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title: "VCD Kreisverband Hildesheim Wahlprüfsteine zur Verkehrspolitik 2026-2031 in Hildesheim; Antworten bis 21.08.2026 veröffentlicht"
sdDatePublished: "2026-09-01T12:56:00Z"
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VCD Kreisverband Hildesheim Wahlprüfsteine zur Verkehrspolitik 2026-2031 in Hildesheim; Antworten bis 21.08.2026 veröffentlicht

VCD-Wahlprüfsteine
zur kommunalen Verkehrspolitik in Hildesheim
An die Parteien, die zur Kommunalwahl am 13. September 2026
für den Rat der Stadt Hildesheim kandidieren

Sehr geehrte Damen und Herren,
das Leben in unserer Stadt wird nicht unerheblich durch den Verkehr geprägt: Stadtgrün,
Stadtklima, Lärm und Luftqualität, Sicherheit, Attraktivität der Innenstadt und der
Wohnquartiere und nicht zuletzt bezahlbare Mobilität für alle Menschen, auch ohne Auto - All
diese Fragen und viele weitere hängen eng mit der städtischen Verkehrspolitik zusammen.
Wir möchten deshalb von Ihnen wissen, wie Sie in den Jahren 2026-2031 mit
Verkehrsthemen in Hildesheim umgehen wollen. Bitte nehmen Sie sich etwas Zeit und
beantworten unsere Fragen. Am besten tragen Sie Ihre Antworten direkt in das Word-
Dokument ein und senden sie es per Mail zurück an hildesheim@vcd.org
Alle Antworten, die wir bis zum 21.08.2026 erhalten, veröffentlichen wir zur Information
unserer Mitglieder und der Hildesheimer Wählerinnen und Wähler, u.a. auf unserer
Internetseite und in einer Presseinformation.
Mit freundlichen Grüßen und vielen Dank im Voraus,
für den Vorstand des VCD Kreisverband Hildesheim e.V.

Doris Schupp

VCD – Mobilität für Menschen
Der Verkehrsclub Deutschland - VCD - arbeitet als unabhängige Organisation und
gemeinnütziger Verein für eine Mobilität, die unsere Gesundheit, das Klima und die
Umwelt schont. Zu-Fuß-Gehen, Radfahren und den öffentlichen Nahverkehr
möchten wir stärken.

Klimaschutz: Bundesweit und auch in Hildesheim werden die Ziele für die CO2-
Minderung im Verkehrssektor verfehlt. Halten Sie grundsätzlich größere Anstrengungen
für wichtig?
☒ Ja

☐ Nein

Lärm: Rund 15.200 Menschen sind in Hildesheim von gesundheitsgefährdendem Lärm
betroffen, das entspricht am Tag rund 15 % der gesamten Stadtbevölkerung, in der
Nacht sogar 17,2%. Im Lärmaktionsplan sind Maßnahmen dargestellt, diese Belastung
zu reduzieren. Unterstützen Sie die Umsetzung der Maßnahmen des Lärmaktionsplans?
☒ Ja

☐ Nein

Verkehrssicherheit: Halten Sie das Radfahren und Zu-Fuß-Gehen in Hildesheim für
sicher genug, auch für vulnerable Gruppen wie Kinder, Alte, Menschen mit
Behinderungen?
☐ Ja

☒ Nein

Wenn nein, welche Maßnahmen sind aus Ihrer Sicht vordringlich?

Modal Split: Unterstützen Sie die bereits 2010 formulierte Ziele, den Motorisierten
Individualverkehr (MIV) in Hildesheim zu verringern und den Anteil des Radverkehrs und
des Fußverkehrs weiter zu erhöhen?
☒ Ja

☐ Nein

Anmerkung: Unser Ziel ist eine Mobilität, die allen Menschen mehr Wahlfreiheit bietet. Deshalb
stärken wir Fuß-, Rad- und öffentlichen Nahverkehr, ohne Verkehrsarten gegeneinander
auszuspielen. So schaffen wir mehr Lebensqualität, Sicherheit und attraktive Mobilitätsangebote
für den Alltag.
Innenstadt: In allen Planungen der letzten Jahre (ISEK, Lärmaktionsplan,
Quartiersentwicklung Neustadt …) wird dringend empfohlen, die Innenstadt vom
Durchgangsverkehr zu entlasten, u.a. um die städtebauliche Qualität zu verbessern. Die
Die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden muss weiter verbessert
werden. Wir setzen uns insbesondere für sichere Schulwege, barrierefreie
Gehwege, die Beseitigung von Gefahrenstellen im Radwegenetz, bessere
Querungsmöglichkeiten, konsequentes Freihalten von Geh- und Radwegen sowie
Tempo 30 auf geeigneten Straßen ein. Sichere Mobilität bedeutet für uns mehr
Lebensqualität und Teilhabe für alle Generationen. Sichere Schulwege, ein
durchgängiges und baulich geschütztes Radwegenetz, barrierefreie Gehwege und
Kreuzungen, konsequente Beseitigung von Gefahrenstellen sowie Tempo 30 dort,
wo Menschen zu Fuß und mit dem Rad unterwegs sind.

