Wir bleiben prozyklisch in globalen Aktien; Goldposition wieder aufgebaut
Multi-Asset-Views Ausgabe 08/2026
Widerstandsfähiges Wachstum und robuste Unternehmensgewinne halten uns bei zyklischen Vermögenswerten positiv, während wir unsere Sicht auf Gold angesichts der starken Nachfrage der Zentralbanken verbessern.
Die Kombination aus robustem globalem Wirtschaftswachstum und soliden Unternehmensgewinnen, wie sie die Ergebnisse des zweiten Quartals belegen, stützt weiterhin unsere positive Einschätzung zyklischer Anlagen, insbesondere von Aktien. Angesichts der starken Kursrallye seit der zweiten Julihälfte stellen wir fest, dass die Markterwartungen mittlerweile ein überzogenes Niveau erreicht haben. Solange sich die Wachstumsdynamik jedoch nicht nennenswert verschlechtert, halten wir eine prozyklische Positionierung weiterhin für gerechtfertigt.
Neben unserer das ganze Jahr über beibehaltenen Übergewichtung in globalen Aktien haben wir nach der Korrektur im Juni
Juli unsere Präferenz für den Technologiesektor verstärkt und unsere Positionierung um deutsche Aktien erweitert, um unsere positive Einschätzung der Industrie- und Verteidigungsbranche zum Ausdruck zu bringen. Darüber hinaus halten wir über eine Kombination aus globalen Bergbauunternehmen und Energieproduzenten weiterhin ein gewisses Engagement in Rohstoffen.
Wir sind uns der Risiken bewusst, die hohe Haushaltsdefizite für die Unabhängigkeit der Geldpolitik mit sich bringen. Doch vertrauen wir darauf, dass die Zentralbanken einen angemessenen geldpolitischen Kurs beibehalten können. Die Marktpreise spiegeln derzeit nur ein verhaltenes Tempo weiterer geldpolitischer Straffungen in den USA wider. Sollte sich unser Basisszenario bewahrheiten, besteht somit noch Spielraum für weitere Zinserhöhungen. Der US-Dollar bietet zudem attraktive Carry-Erträge sowie einen gewissen Schutz vor einer weiteren Verschärfung der monetären Bedingungen. Wir haben unsere Long-Positionen im US-Dollar gegenüber Währungen mit niedriger Verzinsung, wie dem Schweizer Franken und dem japanischen Yen, sowie gegenüber Währungen, die zuletzt überproportionale Marktbewegungen verzeichneten, wie dem südkoreanischen Won, wieder aufgebaut.
Wir behalten unsere negative Einschätzung der US-Kreditspreads bei, da die gebotene Risikoprämie begrenzt ist. Wir haben daher einen Teil unseres Engagements über den Credit Default Swap Index abgesichert.
Gleichzeitig halten wir eine taktische Allokation in US-Staatsanleihen, da die höheren Realrenditen für ein attraktiveres Bewertungsumfeld sorgen. Der jüngste Anstieg der Realrenditen deutet auf das Vertrauen der Anleger in die konjunkturellen Aussichten hin. Sollte sich unsere positive Einschätzung des Wachstums jedoch als nicht haltbar erweisen, könnten Staatsanleihen innerhalb unserer Portfolios zur Diversifizierung beitragen.
Schließlich haben uns die hohen Realrenditen, eine wieder gestiegene Nachfrage institutioneller Investoren und eine bereinigte Positionierung der Fast-Money-Anleger dazu veranlasst, wieder in Gold zu investieren. Trotz der jüngsten Rallye sind wir der Ansicht, dass diese Position mittelfristig ein attraktives Risiko-Ertrags-Verhältnis bieten könnte.
Zu den wesentlichen Risiken für unsere konstruktive Haltung zählen eine Beschleunigung der Inflation, eine deutliche Verschlechterung der Wachstumsaussichten sowie ein schwindendes Vertrauen der Anleger in das Narrativ rund um die KI-Investitionen.
Wir bleiben gegenüber Aktien optimistisch, gestützt durch ein robustes globales Wachstum und solide Unternehmensgewinne. Zwar gehen die Bewertungen im KI-Bereich, die Verschuldung und die hohe Marktkonzentration mit Risiken einher, doch das günstige konjunkturelle Umfeld bestärkt uns in unserer positiven Einschätzung von Aktien.
Wir bleiben taktisch positiv gegenüber Staatsanleihen eingestellt, da die höheren Realrenditen das Bewertungsniveau attraktiver machen.Wir vertrauen weiterhin darauf, dass die Zentralbanken in der Lage sind,die Geldpolitik angemessen zu steuern, und betrachten Duration als sinnvolle Ergänzung zu unserer prozyklischen Positionierung.
Wir sind positiv für Rohstoffe, insbesondere im Bergbau- und Energiebereich. Wir haben unsere Goldposition angesichts von Käufen der Zentralbanken und einer bereinigten Marktpositionierung wieder aufgebaut.
Wir behalten unsere negative Einschätzung von Unternehmensanleihen bei. Die Spreads sind trotz steigender Verschuldung und hoher Emissionsvolumina historisch eng, sodass die Bewertungen zunehmend ambitioniert erscheinen.
US-Aktien werden weiterhin durch ein robustes Wirtschaftswachstum, starke Unternehmensergebnisse im zweiten Quartal und zunehmende Anzeichen dafür gestützt, dass KI-Investitionen die Produktivität und das Gewinnwachstum ankurbeln.
Auch wenn die aktuellen Bedingungen für Finanzwerte, Energie und Grundstoffe weiterhin günstig sind, bieten andere Regionen unserer Ansicht nach attraktivere Chancen.
Steigende Unternehmensgewinne und fiskalische Impulse unterstützen weiterhin deutsche Aktien und bieten zugleich eine gewisse Diversifizierung gegenüber dem globalen KI-Thema.
Es bleibt bei unserer neutralen Haltung, da die sich verbessernden Rahmenbedingungen im Inland der anhaltenden Wechselkursvolatilität und den erwarteten Zinsdifferenzen gegenüberstehen.
Eine starke Gewinndynamik und anhaltende Investitionen im Technologiesektor untermauern unsere positive Einschätzung der Schwellenländer, während die erhöhten Konzentrationsrisiken einen selektiveren Anlageansatz erfordern.
🟢 Asien ohne Japan, China
Wir bevorzugen weiterhin bestimmte Technologiesektoren, die von KI-Investitionen und der zunehmenden Nutzung digitaler Technologien profitieren, bleiben angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Schwäche jedoch selektiv.
🟢 Asiatische Schwellenländer ohne China
Wir bleiben optimistisch, gestützt durch den KI- und Technologiezyklus sowie eine starke Gewinndynamik, und bevorzugen taiwanesische und andere asiatische Technologieaktien.
1 Die globalen Schwellenländer umfassen Mittel- und Osteuropa, Lateinamerika und Asien.
Quelle: Schroders, August 2026. Die Einschätzungen zu Aktien, Staatsanleihen und Rohstoffen beruhen auf der Rendite im Vergleich zu Barmitteln in Lokalwährung. Die Einschätzungen zu Unternehmens- und Hochzinsanleihen beruhen auf Kreditrisikoaufschlägen (sprich: durationsgesichert). Die Einschätzungen zu Währungen stehen im Bezug zum US-Dollar. Der US-Dollar selbst wird an einem handelsgewichteten Währungskorb gemesse
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