Erzbischof von Aracaju verbietet KI-Deepfakes von Geistlichen in Aracaju, Brasilien; KI-Inhalte geprüft, gekennzeichnet vor Veröffentlichung

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Erzbischof verbietet KI-Deepfakes von Geistlichen

VERÖFFENTLICHT AM 02.09.2026 UM 12:55 UHR – LESEDAUER: 3 MINUTEN

ARACAJU - KI-generierte Bilder von Geistlichen werden zu einem immer größeren Problem in Brasilien: Der Erzbischof von Aracaju macht daher klare Vorgaben – mit Rückenwind aus Rom.

Der Erzbischof von Aracaju (Brasilien) hat KI-Deepfakes von Klerikern in der kirchlichen Kommunikation verboten. Kirchliche Kommunikation müsse ein “Prinzip visueller Authentizität” einhalten, heißt es in den Ende August durch Erzbischof Josafá Menezes da Silva für sein Erzbistum in Kraft gesetzten KI-Richtlinien . Die zunehmende Bedeutung von KI-Anwendungen im Alltag der Kirche werfe bis vor Kurzem noch undenkbare Fragen auf. “Eine davon betrifft die Art und Weise, wie Bilder von Bischöfen, Priestern und Diakonen in Social-Media-Grafiken verzerrt werden, die mithilfe von Werkzeugen der künstlichen Intelligenz erstellt wurden”, so der Erzbischof. “Alles, was die Kirche kommuniziert, muss hinsichtlich des Inhalts wahr und hinsichtlich der Form seiner Darstellung verantwortungsvoll sein.”

Die KI-Ordnung der Erzdiözese legt daher fest, dass alle mit KI generierten Inhalte vor Veröffentlichung von Menschen geprüft werden müssen. Jede Veröffentlichung muss klar als KI-generiert gekennzeichnet werden, “wenn die Nutzung der KI die Wahrnehmung der dargestellten Wirklichkeit beeinflussen kann”. Besondere Regeln gibt es für Deepfakes, also realistische Darstellungen von Menschen. Generative Künstliche Intelligenz darf “nicht verwendet werden, um das Erscheinungsbild eines Bischofs, Priesters oder Diakons zu rekonstruieren oder zu simulieren, wenn das Ergebnis seine reale Fotografie ersetzt oder als authentische Darstellung seines Erscheinungsbildes oder einer von ihm erlebten Situation interpretiert werden könnte”. Das Gleiche gilt für KI-Nachbildungen menschlicher Stimmen. Es dürfen keine Bilder generiert werden, “die einen Kleriker in Situationen versetzen, die nicht stattgefunden haben”. Allgemein dürfen echten Personen “kein Erscheinungsbild, keine Rede, keine Handlung oder Situation zugeschrieben werden, die nicht der Wirklichkeit entsprechen”.

KI-Nutzung an Menschenwürde und Gemeinwohl messen

Erzbischof Menezes da Silva stützt seine KI-Ordnung auf Äußerungen des Lehramts, insbesondere die erste Botschaft von Papst Leo XIV. zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel , die im Januar veröffentlicht wurde. Darin betont der Papst, dass Gesicht und Stimme einzigartige, unverwechselbare Merkmale jedes Menschen sind, die die “eigene einmalige Identität” zeigen und wesentlich für die Begegnung mit anderen Menschen sind. KI-generierte Bilder echter Personen verletzen nach Überzeugung des Erzbischofs “die Wahrheit, die jede Kommunikation kennzeichnen muss”. Weiter verweist er auf die Erklärung “Antiqua et Nova” , in der sich das Glaubens- und das Kulturdikasterium 2025 erstmals ausführlich zu Künstlicher Intelligenz geäußert hatten. Darin wird betont, dass die Nutzung von KI die Menschenwürde achten und gemeinwohldienlich sein muss.

In den vergangenen Monaten haben auch mehrere deutsche Diözesen KI-Nutzungsordnungen erlassen, beginnend mit dem Erzbistum Köln. Weitere Regelungen gibt es in Rottenburg-Stuttgart, Freiburg, Paderborn und im Offizialat Vechta. Während es in Brasilien noch keine umfassende staatliche KI-Regulierung gibt, gilt in Deutschland die EU-KI-Verordnung, die eine Kennzeichnungspflicht von Deepfakes verbindlich vorschreibt. Ende 2024 wurde ein KI-Gesetz für den Staat der Vatikanstadt erlassen , das sich an der KI-Verordnung orientiert.

KI-Fälschungen werden in der Kirche zunehmend zu einem Problem. Opfer wurden unter anderem die Kardinäle Grzegorz Ryś (Krakau) , Carlos Aguiar Retes (Mexiko-Stadt) sowie Juan José Omella (Barcelona) . Im März ging ein gefälschtes Foto des tschechischen Priesters Tomáš Halík viral . Nach der Papstwahl fluteten KI-generierte angebliche Predigten von Papst Leo XIV. das Internet. (fxn)

Bitte keine KI-Plakate in Kirchengemeinden

Egal ob Sportgruppen, Musikvereine oder Pfarreien – viele Gruppen werben mit bunten KI-generierten Plakaten für ihre Veranstaltungen. Beate Kampen meint: Sie sollten damit aufhören.