Hessen und Indien Absichtserklärung zur Vertiefung der Zusammenarbeit mit Maharashtra in Neu-Delhi und Mumbai; EU-Indien Freihandelsabkommen tritt bald in Kraft

Newsletter 09/2026 | Hessen Staatskanzlei

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Liebe Leserinnen, liebe Leser, starke Wirtschaft, starke Fachkräfte, starker Handel. Die Beschreibung passt nicht nur gut auf Hessen. Sie gilt auch für Indien, das Powerhouse Asiens. Es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen uns, auch wenn man auf die Branchen blickt: Finanzen, Pharma, Digitales, Logistik. Vor allem hier wollen wir unsere Zusammenarbeit vertiefen. Und dafür war ich gemeinsam mit unserem Ministerpräsidenten Boris Rhein fünf Tage lang in Indien unterwegs. Zusammen mit einer großen Wirtschaftsdelegation waren wir zunächst in Neu-Delhi und danach in Mumbai. Mit dem Bundesstaat Maharasthra haben wir eine Absichtserklärung über vertiefte Zusammenarbeit unterzeichnet. Der Zeitpunkt hätte nicht besser sein können. Denn bald tritt das Freihandelsabkommen zwischen Indien und der Europäischen Union in Kraft. Was mir auf dieser Reise noch einmal klar geworden ist: Internationale Partnerschaften sind kein Luxus. Sie sind die Grundlage für unseren wirtschaftlichen Erfolg, sie sind die Grundlage für unsere Arbeitsplätze. Es ist eine Zusammenarbeit mit einem Partner, mit dem wir nicht nur Wirtschaftsdeals einfädeln, sondern mit dem wir auch gemeinsame Werte teilen. Indien ist die größte Demokratie der Welt. Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre unseres Newsletters und hoffe, dass Sie interessante Einblicke und neue Perspektiven mitnehmen. Ihr Manfred Pentz Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung

Hessen und Indien: Gemeinsam neue Chancen eröffnen

Ministerpräsident Rhein und Staatsminister Pentz schließen fünftägige Indien-Reise erfolgreich ab Hessen und Indien wollen ihre Zusammenarbeit weiter ausbauen – politisch, wirtschaftlich und technologisch. Das ist das zentrale Ergebnis der fünftägigen Indien-Reise (17.-22. August 2026) von Hessens Ministerpräsident Boris Rhein. Begleitet wurde er von Staatsminister Manfred Pentz, Minister für Internationales. Er führte die hessische Wirtschaftsdelegation an. Die Reise führte nach Neu-Delhi und Mumbai und stand ganz im Zeichen einer zukunftsorientierten Partnerschaft. Im Mittelpunkt standen die Vertiefung der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen, die Präsentation Hessens als leistungsfähiger Wirtschafts- und Innovationsstandort sowie konkrete Perspektiven für die Zusammenarbeit. Besondere Chancen ergeben sich in den Bereichen Fachkräfte, Finanzwirtschaft, Dienstleistungen und Technologie. Fachkräfte gewinnen, Verfahren beschleunigen In Neu-Delhi führte Ministerpräsident Rhein unter anderem Gespräche mit dem indischen Handels- und Industrieminister Piyush Goyal sowie mit dem Minister für Kompetenzentwicklung und Unternehmertum, Jayant Chaudhary. Dabei ging es um bessere Rahmenbedingungen für Unternehmen und vor allem um die Gewinnung qualifizierter indischer Fachkräfte für den hessischen Arbeitsmarkt. Ministerpräsident Rhein warb für eine priorisierte Bearbeitung der Verfahren und eine „Fast Lane“ für internationale Fachkräfte. Zugleich sprach er sich für eine stärkere Zentralisierung und eine deutliche Beschleunigung der Abläufe aus. Indien verfügt insbesondere in den Bereichen Naturwissenschaften, Ingenieurwesen und Informationstechnologie über hervorragend ausgebildete Fachkräfte. Für Hessen eröffnet dies wichtige Möglichkeiten, dem Fachkräftebedarf der heimischen Wirtschaft wirksam zu begegnen. Hessische Unternehmen knüpfen neue Kontakte Unter der Leitung von Staatsminister Manfred Pentz absolvierte die Wirtschaftsdelegation parallel zum politischen Programm ein intensives B2B-Programm. Hessische Unternehmen loteten dabei neue Geschäftsmöglichkeiten und konkrete Anknüpfungspunkte mit indischen Partnern aus – unter anderem in den Bereichen Digitalisierung, Pharma, Finanzwirtschaft und technologiegetriebene Dienstleistungen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Vernetzung der hessischen Unternehmen mit indischen Partnern und auf der Erschließung des dynamisch wachsenden indischen Marktes. In Neu-Delhi und Mumbai kam Ministerpräsident Rhein außerdem mit Vertreterinnen und Vertretern der deutsch-indischen Wirtschaftscommunity zusammen. Die Begegnungen boten Gelegenheit, die Interessen hessischer Unternehmen unmittelbar aufzunehmen und Hessens Position als „Powerhouse Deutschlands“ sichtbar zu machen.

