Landkreisverwaltung Erzgebirgskreis und GKV-Bündnis für Gesundheit, Abschluss der Fortbildungsreihe Wackelpudding im Erzgebirgskreis; indirekt 1.068 Kinder profitieren

Erfolgreicher Abschluss der Fortbildungsreihe „Wackelpudding“ im Erzgebirgskreis – Erzgebirgskreis

Erfolgreicher Abschluss der Fortbildungsreihe „Wackelpudding“ im Erzgebirgskreis

Gemeinsames Projekt der Landkreisverwaltung und des GKV-Bündnis für Gesundheit in Sachsen.

© Jérôme Rommé | Adobe Stock

Mit dem Abschluss des Projekts zum 31. August endet die Fortbildungsreihe „Wackelpudding – Ein Angebot für Kinder psychisch und

oder suchtkranker Eltern“. Knapp 90 erzgebirgische Kita-Fachkräfte wurden in den vergangenen vier Jahren zu Multiplikatorinnen und Multiplikatoren qualifiziert, um Kinder aus Familien mit psychischer Belastung frühzeitig zu erkennen und gezielt zu unterstützen. Das Projekt leistete damit einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsförderung und Prävention in Kindertageseinrichtungen.

Nach dem Deutschen Drogen- und Suchtbericht wächst etwa jedes vierte Kind in Deutschland in einer Familie mit psychischer Belastung auf. Diese Kinder gehören zu einer der größten bekannten Risikogruppen, später selbst zu erkranken.

Kindertageseinrichtungen sind wichtige Orte, um kindliche Belastungen früh wahrzunehmen und Unterstützung zu bieten. Gleichzeitig stellt insbesondere das sensible Ansprechen betroffener Eltern viele Fachkräfte vor Herausforderungen. Genau hier setzte die Fortbildungsreihe „Wackelpudding“ an.

Ziel des Projektes war es, Kinder und Fachkräfte nachhaltig zu stärken. Bei den Kindern sollten Resilienz gefördert, Entwicklungsrisiken reduziert und ein gesundes Aufwachsen unterstützt werden. Die pädagogischen Fachkräfte erweiterten ihr Fachwissen, reflektierten ihre eigene professionelle Haltung und gewannen Handlungssicherheit. Zudem wurde die Zusammenarbeit mit dem regionalen Hilfesystem und der Wissenstransfer in die Einrichtungen gestärkt.

Insgesamt wurden sieben Fortbildungskurse mit jeweils drei Modulen sowie vier jährliche Reflexionstreffen durchgeführt. 88 Fachkräfte aus mehr als 50 Kindertageseinrichtungen in 28 Städten und Gemeinden des Erzgebirgskreises nahmen teil. Über den Multiplikatorenansatz profitieren damit indirekt rund 1.068 Kinder, die von den geschulten Fachkräften betreut werden.

Darüber hinaus förderte das Projekt die strukturelle Weiterentwicklung der Einrichtungen, etwa durch feste Ansprechpersonen, Handlungsleitfäden, Materialsammlungen und mehr Raum für kollegiale Fallberatung. Gleichzeitig wurden die Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen Kitas, Gesundheitsamt, Jugendhilfe und Beratungsstellen intensiviert.

Die begleitende Evaluation hat die Wirksamkeit des Projektes bestätigt: Die Teilnehmenden berichten von deutlich mehr Fachwissen, größerer Handlungssicherheit im Umgang mit betroffenen Familien und einer höheren Sensibilität für die eigene Selbstfürsorge. Zudem wurden die Fortbildungsinhalte erfolgreich in die Kita-Teams getragen und bei vielen begleiteten Kindern positive Entwicklungen der sozial-emotionalen Kompetenzen beobachtet.

Von dem Projekt profitieren Kinder, Eltern und Einrichtungen gleichermaßen. Zugleich trägt „Wackelpudding“ dazu bei, psychische Erkrankungen zu enttabuisieren und betroffenen Kindern mehr Sichtbarkeit zu verschaffen. Das Projekt wurde deshalb regional und überregional in Fachgremien, Netzwerken und auf Fachtagen vorgestellt und durch verschiedene Öffentlichkeitsmaßnahmen begleitet.

Mit dem erfolgreichen Abschluss des Projekts endet die Arbeit jedoch nicht. Die Erfahrungen der vergangenen vier Jahre zeigen den hohen Bedarf an spezifischen Fortbildungsangeboten für den Kita-Bereich. Deshalb setzen die Mitarbeiterinnen der Kommunalen Gesundheitsförderung des Landratsamtes Erzgebirgskreis die Netzwerkarbeit und Prävention fort. Gemeinsam mit inpeos e. V. wird das Projekt weiterentwickelt: „Wackelpudding 2.0“ richtet sich ab Herbst 2026 an Hort-Fachkräfte, die Kinder im Grundschulalter begleiten.