Bündnis AbL Sachsen-Anhalt, AWO Sachsen-Anhalt setzt überdimensionales Wahlkreuz bei Cobbel, Tangerhütte; Vielfalt, Resilienz in ländlichen Regionen gefordert
„Vielfältig. Bäuerlich. Gerecht.“: Bündnis setzt Zeichen für Zusammenhalt im ländlichen Raum | AWO Landesverband Sachsen-Anhalt
„Vielfältig. Bäuerlich. Gerecht.“: Bündnis setzt Zeichen für Zusammenhalt im ländlichen Raum
- September 2026 , Tangerhütte
Bündnis wirbt mit Wahlkreuz für Vielfalt auf dem Land
Mit einer gemeinsamen Feldaktion haben die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Sachsen-Anhalt, die AWO Sachsen-Anhalt, die Evangelische Kirche Mitteldeutschland, das Bioenergiedorf Schernebeck und der Kultur- und Geschichtsverein „Grenzland e.V.“ im Vorfeld der Landtagswahlen ein sichtbares Zeichen für Vielfalt und Zusammenhalt im ländlichen Raum gesetzt. Auf einer Ackerfläche bei Cobbel (Tangerhütte) wurde ein überdimensionales Wahlkreuz in den Boden geeggt und aus der Luft dokumentiert. Unter dem Motto „Vielfältig. Bäuerlich. Gerecht.“ machten die Beteiligten deutlich, dass lebendige Dörfer auf gesellschaftliche Vielfalt, eine starke bäuerliche Landwirtschaft und eine verlässliche Daseinsvorsorge angewiesen sind. Bei der anschließenden Pressekonferenz machten Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Organisationen deutlich, welche Erwartungen sie mit Blick auf die Wahlen und die kommende Landesregierung verbinden. Sie forderten Rahmenbedingungen, die eine vielfältige, resiliente Landwirtschaft, den sozialen Zusammenhalt stärken und gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land sichern.
Anlässlich der Aktion finden Sie hier die Stellungnahmen der verschiedenen Organisationen:
Christian Warnke, Landwirt aus Cobbel und Mitglied der AbL Sachsen-Anhalt:
„Eine starke bäuerliche Landwirtschaft ist elementar für lebendige ländliche Räume. Diese steht aber in Sachsen-Anhalt durch Klimaveränderungen wie Hitze, Trockenheit und Extremwetterereignisse, zu niedrige Erzeugerpreise und außerlandwirtschaftliche Investoren massiv unter Druck. Daher brauchen wir eine Politik, die eine vielfältige, klimaresiliente Landwirtschaft fördert und bäuerlichen Betrieben verlässliche Perspektiven bietet. Politik, welche die schon längst anstehenden Aufgaben einer klimaresilienten Landwirtschaft nicht anpackt, kann nicht im Interesse der landwirtschaftlichen Betriebe in Sachsen-Anhalt sein. Weiterhin ist es notwendig Existenzgründungen von jungen Frauen und Männern in der Landwirtschaft noch stärker zu unterstützen, damit die ländlichen Räume attraktiv für die nächsten Generationen bleiben.“
Hendrik Hahndorf, Vorstandsvorsitzender AWO Landesverband Sachsen-Anhalt e.V.:
„Als AWO Sachsen-Anhalt sichern wir soziale Infrastruktur im ländlichen Raum. Mit unseren Kitas, Pflegediensten oder unseren sozialen Angeboten in Jugendzentren und Beratungsstellen machen wir den ländlichen Raum lebenswert. Damit Menschen gut leben können, braucht es starke soziale Angebote und eine offene, demokratische Gesellschaft ohne Ausgrenzung.“
Lutz Herms, Vorstand Bioenergiedorf Schernebeck e.V.:
„Regionale und regenerative Energieerzeugung für die Menschen vor Ort unter Einbeziehung der Landwirtschaftsbetriebe stärkt den Zusammenhalt, erhöht die Wertschöpfung, macht zukunftssicherer und unabhängiger bei globalen Veränderungen. Eine Stromdirektvermarktung in einem Dorf sollte in Zukunft möglich sein und der Ausbau von Nahwärmenetzen in ländlichen Regionen muss finanziell stärker gefördert werden. Die Politik ist in diesem Bereich gefordert endlich zu handeln, um die Akzeptanz für die Erneuerbaren Energien zu verbessern.“
Edda Ahrberg, Vorständin Kultur- und Geschichtsverein „Grenzland e.V.“:
„Für die Attraktivität des ländlichen Raumes ist die Mobilität aller Menschen eine wesentliche Voraussetzung. Daher sollte der öffentliche Nahverkehr durch eine stärkere Anbindung aller Ortschaften ausgebaut werden. Essentiell ist auch die Ausweitung des Radwegenetztes, da noch immer zahlreiche Ortschaften nicht angebunden und somit viele Menschen von einer sicheren Verbindung ausgeschlossen sind. Das vielfältige Vereinsleben auf dem Land sollte durch eine verantwortungsbewußte Unterstützung der Vereine gewährleistet werden, die in den Gemeinden wichtige Anlaufpunkte für eine starke Gemeinschaft bilden und wesentliche kulturelle Beiträge leisten.“
Janette Obara, Pfarrerin, Arneburg, Evangelische Kirche Mitteldeutschland:
„Wir erwarten den unbedingten Schutz der Menschenwürde, das meint einen kompromisslosen Einsatz für Mitmenschlichkeit, Toleranz und den Schutz von Minderheiten statt Ausgrenzung. Ebenso brauchen wir auch weiterhin finanzielle Unterstützung beim Erhalt unserer kirchlichen Gebäude und kirchlich sozialen Einrichtungen wie etwa Kindergärten, Pflegeheimen oder Beratungsstellen. Diese wie unsere Kirchengemeinden mit den christlichen Werten sind enorm wichtige Identitätsorte und soziale Ankerpunkte im ländlichen Bereich.“