Finanzplätze Frankfurt und Mumbai enger verbinden In Mumbai traf Ministerpräsident Rhein den Gouverneur des Bundesstaates Maharashtra, Jishnu Dev Varma, sowie den Chief Minister Devendra Fadnavis. Maharashtra zählt mit rund 130 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern zu den wirtschaftlich stärksten Bundesstaaten Indiens und ist zugleich ein bedeutendes Finanz- und Innovationszentrum. Beim Besuch der National Stock Exchange stand deshalb auch die Frage im Mittelpunkt, wie die Zusammenarbeit zwischen dem Finanzplatz Frankfurt und dem Finanzzentrum Mumbai weiter intensiviert werden kann. Beide Regionen verfügen über besondere Kompetenzen und großes Potenzial für gemeinsame Vorhaben. Gemeinsame Absichtserklärung setzt klares Signal Ein besonderer Höhepunkt der Reise war die Unterzeichnung einer Gemeinsamen Absichtserklärung zwischen Hessen und Maharashtra am 21. August 2026 in Mumbai. Das Memorandum of Understanding (MoU) schafft die Grundlage für eine intensive und künftig stärker strukturierte Zusammenarbeit in den Bereichen Finanzwirtschaft, Dienstleistungen und Technologietransfer. Geplant sind unter anderem konkrete gemeinsame Projekte, belastbare Lieferketten, technologische Innovationen und neue Wachstumschancen für Unternehmen beider Seiten. Damit entsteht eine direkte Verbindung zwischen zwei der bedeutendsten Wirtschafts- und Finanzregionen Deutschlands und Indiens. Partnerschaft mit Zukunft Die Reise hat gezeigt: Hessen und Indien verbindet großes gegenseitiges Interesse – und noch größeres Potenzial. Nun kommt es darauf an, die geknüpften Kontakte zu verstetigen, das MoU mit konkreten Projekten zu füllen und die angekündigte „Fast Lane“ für internationale Fachkräfte gemeinsam mit den zuständigen Stellen weiter auszugestalten. Ministerpräsident Boris Rhein und Staatsminister Manfred Pentz haben mit der Reise wichtige Impulse gesetzt. Hessen präsentiert sich in Indien als verlässlicher Partner, attraktiver Wirtschaftsstandort und innovatives Land mit klarer internationaler Perspektive.

Unser Land des Monats: Moldau – Klein, vielseitig und auf dem Weg in die EU!

Wer an Moldau denkt, hat zunächst vielleicht nur unscharfe Bilder im Kopf. Dabei hat die kleine Republik zwischen Rumänien und der Ukraine einiges zu bieten: Das Land ist mit einer Größe von rund 33.850 Quadratkilometern ca. 60 Prozent größer als Hessen, zählt rund 2,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Die Hauptstadt Chișinău ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Über Jahrhunderte stand das Gebiet der heutigen Republik Moldau unter wechselnden Herrschaften – vom Osmanischen Reich über das Russische Reich bis hin zur Sowjetunion. Seit der Unabhängigkeit im Jahr 1991 gestaltet Moldau seinen eigenen politischen und gesellschaftlichen Weg. Der politische Blick des Landes richtet sich derzeit klar nach Europa. Die Republik Moldau hat einen historischen Schritt gemacht und befindet sich inzwischen im EU-Beitrittsprozess. Die Beitrittsverhandlungen sind gestartet – ein wichtiges Signal für Stabilität, Sicherheit und die europäische Zusammenarbeit. Auch Hessens Europaminister Manfred Pentz betonte dazu bereits, dass Europa nun entschlossen und mit Tempo handeln müsse, um einen zügigen und fairen Beitrittsprozess sicherzustellen. Denn auch für Hessen bietet eine stärkere Annäherung Moldaus an die Europäische Union Chancen: Engere wirtschaftliche Beziehungen, neue Handelsmöglichkeiten und gemeinsame Innovationsprojekte können die Zusammenarbeit weiter stärken. Als exportstarkes Bundesland profitiert Hessen von einem starken und vernetzten Europa. Ein echter Geheimtipp ist Moldau für Weinliebhaber: Das Land profitiert von günstigen geologischen und klimatischen Voraussetzungen für den Weinbau, gehört zu den ältesten Weinbauregionen der Welt und besitzt mit den kilometerlangen Weinkellern von Cricova und Mileștii Mici die größten unterirdischen Weinkeller der Erde. Letzterer schaffte es sogar ins Guinness-Buch der Rekorde – mit einem Tunnelsystem von rund 200 Kilometern! Auch kulinarisch lohnt sich ein Blick über die Landesgrenzen: Traditionelle Gerichte wie Mămăligă (ein Maisbrei), gefüllte Kohlrouladen oder herzhafte wie süße Teigtaschen spiegeln die Einflüsse aus Osteuropa und dem Balkan wider. Wissenswertes über Moldau:

