2026 zurückblicken.
Der Auftritt der beiden Schweizer Para-Dressurreiterinnen in Aachen ist zugleich ein wichtiges Zeichen für die weitere Entwicklung der Disziplin in der Schweiz. Mit dem Inklusionsprojekt von Swiss Olympic und Initiativen wie «Gemeinsam im Sattel – Para-Dressur erleben» setzt sich Swiss Equestrian dafür ein, den Zugang zum Pferdesport zu erleichtern, Begegnungen zu schaffen und neue Athlet:innen für die Para-Dressur zu begeistern. Der Anlass fand 2026 bereits zum dritten Mal statt und verbindet unter anderem Trainingsmöglichkeiten, Klassifizierung und den Austausch mit Fachpersonen. Foto: Nicole Geiger
Carmen Brussig holt Top-Resultat bei EM
18.08.2026: EM-Erfolg für Carmen Brussig
Die 2026 IBSA Para Judo Europameisterschaften im Heidelberger SNP dome sind Geschichte. Vom 9. bis 16. August kämpften rund 120 Athletinnen und Athleten aus 23 Nationen um kontinentale Titel und wichtige Punkte auf dem Weg zu den Paralympischen Spielen 2028 in Los Angeles. Für die Schweizerin Carmen Brussig wartete in der Klasse J2 bis 52 Kilogramm ein Round-Robin-Turnier mit fünf Kämpferinnen – doch die Besetzung hatte es in sich und entsprach dem Niveau eines WM-Halbfinals. Mit der Weltranglistenersten Stepaniuk aus Russland, der Weltranglistenzweiten Aurires aus Frankreich, der aufstrebenden jungen Türkin Zeynep Bozdemir und der Luxemburgerin Riedel als Aussenseiterin war das Feld hochkarätig besetzt.
Carmen Brussig überzeugte gegen die Französin und die junge Türkin mit Technik und Wettkampfstärke. Nach ihrer Schulterverletzung im Mai fehlt ihr lediglich in den letzten Minuten noch die nötige Ausdauer, um die hochklassigen und kraftraubenden Kämpfe bis zum Schluss durchzuziehen. Besonders schwer fiel ihr der Kampf gegen die Russin Stepaniuk, eine Gegnerin, die ihr traditionell nicht liegt.
Wertungspunkte entscheiden über die Medaillen Wie eng das Rennen um die Medaillen war, zeigte sich am Ende deutlich: Alle drei Medaillengewinnerinnen mussten jeweils eine Niederlage hinnehmen. So entschieden schliesslich die Wertungspunkte über die Platzierungen. Die junge Türkin Zeynep Bozdemir sicherte sich den Europameistertitel, dahinter folgten die Russin und die Französin. Carmen Brussig belegte den undankbaren vierten Platz. Rang fünf ging an die Luxemburgerin Riedel.
Die nächsten Ziele im Blick Carmen Brussig hat in Heidelberg bewiesen, dass sie technisch und kämpferisch mit der Weltspitze immer noch mithalten kann. Nun gilt es, die noch fehlenden Kräfte für die entscheidenden Kampfminuten zurückzugewinnen und die Schulter vollständig auszukurieren. Bis zu den Weltmeisterschaften bleibt Zeit, gezielt an Ausdauer und Belastbarkeit zu arbeiten. Wertvolle Paralympics-Qualifikations- und Weltranglistenpunkte konnte Carmen Brussig für die Schweiz aber sichern. Bild: Carmen im Kampf gegen die neue Europameisterin 2026 Zeynep Bozdemir
Ski Alpin: Baptiste De Marchi neuer Talentkoordinator Ski Alpin
04.08.2026: Zukünftig mehr Fokus auf Para-Ski-Nachwuchs
PluSport Behindertensport Schweiz und Rollsstuhlport Schweiz freuen sich, Baptiste De Marchi als neuen Talentkoordinator Ski Alpin willkommen zu heissen. Mit seiner langjährigen Erfahrung im Nachwuchsleistungssport, seiner fundierten Ausbildung sowie seiner grossen Leidenschaft für den Schneesport wird er die Weiterentwicklung des Schweizer Para-Ski-Nachwuchses aktiv mitgestalten.
In seiner neuen Funktion verantwortet Baptiste den Aufbau und die Weiterentwicklung der Nachwuchsstrukturen im alpinen Skisport. Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem die Talentsichtung und -rekrutierung, die Koordination der regionalen Stützpunkte sowie die Begleitung junger Athletinnen und Athleten auf ihrem Weg in den Spitzensport. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt im Ausbau des Netzwerks mit Skiclubs, Schulen, regionalen Leistungszentren sowie Partnern aus dem Regel- und Parasport.
Baptiste bringt ideale Voraussetzungen mit: Er verfügt über einen Bachelor in Sportwissenschaften der Universität Freiburg sowie einen Master of Science in Sports der Eidgenössischen Hochschule für Sport Magglingen mit Schwerpunkt Trainingswissenschaft und Sportmanagement. Als diplomierter Schneesportlehrer mit eidgenössischem Fachausweis, Swiss Snowsports-Experte und ausgebildeter Nachwuchstrainer verfügt er über umfassende fachliche und praktische Kompetenzen.
Seine bisherige Laufbahn führte ihn unter anderem als Cheftrainer des Ski Club Brentaz-Vercorin, in verschiedene Funktionen innerhalb der Skischule Vercorin sowie zu Praktika im Bereich Forschung und Weltcup-Coaching bei Swiss-Ski. Darüber hinaus engagiert er sich seit vielen Jahren in der Ausbildung von Trainerinnen und Trainern sowie in der Organisation und Durchführung von Wettkämpfen und Nachwuchsprojekten. Mit der Verpflichtung von Baptiste setzt PluSport zusammen mit Rollspuhlsport Schweiz ein weiteres Zeichen für die nachhaltige Förderung des Schweizer Para-Ski-Nachwuchses. Gemeinsam mit den regionalen Partnern, den Trainerteams und den Athletinnen und Athleten sollen die bestehenden Strukturen weiterentwickelt und optimale Voraussetzungen für zukünftige sportliche Erfolge geschaffen werden.
Im Letzigrund gehörten sie einfach dazu
27.07.2026: Weltklasse-Luft für Abassia Rahmani und Elijah Thommen
Der Wind drehte an diesem Wochenende immer wieder, was die Bedingungen im Letzigrund anspruchsvoll machte. Über dem Stadion aber lag jene L