erforderlichen Straßen, die den Durchgangsverkehr rund um die Innenstadt aufnehmen
können, sind vorhanden. – Werden Sie das Ziel der Verkehrsentlastung der City
verfolgen?
☒ Ja

☐ Nein

Anmerkung: Wir wollen die Innenstadt vom Durchgangsverkehr entlasten und zugleich ihre
Erreichbarkeit sichern. Weniger Durchgangsverkehr schafft mehr Platz für Aufenthalt, Handel,
Gastronomie, sichere Wege und einen verlässlichen Busverkehr. Dafür setzen wir auf attraktive
Alternativen, eine schrittweise Ausweitung der Fußgängerzonen sowie eine Verkehrsführung, die
den Zielverkehr weiterhin ermöglicht.
Verwaltung: Fortschritte bei der Förderung des Fuß- und Radverkehrs gehen auch bei
politischem Willen und bereitgestellten Haushaltsmitteln langsam voran, weil die
Stadtverwaltung auf personelle Engpässe verweist. Zwar gibt es für Rad- und
Fußverkehr einen zentralen Ansprechpartner in der Verwaltung, der allerdings in die
Hierarchie des Bereichs Straßenplanung eingeordnet ist. Reibungsverlust bei
Abstimmungen zwischen verschiedenen Fachbereichen sind häufig zu beobachten.
Sind sie dafür, die Belange des Fuß- und Radverkehrs künftig durch eine(n)
Beauftragte(n) mit entsprechenden Befugnissen in höherer Verwaltungsebene
wahrzunehmen?
☐ Ja

☐ Nein

☒ Wir haben andere Ideen zur bessern Verankerung der Belange des Fuß- und
Radverkehrs in der Stadtverwaltung, nämlich…

Sind Sie dafür, dass Sofortmaßnahmen für Fuß- und Radverkehr, die keine
langwierige Planung erfordern (z.B. bestimmte Bordsteinabsenkungen oder
Markierungen), künftig in einem vereinfachten Verfahren in Absprache mit dem
Radbeauftragten und den Verbänden regelmäßig aus Restmittel des Fahrradhaushaltes
durchgeführt werden?
☒ Ja

☐ Nein
Wichtige verkehrliche Themen werden in der AG Mobilität zwischen Verwaltung,
Ratsfraktionen und Verbänden (u.a. ADFC, ADAC, IHK, VCD) vorbesprochen, bevor sie
Eine entsprechende Person an höhere Position (evtl. sogar weisungsungebunden) ist
reizvoll. Aber rechtlich hat die Politik keinen Einfluss darauf (Organisationshoheit des
Obs). Als realistischer sehen wir die Stärkung der Belange des Fuß- und Radverkehrs als
Querschnittsaufgabe in der Verwaltung. Wir wollen klare Zuständigkeiten, ausreichende
personelle Ressourcen, kurze Entscheidungswege und eine enge Zusammenarbeit der
beteiligten Fachbereiche. Fuß- und Radmobilität muss bei allen relevanten Planungen
frühzeitig mitgedacht werden.

in die zuständigen Ratsgremien auf die Tagesordnung kommen. - Wird aus Ihrer Fraktion
jemand regelmäßig in der AG Mobilität mitarbeiten?
☒ Ja
wie schon die letzten Jahre
☐ Nein

Der Rat hat 2025 ein Konzept für die Parkraumbewirtschaftung in der Innenstadt
beschlossen. Die Umsetzung soll sich schrittweise bis weit in die 2030er Jahre hinziehen.
Wie stehen Sie dazu?
☐ Der Beschluss ist gut so wie er ist
☒ Die Umsetzung sollte schneller erfolgen
☐ Die Parkraumbewirtschaftung sollte auf weitere Stadtbereiche ausgedehnt werden
☐ Wir sind gegen Parkraumbewirtschaftung
Anmerkung: Wir stehen hinter der Parkraumbewirtschaftung, halten aber die preisliche Struktur
hinsichtlich des Ziels der Parkraumbewirtschaftung für falsch. Wir sind der Meinung, dass ein
Jahresticket im öffentlichen Raum mindestens genauso viel kosten sollte, wie ein Stellplatz im
Parkhaus. Wie sollte sonst ein Anreiz geschaffen werden Parkhäuser statt dem öffentlichen Raum
zu nutzen?
Das Angebot im Busverkehr (ÖPNV) war nach 2017 auf nur noch 74% des damaligen
Angebots reduziert worden. Der Rat hat 2024 beschlossen, das Bus-Angebot jährlich um
6 Prozentpunkte zu steigern. Dieser Wiederaufbau hat im Januar 2026 mit
Taktverdichtungen auf den Linien 2 und 4 begonnen. Unterstützten Sie das Ziel des
weiteren Ausbaus des Stadtbus-Verkehrs?
☐ Der Beschluss ist gut so wie er ist
☒ Die Umsetzung sollte schneller erfolgen
☐ Wir halten den Ausbau des Busverkehrs für überflüssig
Anmerkung: Der Wiederaufbau des Busangebots ist eine der wichtigsten Investitionen in die
Lebensqualität unserer Stadt. Ziel muss ein attraktiver, verlässlicher und barrierefreier ÖPNV
sein, der für möglichst viele Menschen eine echte Alternative zum Auto bietet. Gerne möchten
wir deutlich über die 6 Prozentpunkte gehen, müssen aber einerseits wissen, ob das finanziell
abbildbar ist – hierzu steht nach wie vor eine Antwort der Verwaltung aus. Andererseits sind wir
uns der Schwierigkeit bewusst, genug Busfahrer*innen zu finden, um einen Ausbau des
Busangebots umsetzen zu können.
Zu-Fuß-Gehen ist die umweltfreundlichste und natürlichste, zudem gesündeste Art der
Fortbewegung. Die Gehwege in der Stadt sind jedoch an vielen Stellen viel zu schmal –
entweder schon baulich, oder durch parkende Kfz eingeengt. Aktuelle Richtlinien sehen
eine Mindestbreite von 2,50 m für Gehwege vor, damit sich auch Personen mit
Kinderwagen, Rollstuhl oder Begleitpersonen begegnen können. Die Stadt duldet an
vielen Stellen das widerrechtliche Gehwegparken, sogar wenn für den Fußverkehr nur
Restbreiten von teilweise unter 1 Meter übrig sind. Selbst Kreuzungsbereiche sind immer
öfter rücksichtslos zugeparkt, so dass die Überquerung wegen Sichtbehinderungen