🍇 Rund jeder vierte Arbeitsplatz hängt direkt oder indirekt mit dem Weinbau zusammen.

🌻 Die Sonnenblume zählt zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnissen des Landes und prägt so das Landschaftsbild der Republik.

🚜 Moldau ist einer der größten Walnuss-Exporteure Europas.

🏛️ Die Amtssprache ist Rumänisch – viele Moldauerinnen und Moldauer sprechen zusätzlich Russisch sowie weitere Fremdsprachen. Moldau mag klein sein – doch das Land zeigt eindrucksvoll, wie eng Geschichte, Kultur und die europäische Zukunft miteinander verbunden sind. Vielleicht also ein guter Anlass, den Blick einmal auf einen europäischen Nachbarn zu richten, der viel mehr zu bieten hat, als man auf den ersten Blick vermuten würde.

Best Practice: Europa in Hessen sichtbar machen!

Café Schytomyr: gelebte Städtepartnerschaft und starke Zeichen der Solidarität Wie lebt eine Stadt, die dem Krieg trotzt? Beim Café Schytomyr am 29. und 30. Mai in Kassel standen die Menschen, Perspektiven und Zukunft der ukrainischen Partnerstadt Schytomyr im Mittelpunkt. Gemeinsam mit Delegationen aus Schytomyr und Gdynia, dem ukrainischen Botschafter Oleksii Makeiev und zahlreichen Expertinnen und Experten wurde über Demokratie, Geschichte, Kultur, Zivilschutz und konkrete Möglichkeiten der Zusammenarbeit diskutiert. Zahlreiche Kasselerinnen und Kasseler nutzten die Gelegenheit zum Austausch und Kennenlernen – und machten die neue Städtepartnerschaft ein Stück lebendiger. Lesen Sie hier Öffnet sich in einem neuen Fenster mehr über zwei bewegende Tage voller Begegnungen, Impulse und europäischer Verbundenheit.

Hessen macht es einfach: Fachkräftesicherung durch Bürokratieabbau

Der hessische Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung, Manfred Pentz, reiste vor Kurzem gemeinsam mit Ministerpräsident Boris Rhein nach Indien . Dabei begleitete er die hochrangige Wirtschaftsdelegation in die größte Demokratie der Erde. Staatsminister Pentz bekräftigte die Absicht, die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Indien und Hessen zu stärken und weiter auszubauen. „Hessen ist eine der exportstärksten Wirtschaftsregionen Deutschlands. Unsere Unternehmen sind auf den Weltmärkten zu Hause.“ Der Minister für Entbürokratisierung unterstrich aber auch, dass Fachkräftegewinnung ein wichtiger Aspekt dieser Reise sei. Es gehe auch darum, „neue Fachkräfte für Hessen zu gewinnen.“ Indien verfüge über hervorragend ausgebildete Arbeitskräfte, vor allem in den Naturwissenschaften, im Ingenieurwesen und in der IT, die in Indien oft ohne Perspektive blieben. „Ich freue mich, dass wir hier einige Türen öffnen konnten.“

„Hessen hat seine Hausaufgaben gemacht“

Hessen hat seine Hausaufgaben gemacht,“ erklärte Pentz zum Bürokratieabbau bei der Fachkräftegewinnung. Mit dem Zweiten Bürokratieabbaugesetz (BAG II) soll die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse durch eine Genehmigungsfiktion beschleunigt werden. Vollständig vorliegende Unterlagen erhalten nach drei Mona