Enzo Bianchi gestorben im norditalienischen Piemont; 83 Jahre alt.
Italienischer Klostergründer Enzo Bianchi gestorben | katholisch.de
Im Alter von 83 Jahren
Italienischer Klostergründer Enzo Bianchi gestorben
VERÖFFENTLICHT AM 01.09.2026 UM 13:10 UHR – LESEDAUER: 1 MINUTE
ROM - Enzo Bianchi gehörte zu den bekanntesten geistlichen Autoren Italiens und gründete die ökumenische Gemeinschaft Bose. Über Jahrzehnte prägte er Debatten über Kirche, Ökumene und Liturgie. Nun ist er gestorben.
Enzo Bianchi, Gründer der ökumenischen Gemeinschaft Bose und einer der bekanntesten geistlichen Autoren Italiens, ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Das teilte seine Gemeinschaft am Dienstag mit. Bianchi war bekannt für seine Bibelauslegungen und ökumenischen Initiativen.
Die von ihm 1965 ins Leben gerufene Gemeinschaft Bose im norditalienischen Piemont galt als Beispiel für einen Neuaufbruch des klösterlichen Lebens in der katholischen Kirche. Ihr gehören Männer und Frauen unterschiedlicher christlicher Kirchen und Traditionen an, heute zählt sie etwa 80 Mitglieder. Die Klosterregel von Bose wurde 1973 vom zuständigen Bischof von Biella kirchlich genehmigt. Die Gemeinschaft pflegt insbesondere Kontakte in die Welt der östlichen Kirchen.
2017 trat Bianchi, besser bekannt als “Bruder Enzo”, nach mehr als fünf Jahrzehnten als Prior der Gemeinschaft Bose zurück. Nach Spannungen innerhalb der Gemeinschaft ordnete der Vatikan 2019 schließlich eine apostolische Visitation an; im Mai 2020 verfügte das vatikanische Staatssekretariat mit ausdrücklicher Zustimmung von Papst Franziskus (2013–2025), dass Bianchi Bose verlassen müsse. 2021 verließ er die Gemeinschaft endgültig und gründete in 2023 in Albiano d’Ivrea nahe Turin eine neue Gemeinschaft.
Bis zuletzt meldete sich Bianchi zu theologischen und kirchenpolitischen Fragen zu Wort und publizierte in zahlreichen italienischen Medien, darunter der Turiner Tageszeitung “La Stampa”. Bis zuletzt setzte er sich mit Fragen der Liturgie auseinander und nahm immer wieder an Debatten mit Theologen und Kirchenhistorikern teil. Dabei verteidigte er die Positionen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965) und die damit verbundene Liturgiereform. Er nahm unter anderem auch an den Sitzungsperioden der Weltsynode als Berater teil. (mtr)