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title: "ZARM-Forschung inspiriert Wandgestaltung im Rahmen von Mural City 2026 am Fehrfeld 41, Bremer Viertel; elf Fassaden als Freiluftgalerie"
sdDatePublished: "2026-09-02T17:01:00Z"
source: "https://www.zarm.uni-bremen.de/de/news-list/news-display/zarm-research-inspires-mural-design-as-part-of-mural-city-2026"
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  - "Berlin"
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  - "Simferopol"
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ZARM-Forschung inspiriert Wandgestaltung im Rahmen von Mural City 2026 am Fehrfeld 41, Bremer Viertel; elf Fassaden als Freiluftgalerie

ZARM-Forschung inspiriert Wandgestaltung im Rahmen von Mural City 2026 - ZARM

ZARM-Forschung inspiriert Wandgestaltung im Rahmen von Mural City 2026

Wissenschaft trifft Urban Art: Zwei ZARM-Forscher liefern die Impulse für großformatige Murals im Bremer Viertel

Forschung muss nicht im Labor bleiben. Beim diesjährigen Bremer Festival „MURAL CITY“ wurde Wissenschaft zum Ausgangspunkt für großformatige Kunst im öffentlichen Raum. Unter dem Motto „Beauty of Science“ verwandelten nationale und internationale Street-Art- und Graffiti-Künstler:innen elf Hausfassaden im Bremer Viertel in eine frei zugängliche Freiluftgalerie. Auch das Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen war als Science-Partner beteiligt.

Den wissenschaftlichen Input für eine der Fassaden zum Thema „Luft- und Raumfahrt“ lieferten das ECOMAT sowie der ZARM-Wissenschaftler Ianto Cannon aus der Forschungsgruppe „Fluid-Simulation and Modeling“. Er untersucht, wie sich Tröpfchen und Blasen in strömenden Flüssigkeiten verformen, zerbrechen und zusammenwachsen. Dies spielt beispielsweise in Meereswellen eine Rolle, wo sie die Luft-Meer-Grenzfläche vergrößern und bis zu 40 Prozent der CO₂-Aufnahme des Ozeans bewirken. Diese Prozesse bilden auch die Grundlage für die Entstehung von Emulsionen in Lebensmitteln, Arzneimitteln und Farben. Strömungsbewegungen – ob laminar oder turbulent – prägen Naturphänomene und technische Anwendungen, von globalen Klimamodellen bis hin zum Mischen von Farben. Durch die Kombination von Theorie, Experimenten und Simulationen trägt diese Forschung zu einem besseren Verständnis der Strömungsdynamik in Natur und Technik bei und spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung technischer Neuheiten, beispielsweise im Bereich der Aeronautik.

Die Aufgabe, diese komplexen wissenschaftlichen Zusammenhänge in eine Bildsprache zu übersetzen, übernahm der italienische Graffiti-Künstler ZARK ONER. Der aus Lecce stammende und heute in Mailand lebende Künstler ist seit 2011 aktiv und hat sich mit seinen Arbeiten inzwischen international einen Namen in der Graffiti-Szene gemacht. Passend zum Thema gibt findet man in seinem Mural ein besonderes Detail: Ein Papierflugzeug wird selbst zu Strömung – es scheint aus fließendem Wasser zu bestehen und verbindet so die Themen Luftfahrt und Fluiddynamik. Das entstandene Werk ist am Fehrfeld 41, nahe der Sielwallkreuzung im Bremer Viertel, zu sehen.

Noch ein weiteres ZARM-Forschungsthema wurde zur Inspiration für ein Mural: Explorationsforschung und die Frage, wie menschliche Präsenz auf dem Mars langfristig möglich werden könnten. Science-Partner des Kunstwerks an der Fassade des Eckhauses Am Dobben 28 ist das Exzellenzcluster „Die Marsperspektive“. Der Exzellenzcluster- und ZARM-Wissenschaftler Callum Betley forscht im Labor für angewandte Weltraum-Mikrobiologie an Mikroben, die später bei astronautischen Explorationsmissionen zum Mars eine wichtige Rolle spielen könnten. Sie können Nahrung erzeugen, Sauerstoff produzieren, Medikamente herstellen und sogar beim Recycling von Abfall helfen. Damit sie kontinuierlich arbeiten können, müssen sie jedoch mit auf dem Mars vorkommenden Materialien „gefüttert“ werden, wie beispielsweise Staub, Gestein oder der dünnen Atmosphäre des Planeten. So sind sie nicht auf Nachschub von der Erde angewiesen. Das Forschungsteam konzentriert sich darauf, zu verstehen, wie diese Mikroorganismen die Grundlage für ein sich selbst erhaltendes System bilden können. Es untersucht nicht nur die Mikroben, sondern erforscht auch, wie die erforderlichen Technologien, Materialien und Sicherheitsmaßnahmen entwickelt werden können, um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen.

Für die künstlerische Umsetzung war ISS.UE verantwortlich. Der in Berlin lebende Street-Art-Künstler und Grafikdesigner wurde in Simferopol in der Ukraine geboren und begann bereits 2004 mit Graffiti. Über die Jahre entwickelte er seinen Stil vom klassischen Graffiti hin zu großformatigen Wandgestaltungen, wobei Typografie, geometrische Formen und digitale Techniken eine wichtige Rolle spielen. In seinen Arbeiten verbindet er Struktur und Zufall, Ordnung und Chaos und setzt dabei häufig alltägliche Gegenstände und urbane Elemente in neue Zusammenhänge. Für die Fassade Am Dobben 28 übersetzte ISS.UE die wissenschaftlichen Impulse rund um den Mars in eine visuelle Interpretation, die dem Betrachtenden Raum für eigene Entdeckungen lässt.

So wird Wissenschaft in Bremen sichtbar – und vielleicht entsteht beim Vorbeigehen die eine oder andere neue Frage.

Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation Universität Bremen Am Fallturm 2 28359 Bremen

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