Berner Filmpreise 2026 gehen an Sedimente, Theater Nebia in Biel; 20 000 Franken Preisgeld
Berner Filmpreise für vier Filme und zwei Filmschaffende
Berner Filmpreise für vier Filme und zwei Filmschaffende
BE MOVIE – Das Wochenende des Berner Films
Die Berner Filmpreise 2026 gehen an den Dokumentarfilm «Sedimente» sowie den Experimentalfilm «Wounded Edges». Der Dokumentarfilm «Nathalie» bekommt einen Spezialpreis für die Regie und die Protagonistin. Ausserdem werden zwei Filmschaffende ausgezeichnet: der Regisseur und Filmeditor Christof Schertenleib mit einem Preis für das Gesamtwerk sowie die Szenenbildnerin Sara B. Weingart mit einem Anerkennungspreis. Die Kulturförderung des Kantons Bern hat die Auszeichnungen auf Empfehlung der Fachjury vergeben. Diese lobt zudem den Animationsfilm «Ostrich» mit einer «Speziellen Erwähnung».
Die öffentliche Preisverleihung findet am Dienstag, 17. November, im Theater Nebia in Biel statt. Die ausgezeichneten Filme sind vom 19. bis 22. November im Rahmen von BE MOVIE im ganzen Kanton Bern zu sehen.
Filmpreis für den Dokumentarfilm «SEDIMENTE» von Laura Coppens Mit grosser Sorgfalt legt Laura Coppens Schicht für Schicht die Geschichte ihres Grossvaters und ihrer Familie frei. Persönliche Erinnerungen öffnen dabei den Blick auf grössere historische Zusammenhänge und darauf, wie diese bis in die Gegenwart nachwirken. «Sedimente» findet dafür eine bemerkenswerte Balance: analytisch und präzise, ohne verkopft zu sein, persönlich und berührend, ohne ins Sentimentale zu kippen. Gerade diese ruhige, kluge und sorgfältige Herangehensweise macht den Film so spannend.
Preissumme: 20 000 Franken; Produktion: Srikandi Films, Bern Sedimente – Srikandi Films
Spezialpreis für die Regisseurin und die Protagonistin des Dokumentarfilms «NATHALIE» Der Film blickt hinter die Fassade des Schweizer Wohlstands und führt mitten hinein in den Alltag einer alleinerziehenden Kleinunternehmerin im Berner Jura. Er zeigt den harten Kampf einer Frau, die alles daransetzt, für ihre Kinder da zu sein. Der Spezialpreis würdigt die Zusammenarbeit zwischen der Regisseurin Tamara Milošević und ihrer Protagonistin Nathalie Allouche-Ludwig vor und hinter der Kamera. Zusammen haben sie einer für viele unsichtbaren Realität ein unvergessliches Gesicht gegeben und einen Film geschaffen, der die Zuschauenden schmerzt, berührt, zum Lachen bringt und mit tiefer Bewunderung zurücklässt.
Preissumme: 10 000 Franken; Produktion: Recyled TV AG, Bern Nathalie – RecTv
Filmpreis für den Experimentalfilm «WOUNDED EDGES» von Yannick Mosimann Yannick Mosimanns «Wounded Edges» setzt sich mit den Spuren des Waldbrands von 2022 am Monte Gambarogno im Tessin auseinander. Zwischen konkreter Beobachtung und Abstraktion verbinden sich Bild, Klang und poetische Sprache zu einer eigenständigen filmischen Erfahrung über Zerstörung und Erneuerung. Ein Film von bedrückender Aktualität, der die Verletzlichkeit unserer Lebensräume sinnlich erfahrbar macht.
Preissumme: 10 000 Franken; Regie und Produktion Yannick Mosimann, Bern Wounded Edges – Yannick Mosimann
Preis für das Gesamtwerk an Christof Schertenleib Seit über vier Jahrzehnten prägt und bereichert Christof Schertenleib mit seiner Arbeit als Regisseur und Editor im In- und Ausland und mit Lehrtätigkeiten an Kunsthochschulen das Filmschaffen massgeblich und weit über seine eigenen Werke hinaus. Sein Gesamtwerk steht für eine Haltung, die das Kino als Kunst des genauen Sehens, des Zuhörens und des sorgfältigen Erzählens versteht. Mit diesem Preis wird Christof Schertenleib für seine Kunst, seine Haltung und seinen nachhaltigen Einfluss auf das Schweizer Filmschaffen geehrt.
Preissumme: 10 000 Franken Christof Schertenleib
Anerkennungspreis an Sara B. Weingart Mit enormer Energie und grosser Tatkraft geht Sara B. Weingart ihrer Arbeit als Szenenbildnerin nach. Seit mehr als 20 Jahren prägt sie das Berner Filmschaffen mit und hat sich auch international einen Namen gemacht. Engagiert, leidenschaftlich und kompromisslos erschafft sie Welten, in denen Drehbücher und Figuren zum Leben erweckt werden. Eine Arbeit, die fast unsichtbar, unbewusst bleiben muss – damit die Geschichten, die Figuren und das Kinoerlebnis im Vordergrund stehen. Für diesen unermüdlichen Einsatz und die riesige Expertise erhält Sara B. Weingart einen Anerkennungspreis.
Preissumme: 10 000 Franken Sara B. Weingart
Spezielle Erwähnung der Jury für den Animationsfilm «OSTRICH» von Marie Kenov Mit viel Witz, Tempo und einem sicheren Gespür für Timing erzählt «Ostrich» vom Wunsch einem vermeintlichen Ideal zu entsprechen. Spielerisch und pointiert nimmt der Film unseren den Drang zur Selbstoptimierung aufs Korn – klug beobachtet, charmant umgesetzt und einfach sehr gut gemacht.
Ohne Preissumme; Produktion: YK Animation Studio, Bern Ostrich – YK Animation Studio GmbH | Ostrich
Das verlängerte Wochenende vom 19. bis 22. November 2026 steht ganz im Zeichen des aktuellen Berner Filmschaffens. In elf Kinos im Kanton Bern, von Biel über Meiringen bis Saint-Imier, sowie per Online-Streaming gibt es Berner Produktionen zu entdecken. Darunter sind auch die Gewinnerfilme des Berner Filmpreises 2026.
Das BE MOVIE wird am Donnerstag, den 19. November, im Sous Soul in Bern eröffnet – mit einem Podiumsgespräch, musikalischer Einlage und Apéro. Im Anschluss ist zudem ein längeres Konzert vorgesehen. Das Podiumsgespräch rückt die Arbeitswelt von Kamerapersonen in den Vordergrund und steht im Zeichen des diesjährigen Fokusthema «Kamera läuft!». Es entsteht in Zusammenarbeit mit der Swiss Cinematographers Society sowie dem Berner Stadtmagazin Journal B, das auch die Moderation übernimmt. Im Rahmen des Fokusthemas organisiert BE MOVIE zudem in Zusammenarbeit mit Filmkids einen Workshop für Jugendliche.
Der Filmpass gewährt Zugang zu allen Kinovorstellungen während des ganzen Wochenendes wie auch zum Online-Streaming. Er kann an diversen Vorverkaufsstellen oder online erworben werden. BE MOVIE wird im Auftrag der Berner Filmförderung vom Branchenverein Bern für den Film durchgeführt. Filmpass und Online-Streaming: www.be-movie.ch
Website-Empfehlung: Berner Filmpreise für vier Filme und zwei Filmschaffende
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Dokumentarfilm «NATHALIE» von Regisseurin Tamara Milošević, Produktion: Recyled TV AG, Bern