Nordzucker startet Kampagne 2026/27 in Polen (Chełmża, Opalenica) und europäischen Werken Litauen, Deutschland, Schweden, Dänemark, Finnland; CO₂-Reduktion: Hälfte Ziel bis 2030 erreicht
Nordzucker - Nordzucker startet in die Kampagne 2026/27 – Werke gut vorbereitet
Nordzucker startet in die Kampagne 2026
27 – Werke gut vorbereitet
In den kommenden Tagen startet Nordzucker die Kampagne 2026
27 in den europäischen Werken. Den Auftakt machen die beiden polnischen Standorte Chełmża und Opalenica, gefolgt von Litauen, Deutschland, Schweden, Dänemark und Finnland. Wie bereits in den vergangenen Jahren werden in Schladen (Deutschland) und Nykøbing (Dänemark) zunächst Bio-Zuckerrüben verarbeitet. Die Zeit zwischen den Kampagnen haben die Nordzucker-Werke intensiv genutzt, um umfangreiche Wartungs-, Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen umzusetzen.
„Die Rüben haben sich aufgrund der Witterung in diesem Jahr in vielen Nordzucker-Anbauregionen bislang nicht optimal entwickelt. Allerdings bleiben für das weitere Wachstum der Rüben sowie die Entwicklung des Zuckergehalts bis zur Ernte die Witterungsbedingungen in den kommenden Wochen entscheidend“, sagt Lars Gorissen, CEO der Nordzucker AG.
Pflanzenkrankheiten wie SBR bleiben im Blick
Darüber hinaus bleibt die Ausbreitung der Schilf-Glasflügelzikade und die damit verbundenen Rübenkrankheiten SBR und Stolbur ein wichtiges Thema. Die Krankheiten können den Zuckergehalt und die Verarbeitung der Rüben beinträchtigen und die Zuckerausbeute verringern. Nordzucker beobachtet die Entwicklung kontinuierlich und nutzt umfangreiche Monitoring-Systeme, um die Situation in den Anbauregionen zu bewerten und daraus Maßnahmen für die Anbauberatung sowie Empfehlungen für Anbauerinnen und Anbauern abzuleiten. Gleichzeitig setzt das Unternehmen weiter auf die enge Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten, Ministerien und Behörden.
„Der Erfolg einer Kampagne beruht auf dem engen Zusammenspiel vieler Beteiligter entlang der Wertschöpfungskette. Von unseren Anbauerinnen und Anbauern, über die Agri-Kollegen und die Rübenlogistik sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Werken – zahlreiche Teams arbeiten Hand in Hand, um eine sichere und zuverlässige Verarbeitung der Rüben und die Versorgung unserer Kunden mit Zucker sicherzustellen. Ich wünsche allen eine erfolgreiche Kampagne“, betont Gorissen.
Instandhaltungsphase für Modernisierung und Effizienzsteigerung genutzt
Zur Vorbereitung auf die Kampagne 2026
27 hat Nordzucker an zahlreichen Standorten in die Modernisierung der Produktionsanlagen investiert. So wurden an mehreren Nordzucker-Standorten neue Verdampferstufen für einen energetisch effizienteren Produktionsprozess mit hohen CO₂-Einsparungen installiert. Im Werk Nordstemmen geht außerdem zum Kampagnestart eine neue Rübenwäsche in Betrieb. Die Anlage verfügt über eine moderne Reinigungstechnik, optimiert die Wasseraufbereitung und ermöglicht einen schonenderen Transport der Rüben zur Verarbeitung in die Fabrik. Das Nordzucker-Werk in Schladen nimmt einen neuen Extraktionsturm in Betrieb. Dadurch wird die Zuckergewinnung effizienter und der Energiebedarf im Produktionsprozess gesenkt.
„Mit unseren Investitionen und Instandhaltungsmaßnahmen treiben wir Effizienz und Dekarbonisierung gleichermaßen voran. Wir haben bereits rund die Hälfte der bis 2030 geplanten CO₂-Reduktion gegenüber dem Basisjahr 2018 erreicht und den Energiebedarf je produzierter Tonne Zucker seit 2018 erheblich gesenkt. Die Verknüpfung von operativer Exzellenz, Energieeffizienz und Dekarbonisierung ist und bleibt ein zentraler Baustein der Unternehmensstrategie“, erklärt Alexander Godow, COO der Nordzucker AG.
Der Start der Kampagne erfolgt weiterhin in einer anspruchsvollen Marktphase. Hohe Zuckerbestände in der EU und auf dem Weltmarkt sowie niedrige Zuckerpreise prägen derzeit die Rahmenbedingungen der europäischen Zuckerwirtschaft. Hinzu kommt die aktuell in Deutschland geplante Steuer auf zuckergesüßte Softgetränke, die viele Unsicherheiten und erhebliche wirtschaftliche Folgen für die Branche, die Landwirtschaft und zahlreiche Arbeitsplätze in ländlichen Regionen mit sich bringen kann. Gleichzeitig beeinflussen Wetterextreme und ein zunehmender Krankheitsdruck die Ertragserwartungen in vielen europäischen Anbauregionen. „Gerade in einem herausfordernden Marktumfeld sind leistungsfähige Werke, effiziente Prozesse und eine enge Zusammenarbeit mit unseren Anbauerinnen und Anbauern entscheidend. Daran arbeiten wir konsequent weiter“, sagt Gorissen.
Anpassung des Produktionsnetzwerks als Teil der strategischen Transformation
Vor dem Hintergrund anhaltender struktureller Überkapazitäten in der europäischen Zuckerindustrie beabsichtigt Nordzucker die Einstellung der Zuckerproduktion am dänischen Standort Nakskov. Dies ist eine proaktive Maßnahme im Zuge der Unternehmensstrategie, Fields for Growth, um die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns zu sichern und ein insgesamt effizienteres Produktionsnetzwerk zu schaffen. Anfang dieses Jahres hat das Unternehmen bereits bekannt gegeben, dass die Zuckerproduktion am Standort in Trenčianská Teplá, Slowakei, sowie die Raffination von Rohzucker am Standort Porkkala, Finnland, eingestellt werden. Dadurch wurden die Produktionskapazitäten im Konzern bereits optimiert.