insbesondere für Kinder gefährlich ist und / oder Bordsteinabsenkungen blockiert sind. -
Wie ist Ihre Haltung dazu? (gern Mehrfachnennungen)
☒ Wir unterstützen die Forderung nach breiteren Gehwegen
☒ Der Stadtordnungsdienst muss Falschparken verstärkt überwachen
☐ Der Einsatz von Scan-Cars zur Parkraumüberwachung sollte geprüft werden
☒ zur Freihaltung der Sichtfenster an Kreuzungen brauchen wir mehr Poller
☐ Parken hat Vorrang

In vielen Straßen ordnet die Stadt das Parken auf Fußwegen sogar durch
Verkehrszeichen an.
Welche Rest-Gehwegbreite halten sie für mindestens notwendig?

☐ 80 cm
☐ 100 cm
☐ 120 cm
☒ 150 cm
☐ 200 cm
Velorouten gelten als ein Instrument, um den Radverkehr attraktiver zu machen: schnell,
sicher und attraktiv möglichst abseits des Autoverkehrs. Der Innerste-Radweg ist im
Stadtgebiet grundsätzlich als Teil von Velorouten geeignet, er verbindet die nördlichen
und westlichen Stadtteile, ist aber aus Itzum und von der Marienburger Höhe nicht
nutzbar. Der VCD hat schon 2022 eine Veloroute Itzum-Innenstadt durchs Grüne
vorgeschlagen, mit Anschluss an den links der Innerste verlaufenden Innerste-Radweg
durch den Lönsbruch. Die Stadt hat die Idee aufgegriffen und eine Machbarkeitsstudie,
allerdings mit anderer Ausrichtung, beauftragt. - Was halten Sie von Velorouten? (gern
Mehrfachnennungen)
☒ Ein Konzept für ein Netz von Velorouten sollte erarbeitet werden
☐ Die Veloroute Itzum-Hauptbahnhof gemäß Verwaltungsvorschlag begrüßen wir
[NEIN]
☒ Ein gut befahrbarer Radweg rechts der Innerste durch den Lönsbruch sollte auf jeden
Fall realisiert werden [JA]
☒ Eine zweite Veloroute als Ost-West-Verbindung sollte entwickelt werden
☐ Velorouten bringen keinen Mehrwert
Die Schuhstraße ist eine stark frequentierter Einkaufsbereich, zugleich verlaufen hier
fast alle Buslinien gebündelt mit einer noch nicht barrierefreien Haupt-Umsteigestelle,
und auch für den Radverkehr ist sie eine wichtige Verbindung. Bereits 2010 im IVEP
wurde für die Schuhstraße ein „verkehrsberuhigter Geschäftsbereich“ mit Tempo 20
vorgeschlagen. In Spitzenzeiten stehen nicht nur Autos, sondern auch die Busse oft im
Stau. - Was streben Sie für die Schuhstraße an?
☒ Verkehrsberuhigter Geschäftsbereich mit Tempo 20

☐ Einbahnstraße für PKW
☐ komplette Sperrung für den Individualverkehr, so dass Busverkehr einschließlich der
Umstiege reibungslos funktioniert
☒ Konzept für Innenstadtverkehr abwarten
☐ keine Veränderungen
Der zunehmende Lieferverkehr sowie Paketdienste bereiten immer mehr Probleme.
Lieferfahrzeuge parken oft regelwidrig und blockieren Fuß- und Radwege, Busspuren,
Einfahrten usw. – Bereits im Green City Plan von 2018 wurde ein Logistikkonzept für die
Innenstadt vorgeschlagen. Unter anderem wurden Logistik-Hubs für den Einsatz von
Lastenrädern sowie